Die Leistung entspricht dem versprochenen nicht

Ich habe in einem Labor auf eigene Rechnung ein Spermiogramm durchführen lassen. Vorher habe ich mich per E-mail erkundigen, welche Parameter bei einem Spermiogramm in dem Labor bestimmt werden, und zwar ob da

Ejakulatvolumen pH-Wert Spermienkonzentration
Spermiengesamtzahl
Beweglichkeit
Morphologie Anteil lebender Spermien (Eosin-Test)
Spermatozoen-Antikörperbestimmung - Mixed antiglobulin reaction (MAR) - Immunobead-Test (IBT) Leukozyten

bestimmt werden.

Mir wurde geantwortet:

"das Spermiogramm kostet 23,31 € für Selbstzahler, die Fructosebest. 11,66 €.

Den Eosin Test führen wir nicht durch. Die Spermatozoen-AK-Bestimmung würden wir an ein Fremdlabor weiterleiten - Kosten 26,23 €.

Für Rückfragen zu Methodik und Probennahme wenden Sie sich bitte an Herrn Mustermann: E-mail: [email protected].

Eigentlich wäre schon diese Information genug gewesen, um daraus zu schlissen, dass Leukozyten mitbestimmt werden.

Ich habe aber trotzdem Herrn Dr. Mustermann angesprochen und er hat mir per E-mail dieselbe Untersuchung wie Frau Mustermann aufgeführt ( Leukozyten waren auch da ).

So, ich habe einen Befund bekommen und die Leukozyten sind nicht da, was mir aber am wichtigsten wäre!!! Und ohne diese kann ich nichts anfangen! Das heißt, dass ich dadurch Stress habe, Zeitverlust und natürclich eine Rechnung!

Was könnten Sie mir empfehlen? Was soll ich dieser Situation tun? Klar, Nervenzellen und Zeit kann mir weder rechtlich noch irgendwie noch keiner erstatten. Aber zumindest die Rechnung nicht zu begleichen… Klar, ich könnte sagen, dass sie von mir zumindest einen kleineren Betrag verlangen sollen, aber das reicht für mich auch nicht aus, da das alles, was doch bestimmt wurde, aber ohne Leukozyten, macht für mich keinen Sinn! Ich wollte sogar zuerst überhaupt nur auf Leukozyten eine Ejakulatsprobe untersuchen lassen, aber natürlich wurde mir gesagt, dass diese nur im Rahmen des Spermiogramms untersucht werden können.

Hallo,

das Spermiogramm zeigt lediglich einen momentanen Zustand und ist nicht so konstant, deshalb sind oft mehrere Untersuchungen in einigem Zeitabstand nötig. Das geschieht nicht, um den Patienten zu schikanieren, sondern weil die Spermien ja regelmäßig frisch nachreifen. Siehe auch „Hintergrundwissen…“

Was?

Dann erfolgt der wirklich zentrale Punkt der Untersuchungen: die Erstellung des Spermiogramms.

Bei der Erstellung des Spermiogramms werden zahlreiche Faktoren untersucht:

– Die Menge des Ejakulats, das nur zu etwa fünf Prozent aus Samenzellen besteht (normal: 2 bis 8 Milliliter)
– die Sperma-Verflüssigungszeit (sollte ca. eine halbe Stunde betragen, deswegen ist auch ein Test in der Praxis eigentlich besser, denn auf dem Transport verflüssigt es ja schon oft)
– bakteriologische Untersuchung auf evtl. Infektionen (Geruch, pH-Wert)
– Samenfäden werden nach Anzahl, Beweglichkeit und Form unter dem Mikroskop näher beurteilt.

Die Beweglichkeit der Spermien ist in den meisten Fällen das wichtigste Kriterium für die Fruchtbarkeit des Mannes – jedenfalls, wenn im klassischen Sinne „geübt“ wird…

Hierbei gibt es die allgemeine Beweglichkeit, die dabei „Globalmotilität“ heißt, also wie die Jungs rumschwirren. Und dann noch die wichtige Vorwärtsbeweglichkeit, die progressive Motilität, denn sie sollen ja auch irgendwann man am Ziel ankommen ~~=(O> (@)

Von Bedeutung sind auch die Anzahl der Spermien pro Milliliter des Ejakulates, das wird Spermatozoen-Dichte genannt, und überhaupt die Gesamtzahl der Samenfäden.

Auch das Aussehen der Spermien wird beurteilt, weil Fehlformen (zum Beispiel sog. Rundkopfspermatozoen oder schwanzlose Spermatozoen) unter natürlichen Bedingungen keine Eizelle befruchten können. Sie kommen nicht wirklich rein. Deswegen sind auch Teststäbchen aus der Apotheke Mist, denn die messen nur, ob überhaupt welche da sind. Nicht, wie beweglich sie sind, nicht, ob sie ordentlich aussehen.

