Die Kinder belügen

Hallo,

die Frage von MeToo hat mich daran erinnert, daß ich ein Problem bezüglich „den Kindern immer die Wahrheit sagen“ habe. Bislang ist es nicht aktuell, aber der Zeitpunkt kommt näher…

Zur Vorgeschichte:

Meine Schwiegermutter ist…sagen wir mal „psychisch auffällig“. Die Folge ist, sie lehnt „Fremde“ in der familiären Umgebung kathegorisch ab. Fremd sind dabei auch ihre Schwiegersöhne (derer zwei). Meine Frau ist die älteste Tochter, sie war auch die erste, die heiratete.

Kurz nachdem wir zusammengezogen sind (gut zwei Jahre vor der Hochzeit), versuchte sie durch Einreden auf meine Frau dazwischen zu funken. Da dies nicht von Erfolg gekrönt war, versuchte sie es sogar mit einer Anzeige (ihre Tochter würde gegen ihren Willen festgehalten, ich wäre ein Schwerverbrecher etc.). Die Anzeige war ausgesprochen wirr formuliert (der ermittelnde Beamte hat sie uns vorgelesen), so daß sich die Geschichte mit einem Besuch auf dem Präsidium leicht klären ließ. Danach hat sie sich mit gelegentlichen Spitzen gegenüber meiner Frau begnügt. Wenn es zuviel wurde, ist meine Frau halt kurzerhand abgereist (wir wohnen ca. 200km auseinander). Meine Frau ist zwei- bis dreimal im Jahr für ein paar Tage bei ihren Eltern.

Ich hatte bislang nicht das „Vergnügen“ Schwiegermama persönlich kennen zu lernen, lediglich ein Telefonat haben wir (versehentlich) miteinander geführt (in dem sie mich darüber aufgeklärt hat, daß die Kinder abends pünktlich ihr Essen brauchen und meine Frau eine Wäschespinne im Garten und ich gefälligst die Hufe schwingen solle, sonst käme sie mit der Polizei vorbei…). Mein Schwiegervater hingegen ist eine Seele von Mensch und ich habe einen riesen Respekt davor daß er seine Frau nicht schon vor Jahren verlassen hat.

Nun hat sich Schwiegermama vor vier Jahren trotzdem riesig über ihren ersten Enkel gefreut (obwohl dazu ja ein fremder Mann nötig ist…*fg*). Und sie ist wohl auch eine tolle Oma (persönlich kann ich das ja schwerlich beurteilen), jedenfalls lieben unsere Jungs (besonders der Große) sie abgöttisch. Wenn der Große (gerade vier geworden) hört, daß Opa ihn abholt und er zu Oma und Opa „in den Urlaub“ fahren darf, ist er nicht mehr zu halten. Er rennt tagelang als HB-Männchen durchs Haus und kann den Zeitpunkt der Abreise kaum erwarten. Meine Frau kommt dann ein paar Tage später mit dem Kleinen nach, bleibt selbst ein paar Tage und nimmt dann beide mit nach hause (worauf er sich dann immer genauso freut wie auf die Reise zur Oma).

Bislang ist das noch kein großes Problem, da ich ja arbeiten muß und es deshalb auch für ihn einsichtig ist daß ich gerade jetzt nicht mitkommen kann. Und daß Oma nie zu uns kommt, liegt halt daran, daß sie auf das Haus und die Möbel aufpassen muß (diese Erklärung hat er uns irgendwann selbst präsentiert und wir haben ihr nicht widersprochen). Aber er glaubt, daß wir schon alle zusammen bei Oma und Opa waren (stimmt auch fast, wir waren mal da als Schwiegermama auf Ausflug war - ich wollte doch auch mal des Elternhaus meiner Frau sehen). Und letztens hat er auch gefragt, wann wir mal wieder alle dorthin fahren. Da ist mir bewußt geworden, daß der Tag der Wahrheit immer näher rückt…
Beim vorletzten Besuch (im Frühjahr) ist es dann zu der Situation gekommen, daß Schwiegermama in einem Wahnschub anfing auf mich zu wettern. Mein Sohnemann hat ihr dabei wohl ausdauernd widersprochen. Irgendwie konnten meine Frau und ihr Vater die Situation dann entschärfen und Schwiegermama hat sich wieder zurückgehalten. Sohnemann hat die Situation (und was Oma im Einzelnen losgelassen hat) glücklicherweise aber offenbar überhaupt nicht richtig realisiert, das hätte man sonst gemerkt. Dinge, die ihn bewegen, spricht er meist Tage später noch mal an und da kam absolut nichts.

Die Frage ist jetzt aber, wie wir damit umgehen können. Aktiv belügen wollen wir ihn eigentlich nicht, das könnte das Vertrauen nachhaltig stören. Andererseits ist er schlicht zu jung um mit der Situation (der Realität) umgehen zu können. Und ich möchte auch nicht das ausgesprochen liebevolle Verhältnis zwischen Oma und Enkel zerstören. Aber er wird immer älter und der Tag an dem er merkt, daß etwas nicht stimmt, ist wohl nicht mehr allzu fern…

Habt ihr Ratschläge für mich?

