Nachdem ich der RD am WE neue Originalkerzenstecker (der NGK-Mist ist den Vibrationen des RD-Triebwerkes einfach nicht gewachsen) und bei der Gelegenheit auch neue Kerzen spendiert hatte, lief sie im mittleren und oberen Drehzahlbereich doch tatsächlich wieder zufriedenstellend. Nachdem ich dann die Vergaserschieber synchronisiert hatte sogar noch ein klitzekleines Bißchen sauberer. Nur im unteren Drehzahlsegment tat sich immer noch nichts, also mit viel Gas und schleifender Kupplung anfahren. Aber wie oft fährt man schließlich an…
Auf zur ausgedehnten Probefahrt von Langelsheim nach Wittmund (300km), um die beste Frau von allen zu besuchen. Prima, läuft sauber und erreicht fast gewohnte Fahrleistungen. Nach dem WE werde ich wohl mal den Zündzeitpunkt und die Vergasergrundeinstellung prüfen und auch nach dem LuFi schauen. Als ich mich nach 200km mit Moni am Rasthof Hasbruch treffe, dümpelt die Leerlaufdrehzahl unter 1000rpm 'rum und schließlich geht der Motor aus. Nanu? Egal, stelle ich nächste Woche ein. Ausserdem hat sie gesoffen wie ein Loch. Ankicken ist nicht. Nix zu machen. Drei Meter geschoben und schon ist sie wieder da. Hmmm…
Egal, sie trägt mich artig nach WTM und in der Gegend von WHV 'rum. Sonntag nachmittag fahre ich wieder nach Langelsheim. Moni begleitet mich bis Hasbruch. Dort fragt sie mich, was das denn fuer grüne Tropfen seien, die da auf dem Rastenhalter 'rumlungern. Nun, die RD hat nur eine grüne Flüssigkeit in ihren Innereien: Kühlmittel. Das ist aus der Entlüftung des Ausgleichsbehälters getropft. Das könnte ein Hinweis auf was schlimmes sein oder nur ein Zeichen zu hoher Temperatur. Egal, erstmal weiter und beobachten. Auf der A1 bei Bremen wird die Karre plötzlich langsamer und klingt befremdlich (ein merkwuerdiges Röhren auf dem rechten Pott). Der Spuk dauert ca. 200 bis 300m, dann zieht sie wieder an, allerdings mit deutlich verminderter Leistung. Wenn da mal nichts gefressen hat. Bloß nicht anhalten, jetzt heißt es erstmal nach Hause kommen.
Kurz vor meiner Abfahrt muss ich auf Reserve schalten. Nichts mit „in eins durch“, am Autohof erstmal tanken. Ein kurzes Stoßgebet (Kleine Schwarze, laß’ mich nicht die letzten 13km schieben müssen!) und sie läßt sich nochmal ankicken. Deutlich vernehmbar läßt sie dabei feuchte Fürze aus der Entlüftung des Kühlmittelausgleichsbehälters entweichen. Aha, daher kommt also der Kühlmittelaustritt. Also Kopfdichtung hin oder Kopf gerissen. Vielleicht hab’ ich sogar Schwein gehabt, daß nichts gefressen hat, weil im Brennraum der RD stets ein
höherer Druck als im Kühlkreislauf herrscht und deshalb evtl. kein Kühlmittel in den Brennraum gedrückt ist. Heute erstmal eine neue Kopfdichtung bestellen, die muss auf jeden Fall gewechselt werden, wenn ich heute abend mal einen Blick ins Allerheiligste der RD werfe. Leichte Freßspuren werden ignoriert, tiefer Fraß und Späne werden die Arbeiten etwas umfangreicher machen.
Blöd, das ist die erste Saison, wo ich nicht fahren kann - und es ist die erste Saison, wo ich zwei Moppeds angemeldet habe. Nur bedarf der RD-Motor einer Revision und fuer die TRX ist kein Hinterschlappen zu bekommen (wann liefert Bridgestone endlich?).
Und schon geht’s weiter. Gestern abend habe ich den Zylinderkopf demontiert und festgestellt, daß die Kopfdichtung und der Kopf in Ordnung sind. Natürlich kommt beim Zusammenbau eine neue Kopfdichtung drauf. Ich habe aber auch festgestellt, daß der Kolbenboden des rechten Kolbens gerissen ist. Nachdem ich die Zylinder abgebaut hatte, sah ich, daß es nicht nur der Kolbenboden, sondern der gesamte Kolben war.
Heute werde ich beide Kolben mit einem improvisierten Kolbenbolzenausdrücker demontieren und mir die Pleuel anschauen, ob das seitliche Spiel innerhalb der Toleranz ist, ob kein Höhenspiel vorhanden ist und ob das Pleuelauge irgendwelche Laufspuren aufweist oder ausgeschlagen ist. Wenn das in Ordnung ist, gehe ich davon aus, daß die Kubelwelle ebenfalls in Ordnung ist, denn ich möchte nicht den gesamten Motor zerlegen.
