Die kurze Zeit danach

Hallo www-ler,

mein Interesse gilt der Panzerbekämpfung. Ich frage mich nun, wie reagiert die Besatzung eines getroffenen Kampfwagens auf einen „finalen“ Beschuß. Grundsätzlich - so glaube ich - kommen da die Hohlladungen sowie die KE-Geschosse in Frage. Wie kann man die Einwirkung eines Hohlladungs-Geschosses in Zeitlupe verstehen ? Das Projektil trifft in einem halbwegs „erfolgversprechenden“ Winkel auf den Turm. Die Ladung wird gezündet, der Plasmastrahl bildet sich und frißt sich mit enormer Temperatur und Geschwindigkeit durch die Stahl- und Keramikschichten.
Dabei ist mir auch noch nicht klar, wie das in der äußerstt kurzen Zeit des Kontakts des Projektils mit der Panzerwandung geschehen kann, daß Äquivalente von 500 mm gehärteten Stahls durchschalgen werden können - schließlich müßte das Geschoß ja binnen weniger zehntausendstel Sekunden an der Wandung zerplatzen. Wie auch immer - as „Loch“ sei da. Jetzt meine Frage: wie kann man das folgende Szenario beschreiben ? Warum kommt es vor, daß dann z.B. auch Munition im Kampfraum explodiert ? Im Grunde genommen ist ja „nur“ ein Loch in den Kampfraum gebohrt worden, wenn auch unter enormen Druck- und Temperaturverhältnissen. Gleiches gilt ja für das Wuchtgeschoß. Wie nimmt der menschliche Körper diese sicherlich in den meisten Fällen tödlichen Umstände auf ? Und wie kann es sein, daß in vielen Schilderungen der Pz-Bekämpfung des zweiten Weltkrieges davon die Rede ist, daß immer noch Besatzungsmitglieder den Kampfwagen verlassen können ?

Gruß,
Peter

Hallo,
schau mal hier im Archiv nach:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
da ist das alles schon mal diskutiert worden…

mein Interesse gilt der Panzerbekämpfung.

Was hast du denn vor? :wink:

Ich frage mich nun,
wie reagiert die Besatzung eines getroffenen Kampfwagens auf
einen „finalen“ Beschuß.

Zum Großteil sterben sie unter bestialischen Schmerzen…wenn sie Glück haben, sind sie durch die Druckwelle tot, bevor sie verdampfen.

Grundsätzlich - so glaube ich -
kommen da die Hohlladungen sowie die KE-Geschosse in Frage.

Ja. Und natürlich Flamm-mittel, um den Panzer zu blenden und, um etwas zu übertreiben, Atomsprengköpfe, aber so viel Mühe macht sich niemand.

Wie kann man die Einwirkung eines Hohlladungs-Geschosses in
Zeitlupe verstehen ? Das Projektil trifft in einem halbwegs
„erfolgversprechenden“ Winkel auf den Turm. Die Ladung wird
gezündet, der Plasmastrahl bildet sich und frißt sich mit
enormer Temperatur und Geschwindigkeit durch die Stahl- und
Keramikschichten.

Ja, genau so.

Dabei ist mir auch noch nicht klar, wie das in der äußerstt
kurzen Zeit des Kontakts des Projektils mit der Panzerwandung
geschehen kann, daß Äquivalente von 500 mm gehärteten Stahls
durchschalgen werden können - schließlich müßte das Geschoß ja
binnen weniger zehntausendstel Sekunden an der Wandung
zerplatzen.

Es gibt Dinge, die geschehen so schnell, daß ein Mensch sie nicht mehr mit seinen Sinnen verfolgen kann, das Aufschweissen eines Panzers gehört dazu. Nimms einfach hin.
Es gibt handelsübliche Sprengstoffe, die reagieren mit einer Geschwindigkeit von 6-10km pro Sekunde. Wenn du also einen 6 km langen Weg damit pflastert, ist der innerhalb einer Sekunde abgebrannt, das sind Geschwindigkeiten, die sind einfach unglaublich hoch.