Gruß Stefan

P.S.: Bei Oma anzusetzen ist derzeit keine realistische Option. Hier muß ich mich auf das Urteil der Familie verlassen, die mit der Mutter schon eine lange und schmerzhafte Geschichte hat.

Hallo Stefan,

Zur Vorgeschichte:

dies ist eine recth traurige Geschichte, auch und gerade für Deine Schwiegermutter. solch eine psychisch Störung macht nicht zuletzt den Betroffnenen einsam.

Nun hat sich Schwiegermama vor vier Jahren trotzdem riesig
über ihren ersten Enkel gefreut. Und sie ist wohl auch eine tolle Oma
(persönlich kann ich das ja schwerlich beurteilen), jedenfalls
lieben unsere Jungs (besonders der Große) sie abgöttisch.

Das ist schon mal sehr schön, dass der Enkel nicht zu den „Fremden“ gehört.

Sohnemann hat die Situation (und
was Oma im Einzelnen losgelassen hat) glücklicherweise aber
offenbar überhaupt nicht richtig realisiert, das hätte man
sonst gemerkt. Dinge, die ihn bewegen, spricht er meist Tage
später noch mal an und da kam absolut nichts.

Hoffentlich hängt das nicht noch in irgendeinem Eck. Denk dran, wenn Dein Sohn „auf einmal“ „urplötzlich“ und vor allem „ohne jeglichen Grund“ mit irgendwelchen Verhaltensauffälligkeiten anfängt.

Die Frage ist jetzt aber, wie wir damit umgehen können. Aktiv
belügen wollen wir ihn eigentlich nicht, das könnte das
Vertrauen nachhaltig stören. Andererseits ist er schlicht zu
jung um mit der Situation (der Realität) umgehen zu können.
Und ich möchte auch nicht das ausgesprochen liebevolle
Verhältnis zwischen Oma und Enkel zerstören. Aber er wird
immer älter und der Tag an dem er merkt, daß etwas nicht
stimmt, ist wohl nicht mehr allzu fern…

Nun, wenn er - wie Du so schön schreibst - immer älter wird, ist er ja auch nicht mehr so leicht „zu jung“ um das zu verstehen.

Am besten ist wirklich immer die Wahrheit, kindgerecht verpackt. Vielleicht solltest Du sogar nach Omi-Besuchen selber durch vorsichtiges Nachfragen („Was hat den die Omi so erzählt“) hin und wieder austesten, ob da seltsame Reaktionen Deines Sohnes kommen. Und wenn er betrübt meint, dass die Omi Dich doch allem Anschein nach überhaupt nicht lieb hat, dann kann man ihm vielleicht von großer Angst erzählen, die sie vor Menschen hat, die sie nicht von klein auf kennt, wie das doch bei euren Kindern der Fall ist.

Es gibt sicher noch andere Strategien, was hier zu machen sei. Aber es gibt ja auch noch andere Benutzer hier im Forum.

Schöne Grüße, Karin

Hi,
ich bin eigentlich nicht der klassische Ansprechpartner für Probleme von Vätern, zwecks da ich mental noch mehr Sohn bin als sonstwas.
Deine Geschichte erinnert mich massiv an meine Oma. Da wars ähnlich, nur daß meine Mum die Leidtragende war.
Ich hab so mit etwa 4-5 Jahren gecheckt, daß da was nicht koscher ist. Zufälligerweise war die Situation recht ähnlich, ich war mit Ihr im Urlaub und sie hat angefangen wie irre über meine Mutter zu lästern, wobei ich ebenfalls vehement widersprochen habe. (da ist sie dann auch heulend zamgeklappt).
Ich weiß nicht wie alt dein großer ist, aber geh lieber davon aus, daß er genau weiß was los ist. (auch wenn er’s vielleicht nicht versteht)
Allein die Frage an Dich, wann Ihr denn da mal alle zusammen hinfahrt, zeigt doch, daß er schon mitkriegt, daß da was anders ist als z.b. bei der anderen Oma.
Ich hab damals (nach etwas Überwindung, wg Loyalitätskonflikt Oma/Mama) meine Mutter drauf angesprochen und die hat mir das wirklich ausführlich erklärt. Wenns an Fragen ging, wo sie lieber nix sagen wollte hat sie halt gesagt, daß das ne Sache zwischen Ihnen ist und mein Verhältnis zur Oma nicht betrifft, weils um Sachen geht die vor meiner Zeit waren.
fand ich damals recht logisch.

MfG
Nick

Hallo

Soweit ich mich an meine Kindheit erinnere, so habe ich eigentlich alles sehr deutlich und glasklar gefühlt, was meine Eltern bewegt hat.

Da meine Eltern jedoch so gut wie nie mit mir darüber gesprochen haben, hatte ich nie eine Erklärung für meine teilweise unangenehmen Gefühle, die ich dann natürlich irgendeinem Fehler zugeschrieben habe, den ich möglicherweise gemacht haben könnte.

Damit will ich nur bestätigen, was schon gesagt wurde: Immer nur raus mit der Wahrheit. Die Wahrheit ist immer wesentlich besser erträglich als unbestimmte Ahnungen.

Viele Grüße Thea

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Goosi,

meine Mutter wollte keinen Kontakt zu meinem Großvater. Ihre Mutter mochte sie nicht besonders - hat sie aber gelegentlich auf „neutralem Terrain“ getroffen. Meine Großmutter war wiederum gegen meinen Stiefvater.

