Die Mauer im Kopfe des Herrn Rau. - Ein Pamphlet

Es sei das „Kainsmal eines Regimes, das Machterhalt und Ideologie über Menschenrecht und Menschenwürde gestellt hat“, meint unser aller Bundespräsident zum 40. Jahrestag des Mauerbaus.
   Also das verstehe ich ja nun gar nicht. Was will mir Herr Rau damit vermitteln: Dass die übrige BRD der letzten 53 Jahre nicht Machterhalt und Ideologie über Menschenrecht und Menschenwürde stellte, weil wir hier drüben ja so menschenfreundlich waren und sind?!
   Seit einem halben Jahrhundert werden wir abwechselnd von zwei Parteien regiert, die in dieser Zeit eifrig daran arbeiteten, unsere Menschenrechte einzuschränken und (auch dadurch) der Menschenwürde eine immer geringer werdende Priorität einräumten. Hier scheint die Politik wohl nur ihre eigene Würde zu meinen, denn nicht umsonst spricht man ja von Würdenträger. Und umsonst ist diese Würde ebenfalls nicht. Im Gegenteil, sie verhilft zu Wohlstand, weshalb es ja auch so gerne heisst, dass der Wohlstand aller gemehrt wurde - aller Würdenträger wohlgemerkt.
   Vor allen Rau eilt der Ruf voraus, ein Mann der Verständigung zu sein, doch wie in Zeiten des Kalten Krieges verbreitet man noch immer die westliche Ideologie, wie gut hier alles ist und wie schlecht drüben alles war. Doch die Mehrheit des Ostens wirtschaftswundert sich seit 1989, während die blühenden Landschaften übersichtlich geordnet vor allem auf der Bundesgartenschau in Potsdam zu beobachten sind.
   Statt auf Verständigung zu setzen, wird immer wieder gekartet und Spitzen verteilt, damit auch bloss nicht vergessen wird, wie unmenschlich jenes SED-Regime war. Wie bitte? Ja, meine Güte, das wissen die Menschen doch selbst, die hinter Mauer und Stacheldrahtverhauen leben mussten! Dazu brauchen sie keine machtbewussten Westpolitiker, die ihnen das seit elf Jahren permanent aufs Brot schmieren!
   Natürlich hat dieses ständige Zitieren seinen Sinn. Zum Beispiel erscheint man selbst als der Gütige, wenn man das vermeintlich Bösartige benennt. Doch zu einer Auseinandersetzung gehören immer mindestens zwei Parteien, und wir wissen ja heute, dass ein Adenauer überhaupt nicht an der Einheit Deutschlands interessiert war.
   Statt darüber einmal nachzudenken, wird eifrig weiter Öl ins Feuer gegossen, und die meisten Parteien lassen ja keine Situation aus, um gegen die SED-Nachfolgepartei PDS zu wettern. - Woher nehmen diese Parteien eigentlich dieses völlig überzogene Selbstbewusstsein, sich ein Urteil über die PDS bilden zu dürfen? Ausgerechnet jene, die selbst den Mund halten und in ihre Vergangenheit blicken sollten: die CDU, die CSU, die FDP, die Nazis mit offenen Armen in ihren Reihen aufnahmen und einem sogar an die Spitze dieses Landes verhalfen; die SPD, die sich mit den Militärs und Rechten zusammentat, um Proteste gegen ihre Politik blutig niederzuschlagen; die Grünen, eine Ansammlung von Wendehälsen, die ihre Ideologie man schnell vergisst, wenn Macht und Geld locken.
   Damit mich hier nicht wieder einige Leute falsch verstehen (wollen), sei gesagt, dass die PDS keinen Deut besser ist, aber es ist einfach absurd, hier aus machtpolitischem Kalkül eine Partei als das Übel betrachten zu wollen, um weiterhin die eigenen Pfründe ausbauen, die wir ihnen als Bevölkerung widerstandslos - man mag beinahe ‚willenlos‘ sagen - mehr und mehr einräumen, während wir uns gegenseitig über Situationen und Positionen angiften, die wir auf diese Weise gar nicht ändern können.

Marco

Hallo M.M.!

Ich bin da leicht anderer Ansicht.
Es ist solange nötig, immer wieder „Öl ins Feuer“ zu gießen, bis die SED, äh PDS in der Versenkung verschwindet.

Leute, die noch vor 12 Jahren befohlen hatten, Ausreisewillige an der Grenze zu erschiessen, sollen heute unsere Hauptstadt regieren?

Und da wirkt auch der Vergleich mit den Altnazis in der CDU recht schal, denn erstens gab es damals kaum unbelastete Politiker und es musste ja irgendwie weitergehen, und zweitens ist das fast 60 Jahre her.

