Die Mogelpackung ist geschnürt

Schmidt und Seehofer haben die „Einsparungen“ bekanntgegeben.
Das besonders gravierende: ab 2005 wird kein Zahnersatz mehr bezahlt. Jeder muss sich selbst versorgen. Was ist die nächste Leistung, die gestrichen wird?
Zu den Zähnen.
Das schlimme daran ist auch noch die Begründung: wenn ZE nicht mehr bezahlt wird, dann fördert das die Zahngesundheit.
Lösung:

  1. entweder über eine Private. Das wird für viele problematisch, da nicht jeder aufgenommen wird.
  2. oder eine Zusatzversicherung bei der GKV.
    Bei de Modelle haben einen gemeinsamen Haken: der AG beteiligt sich nicht an diesen Zusatzversicherungen.
    Für wen ist also dieses Gesetz gut?
  3. Kassen (Mehreinnahmen)
  4. Versicherungen (Mehreinnahmen)
  5. Arbeitgeber
  6. Ärzte
    Wem schadet es: den Kassenversicherten. Das sind die einzigen, von denen man was verlangt: Selbstbeteiligung und Mehrausgaben.
    Von wem wurde das Gesetz zusammengeschustert? von Beamten. Wo sind die versichert? Privat. Haben natürlich enorm Erfahrung.
    Aber die Leidensfähigkeit des Volkes ist ohne Grenzen!?
    Grüße
    Raimund

Schmidt und Seehofer haben …

erbärmlich schlechte, sogar unbrauchbare Arbeit abgeliefert.

Guten Abend!

Stets war von Reform die Rede. Wenn VW seinen Fahrzeugen anstelle eines Reserverads ein Notrad beilegt, ist das dann eine Reform der Fahrzeugproduktion? Wenn ein Kaufmann seine Preisliste überarbeitet, ist das dann eine Reform? Sind Tarifänderungen eine Reform?

Ich hätte Veränderungen des Systems erwartet, die der Neigung des KV-Systems zu Kostensteigerungen etwas nachhaltig Wirksames entgegensetzen, z. B. Eigenverantwortung der Versicherten. Damit Versicherte in die Lage versetzt werden, verantwortlich zu handeln, dürfen sie nicht konsequent dumm gehalten werden. Die privaten Versicherer machen vor, wie es funktioniert: Selbstbeteiligung (bis zu einem wählbaren Maximalbetrag) an der Behandlungsrechnung in selbstverständlich dem Patienten bekannter Höhe senkt die Kosten. So wird das System von Bagatellfällen entlastet, wird dem Abrechnungsbetrug entgegen gewirkt und so kümmern sich alle Beteiligten um wirtschaftlich vernünftiges Handeln. Das funktioniert in jedem anderen Versicherungszweig und es ist absolut nicht einsehbar, weshalb es in der gesetzlichen KV nicht ebenso funktionieren kann. Dafür braucht man allerdings keine 150.000 Beschäftigten in den gesetzlichen KK und die kassenärztlichen Vereinigungen wären vollständig entbehrlich (sind sie jetzt auch schon).

Beschämend, was die große Runde aus angeblich hochkarätigen Fachleuten während vieler Sitzungstage zustande gebracht hat. Die Damen und Herren haben die Probleme überhaupt nicht angefaßt. Sie haben also ihren Job nicht gemacht.

Gruß
Wolfgang

Hi,

warte ab, bald bezahlt jeder alles selbst…

Aber die Leidensfähigkeit des Volkes ist ohne Grenzen!?

nö, aber da müssen erst ganz andere Verhältnisse kommen, so wie in Russland oder Afrika, und ich befürchte die bekommen wir…Deutschland ist schon stark auf dem absteigenden Ast.