Ich mochte meine Großeltern beide - besonders den Großvater. Meine Mutter hat mir den Kontakt ermöglicht so weit wie möglich. Ich habe viele Wochenenden und die meisten Ferien bei meinen Großeltern verbracht.

Erst als Erwachsene habe ich erfahren, warum meine Mutter den Kontakt zu ihrem Stiefvater abgebrochen hat: sexueller Mißbrauch über viele Jahre.

Der Kontakt zu beiden Teilen der Familie war möglich, weil es klare Absprachen gab:

  • Die Großeltern konnten so oft mit mir telefonieren wie sie wollten

  • Wenn sie mich abgeholt haben, wurde unten geklingelt und ich kam runter

  • Das Kind wird nicht über den jeweils anderen Familienteil ausgefragt
    (übrigens habe ich auch die Fragen als belastend erlebt, „was hat Oma über mich gesagt“ - solange sie stattfanden)

  • das Kind wird nicht als Bote benützt werden

  • Opa darf nicht allein mit dem Kind schwimmen gehen (von dieser Absprache wußte ich nichts)

  • Waldspaziergänge, Radtouren und andere Unternehmungen mit Opa allein sind o.k., aber wenn es auch nur irgendein geringfügiges Anzeichen in den Erzählungen des Kindes gibt, daß etwas nicht o.k. läuft, dann wird der Kontakt abgebrochen (auch diese Absprache kannte ich nicht als Kind)

  • besondere Ereignisse sind gesondert zu besprechen (Geburtstag, Feiertage), z.B. durften die Großeltern an der Einschulungsfeier nicht teilnehmen, aber sie durften mir eine eigene Schultüte schenken und an einem anderen Tag etwas besonderes mit mir unternehmen.

Ich bin froh, daß meine Mutter mir den Kontakt zu den Großeltern ermöglicht hat. Ich hatte eine sehr gute und liebevolle Beziehung mit meinem Großvater.

Ich wünsche Dir, daß ihr da einen Weg durchfindet. Für ein Kind reicht es völlig, wenn man ihm sagt: Die Oma mag den Papa nicht (warum auch immer) - deshalb kommt sie nicht zu uns. Aber wir wollen, daß ihr beide Kontakt zur Oma haben könnt.

Es wäre auch wichtig den Kindern den Rücken zu stärken, wenn die Oma über den Papa schimpft. Das kann man durchaus im Rollenspiel machen. Die Kinder brauchen Eure Erlaubnis und Ermutigung zu sagen:
„Oma, ich mag nicht hören, wenn Du über den Papa schimpfst“.

Viele Grüße

Iris

Hi,

wenn ich deine Mail richtig verstanden habe dann sind es zwei Dinge die dich beschäftigen. Zum einen das Oma gegen dich wettert was man damit erklären könnte das sie ein weinig „tüddelig“ ist und zum einen, dass du nicht mitkommst. Letzteres ist in der Tat ein Problem welches ich aber so ähnlich auch kenne.

Ich sage unserem Grossen das ich nicht mit möchte. Ich habe dann eben keine Lust, wie er ja zu diesem oder jenem auch mal keine Lust hat. In solchen Situationen sagt er zwar „immer“ das er dann auch nicht mit will und bei Papa bleiben möchten aber im Moment des Losfahrens kommt dann die Besinnung und verschwindet mit meiner Frau.

Das Mama und/oder Papa mal zu etwas keine Lust haben kann er sehr gut verstehen und kommt fast immer damit klar.

Viele Grüße
Me

Hallo,

Danke für Deinen Erfahrungsbericht, wirklich hilfreich! Eine Frage aber noch:

Ich hab damals (nach etwas Überwindung, wg Loyalitätskonflikt
Oma/Mama) meine Mutter drauf angesprochen und die hat mir das
wirklich ausführlich erklärt. Wenns an Fragen ging, wo sie
lieber nix sagen wollte hat sie halt gesagt, daß das ne Sache
zwischen Ihnen ist und mein Verhältnis zur Oma nicht betrifft,
weils um Sachen geht die vor meiner Zeit waren.
fand ich damals recht logisch.

Wie alt warst Du da?

Gruß Stefan

Ergänzung
Hallo,

Danke für die bisherigen Antworten! Beim Durchlesen ist mir aufgefallen, daß ich meine eigentliche Sorge nicht deutlich genannt habe…
Uns (vor allem natürlich meiner Frau, mir dann wegen meiner Frau aber auch wegen der Kinder, denen die Oma sichtlich gut tut) ist es sehr wichtig, daß der Kontakt zu ihr erhalten bleibt.
Persönlich habe ich mittlerweile kein Problem mehr mit der Situation. Es war in den ersten Jahren sehr schwer, aus verschiedenen Gründen. Da aber die gesamte Familie in dieser Frage an einem Strang zieht ist die Situation wirklich nicht belastend. Für mein persönliches Empfinden ist es eigentlich so, als ob die Mutter meiner Frau schon vor unserer Hochzeit gestorben wäre. Im Alltag ist das Ganze absolut kein Thema.