Mit Hilfe eines Färbetests (Eosin-Testes) lassen sich unbewegliche lebende oder tote Spermien voneinander unterscheiden ?Vitalität?: der Farbstoff Eosin kann nur in tote Zellen eindringen. Unter Normalbedingungen sollten sich höchstens 50 Prozent der Spermien in diesem Test anfärben. Aber man muss auch nicht erschrecken: es sind eben immer viele tote Zellen dabei – weil ja auch täglich neue entstehen. Irgendwie würde der Mann ja sonst überschwemmt :wink:

Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl von zusätzlichen Methoden, das Sperma hinsichtlich seiner wahrscheinlichen Befruchtungsfähigkeit zu beurteilen, wie zum Beispiel die Analyse der Überlebensfähigkeit der Spermien innerhalb eines bestimmten Zeitabschnittes, was ja bei dem langen Weg durch die Gebärmutter und Eileiter durchaus von Interesse sein kann. Außerdem wird oft auch im Laborversuch die Fähigkeit der Samenfäden, den Zervixschleim der Partnerin überhaupt zu durch schwimmen und die Hüllen der Eihaut der reifen Eizelle zu durchdringen untersucht ?Penetrationstest?. Dann gibt es noch die biochemische Untersuchungen des Spermas auf seinen Fruktosegehalt – den brauchen die Jungs als Nahrung auf dem Weg.

Mögliche Ergebnisse:

WHO Norm
o Die WHO-Norm ist mal festgelegt worden als Durchschnittswert. So ungefähr sollte ein gesundes Spermiogramm eines gesunden Mannes aussehen…

Ein normales Spermiogramm weist folgende Werte auf:

– Ejakulatvolumen: mindestens 2 Milliliter
– Spermiengesamtzahl: mindestens 40 Millionen
– Spermien pro Milliliter: mindestens 20 Millionen
– Spermienbeweglichkeit: mindestens 50 % mit Vorwärtsbeweglichkeit oder mindestens 25 % mit schneller Vorwärtsbeweglichkeit
– Spermienform: mindestens 30 % normal geformt.
– Anteil der lebenden Spermien > 75% (mit dem Färbetest…)
– MAR-Test (Spermatozoen-Antikörperbestimmung) 11 mU / Ejakulat
– Fruktose > 13 µmol / Ejakulat
– Zink > 2.4 µmol / Ejakulat

Außerhalb der Norm

Was passiert bei einem veränderten Spermiogramm?
Fällt das Ergebnis nicht normal aus, sollte mindestens eine zweite Untersuchung im Abstand von einem Monat durchgeführt werden, da die Werte von Probe zu Probe stark schwanken können. Das vor allem, weil ja bekanntlich immer wieder neue Spermien heranreifen und schon Kleinigkeiten wie eine fiebrige Erkältung den Jungs echt schaden können.

Zeigen sich auch dann nur wenige oder wenig aktive Spermien, sind zusätzliche Untersuchungen nötig. Neben einem Ultraschall von Hoden und Prostata, mit dem sich Gewebsveränderungen z.B. durch einen Tumor aufdecken lassen, werden Hormonuntersuchungen durchgeführt. Gewebeproben unter örtlicher Betäubung werden nur dann entnommen, wenn sich im Spermiogramm extrem wenige Spermien finden. Damit lässt sich prüfen, ob überhaupt Samenzellen produziert werden. In einer Blutprobe kann eventuell nach genetischen Abweichungen gesucht werden. Dies wird besonders vor einer künstlichen Befruchtung empfohlen (allerdings bei beiden Partnern).

Begriffe und ihre Bedeutung:

Der Mann bekommt dann oft eine Diagnose genannt, die sich sehr nach Begriffen aus dem Tierreich anhört… hier sind die einzelnen Begriffe mal auseinandergedröselt:

Normozoospermie = normales Spermiogramm
Aspermie = kein Samenerguß

Hypospermie(Parvisemie) = zu wenig Menge 6ml Ejakulatvolumen

Kryptospermie = nur ganz vereinzelt Samenzellen 200 Millionen Spermien pro Milliliter (als relative Polyzoospermie bei Parvisemie)

Hyperzoospermie > 150 Millionen Spermien pro Milliliter

Asthenozoospermie = schlechte Beweglichkeit

Guten Tag, ich kenne die rechtliche Seite in diesem Fall auch nicht, da könnte Ihnen ein Rechtsanwalt eher helfen. Wenn Sie eine Rechtschutzversicherung haben, um so besser.Aber erst Mal würde ich auch nicht zahlen… mir est Gewissheit verschaffen wie die rechtliche Seite aussieht. Sorry, mehr kann ich dazu leider nicht sagen.Ich wünsche Ihnen aber viel Erfolg
Herzliche Grüße Mathelo