Grüße,

Mathias

Hallo Marco,

   Statt auf Verständigung zu setzen, wird immer wieder
gekartet und Spitzen verteilt, damit auch bloss nicht
vergessen wird, wie unmenschlich jenes SED-Regime war. Wie
bitte? Ja, meine Güte, das wissen die Menschen doch selbst,
die hinter Mauer und Stacheldrahtverhauen leben mussten! Dazu
brauchen sie keine machtbewussten Westpolitiker, die ihnen das
seit elf Jahren permanent aufs Brot schmieren!

Anscheinend brauchen die Menschen doch jemand, der sie erinnert. Die Wahl- oder die Nichtwahlergebnisse finde ich jedenfalls erschreckend.

  • Woher nehmen diese Parteien eigentlich dieses
    völlig überzogene Selbstbewusstsein, sich ein Urteil über die
    PDS bilden zu dürfen?

Vielleicht, weil keine der etablierten westdeutschen Parteien Gesetze erliessen, die es möglich machten auf eigene Landsleute zu schiessen.

Im übrigen ist es falsch zu behaupten, dass Adenauer die Wiedervereinigung nicht wollte. Er wollte sie nur nicht zu den sowjetischen Bedingungen. Die Westbindung, die Adenauer voran getrieben hat, war ja anscheinend gar nicht so schlecht. Dafür sind wohl die ehemaligen Warschauer Pakt Staaten die besten Beweise.

Ich finde es gefährlich, wenn wir schon nach 11Jahren der staatlichen Einheit vergessen, Unrecht gegeneinander Aufrechnen, oder die Wahrheit verdrängen.
Die (N)ostalgiker sehen die Kindergartenplätze, billige Mieten, oder sichere Arbeitsplätze. Aber ich sehe die Bilder von angeschossenen und hilflos liegen gelassenen „Republikflüchtlingen“.

Gruß
Joe

Zustimmung

Anscheinend brauchen die Menschen doch jemand, der sie
erinnert. Die Wahl- oder die Nichtwahlergebnisse finde ich
jedenfalls erschreckend.

Finde ich auch.

  • Woher nehmen diese Parteien eigentlich dieses
    völlig überzogene Selbstbewusstsein, sich ein Urteil über die
    PDS bilden zu dürfen?

Vielleicht, weil keine der etablierten westdeutschen Parteien
Gesetze erliessen, die es möglich machten auf eigene
Landsleute zu schiessen.

Im übrigen ist es falsch zu behaupten, dass Adenauer die
Wiedervereinigung nicht wollte. Er wollte sie nur nicht zu
den sowjetischen Bedingungen. Die Westbindung, die Adenauer
voran getrieben hat, war ja anscheinend gar nicht so schlecht.
Dafür sind wohl die ehemaligen Warschauer Pakt Staaten die
besten Beweise.

Ich finde es gefährlich, wenn wir schon nach 11Jahren der
staatlichen Einheit vergessen, Unrecht gegeneinander
Aufrechnen, oder die Wahrheit verdrängen.
Die (N)ostalgiker sehen die Kindergartenplätze, billige
Mieten, oder sichere Arbeitsplätze. Aber ich sehe die Bilder
von angeschossenen und hilflos liegen gelassenen
„Republikflüchtlingen“.

Und mal ganz davon abgesehen hängen uns die NAZI-Jahre nach über 50 Jahren immer noch an. Warum soll ein anderes Totalitäres System schon nach 11 Jahren verdrängt sein?

Das sind ja wohl keine Gründe!
Hallo Mathias,

Leute, die noch vor 12 Jahren befohlen hatten, Ausreisewillige
an der Grenze zu erschiessen, sollen heute unsere Hauptstadt
regieren?

Wer von den eventuell bald Mitregierenden hat denn den Befehl gegeben? Honnecker, Ulbricht, Mielke etc. können schon aus biologischen Gründen nicht mitregieren. Von Gysi, Pau, Wolf etc. sind mir solche Befehle nicht bekannt.

Und da wirkt auch der Vergleich mit den Altnazis in der CDU
recht schal, denn erstens gab es damals kaum unbelastete
Politiker und es musste ja irgendwie weitergehen, und zweitens
ist das fast 60 Jahre her.

Ha! Das sind ja wohl die schlechtesten Gründe, die man anführen kann.
Daß es kaum unbelastete Politiker gab, ist (a) eine etwas gewagte These (mehr nicht) und (b) kein Grund belastete Politiker ranzulassen (und zu Filbingers Zeiten gab’s wohl auch andere fähige Politiker). Außerdem würde ich nicht von belasteten und unbelasteten Politikern sprechen, sondern eher von mehr oder weniger belasteten. Über alle Parteigrenzen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Aber der Hammer ist ja wohl Dein 2. Argument. 60 Jahre ist es jetzt her, aber doch nicht damals, als diese Leute an der Macht waren.
Wer bestimmt eigentlich, welcher Zeitrahmen vergangen sein muß. Du? Es geht Dir doch einzig und allein darum, Argumente gegen die PDS zu finden. Sei Dir gegönnt. Aber nicht so sehr an den Haaren herbeigezogen wie hier.