Das Problem ist also, wie wir auf Loyalitätskonflikte unserer Kinder reagieren können. Oder ob wir diesen Konflikten besser durch Erklärungen (da war in den Antworten wirklich hilfreiches dabei) vorbeugen sollten. Sollen wir das Thema dann ansprechen oder sollen wir warten bis Fragen kommen?

Gruß Stefan

Hallo Iris,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Wenn die Situationen auch nicht vergleichbar sind, so konnte ich doch einiges mitnehmen.

Könntest Du mir noch ein wenig darüber erzählen wie alt Du in welchen Situationen warst?

Grüße Stefan

Hm. Ich hab noch keine Kinder, aber ich frag mich nun, wie mein Vater, falls ich welche produziere, mit seinen Enkeln umgehen würde. Die Kinder meiner Cousine waren (jeweils einzeln) öfters in den Ferien bei ihnen, und haben es wohl immer sehr genossen (naja, kriegen ja auch mehr Aufmerksamkeit als zuhause, wo sie zu fünft sind).

Nun, mein Vater ist kein Monster, aber er ist halt nicht gerade die einfachste Person. Brüllt leicht los etc. Dass er es nicht so meint, kann ein Kind aber nicht verstehen…

Die Beschreibung Deiner Schwiegermutter lässt mich glauben, dass auch mein Vater mit nem Enkelkind klarkommen würde…

Nun, aber zum Thema:

Spontan fiel mir Folgendes ein:
Ich fände es NICHT ok, zu sagen, Oma mag Papa nicht.
Der Sohn mag beide, kann in beiden keine Fehler sehen.
Warum soll er sich fragen, was an Papa ist, das Oma nicht mag??

Ich würde es statt dessen ne Story draus machen, mit Tieren wie zB Schwänen als Beispiel (zumindest irgendwelche Tiere, deren Verhalten er kennt). Und erzählen, dass Schwanenmama ihre Jungen beschützt, wenn sie noch klein und jung und grau sind. Wenn man in die Nähe kommt, dann muss man ganz doll aufpassen, dass man nicht gebissen wird.
Aber wenn die Jungen dann gross & erwachsen werden, und weisse Federn haben, dann braucht Mama nicht mehr aufzupassen. Dann würde sie auch nicht mehr zubeissen, wenn man ihr am Teich begegnet.

Nur, die Oma, die hat nen Problem: Es ist, als ob sie an einer Stelle blind wäre (nur nicht mit den Augen), und nicht sehen könnte, dass ihr ‚Junges‘ nicht mehr klein ist, sondern erwachsen. Also benimmt sie sich weiterhin wie die Schwanenmutter…

(und lieb ist ne Schwanenmutter natürlich zu allen Jungen, also natürlich auch zu ihrem Enkel…)

Na, wie auch immer Du es ihm letztendlich erzählst, ich würde warten, bis es ‚notwendig‘ ist. Sprich, wenn er sich unverstanden fühlt, weil ihr ihm den Wunsch, mit der ganzen Familie die Großeltern zu besuchen, ausschlagen wollt. Oder wenn er mitkriegt, was Oma über Papa zu sagen hat. Oder… etc etc.

gruss, isabel

PS: nen Freund von mir musste immer vor der Tür das Geld von seinem Vater für seine Mutter annehmen, weil seine Mutter, die der Vater verlassen hatte, jeglichen Kontakt ablehnte. Er hat sehr darunter gelitten. Dann hatte seine Schwester auf einmal Kinder, von einem A***loch, und über die Probleme mit Schwiegersohn schaffte es Muttern dann doch irgendwann, sich zu überwinden, und mit ihrem Ex zu reden…

Hallo Goosi,

mannomann, da hast du ja ein Päckchen… schön aber, dass alle an einem Strang ziehen.

Bei uns ist die Situation ganz anders gelagert, die Parallele liegt nur darin, dass eine Oma meiner Kinder seit vielen Jahren psychisch recht auffällig ist. Sie wird aber seitens der Familie „gedeckt“, man spricht nicht darüber. Jeder weiß, dass ihre Stories reine Phantasie sind, dass man ihr teilweise böses Geläster am besten ignoriert und ihr nicht widerspricht (oder in Ungnade fällt, aber das tut hier nichts zur Sache).

Wir haben unsere Kinder anfangs auch belogen. Die Frage war lange, warum andere Omas ihre Enkel besuchen, ihre Oma aber bei den 2-3 Treffen pro Jahr sooo nett ist und IMMER fragt, wann die Kinder kommen, das dann aber nie stattfindet. Unsere Lüge hieß wahlweise „Oma hat die Grippe“ oder „Oma hat keine Zeit“. Die Wahrheit lautet a) absolutes Desinteresse der Oma, und b) absolute Ablehnung meines Mannes - der unerwünschte Schwiegersohn.

