Die letzte Fahrt des Grafen Spee

Es ist jetzt viel geschrieben worden über die Fahrt des deutschen Schlachtschiffes Graf Spee Ende August 1939 bis zur Selbstversenkung, aber nirgends kann ich lesen, was diese Kaperfahrt im Atlantik für einen militärischen Sinn gehabt haben soll. Wolli

Handleskrieg und Diversion
Hi
Man muss das in zusammenhang mit dem U-Boot-Krieg sehen.
Im Vergleich zu einem U-Boot ist ein schwerer Kreuzer wesentlich wirksamer, er hat mehr Munition an Bord, ist signifikant schneller, und hat eine wesentlich höhere Seeausdauer.
Aus diesem Grund wurden die U-Boote ursprünglich eher nahe an den Basen eingesetzt, während die Panzerschiffe und Hilfskreuzer weltweit operierten.
Eine Kreuzer war in der Lage, einen ganzen, schwach gesicherten Geleitzug auszuradieren.

Der Sinn war, Handelsschiffe aufzubringen und zu versenken oder als Prise nach D zu schicken.
Großbritannien war zwingend abhängig von seinen Handelsschiffen, die kriegswichtige Rohstoffe auf die Inseln brachten. Wenn diese Handelsflotte versenkt werden würde, würde GB praktisch unfähig sein, weiter Krieg zu führen.

Es war hierbei egal, wo diese Schiffe versenkt werden würden, und im Südatlantik waren die Britischen Seestreitkräfte wesentlich schwächer als im Nord- und Mittelatlantik.
Das Problem lag für die Briten mehr darin, dieses schnelle Schiff zu finden, weniger, es danach dann mit mehreren, schnellen Einheiten niederzukämpfen, die zwar jeweils schwächer waren als die Graf Spee, aber zusammen eben doch überlegen.

Grüssle
Mike

Halo !

Die „Graf Spee“ war kein Schlachtschiff, sie war ein sogenannter Westentaschenkreuzer.

Diese Fahrten sollten den feindlichen Nachschub (Handelsstörer) behindern. Die „Graf Spee“ war eingesetzt gegen zivile Frachter, eigentlich nicht gegen militärische Einheiten. Das es dann doch dazu kam, war ihr Pech.

Gruß max

Hallo !

Noch etwas zum Auftrag der „Admiral Graf Spee“.

Die drei deutschen Panzerschiffe „Lützow“ ex „Deutschland“, „Admiral Scheer“ und „Admiral Graf Spee“ waren Ergebnisse des deutsch-englischen Flottenabkommens.
Dieser deutsche Schiffstyp, der von Dieselmotoren angetrieben wurde, wurde von England schon gleich nach Indienststellung als idealer Handelsstörer erkannt. Und als potentielle Bedrohung des britischen Handelsverkehrs empfunden.

Gruß Max

Die „Graf Spee“ war kein Schlachtschiff, sie war ein
sogenannter Westentaschenkreuzer.

aka „pocket battleship“

War’n die Tommys hinterher aber überrascht wie billig und klein Feuerkraft sein kann auf hoher See …

Es ist jetzt viel geschrieben worden über die Fahrt des
deutschen Schlachtschiffes Graf Spee Ende August 1939 bis zur
Selbstversenkung, aber nirgends kann ich lesen, was diese
Kaperfahrt im Atlantik für einen militärischen Sinn gehabt
haben soll. Wolli

Darf ich nochmal nachhaken?:
Der Kreuzer ist doch schon im August ausgelaufen, hat da die Seekriegsleitung schon gewußt, dass England Deutschland den Krieg erklären wird? Angeblich war doch selbst Hitler davon überrascht.
Und konnte denn die Seekriegsleitung davon ausgehen, dass der Kreuzer lange im Südatlantik Handelsschiffe versenkt, ohne entdeckt zu werden? Irgenwann muß der doch mal tanken, Wasser,Essen, Munition etc. fassen und vor allem die gefangenen Seeleute an Land lassen, das wäre doch in jedem Fall bald aufgefallen.
War es nicht doch ein Himmelfahrtskommando?

Hallo !

Die Fahrt eines Kriegsschiffes ist immer ein Himmelfahrtskommando!

Das Schiff wurde nicht von Klosterbrüdern losgeschickt, sondern von der Marineführung. Auslandsreisen sind auch heute bei der Bundesmarine üblich. Und wenn ein krieg in Aussicht steht, wird jedes Schiff auf Auslandsreise schon vorher seinen Marschbefehl an Bord haben, für den Kriegsfall.
So, wie es heute auch ist. Jeder zivile Frachter unter deutscher Flagge hat seine Befehle für einen Kriegsfall an Bord.

Die „Admiral Graf Spee“ wurde von dem Tender Altmark im Südatlantik versorgt. Das war überhaupt kein Problem.

Was mit den gefangenen ausländischen Seeleuten passieren wird, lag immer in der Hand der Führung der „Admiral Graf Spee“.
Gruß Max

Hallo !