Hab’s zwar schonmal gesagt, will’s aber sicherheitshalber an dieser Stelle nochmal tun: Ich bin auch alles andere als ein PDS-Freund.
Aber mehr als alles andere geht mir gegen den Strich, wenn unnötig Polemik betrieben wird. Hieb- und stichfeste Argumente sind einer Diskussion wohl dienlicher als pures Hau-drauf-Gefasel.

Gruß
Jürgen

Hallo Mathias!

Es ist solange nötig, immer wieder „Öl ins Feuer“ zu gießen,
bis die SED, äh PDS in der Versenkung verschwindet.

Dies klingt, als müsste man die Menschen immer wieder daran erinnern, was in der DDR geschah, weil sie es selbst vergessen haben und damit auch nicht selbst über die Entscheidungsgewalt verfügen, eine PDS zu akzeptieren oder nicht. Anscheinend folgen nicht alle Ostler den Werbeversuchen der Westpolitiker, weshalb man sie daran erinnern muss, dass drüben nur Terror und hier der goldene Westen herrschte. Dass es sich hierbei aber nur um Blattgold handelte, das bei Bewährungsproben jederzeit abblättern kann, mussten die Menschen im nachhinein erfahren. Diese Erfahrungen lassen sich nicht durch schöne oder gängelnde Worte der Politiker beseitigen, sondern nur durch Taten. Du glaubst doch der PDS ebensowenig, dass sie nicht die SED ist, und dieser Glaube ist Dir durch keine Argumente zu entgegnen. Ebenso sieht es bei den Ostlern aus, für die nach der Wende vieles eben nicht besser geworden ist: Sie haben Schwarz-Blau und Rot-Grün erlebt und trotzdem hat sich ihre Lage nicht verbessert. Also wählen sie die PDS - ob dies begründet ist, wird die Zukunft zeigen müssen.

Leute, die noch vor 12 Jahren befohlen hatten, Ausreisewillige
an der Grenze zu erschiessen, sollen heute unsere Hauptstadt
regieren?

Ich kann mich nicht entsinnen, dass ein OB-Kandidat Gysi befohlen hatte, „Republikflüchtige“ zu erschiessen. Auch spricht er sich ja gegen dieses Regimeterror aus.

Und da wirkt auch der Vergleich mit den Altnazis in der CDU
recht schal, denn erstens gab es damals kaum unbelastete
Politiker und es musste ja irgendwie weitergehen, und zweitens
ist das fast 60 Jahre her.

Kiesingers Amtszeit war 1966 bis 1969, wenn ich mich richtig erinnere, also erst recht kein Zeitraum dafür, dass es „irgendwie weitergehen“ musste. Und Du glaubst doch nicht, dass sich nach einer Generation der Nazis alles wie von Zauberhand in Wohlgefallen auflöst und sich die gesamte Bevölkerung in Demokraten verwandelt.
   Unbelastete Menschen gab es selbstverständlich, aber hier wurden gleich wieder Befürchtungen der Amerikaner laut, es könne sich bei den Anti-Faschisten um Kommunisten handeln, was selbstverständlich vermieden werden musste. Also machte man für die Öffentlichkeit einige Kriegsverbrecherprozesse, damit sich die Emotionen abkühlen, um anschliessend die ehemaligen Nazis wieder in Ämter und Würden zu setzen. (Und Du weisst ja, dass die USA Nazi-Wissenschaftler in ihre eigenen Dienste stellte und später gerne rechte Regime in Latein- und Südamerika unterstütze.)
   Während die Bevölkerung immer wieder dazu aufgerufen wurde, sich der Vergangenheit zu stellen, scheint dieser Wille bei den Politikern nur bedingt vorhanden gewesen zu sein.

Marco

…doch , in der DDR geschah Unrecht, schreiendes dazu.
Eine Partei , nochmal eine PARTEI, hat sich den politischen Alleinvertretungsanspruch in die Verfassung schreiben lassen.

Punkt.

Mit welchem Recht denn. Und ableitend daraus, hat sie den Verlauf des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens geglaubt, jedem Einzelnen vorschreiben zu müssen.

Es wurden Menschen benachteiligt, nur weil sie geglaubt haben, zum Beispiel an Gott. Von Juden oder Moslems rede ich hier mal gar nicht.