So ab dem Schulalter kamen aber meine Kinder dahinter, dass etwas nicht stimmte. Wir fanden, hier sei nun der Zeitpunkt, die Lüge abzubauen und haben nach und nach vorsichtig umgeschwenkt in Richtung „Oma hat ein Problem mit Papa“, bzw. „Oma findet Kinder leider anstrengend“. Mein Mann ging irgendwann gar nicht mehr zu meinen Eltern, ich bin mit den Kindern allerhöchstens 2 x pro Jahr dort (Entfernung ca. 10 Minuten). Inzwischen sind meine Töchter fast vollständig aufgeklärt über die Gründe der Distanz. Dazu kam dann eigenes Erleben - ab einem gewissen Reifegrad kann man Kindern nichts mehr vormachen. In unserem Fall ist recht deutlich, dass mit der Oma etwas nicht echt ist.

Da die Kinder es ja aus ihrem Alltag kennen, dass man mit manchen Menschen gut auskommt, mit anderen nicht, haben sie die Situation ganz gut akzeptiert und verstehen unsere Haltung. Dazu hören sie die Oma reden und dann ganz anders handeln - sie konnten sich selbst ein Bild machen.

Bislang ist das noch kein großes Problem, da ich ja arbeiten
muß und es deshalb auch für ihn einsichtig ist daß ich gerade
jetzt nicht mitkommen kann. Und daß Oma nie zu uns kommt,
liegt halt daran, daß sie auf das Haus und die Möbel aufpassen
muß (diese Erklärung hat er uns irgendwann selbst präsentiert
und wir haben ihr nicht widersprochen).

Wie sich die Lügen gleichen *seufz*… mein Mann muss irgendwie auch immer arbeiten, wenn ich zu Oma fahre :-/

Aber er glaubt, daß

wir schon alle zusammen bei Oma und Opa waren (stimmt auch
fast, wir waren mal da als Schwiegermama auf Ausflug war - ich
wollte doch auch mal des Elternhaus meiner Frau sehen). Und
letztens hat er auch gefragt, wann wir mal wieder alle dorthin
fahren. Da ist mir bewußt geworden, daß der Tag der Wahrheit
immer näher rückt…

Ja, ich vermute auch, dein Sohn ahnt etwas !

Beim vorletzten Besuch (im Frühjahr) ist es dann zu der
Situation gekommen, daß Schwiegermama in einem Wahnschub
anfing auf mich zu wettern. Mein Sohnemann hat ihr dabei wohl
ausdauernd widersprochen. Irgendwie konnten meine Frau und ihr
Vater die Situation dann entschärfen und Schwiegermama hat
sich wieder zurückgehalten. Sohnemann hat die Situation (und
was Oma im Einzelnen losgelassen hat) glücklicherweise aber
offenbar überhaupt nicht richtig realisiert, das hätte man
sonst gemerkt. Dinge, die ihn bewegen, spricht er meist Tage
später noch mal an und da kam absolut nichts.

Das ist zwar eine zusätzliche Frage, aber sie beschäftigt mich: Ihr wißt also alle, dass Oma dieses Problem hat. Es war also jederzeit mit einem solchen Ausbruch zu rechnen. Was wäre gewesen, wenn dein Sohn alleine dort gewesen wäre ? Es muss ja so schon furchtbar für ihn gewesen sein, und ich denke, dass daher auch die genaueren Fragen kommen. Habt ihr euch da keine Gedanken gemacht, war es bisher nicht ganz so schlimm, oder war immer jemand dabei (zB Opa) ? Ist absolut kein Vorwurf, ich frage aus Interesse.

Meine Kinder waren seit Jahren nicht mehr alleine bei meinen Eltern (als Babys auch seltenst mal für 1 Stunde oder so), wenn, dann war mein Vater als „Aufpasser“ dabei. Es ist mir viel zu kritisch, weil ich auch mit Ausrastern rechnen muss. Sie würde nie den Kindern etwas tun, aber auch Hasstiraden verletzen sie. Außerdem sind sie mit zunehmendem Alter irritiert von Omas Meinungen, beispielsweise, dass jeder Mensch mit Misstrauen anzusehen ist - vorsichtig formuliert…

Die Frage ist jetzt aber, wie wir damit umgehen können. Aktiv
belügen wollen wir ihn eigentlich nicht, das könnte das
Vertrauen nachhaltig stören. Andererseits ist er schlicht zu
jung um mit der Situation (der Realität) umgehen zu können.

Glaubst du das wirklich ? Er hat doch jetzt schon die Oma austicken sehen, da gibt es kein zurück mehr. Kannst du ihm nicht erklären, dass manchen Menschen ein Problem mit ihrem Denken haben, da ein bißchen krank sind und manchmal Dinge sagen, die sie eigentlich nicht so meinen ? Oder aufgrund einer Krankheit manchmal Sachen denken, die eigentlich Quatsch sind, aber es nicht bemerken ? So ungefähr in der Richtung ?

Das liebevolle Verhältnis zwischen Enkel und Oma wird dadurch ja keineswegs beschädigt, denke ich.

Meine Töchter (mein Sohn ist noch zu klein) haben dies recht gut verstanden, ich habe lediglich das Problem, dass Omas heftige Merkwürdigkeiten von ihr und Opa verleugnet werden, so dass man gar nienie etwas erwähnen darf - schwierig für meine Quasseltöchter, die zudem gerne nachbohren. Übrigens sind die erwähnten Großeltern gerade 60 geworden und keineswegs tatterig, diese Erklärung greift nicht.

