hab grad bei Wikipedia gelesen das die Tet-Offensiver eigentlich ein Desaster für die Nordvietnamesen war, das diese keine eroberte Gebiete halten konnte und zudem viele Verluste einstecken musste. Kling aber noch nicht plausibel genug.
Es hat ,meiner Meinung nach, nur bewiesen das man mit einem massiven Aufgebot die Stellungen überrennen kann.
meiner persönlichen Meinung nach kann die Tet-Offensive gar nicht alleine nach rein militärischen Maßstäben bewertet werden. Rein nach der Kalkulation von Menschen und Material am Beginn der Offensive war klar, dass man vorstoßen konnte und sich würde wieder zurückziehen müssen wenn der Gegner sich von seiner Überraschung erholte. Bezeichnend schein mit zu sein, dass selbst wenn man nicht zurückgedrängt worden wäre, der taktische und strategische Wert der eingenommenen Gebiete eher gering war, während der propagandistische Wert deutlich höher war. Nach Ausgangslage, eingesetzten Menschen und Material würde ich daher Tet als eher politische Offensive sehen.
Ein Vergleich wäre für mich die Ardennen-Offensive. Es war klar, dass für Deutschland der Krieg verloren war, es war klar, dass selbst wnn man Gebietsgewinne macht und eine Weile halten kann, mit den Gebieten in der Stoßrichtung der Offensive nicht viel gewonnen gewesen wäre, aber man tat es trotzdem.
Der Unterschied lag aber darin, dass die Tet-Offensive massive Medienpräsenz hatte. Und damit wurde gerade in Amerika die Ablehnung gegen den Krieg geschürt.
Gruß
Peter B.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo,
Wikipedia kann man nicht unbedingt als Referenz für egal was nehmen. Desaster war es nicht unbedingt für die Nordvietnamesen, wenn man davon absieht, dass die rote südvietnamesische Widerstandsbewegung quasi zerschlagen wurde und im Lauf der Jahre durch nordvietnamesische Soldaten ersetzt wurde.
Hue hat für die Vietnamesen doch schon einen gewissen Wert, und da war es schon Prestige die Stadt mit dem Kaiserpalast zurück zu erobern. Das dauerte zwar und richtete grosse Schäden an, aber es wurde zurückerobert.
Gruss
Rainer
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
wie Peter und Rainer schon geschrieben haben war die Tet-Offensive eine eher politisch motivierte Unternehmung. Innerhalb dieser Spezifikation war sie auch sehr erfolgreich, allein der Sturm der US-Botschaft zu einem Zeitpunkt als das MACV den Vietcong als buchstäblich nicht mehr einsatzfähig dargestellt hatte war ein gewaltiger Schock für die amerikanische Öffentlichkeit. Das Vertrauen in die Armee und deren Glaubwürdigkeit hat sich davon nicht mehr erholt, auch nicht durch die anschließenden Erfolge gegen den Vietcong.
Meines Wissens nach wurde übrigens während der Offensive keine einzige Stellung der US-Army wirklich genommen. Sollte das wirklich stimmen wäre es ein überdeutliches Zeichen für die Spaltung in militärische und politische, bzw. taktische und strategische Wirkung der Tet-Offensive.
Spekulativ möchte ich noch anfügen das, da die Hauptlast der Angriffe nach den Plänen der Nordvietnamesen auf den VC entfiel, sie beim zu erwartenden militärischen Scheitern sich zugleich der letzten einflußreichen, „südlich geprägten“ Gruppe entledigt hatten. Etwaige Konflikte über den Kurs nach der Vereinigung waren danach ausgeschlossen und alles unter der straffen Führung der nordvietnamesischen Politiker und Stäbe vereinigt. Ob dies wirklich ein Motiv bei der Planung war möchte ich aber offen lassen, da ich dazu keine näheren Quellen kenne.
Meines Wissens nach wurde übrigens während der Offensive keine
einzige Stellung der US-Army wirklich genommen. Sollte das
wirklich stimmen wäre es ein überdeutliches Zeichen für die
Spaltung in militärische und politische, bzw. taktische und
strategische Wirkung der Tet-Offensive.
DAS stimmt mal gar nicht. Allein in der Nähe von BenTre (Provinz Kien Hoa) wurden ca 30 komplette Stellungen überrannt und von Amis „gesäubert“. Hue wurde komplett überrannt und 3 Wochen gehalten, auf dem Weg dahin gabs sicher auch die eine oder andere Verteidigungssstellung.
Halten konnten Sie halt keine Stellung, aber das hätte auch der Strategie bis dahin vollkommen widersprochen.
Stellungen haben die sicher genommen. Die Bedeutung der Stellungen würde ich aber nicht so hoch bewerten. Und was Hue angeht, so war es ein Prestigeerfolg, der strategische Wert war eher gering. Was sich ja auch an dem zunächst durchaus zögerlichen Gegenangriff zeigte.
Der interessante Punkt von Dir hier ist der Hinweis auf die bisherige Strategie. Denn in der Tat hatte ja die ganze Tet-Offensive in ihrem Character eigentlich der bisherigen VC Strategie wiedersprochen. Hier zeigt sich deutlich eher die Handschrift klassischer Militästrategie statt des asymetrischen Bewegungskrieges.
Gruß
Peter B.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi Nick,
Danke für die Richtigstellung. Vielleicht bezog sich die Passage an die ich gedacht habe auch nur auf Basiscamps oder sogar nur auf einen der vier Sektoren. Meine Quelle ist (aus dem Gedächnis) „Red Thunder,Tropic Lightning“ von E. Bergerud. Leider ruht meine Bibliothek momentan in Kisten und so kann ich es nicht genauer angeben.