Wie auch immer - as „Loch“ sei da. Jetzt meine

Frage: wie kann man das folgende Szenario beschreiben ?

Heiß. Sehr heiß.
Die Luft im Panzer dehnt sich schlagartig aus, die Druckwelle zerreisst die inneren Organe der Besatzung, der Plasmastrahl vernichtet, was er trifft.
Die mitgeführte Munition zündet und der Panzer ist perdu.

Warum
kommt es vor, daß dann z.B. auch Munition im Kampfraum
explodiert ?

Zu heiß gelagert? Munition ist größtenteils massenexplosionsfähig, wenn ein Teil zündet, zündet alles andere mit, sei es durch Hitze oder Druck ausgelöst.
Dafür ist sie ja gemacht, daß sie auf einmal verbrennt.

Im Grunde genommen ist ja „nur“ ein Loch in den
Kampfraum gebohrt worden, wenn auch unter enormen Druck- und
Temperaturverhältnissen.

Ja, nur 10.000°C im Plasma, das ist gar nicht so viel, die Sonne ist im Vergleich viel heißer. Allerdings muss man dabei bedenken, daß die Panzerbesatzung halt nicht für solche Temperaturen ausgelegt ist…

Gleiches gilt ja für das
Wuchtgeschoß.

Ja, da sind die Temperaturen durch Reibung so hoch, daß die ganzen Schwermetalle darin beim Aufprall auch zum Plasma werden.

Wie nimmt der menschliche Körper diese
sicherlich in den meisten Fällen tödlichen Umstände auf ?

Na, indem er stirbt…er wird gegrillt, zerfetzt.

wie kann es sein, daß in vielen Schilderungen der
Pz-Bekämpfung des zweiten Weltkrieges davon die Rede ist, daß
immer noch Besatzungsmitglieder den Kampfwagen verlassen
können ?

Glück gehabt, Luke offen gewesen, schlecht getroffen, wer weiss das schon. Der Panzer steht und der Panzerbekämpfer hat sein Ziel erreicht.

Gruß
Daniel

Hallo Peter

Wie alle Materialeien gibt es auch beim Stahl eine Schallgeschwindigkeit. Ein Impuls der auf ein Material wirkt, wie es bei Bschuss passiert beritet sich im Material mit Schallgeschwindigkeit aus. Nun muss man zweierlei geschosse unterscheiden, solche die auf den Stahl mit einer Geschwindigkeit geringer als die Schallgeschwindigkeit im Stahl auftrifft oder Geschosse mit größerer Geschwindigkeit.

Im WW2 waren die Wuchtgeschosse meines wissens nach langsamer als die Stahlschallgescwingigkeit. Die Hohlladungen jedoch erzeugen nach der Detornation einen Strahl der schneller ist. Dem Strahl steht damit garnicht die Masse des Stahls als Trägeitskraft gegenüber. Sondern er muss nr die Anziehungskräfte zwischen den Moekülen bzw. Atomen überwinden. Durch die Hitze des Plasmas ist das aber kein Problem, das Geschoss durchfließ die Panzerung noch ehe der Impuls sich im Stahl ausgebreitet hat. Dann richtet es im Inneren den Schaden, dazu darf es aber die nächste Wand nicht erneut durchschießen, das wäre ohne große Folgen für die Besatzung sondern muss im Panzer verbleiben.

Viele Grüße
Martin

Hallo,
normale Hohlladungen haben gegen moderne Panzer keine Chance. Meistens schaffen es die Tandemhohlladungen bei älteren Panzern mit Reaktivpanzerung, die modernen mit so einer Art Chobhampanzerung sind relativ sicher. Bei KE-Geschossen sieht das allerdings schon etwas anders aus.
Nach der Vereinigung wurden Beschussversuche an T 72 unternommen. Die Frontturmpanzerung wurde nichte durchschlagen, dafür jede andere Stelle.
Gruss
Rainer

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