P.S.: Bei Oma anzusetzen ist derzeit keine realistische
Option. Hier muß ich mich auf das Urteil der Familie
verlassen, die mit der Mutter schon eine lange und
schmerzhafte Geschichte hat.

Auch wenn ich mich wiederhole: super, dass die Familie sich da einig ist.

Erzähl doch mal bei Gelegenheit, ob und wie du zur Wahrheit übergegangen bist !

Viele Grüße,

Inselchen

Toll !
Hallo Iris,

danke und Sternchen für diesen Artikel ! Ich finde es supertoll, wie deine Mutter das auf die Reihe bekommen hat.

Insbesondere durch die Probleme meiner Mutter mit allen Mitmenschen und das totale Verleugnen von einigen schlimmen Dingen in dieser Familie habe ich die Situation, dass ich eigentlich mit keinem Verwandten mehr reden „darf“, ohne „Nestbeschmutzer“ zu sein - so meine Eltern. Die ganz schlimmen Kämpfe um die paar anverwandten Menschen, die mir sehr wichtig sind, habe ich „gewonnen“, ich halte den Kontakt trotz des Gegrummels meiner Eltern.

Schwieirg wird es für mich bei Verwandten, die zwar nicht sooo nahestehen, aber einfach da sind, Erinnerungen bedeuten, meine Generation sind. Meine Kinder hören ab und zu Namen und fragen nach, sie kennen einen erheblichen Teil dieser Sippschaft nicht, und ich eiere blöd rum. Ich muss quasi immer abwägen, ob ich gerade genug Kraft habe für wochenlange böse Anrufe und emails meiner Eltern, weil ich Tante XY gesehen habe, ohne vorher Bescheid zu geben, denn sicher habe ich NUR über meine Eltern gelästert (dabei klammere ich das immer so gut wie möglich aus).

Aber anscheinend kann es DOCH klappen - du hast mir Mut gemacht, danke !

Viele Grüße,

Inselchen

Hallo Inselchen,

vielen Dank auch für Deine Antwort. Ihr habt mir schon gute Denkanstöße gegeben. Glücklicherweise habe ich ausreichend Zeit zum Nachdenken und reden mit meiner Frau, der nächste Besuch bei Oma ist nicht aktuell. Und im Alltag spielt sie kaum eine Rolle (was aber nichts mit der Situation zu tun hat sondern schlicht mit der Entfernung).

Beim vorletzten Besuch (im Frühjahr) ist es dann zu der
Situation gekommen, daß Schwiegermama in einem Wahnschub
anfing auf mich zu wettern. Mein Sohnemann hat ihr dabei wohl
ausdauernd widersprochen. Irgendwie konnten meine Frau und ihr
Vater die Situation dann entschärfen und Schwiegermama hat
sich wieder zurückgehalten. Sohnemann hat die Situation (und
was Oma im Einzelnen losgelassen hat) glücklicherweise aber
offenbar überhaupt nicht richtig realisiert, das hätte man
sonst gemerkt. Dinge, die ihn bewegen, spricht er meist Tage
später noch mal an und da kam absolut nichts.

Das ist zwar eine zusätzliche Frage, aber sie beschäftigt
mich: Ihr wißt also alle, dass Oma dieses Problem hat. Es war
also jederzeit mit einem solchen Ausbruch zu rechnen. Was wäre
gewesen, wenn dein Sohn alleine dort gewesen wäre ? Es muss ja
so schon furchtbar für ihn gewesen sein, und ich denke, dass
daher auch die genaueren Fragen kommen. Habt ihr euch da keine
Gedanken gemacht, war es bisher nicht ganz so schlimm, oder
war immer jemand dabei (zB Opa) ? Ist absolut kein Vorwurf,
ich frage aus Interesse.

Ich hatte dem ersten „Alleinbesuch“ (ohne Mama) nur zugestimmt, nachdem mir Opa und die Geschwister meiner Frau versprochen hatten, daß er nicht allein mit ihr bleibt. Es ist jedoch so, daß die Familie sehr sicher abschätzen kann, wann oder in welchen Situationen ein solcher Schub auftreten könnte, so daß ich mittlerweile auch mit kürzeren Phasens des Alleinseins einverstanden bin. Tätliche Angriffe drohen wohl wirklich nicht. (Bei seinem letzten Besuch hat er bei Oma im Bett geschlafen und sich ausführlich verwöhnen lassen…*g*)
Ich habe eine ganz andere Angst, und der konnten bislang auch die Angehörigen nicht widersprechen (sie räumen zumindest die theorietisch Möglichkeit ein). Meiner Einschätzung nach wäre es möglich, daß sie irgendwann mal auf die Idee kommt, daß sie die Kinder vor dem bösen Verbrecher beschützen muß der sich als Vater ausgibt (denn er kann es natürlich nicht sein). Und daß sie dann mit den Kindern durchbrennt. Und hier ist bei den Besuchen organisatorisch sichergestellt, daß sie ein solches Vorhaben nicht umsetzen könnte.

Erzähl doch mal bei Gelegenheit, ob und wie du zur Wahrheit
übergegangen bist !

Naja, das „ob“ war eigentlich nie eine realistische Option. Und zur Beantwortung von „wie“ und „wann“ haben wir glücklicherweise genügend Zeit…:smile:)

Viele Grüße
Stefan

Erst als Erwachsene habe ich erfahren, warum meine Mutter den
Kontakt zu ihrem Stiefvater abgebrochen hat: sexueller
Mißbrauch über viele Jahre.