A.

hallo Wolfgang,
was ich von einer kaufmännischen Rechnungsstellung halte, weißt Du ja.
Grundsätzlich sollte es so sein, wie bei den Privaten: der Geschäftspartner des Arztes ist der Patient. Die Kasse ist nur die Absicherung des Kunden. Im prinzip geht es den Arzt überhaupt nichts an, wo sein Kunde versichert ist. Er erbringt eine Leistung und wird dafür bezahlt. Will er mehr, als sagen wir mal 2 fach GOÄ, dann muss er das dem Kunden sagen und ihn dafür Unterschreiben lassen, dass er ihn informiert hat. Will er Mehr al 3,5 GOÄ (Höchstsatz) dann genau das Gleiche. Dann werden die Kosten sionken auf breiter Front. Natürlich auch bei den privaten, klar. Denn der Arzt weiß ja nicht, wo sein Kunde versichert ist. Ich gebe z.B. bei Ärzten nie an, wo ich versichert bin. meine antwort ist immer: Privat. Bort die Sprechstunfenhilfe, bekommt sie nur die antwort: privat. Die Ärzte sind Schlitzohren. Die wissen ganz genau, welche Versicherung gut bezahlt und welche beim Regelsatz schon zu machen. Dem Arzt sollte nur eines wichtig sein: dass er sein Geld (das er ja auch haben soll) belommt.
Was immer gegen mein logisches Verständnis stößt, ist, dass Spezialärzte (Orthopäden, Internisten, usw.) höher liquidieren dürfen, als Hausärzte. Ein Orthopäde wird nicht mitten in der Nacht von der Mama runter gerufen. So ein Hausarzt hat teilweise eine sehr unruhige Nacht. Ein Orthopäde? Das ist natürlich jetzt offtopic.
Ich gönne wirklich jedem sein Einkommen. Doch wenn ich so meine bei mir versicherten Zahnärzte ansehe, dann muss ich feststellen, dass sie „am Hungertuch nagen“: die Frage ist dann immer: kaufe ich mir im Jahr 3 Mercedes CLK oder der 2 500 SL. Und dann klagen Sie, wenn sie statt 2 500er nur 2 CLK kaufen können.
Ich weiß, dass Zahnarztpraxen teuer sind. Doch ist das ein Grund, Inlays Gglaskeramik)für ca. 40 E einzukaufen und dem kunden für 700 € anzudrehen?

Zu Kassenärzlichen Vereinigung. eigentlich nichts dagegen… wenn sie komplet von den Ärzten als Standesgruppe bezahlt werden. Nur vermute ich, dass dann die meisten Ärzte nichts einzahlen.

Auch ich bin genau der gleichen Überzeugung wie Du, dass in kürzester Zeit der heutige Prozentsatz überschritten wird. Trotz standiger Streichungen auf Kosten der Versicherten.
Grüße
Raimund

Hallo zusammen,

zu diesem Thema nur eines:

MAN SIEHT, DASS DA ABSOLUTE FACHLEUTE AM WERK SIND.
ZUM GLÜCK HABEN DIE ALLE JAHRELANGE PRAXISERFAHRUNG IN DER GKV GESAMMELT.
Der nächste Schritt zur Einheitsversicherung ist gemacht und das Ende vom Lied: ich zahl noch nen Euro mehr für meine Kippen :smile:)

Frustierte Grüße

Jörg
*der sich bald nen Job sucht, wenn das so weitergeht*

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Hallo Raimund,
die Frage ist nicht, ob sie höher liquidieren können, vielmehr ist es so, dass Hausärzte in der Regel etwas zaghafter in Sachen Liquidation vorgehen.

Und zum Thema Zahnersatz: Es ist die Frage, ob die Ärzte wirklich mehr verdienen, denn meiner Meinung nach ist es günstiger, Symptome zu bekämpfen, als Wirkungen.

Und beim Zahnersatz ist es so… Zahnersatz erwirkt bei der Mehrheit der Menschen eine sorgsame Pflege ihrer Zähne.

Bin nur mal gespannt, was die Privaten daraus schustern.