Das mal dazu.

Wirtschaftlich - naja. Jeder hatte zu essen, hatte ein Bett
und eine Arbeit. Aber klar doch. Hat Engels auch am Grab von Marx gesagt, daß war 1883. Er hat gesagt, daß eben daß die Grundlage der Produktion materieller Güter sei. Aha. Nur eben
Scheisse, daß die Kommunisten eben diesen Anspruch auch 100
Jahre später nicht weiter entwickeln konnten.

Oder wollten. Weil das einzige wahre die Unterordnung unter die Ideologie war. Das war der Weg, das war das Ziel. Der Kommunismus. Und der gedeiht bekanntlich nur da, wo es den Menschen schlecht geht.

Und auch in Nordkorea wird man wahrscheinlich erst dann davon abgehen, wenn auch der letzte verhungert ist. Sorry.

Und deshalb wurden im Osten Deutschlands Menschenrechte im elementarsten veletzt, und nirgends anders.

TOM

Hallo Joe!

Anscheinend brauchen die Menschen doch jemand, der sie
erinnert. Die Wahl- oder die Nichtwahlergebnisse finde ich
jedenfalls erschreckend.

Meinetwegen mögen sie erinnert werden. Dann aber bitte schön nicht in derart einseitiger Weise. Ich finde es zum Beispiel erschreckend, dass wir seit einem halben Jahrhundert überwiegend von zwei Parteien regiert werden und die Medien insbesondere nur über bzw. „mit“ den vier etablierte Parteien berichten.
   Deutschland ist nicht allein ein Land der Kleingeistigen, es gibt auch genügend Experten. Doch Experten werden eher selten zu gewichtigen Themen befragt; statt dessen sieht man, so mein Eindruck, sieht man häufiger - pardon - „Politikerfratzen“, die sich zu diesem oder jenem Thema äussern. Selbstverständlich geschieht das nicht neutral, sondern stets nach Kalkül.

Vielleicht, weil keine der etablierten westdeutschen Parteien
Gesetze erliessen, die es möglich machten auf eigene
Landsleute zu schiessen.

Ja, die Westler haben keine Gesetze dieser Art erlassen, aber „in der politischen Kultur haben Menschenrechte nur instrumentelle Bedeutung und sind allenfalls ein nützliches Propagandawerkzeug“, wie es Noam Chomsky, amerikan. Professor am MIT und Kritiker der US-Aussenpolitik, in seinem Buch „Clintons Vision - ‚Freier Markt‘ und Weltordnung“, Trotzdem-Verlag, benannte. Hierzulande werden andere Massnahmen angewandt, die Bevölkerung auf Linie zu bringen. (Siehe hierzu das äusserst interessante Essay „Desinformation und der Golfkrieg“ in dem Buch „Die neue Weltordnung und der Golfkrieg“, Essays von Chomsky, Benin, Zinn u.a., Trotzdem-Verlag.)

Im übrigen ist es falsch zu behaupten, dass Adenauer die
Wiedervereinigung nicht wollte. Er wollte sie nur nicht zu
den sowjetischen Bedingungen. Die Westbindung, die Adenauer
voran getrieben hat, war ja anscheinend gar nicht so schlecht.
Dafür sind wohl die ehemaligen Warschauer Pakt Staaten die
besten Beweise.

Selbstverständlich wollte Adenauer - oder sollte man nicht besser sagen: die USA? - die Vereinigigung nicht zu sowjetischen Bedingungen. Seinerzeit zog der Kalte Krieg auf, aber man war ja auch nicht zu Kompromissen bereit; zum Beispiel hätte es die Alternative nach dem österreichischen Modell gegeben.
   (Deine letzten beiden Sätze habe ich nicht ganz verstanden. Weshalb sind die ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten ein Beweis für das Vorantreiben Adenauers?)

btw: Trotz der Diskussion hier schicke ich mal kurz einen Steinwurf-Gruss zu Dir herüber, denn wie ich an der E-Mailadresse sehe, kommst Du wohl aus Kriftel. Ich bin in Höchst zuhause.

Marco

Hallo Tom!

Oder wollten. Weil das einzige wahre die Unterordnung unter
die Ideologie war. Das war der Weg, das war das Ziel. Der
Kommunismus. Und der gedeiht bekanntlich nur da, wo es den
Menschen schlecht geht.

Du möchtest mir doch damit nicht ausdrücken, dass es sich hierbei um Kommunismus handelte? Es war ebenso eine Illusion, der man den Deckmantel ‚Kommunismus‘ gab - im Grunde waren/sind es menschenverachtende Diktaturen -, wie man auch hier in den westlichen Ländern die Illusion von Demokratie wahrt. Denn wird es nur oft genug erwähnt, wird es schon als Tatsache geglaubt werden. Das zeigt man uns ja jeden Tag sehr ‚anschaulich‘.