Ich will Deine Gefühle nicht verletzen…aber wenn ich das lese dreht sich mir der Magen um. Wie kann man sein Kind zu einer Familie schicken, die sowas ausgeführt bzw. zugelassen hat.

Nee…das kann in meinen Augen kein Beispiel sein, wie man Familienfrieden wahrt.

Gruß Maid

1 „Gefällt mir“

Hallo Maid,

Ich will Deine Gefühle nicht verletzen…aber wenn ich das
lese dreht sich mir der Magen um. Wie kann man sein Kind zu
einer Familie schicken, die sowas ausgeführt bzw. zugelassen
hat.

Wenn wir mal in Betracht ziehen, wie hoch der Prozentsatz der Familien ist, in denen sexueller Mißbrauch vorkommt und dann noch die dazunehmen, in denen andere Formen von Gewalt / Vernachlässigung vorkommen, dann ist die Frage, in wie vielen Familien man noch miteinander reden kann.
Da müßten dann viele Kontakt radikal abgebrochen werden.

Nee…das kann in meinen Augen kein Beispiel sein, wie man
Familienfrieden wahrt.

Das Thema „Familienfrieden“ war meiner Ansicht nach auch gar nicht in der Ausgangsfrage und auch nicht in meinem Antwortposting enthalten, zumindest nicht im Sinn von Verschweigen, Tabuisierung, Harmonisierung und Schwamm drüber.

Sondern es ging darum, wie mit unterschiedlichen Interessen umgegangen werden kann, was man mit Loyalitätskonflikten machen kann und wie man in der Situation zu einer Balance kommen kann zwischen dem Wunsch von Kind und Großeltern miteinander Kontakt zu haben und wie die Sicherheit des Kindes zu gewährleisten ist (welche Formen von Kontakt sind möglich und welche nicht - welche flankierenden Maßnahmen sind zu ergreifen).

Viele Grüße

Iris

2 „Gefällt mir“

Hallo Maid,

da habe ich eigene negative Erfahrungen, die ich nur ganz kurz schildern möchte und dich fragen was du davon hälst:

Meine erste Frau wurde von ihrem Stiefvater zwischen ihrem 7. und 14. LJ mindestens monatlich mißbraucht. Sie hat den Kontakt zu diesem Mann während unserer Ehe aufrecht erhalten und unsere Kinder waren öfters mit ihm zusammen, wobei nicht immer meine Frau oder ich permanent mit anwesend waren. Ich habe ihr Verhalten gegenüber ihrem Stiefvater nie verstanden, es aber nicht geschafft den Umgang unserer Kinder mit ihm zu verhindern.

Michael

Hallo Michael,

ich bin zwar nicht Maid, aber trotzdem ein paar Gedanken dazu:

da habe ich eigene negative Erfahrungen, die ich nur ganz kurz
schildern möchte und dich fragen was du davon hälst:

Meine erste Frau wurde von ihrem Stiefvater zwischen ihrem 7.
und 14. LJ mindestens monatlich mißbraucht. Sie hat den
Kontakt zu diesem Mann während unserer Ehe aufrecht erhalten
und unsere Kinder waren öfters mit ihm zusammen, wobei nicht
immer meine Frau oder ich permanent mit anwesend waren. Ich
habe ihr Verhalten gegenüber ihrem Stiefvater nie verstanden,
es aber nicht geschafft den Umgang unserer Kinder mit ihm zu
verhindern.

Ich finde, daß sich die Eltern in diesem wesentlichen Punkt „Umgang mit Großeltern“ einig sein müssen.

Meine Frage wäre, ob Deine Frau diesen sexuellen Mißbrauch im Rahmen einer Therapie verarbeitet hat.
Oder anders gesagt: Ist es eine reife Entscheidung oder spielen unbewußte, halbbewußte mehr oder weniger diffuse Dispositionen beim Kontakt mit ihrer Herkunfsfamilie mit?

Sind die Loyalitäten (auch zu Dir?) geklärt?

Du scheinst bei der Regelung ein höchst ungutes Gefühl zu haben. Es gibt sehr gute Bücher (auch Bilderbücher), schon für kleinere Kinder („kein Küßchen auf Verlangen“ etc.) von Marion Mebes im Donna Vita Verlag. In diesem Verlag findest Du viele Präventionsmaterialien.

Für Grundschulkinder ein ganz fantastisches Buch mit vier Erzählungen ist:
O.Wachter: Heimlich ist mir unheimlich

Kinder können das selber lesen - es sind nicht nur vier unterschiedliche Situationen aus dem Nahbereich, sondern auch Lösungsansätze.
Eine Geschichte thematisiert auch den sexuellen Mißbrauch von Jungen (Wegfahren mit der kirchlichen Jugendgruppe und der Jugendleiter überschreitet die Grenzen des Erlaubten).

