Hallo,
die Frage von MeToo hat mich daran erinnert, daß ich ein Problem bezüglich „den Kindern immer die Wahrheit sagen“ habe. Bislang ist es nicht aktuell, aber der Zeitpunkt kommt näher…
Zur Vorgeschichte:
Meine Schwiegermutter ist…sagen wir mal „psychisch auffällig“. Die Folge ist, sie lehnt „Fremde“ in der familiären Umgebung kathegorisch ab. Fremd sind dabei auch ihre Schwiegersöhne (derer zwei). Meine Frau ist die älteste Tochter, sie war auch die erste, die heiratete.
Kurz nachdem wir zusammengezogen sind (gut zwei Jahre vor der Hochzeit), versuchte sie durch Einreden auf meine Frau dazwischen zu funken. Da dies nicht von Erfolg gekrönt war, versuchte sie es sogar mit einer Anzeige (ihre Tochter würde gegen ihren Willen festgehalten, ich wäre ein Schwerverbrecher etc.). Die Anzeige war ausgesprochen wirr formuliert (der ermittelnde Beamte hat sie uns vorgelesen), so daß sich die Geschichte mit einem Besuch auf dem Präsidium leicht klären ließ. Danach hat sie sich mit gelegentlichen Spitzen gegenüber meiner Frau begnügt. Wenn es zuviel wurde, ist meine Frau halt kurzerhand abgereist (wir wohnen ca. 200km auseinander). Meine Frau ist zwei- bis dreimal im Jahr für ein paar Tage bei ihren Eltern.
Ich hatte bislang nicht das „Vergnügen“ Schwiegermama persönlich kennen zu lernen, lediglich ein Telefonat haben wir (versehentlich) miteinander geführt (in dem sie mich darüber aufgeklärt hat, daß die Kinder abends pünktlich ihr Essen brauchen und meine Frau eine Wäschespinne im Garten und ich gefälligst die Hufe schwingen solle, sonst käme sie mit der Polizei vorbei…). Mein Schwiegervater hingegen ist eine Seele von Mensch und ich habe einen riesen Respekt davor daß er seine Frau nicht schon vor Jahren verlassen hat.
Nun hat sich Schwiegermama vor vier Jahren trotzdem riesig über ihren ersten Enkel gefreut (obwohl dazu ja ein fremder Mann nötig ist…*fg*). Und sie ist wohl auch eine tolle Oma (persönlich kann ich das ja schwerlich beurteilen), jedenfalls lieben unsere Jungs (besonders der Große) sie abgöttisch. Wenn der Große (gerade vier geworden) hört, daß Opa ihn abholt und er zu Oma und Opa „in den Urlaub“ fahren darf, ist er nicht mehr zu halten. Er rennt tagelang als HB-Männchen durchs Haus und kann den Zeitpunkt der Abreise kaum erwarten. Meine Frau kommt dann ein paar Tage später mit dem Kleinen nach, bleibt selbst ein paar Tage und nimmt dann beide mit nach hause (worauf er sich dann immer genauso freut wie auf die Reise zur Oma).
Bislang ist das noch kein großes Problem, da ich ja arbeiten muß und es deshalb auch für ihn einsichtig ist daß ich gerade jetzt nicht mitkommen kann. Und daß Oma nie zu uns kommt, liegt halt daran, daß sie auf das Haus und die Möbel aufpassen muß (diese Erklärung hat er uns irgendwann selbst präsentiert und wir haben ihr nicht widersprochen). Aber er glaubt, daß wir schon alle zusammen bei Oma und Opa waren (stimmt auch fast, wir waren mal da als Schwiegermama auf Ausflug war - ich wollte doch auch mal des Elternhaus meiner Frau sehen). Und letztens hat er auch gefragt, wann wir mal wieder alle dorthin fahren. Da ist mir bewußt geworden, daß der Tag der Wahrheit immer näher rückt…
Beim vorletzten Besuch (im Frühjahr) ist es dann zu der Situation gekommen, daß Schwiegermama in einem Wahnschub anfing auf mich zu wettern. Mein Sohnemann hat ihr dabei wohl ausdauernd widersprochen. Irgendwie konnten meine Frau und ihr Vater die Situation dann entschärfen und Schwiegermama hat sich wieder zurückgehalten. Sohnemann hat die Situation (und was Oma im Einzelnen losgelassen hat) glücklicherweise aber offenbar überhaupt nicht richtig realisiert, das hätte man sonst gemerkt. Dinge, die ihn bewegen, spricht er meist Tage später noch mal an und da kam absolut nichts.
Die Frage ist jetzt aber, wie wir damit umgehen können. Aktiv belügen wollen wir ihn eigentlich nicht, das könnte das Vertrauen nachhaltig stören. Andererseits ist er schlicht zu jung um mit der Situation (der Realität) umgehen zu können. Und ich möchte auch nicht das ausgesprochen liebevolle Verhältnis zwischen Oma und Enkel zerstören. Aber er wird immer älter und der Tag an dem er merkt, daß etwas nicht stimmt, ist wohl nicht mehr allzu fern…
Habt ihr Ratschläge für mich?
Gruß Stefan
P.S.: Bei Oma anzusetzen ist derzeit keine realistische Option. Hier muß ich mich auf das Urteil der Familie verlassen, die mit der Mutter schon eine lange und schmerzhafte Geschichte hat.
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