Marco

Hallo Marco,

Was in der DDR gelaufen ist, war die Vorstufe des Kommunismus.
-----> Der Aufbau der entwickelten sozialistischen Gesellschaft,
wie es genannt wurde. Als erste Etappe der kommu-
nistischen Gesellschaftsordnung. Die zweite Etappe
wäre dann der Kommunismus selbst gewesen, und keiner
wusste nun eigentlich, wann denn.

Heute wissen wir, daß es gut war, diese Etappe nie erreicht zu haben, da es eine Nivellierung des gesellschaftlichen lebens Lebens in der dramatischsten Form gewesen wäre. — Wir alle sind gleich - in allem. Ein beredtes Zeugnis legte die Mörderdiktatur von Pol Pot und Leng Sarin in Kambodscha ab,
wo unter den roten Khmer allles gleichgeschaltet wurde oder werden sollte. Intellektuelle wurden umgebracht, eine Brille durftest Du nicht tragen…etc.pp. Alle im Urwald, keine Bedürfnisse und keine Entwicklung , nichts. Für alle wenig. besser : Nichts. Nur das Nötigste. Zum Leben eben. Das war deren Definition von Kommunismus.

In der DDR und anderswo strebte man auch eine Gleichschaltung an, wenn auch nur theoretisch - zunächst.
Und - gleichschalten geht nicht.

Man hat zB versucht, das priveleg des Gymnasiums dadurch zu brechen, indem man erst nach zehn Jahren Oberschule ( mittlere
reife) , auf das Gym kam, nicht wie vorher, schon nach acht Jahren Oberschule. Ergebnis : Das Niveau an den GYMS ging nach unten wie nie, da die Buben und Mädchen sich erst mal daran gewöhnen mussten, wozu vorher 8 und 10 Zeit gewesen wäre…

( Nur ein Beispiel)

Nichts dest trotz, und nun zum zweiten Punkt, ich gebe dir RECHT;
verarscht werden wir mit unserer demokratie auch, nur anders, und wie ich meine, sehr viel erträglicher…

TOM

Hallo Marco,

Meinetwegen mögen sie erinnert werden. Dann aber bitte schön
nicht in derart einseitiger Weise. Ich finde es zum Beispiel
erschreckend, dass wir seit einem halben Jahrhundert
überwiegend von zwei Parteien regiert werden und die Medien
insbesondere nur über bzw. „mit“ den vier etablierte Parteien
berichten.

Sind wir doch froh, dass Radikale des rechten und linken Randes wenig Einfluss in den Parlamenten und in den Medien haben.
Wer außer den 4 Parteien wäre denn fähig uns zu regieren ? Die Bibeltreuen Christen, die Autofahrerpartei ? Wenn ich deren Wahlwerbesendungen sehe, dann könnte es wirklich schlimmer kommen.
Man kann in Deutschland viel kritisieren, aber wenn ich mich in Europa und der Welt umschaue, sehe ich kein besseres System als das unsere. Wie anderes als mit Parteien soll man eine Gesellschaft mit 80 Mio Menschen sonst regieren ? Volksabstimmungen zu jedem neuen Gesetz ? Da gehen dann vielleicht nur noch 30 % zur Urne. Wir hätten nach einem Kindermord wahrscheinlich wieder die Todesstrafe usw.

aber man war ja auch nicht zu Kompromissen bereit; zum
Beispiel hätte es die Alternative nach dem österreichischen
Modell gegeben.

Da gebe ich Dir recht, aber am Ende haben sich die Vorstellungen Adenauers, nämlich Westbindung UND Wiedervereinigung doch als möglich erwiesen (wenn auch sehr spät).

   (Deine letzten beiden Sätze habe ich nicht ganz verstanden.
Weshalb sind die ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten ein Beweis
für das Vorantreiben Adenauers?)

Zum einem meinte ich die wirtschaftliche Situation, zum anderen auch die politische:

Allen ehem. W.P. Staaten geht es ja wirtschaftlich immer noch nicht so gut (mit Ausnahme der DDR).

Die Slowakei und Weißrussland kann man kaum als Demokratien bezeichnen.
In Rumänien gab es schon wenige Jahre nach dem Sturz der Diktatur Filz.

Wer weis wie Deutschland ohne eine Natomitgliedschaft heute aussehen würde. Im besten Fall so wie Österreich heute, im schlechtesten Fall wären wir dem Imperialismus der UdSSR zum Opfer gefallen und hätten das BIP von Polen.

Grüße an Dich und an FFM-Höchst
Joe

Guten Morgen, Joe!