Hier noch etwas zur Brennstoff- und Ausrüstungsübernahme von der „Altmark“ :

  1. Sept. 1939
  2. Sept. 1939
  3. Sept. 1939
  4. Okt. 1939
  5. Nov. 1939
  6. Dez. 1939

Die Besatzungen der aufgebrachten Schiffe konnten, solange es möglich war, mit ihren eigenen Rettungsbooten an Land fahren.
Wußten sie zuviel über die „Admiral Graf Spee“, wurden sie von der Altmark" übernommen und gingen dann mit ihr nach Norwegen.
Am 16. Febr.1940 greift im Jössingfjord der britische Zerstörer „Cossack“ die „Altmark“ an und befreit die an Bord befindlichen 303 Besatzungsmitglieder von den Schiffen, die die „Admiral Graf Spee“ versenkt hatte.
Die „Altmark“ wird von der eigenen Besatzung auf Grund gesetzt, kann aber später einen deutschen Hafen erreichen.
Die norwegische Regierung protestiert in London gegen die Verletzung der norwegischen Neutralität.
Wegen dieser Befreiung durch englische Kriegsschiffe in norwegischen Gewässern läßt Hitler die „Operation Weserübung“ beschleunigt anlaufen. (Besetzung Norwegens).

Gruß max

Noch eine Ergänzungsfrage:
Als der Kreuzer entdeckt wurde, fuhr er unter falscher Flagge und hat auf die Frage nach der Herkunft sofort das Feuer eröffnet. Ist denn das die „feine englische Art“ im Kriege auf See ?

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Noch eine Ergänzungsfrage:
Als der Kreuzer entdeckt wurde, fuhr er unter falscher Flagge
und hat auf die Frage nach der Herkunft sofort das Feuer
eröffnet. Ist denn das die „feine englische Art“ im Kriege auf
See ?

Von wem entdeckt wurde? Von einem zivilen Frachter oder von den englischen Kriegsschiffen?

Gruß Max

Als der Kreuzer entdeckt wurde, fuhr er unter falscher Flagge
und hat auf die Frage nach der Herkunft sofort das Feuer
eröffnet. Ist denn das die „feine englische Art“ im Kriege auf
See ?

Hallo !

Hast Du das mit der ausländischen Flagge aus dem Roman von Michael Powell, wo ein englischer 1. Offizier auf einem Frachter statt der deutschen Seekriegsflagge die französische erkennen will ??. Dieses seinem Kapitän mitteilt. Dieser aber gleich darauf die „Admiral Graf Spee“ oder eines ihrer beiden Schwesterschiffe erkennt.

Auf zivile Schiffe hat die „Admiral Graf Spee“ nie das Feuer ohne Vorwarnung eröffnet!!! Vorher wurde die gesamte Besatzung evakuiert.

Als sie den drei brit. Schiffen begegnete, ist sie ganz sicher nicht so dicht rangefahren, dass die ihre Flagge erkennen konnten. Die Engländer wußten auch ohne Sicht, wer da fährt!!

Der Kommandant der „Admiral Graf Spee“ würde sich doch einem englischen Minifrachter nicht wie ein Pirat mit falscher Flagge nähern. Warum auch? Versenken wollten sie sowieso alles, was ihnen vor die Rohre kam! Diese drei Panzerschiffe waren zu dieser Zeit weltbekannt und die britische Führung wußte, dass dieses Schiff im Südatlantik war. Jeder brit. Kapitän kannte die Silhouette aus den Zeitungen und aus „Janes“ dem brit. Weyer.

Was sind das nur für Märchen!!

Gruß Max

Ich hab ja auf euch gehört und erst gegoogelt, ehe ich hier frage und hab das mit der falschen Flagge im Internet gefunden, aber nun finde ich diese Seite nicht mehr. Es waren aber Kriegsschiffe genannt.
Vergeßt es also, ich sehe ja ein, dass es unwissenschaftlich ist, wenn man die Quelle nicht angeben kann. Vielen Dank trotzdem für die Antworten.

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Für eine Besatzung von 1150 Mann und 16.200 t bei einer Länge von 186 Meter war das zu der damaligen Zeit warlich kein kleines Schiff.

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Stapellauf: 30. Juni 1934
Bauwerft: Marinewerft Wilhelmshaven
Wasserverdrängung (standard): 12.100 t
Wasserverdrängung (maximal): 16.200 t
Länge: 186 m
Breite: 21,7 m
Tiefgang: 7,3 m
Maschinenleistung: 55.400 PS (40.770 kW)
Geschwindigkeit: 28 kn (52 km/h)
Besatzung: 1150 Mann

Hier kann man sehen wie gross und schnell dieses Schiff war. Ich kenne mich da nicht aus, aber der geringe Tiefgang lässt mich vermuten das es für seine Grösse auch wendig war.

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Es ist jetzt viel geschrieben worden über die Fahrt des
deutschen Schlachtschiffes Graf Spee Ende August 1939 bis zur
Selbstversenkung, aber nirgends kann ich lesen, was diese
Kaperfahrt im Atlantik für einen militärischen Sinn gehabt
haben soll. Wolli

vielleicht trägt diese Information zur Klärung deiner Frage bei.

Kommenden Montag solle ein weiterer Versuch unternommen werden, das 27 Tonnen schwere Gerät zur Zielerkennung zu bergen. Es sei auch mit dem ersten auf Kriegsschiffen installierten Radar versehen, sagte Bado. Das Gerät ist 10,5 Meter lang und 6 Meter hoch.