Gruß
Marco

Hallo Raimund,
die Frustration über die leidenschaftlich vorgetragenen Leistungen unserer Volksvertreter kennt mittlerweile keine Grenzen mehr. Mit welcher Unverschämtheit die Politiker sich vor die Presse stellen und mitteilen, das der „Geldfressende Drache“ Gesundheitswesen jetzt mehr durch den Bürger gefüttert wird. Das eigentliche Übel wird (wieder einmal) ignoriert. Es wäre doch gerade jetzt an der Zeit gewesen grundlegende Reformen (IN ALLEN SEKTIONEN DES GESUNDHEITSSYSTEM) durchzusetzen. Ich Frage mich, ob die so unterbelichtet sind (Verzeihung im vorraus) oder ob hier noch andere und tiefere Interessen gibt?? Man sollte sich Gedanken machen, wie oder was man dagegen tun kann.

MfG
Martin Kerkloh

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es wird immer deutlicher…
hallo Martin,

…von wem die Politiker bezahlt werden.
Wir steuern mit großen Schritten auf das 19. Jahrhundert zu.
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,
ganz so schwarz sehe ich die zukünftige Situation nun „noch“ nicht, aber ich frage mich wo der Wiederstand bleibt (Ärztekammer, Apothekerverband, Verbraucherschutz, u.s.w.).
Auf einmal sind alle ziemlich still geworden.

Die privaten Versicherer haben 1 Stunde nach bekanntwerden der Änderungspläne Ihre Konzeptionsabteilungen am Tisch gehabt und überlegen wie und mit welchem Produktkonzept Sie den meisten Profit machen und ja den „run“ auf die privaten Absicherung nicht verpassen.

Der Bürger meckert und schimpft über die Änderungen und das war es dann auch schon?

Die Politiker sind froh, das Sie ersteinmal eine Pause haben und das Sie von den eigentlichen Problemen (Standort Deutschland, Konjunkturschwäche, Arbeitslosigkeit, etc.) ablenken konnten.

Nun letztendlich hilft uns meckern und schimpfen nicht weiter. Wir müssen mit diesen neuen Fakten nun klar kommen. Das hat mich aber nicht abgehalten einen Beschwerdebrief an die zuständige Ministerin und deren Verhandlungspartner zu schicken und um Erklärung für die fehlenden Strukturreformen zu bitten. Naja, ich bin mal auf die Antwort gespannt. Ich hoffe dam meinem Beispiel viele folgen und denen dadurch vielleicht klar wird: „Wer A sagt muß auch B sagen!!“ Die meinen ja immer nach A ist Schluß.

Ich möchte jeden Leser dieser Artikelreiehe fragen: „Was passiert eigentlich, wenn wir weiterhin jedes Problem nur durch zeitlich begrenzte Maßnahmen lösen wollen und uns nicht „trauen“, die fundamentalen Punkte anzugreifen?“

Gruß
Martin

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hallo Marco

Hallo Raimund,
die Frage ist nicht, ob sie höher liquidieren können, vielmehr
ist es so, dass Hausärzte in der Regel etwas zaghafter in
Sachen Liquidation vorgehen.

Und zum Thema Zahnersatz: Es ist die Frage, ob die Ärzte
wirklich mehr verdienen, denn meiner Meinung nach ist es
günstiger, Symptome zu bekämpfen, als Wirkungen.

Und beim Zahnersatz ist es so… Zahnersatz erwirkt bei der
Mehrheit der Menschen eine sorgsame Pflege ihrer Zähne.

Das glaubst du doch nicht ernsthaft? Wer faul ist, der bleibt faul. Und wer von Kind auf an pflegt, kein Betthupferl isst, nach jeder Speisenzusichnahme putzt mit Bürste und Zahnseide — und trotzdem verrottete Zähne hat… was ist dann dein Argument? Selbst Schuld dass das Erbgut so schlecht war.