Die Slowakei und Weißrussland kann man kaum als Demokratien
bezeichnen.
In Rumänien gab es schon wenige Jahre nach dem Sturz der
Diktatur Filz.

Wer weis wie Deutschland ohne eine Natomitgliedschaft heute
aussehen würde. Im besten Fall so wie Österreich heute, im
schlechtesten Fall wären wir dem Imperialismus der UdSSR zum
Opfer gefallen und hätten das BIP von Polen.

Ohne es böse zu meinen - es mangelt mir an der Lust zu schreiben, zumal die Dinge bereits aufgeschrieben wurden -, möchte ich erneut auf zwei Bücher verweisen, die ich in den letzten zwei, drei Tagen schon empfohlen hatte:

"Die neue Weltordnung und der Golfkrieg"
(besonders hervorzuheben ist hier das Chomsky-Essay „Desinformation und der Golfkrieg“, wobei der Golfkrieg eher Mittel als Zweck im Sinne der Betrachtung ist)
Chomsky, Benin, Zinn u.a.
Trotzdem-Verlag, 18,- DM

"Clintons Vision - ‚Freier Markt‘ und Abschottung"
Noam Chomsky
Trotzdem-Verlag, 14,- DM

In den Büchern wird verdeutlicht, dass sich in Ost und West nichts geändert hat. Die Machtstrukturen blieben erhalten, und der Filz existiert fort.

Grüße an Dich und an FFM-Höchst

Merci…

Marco

Das wurde mal Zeit deutlich zu werden…

Hallo Juergen

…denn mir gehts ebenso gegen den Strich, wenn
unnötig - vor allem unsachlich - Polemik betrieben wird aber auf perfide Art und Weise .

Hieb- und stichfeste Argumente sind einer Diskussion wohl dienlicher als pures Hau-drauf-Gefasel.

WOH…das tut gut -aber einigen hier fehlts eh immer an Argumenten

…aber naja…zum Schwaetzen brauchen sie halt auch ein Podium,

*lach*.

Gruß
dizarus

*lol*
Sorry, aber das ist zum Totlachen!

…denn mir gehts ebenso gegen den Strich, wenn
unnötig - vor allem unsachlich - Polemik betrieben wird aber
auf perfide Art und Weise .

Hieb- und stichfeste Argumente sind einer Diskussion wohl
dienlicher als pures Hau-drauf-Gefasel.

WOH…das tut gut -aber einigen hier fehlts eh immer an
Argumenten

…aber naja…zum Schwaetzen brauchen sie halt auch ein
Podium,

Und das hier schreibst ausgerechnet DU! Ich schmeiss mich weg, echt!
*brüll*

Hi Reiko,

Sorry, aber das ist zum Totlachen!

Und das hier schreibst ausgerechnet DU! Ich schmeiss mich weg,
echt!
*brüll*

Kann Deine Gedankengänge gut nachvollziehen *g*

Schließlich war nicht nur Matthias, sondern auch solch … dar ich hier Knalltüten sagen ? … gemeint. Kritik an einem Konservativen heißt ja nicht Zustimmung für einen … naja, nun fehlt mir hier doch das richtige Wort *g*

Jürgen

Haha…

Und das hier schreibst ausgerechnet DU! Ich schmeiss mich weg,
echt!
*brüll*

Hi Reiko

Haha…und du schwaetzt nicht…ohne Argumente ?

Keine Antworten auf meine Antwort an DICH ?

Wer schwaetzt dann wohl, hmm?

Gruss
dizarus

Hi M.M.!

Es ist solange nötig, immer wieder „Öl ins Feuer“ zu gießen,
bis die SED, äh PDS in der Versenkung verschwindet.

Dies klingt, als müsste man die Menschen immer wieder daran
erinnern, was in der DDR geschah, weil sie es selbst vergessen
haben und damit auch nicht selbst über die Entscheidungsgewalt
verfügen, eine PDS zu akzeptieren oder nicht.

Ja, das scheint erschreckenderweise so zu sein.

Anscheinend
folgen nicht alle Ostler den Werbeversuchen der Westpolitiker,
weshalb man sie daran erinnern muss, dass drüben nur Terror
und hier der goldene Westen herrschte. Dass es sich hierbei
aber nur um Blattgold handelte, das bei Bewährungsproben
jederzeit abblättern kann, mussten die Menschen im nachhinein
erfahren. Diese Erfahrungen lassen sich nicht durch schöne
oder gängelnde Worte der Politiker beseitigen, sondern nur
durch Taten. Du glaubst doch der PDS ebensowenig, dass sie
nicht die SED ist, und dieser Glaube ist Dir durch keine
Argumente zu entgegnen. Ebenso sieht es bei den Ostlern aus,
für die nach der Wende vieles eben nicht besser geworden ist:
Sie haben Schwarz-Blau und Rot-Grün erlebt und trotzdem hat
sich ihre Lage nicht verbessert. Also wählen sie die PDS - ob
dies begründet ist, wird die Zukunft zeigen müssen.

