Die Grünen leiden daran oder darunter?

Hallo!

in diesem Text hätte ich „leiden darunter“ geschrieben. Warum steht hier „leiden daran“? Ist das korrekt?

Danke

Aber sie können auch nicht nur auf die
anderen zeigen. Zu offensichtlich sind die
Risse im eigenen Laden. Die Grünen leiden
schon lange daran, dass die Deutschen ihnen
misstrauen, wenn es hart auf hart kommt.
Habecks Fehler können dieses Misstrauen
wiederbeleben.

Ich auch. Denn es bedeutet, dass die Grünen sich nicht gegen das Misstrauen wehren können, sondern damit mehr oder weniger leben müssen.

Das gibt es imho nicht, dass die Grünen an irgendetwas leiden :frowning:

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Das ist ja toll. Dann war meine Einschätzung richtig.

Grüße

Hallo @Nadja,
der DUDEN Band 2 (Stilwörterbuch) gibt die Antwort: Es heißt

  • an etwas leiden = erkrankt sein
  • unter etwas leiden = durch etwas beeinträchtigt werden
    Man leidet also an einer Krankheit, zB einer Entzündung oder Rheuma. Aber man leidet unter der Hitze oder der Trockenheit oder der Inflation.

Das Misstrauen der Wähler ist vielleicht eine Beeinträchtigung, aber sicherlich keine Krankheit. Darum sollte in dem von dir zitierten Text meines Erachtens darunter stehen. Das hast du gut entdeckt! :wink:

Liebe Grüße
vom Namenlosen

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Nein. Beides ist korrekt, und die persönlichen Präferenzen von @anon63206758 oder dem @Namenlosen spielen keine Rolle. Man kann an etwas leiden und unter etwas leiden - beides ist möglich, mit leichten Bedeutungsnuancen. Und ich denke, dass die Entscheidung des Autors, hier das mit Krankheit verbundene Wort zu wählen, sehr bewusst war. Übrigens ist das nicht der erste Autor, der das tut.

Beste Grüße,
Max

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Die Grünen leiden am Misstrauen der Deutschen?
Ups…da liegst du wohl daneben.

Nein. Das ist einfach nur ein Stilmittel, mit dem der Autor etwas ausdrücken möchte.

Während „leiden unter“ sachlich auf die äußere Ursache fokussiert, bezieht „leiden an“ auch das eigene Erleben ein. Häufig kann man beide synonym verwenden. Aber: Wer unter seinem Chef leidet, hat doch recht klar einen Tyrannen als Vorgesetzten, wer an seinem Chef leidet, trägt zu seinem Leiden auch durch seine eigene Gefühlswelt bei. „Leiden unter“ ist sachlicher, nüchterner, „leiden an“ etwas gequälter, krankhafter. Und das ist, wenn man ein bißchen rumschaut, üblicher Sprachgebrauch, zum Beispiel hier:

https://www.zeit.de/1952/25/leiden-an-deutschland

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