Nein, meine Befürchtung geht dahin, dass diejenigen, die finanziell so gerade über die Runden kommen (und nicht rauchen, saufen, Süßigkeiten oder Ships verdrücken) – die haben die berühmte A…karte, denn wer nur von der Hand in den Mund lebt (leben muss) wo soll der sparen? Und du glaubst doch nicht ernsthaft dass du diese Zusatzzahnversicherung für eben diese 1 % bekommst-- ja vielleicht junge Leute. Aber was macht derjenige, der vielleicht 50 ist und froh ist überhaupt Arbeit zu haben — einen zweiten Job?..

Es kommen hier die normalen amerikanischen Verhältnisse: da ist es schon seit Jahrzehnten so, dass der sogen. Mittelstand mindestens 2 Jobs hat zum Überleben und die Frau auch noch dazu.

Erstrebenswert? Wir sind auf dem besten Wege dahin.

Und ein chronisch kranker darf dann - soweit ich verstanden habe - für jede seiner Beschwerden je !Quartal nur 10 € zahlen.

Ein Rechenbeispiel könnte so sein (und das sind leider sehr viele erwerbstätige Menschen)
Arztbesuch wegen Blutdruck
Arztbesuch wegen Diabetes
Arztbesuch wegen Knochenbeschwerden
Arztbesuch wegen Grippe (nicht nur so`n bißchen Temperatur von 39 °C, sondern richtig)
Arztbesuch wegen Darmleidens
und
Zahnarzt (weil Zahnersatz ja selten richtig angepasst ist)

da sind wir bei 60 € plus die ganzen Eigenanteile bei den Medikamenten, was bei vielen Erkrankten monatlich 100 € bei verschriebenen Medikamenten ausmacht und noch 30 € für Eigenmedikation.

Sag mal, von welchem monatlichen Netto, abzüglich Miete, Strom, Wasser, Heizung, geht ihr eigentlich in der Diskussion aus?? Meint ihr, - nur einige Berufsgruppe herausgegriffen Arzthelferin, Verkäufer, Laqerist, Angestellte im Dienstleistungsgewerbe… haben mal locker 200 € so einfach übrig???

Die Folge wird doch sein, dass die Menschen nicht zum Arzt gehen, selbst wenn sie müssten - dafür umso eher total ausfallen, das ganze dann irreparabel ist… es erinnert mich so daran, dass in Groß Britannien ein/e mit 65 kein neues Hüftgelenk mehr bekommt, da nicht notwendig, wenn nicht selbst bezahlt werden kann.

Meine Güte… mir graust noch mehr vor der Zukunft…

Bin nur mal gespannt, was die Privaten daraus schustern.

kikut

Hallo Kikut,

um es kurz zu machen: Der Selbstbehalt bzw. Eigenbeteiligung ist jährlich die Obergrenze und beträgt bei chronisch Kranken 1% des Jahresbruttos. Sprich: Jemand verdient 30.000 Euro im Jahr, dann zahlt er 300 Euro für seine Krankheiten maximal. Das ist bisher so und ändert sich nicht. Also warum schreien?

Gruß
Marco

Hallo Marco,
schreien gehört mittlerweile zur unseren liebsten Dingen.

Man denkt nicht mehr darüber nach, wie gut es uns eigentlich geht (Ausnahmen gibt es leider).

Betrachtet doch mal unseren Lebensstandart!! Wir müssen uns umstellen und uns den Gegebenheiten anpassen. Natürlich nervt es richtig an, wenn wir uns umstellen und andere Personengruppen können weitermachen wie bißher (Beamte, etc).

Weiterhin stellt keiner die Frage nach der Wirtschaftlichkeit eines Systems, Behörde oder Verwaltung. Wenn ich nach einer Analyse, erarbeitet von einer englischen Unternehmensberatung, die Situation mal betrachte, stecken in unserem riesigen Verwaltungsapperat einige Milliarden drin, die wir einsparen können/müssen.

Was ist den an den amerikanischen Verhältnissen eigentlich so schlecht??

Das wollte ich mal loswerden.

Tschau
Martin

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