Naja, es bleibt zu hoffen, daß die Ossis dann langsam mal Demokratie lernen. Und wenn es nur die höchst unviollkommene Form der Demokratie des deutschen Westens ist, ein Fortschritt wäre das allemal.
Dieses ganze Gerede, die Erwartungen der Ossis seien nicht erfüllt oder gar enttäuscht worden, ist doch absoluter Mist!
Ohne die Wiedervereinigung hätten sie mittlerweile kaum noch was zu essen! Oder denkst Du ernsthaft, die DDR wäre an die BRD zurückgefallen, wenn sie nicht absolut oberpleite gewesen wäre?

Sorry, daß ich hier etwas deutlicher werde, aber dieses ewige Rumgejammer nervt mich so was von an, wahnsinn!

Leute, die noch vor 12 Jahren befohlen hatten, Ausreisewillige
an der Grenze zu erschiessen, sollen heute unsere Hauptstadt
regieren?

Ich kann mich nicht entsinnen, dass ein OB-Kandidat Gysi
befohlen hatte, „Republikflüchtige“ zu erschiessen. Auch
spricht er sich ja gegen dieses Regimeterror aus.

Gysi spricht sich gegen und für alles aus, was ihn weiterbringt.
Des weiteren ist es unerheblich, ob er selbst den Schießbefehl gegeben hat oder nun die Organisation, die dafür stand, vertritt.

Und da wirkt auch der Vergleich mit den Altnazis in der CDU
recht schal, denn erstens gab es damals kaum unbelastete
Politiker und es musste ja irgendwie weitergehen, und zweitens
ist das fast 60 Jahre her.

Kiesingers Amtszeit war 1966 bis 1969, wenn ich mich richtig
erinnere, also erst recht kein Zeitraum dafür, dass es
„irgendwie weitergehen“ musste. Und Du glaubst doch nicht,
dass sich nach einer Generation der Nazis alles wie von
Zauberhand in Wohlgefallen auflöst und sich die gesamte
Bevölkerung in Demokraten verwandelt.

Bis auf ein paar Mio. „Andersdenkende“ im Osten des Landes und einige, von der Anzahl der Mitglieder her vernachlässigbare, Randgruppen anscheind schon.

   Unbelastete Menschen gab es selbstverständlich, aber hier
wurden gleich wieder Befürchtungen der Amerikaner laut, es
könne sich bei den Anti-Faschisten um Kommunisten handeln, was
selbstverständlich vermieden werden musste. Also machte man
für die Öffentlichkeit einige Kriegsverbrecherprozesse, damit
sich die Emotionen abkühlen, um anschliessend die ehemaligen
Nazis wieder in Ämter und Würden zu setzen. (Und Du weisst ja,
dass die USA Nazi-Wissenschaftler in ihre eigenen Dienste
stellte und später gerne rechte Regime in Latein- und
Südamerika unterstütze.)

Das ist mir alles bekannt, wobei Du hier alle über einen Kamm scherst. Das entspricht nicht der Wahrheit und ist sowieso lange vorbei.
Machen wir besser nicht dieselben Fehler nochmal.

   Während die Bevölkerung immer wieder dazu aufgerufen wurde,
sich der Vergangenheit zu stellen, scheint dieser Wille bei
den Politikern nur bedingt vorhanden gewesen zu sein.

Die Art wie der Westdeutsche sich seiner Vergangenheit der sozialistischen Internationale und den großen Vertretern der Juden nach zu urteilen seiner Vergangengheit stellen soll, lehne ich ebenfalls ab.

Grüße,

Mathias

Hallo Mathias!

Naja, es bleibt zu hoffen, daß die Ossis dann langsam mal
Demokratie lernen. Und wenn es nur die höchst unvollkommene
Form der Demokratie des deutschen Westens ist, ein Fortschritt
wäre das allemal.