Grundlage einer jeglichen Erziehung bzgl. der Vorbeugung von sexuellem Mißbrauch basiert darauf, daß man Kindern vermittelt:

  • ihren unguten Gefühlen zu vertrauen und sich aus einer Situation zurückzuziehen bzw. aktiv Hilfe und Unterstützung zu suchen
  • daß sie das Recht haben selber entscheiden, von wem sie sich wann anfassen lassen oder nicht
  • was gute und was schlechte Geheimnisse sind

(gute Geheimnisse: Wir bereiten eine Überraschung für Mama zum Geburtstag vor, man darf danach darüber reden;
schlechte Geheimnisse: Versprechen etwas geheimzuhalten vom Kind zu fordern, damit verbunden miese Gefühle)

Viele Grüße

Iris

Hallo Maid,

Ich will Deine Gefühle nicht verletzen…aber wenn ich das
lese dreht sich mir der Magen um. Wie kann man sein Kind zu
einer Familie schicken, die sowas ausgeführt bzw. zugelassen
hat.

Wenn wir mal in Betracht ziehen, wie hoch der Prozentsatz der
Familien ist, in denen sexueller Mißbrauch vorkommt und dann
noch die dazunehmen, in denen andere Formen von Gewalt /
Vernachlässigung vorkommen, dann ist die Frage, in wie vielen
Familien man noch miteinander reden kann.
Da müßten dann viele Kontakt radikal abgebrochen werden.

Ich habe nicht von radikalen Kontaktabbrüchen gesprochen, allerdings würde ich meine Kinder auch nicht zu Verwandten geben, die mich oder ihre eigenen Kinder geprügelt haben.

Ich verstehe einfach nicht (das hat weiterhin nichts mit verurteilen zu tun, sondern mit nicht hineinversetzen können), wie man als Betroffener das Vertrauen aufbringen kann (schon gar nicht, wenn man den Kontakt selbst aus guten Gründen meidet), dass der Täter sich nicht auch an meinen Kindern vergreift. Ich meine schon, dass das ein Spiel mit dem Feuer ist, was ich persönlich tunlichst meiden würde und das obwohl oder gerade weil ich durchaus Erfahrungen mit schwierigen Familienverhältnissen habe.

Wir müssen das aber nicht weiter diskutieren, hat ja nur mittelbar mit der Ausgangsfrage zu tun.

Gruß Maid :smile:

1 „Gefällt mir“

Hallo Iris,

kurze Antworten:

„ob Deine Frau diesen sexuellen Mißbrauch im Rahmen einer Therapie verarbeitet hat.“
NEIN
„Ist es eine reife Entscheidung“
NEIN
„spielen unbewußte, halbbewußte mehr oder weniger diffuse Dispositionen beim Kontakt mit ihrer Herkunfsfamilie mit?“
JA
„Sind die Loyalitäten (auch zu Dir?) geklärt?“
Zu mir: nicht so ganz (wir sind seit 8 Jahren getrennt, seit 6 Jahren geschieden) da mir schon mal unterstellt wurde mich meiner Tochter gegenüber „nicht richtig“ verhalten zu haben.
Zum Rest: Erst seit drei Jahren ist der Stiefvater familienintern offiziell Persona non grata. Meine erste Frau (45) hatte es erst mit 43 ihrer Mutter gesagt!
„Du scheinst bei der Regelung ein höchst ungutes Gefühl zu haben.“
RRRRRRRRRRRRRRICHTIG!!!
Das Hauptproblem für mich ist, dass alle Ratschläge zu spät kommen, weil meine Tochter schon mit 5 auffällig war, jetzt ist sie 15 und ist erst seit Kurzem sauber (hat sich 10 Jahre lang eingekotet).

Trotzdem Danke.
Michael

1 „Gefällt mir“

Hallo Maid,

Ich habe nicht von radikalen Kontaktabbrüchen gesprochen,
allerdings würde ich meine Kinder auch nicht zu Verwandten
geben, die mich oder ihre eigenen Kinder geprügelt haben.

Ich verstehe einfach nicht (das hat weiterhin nichts mit
verurteilen zu tun, sondern mit nicht hineinversetzen können),
wie man als Betroffener das Vertrauen aufbringen kann (schon
gar nicht, wenn man den Kontakt selbst aus guten Gründen
meidet), dass der Täter sich nicht auch an meinen Kindern
vergreift. Ich meine schon, dass das ein Spiel mit dem Feuer
ist, was ich persönlich tunlichst meiden würde und das obwohl
oder gerade weil ich durchaus Erfahrungen mit schwierigen
Familienverhältnissen habe.

ich glaube, daß ich jetzt verstanden habe, was Du meinst. Und ich meine auch, daß man letztlich nur im Nachhinein sagen kann, ob es richtig war oder nicht.

Angeregt durch Deine Rückfrage habe ich nochmal mit meiner Mutter gesprochen, die auch heute ihren - inzwischen verstorbenen Stiefvater - genauso wenig mag wie damals.

Es gab noch ein anderes 11 Jahre älteres Enkelkind als mich. Sie war sich sicher, dass seine Beziehung zu den Enkelkindern anders ist als zu den Kindern und hielt deshalb die bereits geschilderten Absprachen für ausreichend.

Wenn ich selber in der gleichen Situation wäre wie meine Mutter, wüßte ich nicht, wie ich handeln würde - ob ich mit diesem Vertrauensbruch so umgehen würde.

Viele Grüße

Iris