Was mich aber nun brennend interessiert: Was kann die Ursache sein, daß ein Kolben einmal quer reißt? Ich meine, wenn ich den abgebaut habe und die Kolbenringe in der Hand habe, dann habe ich auch zwei Kolbenhälften in der Hand. Die Laufbuchse weist starke Laufspuren auf. Es könnte sein, daß die Zündung minimal zu früh war. Es könnte sein, daß die Vergaser minimal zu mager eingestellt waren (obwohl das Kerzenbild sagt, daß die Einstellung goldrichtig ist). Öl nimmt sie genug. Das einzige, was ich mir vorstellen könnte, wäre ein Defekt der Kühlmittelpumpe, aber dann hätte die Temperaturanzeige sich mal bewegen müssen. Also, liebe Experten, was kann die Ursache eines gerissenen Kolbens bei einer RD250LC (2-Zyl.-Zweitakt, flüssiggekühlt) sein?
Hallo Gunther,
ein ähnliches Problem hatte ich mal bei einer Suzuki GT250.
Allerdings entpuppte sich hier ein abgetrennter Kolbenboden,der
glücklicherweise wohl genau auf OT hängenblieb (Puuuh),als Ursache der schmalen Leistung.Die Ursache hierfür blieb bis heute ungeklärt.Schwaches Material? Ich weiss es nicht.Das bei Dir deutliche Laufspuren auftreten ist ja nun auch kein Wunder.
Aber wie lautet das Geheimnis des Zweitakters noch?
Einmal auseinandernehmen,wieder zusammenbauen und schon läuft er
wieder
Gruß Sebastian
kolben von zweitaktmotoren unterliegen einem erhoehten thermischen stress, weil sie keine oelkuehlung von der unterseite her erfahren und bei jeder umdrehung aufgeheizt werden. es gibt leute, die wechsel kolben an zweitaktern
alle 10000km, nur um dem reissen von kolben vorzubeugen.
in meiner rg500 sind sie nun schon seit 40000km, aber naechsten winter sind wohl neue faellig als reine vorsichtmassnahme.
ein zu mageres gemisch fueht normalerweise zu loechern im kolbenboden, zu wenig oel zu einem „verschmieren“ von aluminium an der zylinderwand, weil das kolbenhemd durch reibung schmilzt.
risse oder brueche sind normalerweise ein alterungsversagen.
ein zu grosses kolbenbolzen- oder kurbelwellenzapfenspiel beschleunigt einen solchen prozess natuerlich.
gruesse
marko
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kolben von zweitaktmotoren unterliegen einem erhoehten
thermischen stress, weil sie keine oelkuehlung von der
unterseite her erfahren und bei jeder umdrehung aufgeheizt
werden. es gibt leute, die wechsel kolben an zweitaktern
alle 10000km, nur um dem reissen von kolben vorzubeugen.
Ich habe die Zylinder jetzt in der Zylinderschleiferei und nehme beide Kolben neu. Die sollten dann aber auch mindestens 35.000km halten, schliesslich ist die RD thermisch ausgesprochen gesund. Ich werde zu gegebener Zeit berichten…
ein zu mageres gemisch fueht normalerweise zu loechern im
kolbenboden, zu wenig oel zu einem „verschmieren“ von
aluminium an der zylinderwand, weil das kolbenhemd durch
reibung schmilzt.
Ist beides nicht der Fall.
risse oder brueche sind normalerweise ein alterungsversagen.
ein zu grosses kolbenbolzen- oder kurbelwellenzapfenspiel
beschleunigt einen solchen prozess natuerlich.
Das beruhigt mich. Schliesslich hat der Kolben 35.000km gehalten und das Spiel liegt innerhalb der Toleranz. Mit normaler Alterung kann ich gut leben
Blöd, das ist die erste Saison, wo ich nicht fahren kann - und
es ist die erste Saison, wo ich zwei Moppeds angemeldet habe.
Nur bedarf der RD-Motor einer Revision und fuer die TRX ist
kein Hinterschlappen zu bekommen (wann liefert Bridgestone
endlich?).
Hah, mein Reifenhändler hat gerade mal einen gehabt - bis heute. Jetzt hab’ ich ihn , damit bin ich wieder auf zwei Rädern unterwegs! Heute wird das Rad wieder montiert und ich denke, ab morgen werde ich mit viel mehr Ruhe, als ich es gestern noch für möglich hielt, die Arbeiten an der RD beginnen (falls ich meine Zylinder morgen zurückbekomme). Jetzt kann ich mir viel Zeit für erhöhte Sorgfalt nehmen.