Ich sehe sie noch nicht einmal als unvollkommene Form an, sondern diese vermeintliche Demokratie ist nur eine Illussion, eine Gaukelei. Doch wenn man nichts anderes zu erkennen vermag, scheint diese „Demokratie“ doch noch die beste Alternative darzustellen. Statt die Ostler permanent „bekehren“ zu wollen, sollten wir in Ost und West daran arbeiten, hier tatsächliche Demokratie zu schaffen, die sich für die Interessen der gesamten Bevölkerung einsetzt, nicht für die Wirtschaftsinteressen eines Teiles. Allerdings glaube ich kaum, dass sich das über dieses System erreichen lässt, wenn man nur vor der Alternative steht, von einem der beiden Übel weiterhin entmündigt zu werden.
   Nehmen wir doch nur einmal diese Bretter als Beispiel. Hier gab es schon Vermutungen zur Zensur, weil man nicht alles sagen durfte, was man sagen wollte. Hier regte sich also relativ schnell Protest. Geht es jedoch um die latente Entmündigung als Bundesbürger, ist Protest nur sehr leise zu vernehmen. Anscheinend verzerren sich die Ansichten, wenn es um grössere und nicht so leicht zu überblickende Ausmasse geht.

Dieses ganze Gerede, die Erwartungen der Ossis seien nicht
erfüllt oder gar enttäuscht worden, ist doch absoluter Mist!
Ohne die Wiedervereinigung hätten sie mittlerweile kaum noch
was zu essen! Oder denkst Du ernsthaft, die DDR wäre an die
BRD zurückgefallen, wenn sie nicht absolut oberpleite gewesen
wäre?

Nun, die DDR hatte zum Schluss 38 Mrd. DM Schulden, Berlin derzeit allein mehr als 70 Mrd. DM. Die Hauptstadt sollte Konkurs anmelden und seine „Manager“ gleichfalls in die Wüste schicken.

Gysi spricht sich gegen und für alles aus, was ihn
weiterbringt.
Des weiteren ist es unerheblich, ob er selbst den Schießbefehl
gegeben hat oder nun die Organisation, die dafür stand,
vertritt.

Folgte man dieser Argumentation, liesse sich dies ebenso auf unsere anderen PolitikerInnen der etablierten Parteien anwenden: Eine Merkel, die als Umweltministerin eine Ökosteuer - auch gegen die EU - einsetzen wollte, in der Opposition diese Steuer jedoch heftig kritisierte; ein Scharping, der in der Opposition die Höhe des Wehretat angriff, den er als Verteidigungsminister hingegen erweitern will. Was ist also nun tatsächlich erheblich und was unerheblich!?

Das ist mir alles bekannt, wobei Du hier alle über einen Kamm
scherst. Das entspricht nicht der Wahrheit und ist sowieso
lange vorbei.
Machen wir besser nicht dieselben Fehler nochmal.

Es ist seltsam, Mathias: Argumentiere ich gegen Deine Ansichten und nenne auch Punkte dafür, scheinen sie für Dich pauschal und nicht vergleichbar zu sein. Aber mehr als diese Urteile erhalte ich nicht im Gegenzug. Geht es nun bloss darum, einseitig gegen eine Partei im speziellen vorzugehen oder um die politische Landschaft im allgemeinen? Es kann nicht angehen, über eine Partei zu lamentieren, während man die anderen nicht halb so kritisch betrachtet.
   Ich kann und muss dabei stets darauf verweisen, dass man sich einige Bücher zu Gemüte führen soll, die ich hier schon mehrere Male erwähnte; hervorzuheben wären besonders jene von Hans Herbert von Arnim und Noam Chomsky. Allerdings wird man danach kaum noch wählen wollen, weil man erkennen muss, dass es keine Alternative gibt, welche der bekannten Parteien man wählt. Dann fangen Kritik und Demokratie tatsächlich bei jedem einzelnen an, aber die Frage scheint vielmehr zu sein, ob jeder sich auch dafür einsetzen will. Bisher ist es jedenfalls bequem zu sagen, wir hätten eine Demokratie, womit man die Verantwortung den Gewählten, die sich jedoch als käuflich und inkompetent herausstellen, überträgt.

Marco

Keine Antworten auf meine Antwort an DICH ?

Wenn ich irgendeine Antwort Deinerseits auf Postings meinerseits für antwortenswert erachte, dann werde ich auch darauf antworten. Dies ist aber nur selten der Fall, da ich mit Deiner beleidigenden und perversen Art, ander User zu indoktrinieren zu wollen, nicht konform gehe. Mehr als politishe Propaganda und Hetzparolen hast Du nun mal nicht auf tasche. Stellt sich die Frage, WER hier ein Schwätzer ist?

Träum weiter, Genosse

Reiko

Lach…und *ggg*

Keine Antworten auf meine Antwort an DICH ?

Mehr als politishe Propaganda und Hetzparolen hast Du nun mal nicht auf tasche.

Stellt sich die Frage, WER hier ein Schwätzer ist?

Träum weiter, Genosse

Jaja…so sagends immer jene denen nichts mehr einfaellt…wusste gar nicht das du auch zugegehoerst …

Achja …hatte ich fast vergessen …Du zaehlst ja zu den panischen Verlieren …der CDU-Anhaenger.

Gruss
dizarus