Die mysteriöse Gartenkralle

Guten Morgen liebe Garten-Freaks,

Wir haben letztes Jahr einen netten großen Garten gekauft, in dem seit Jahren nichts gemacht wurde. Das sieht man auch sehr deutlich…
Da wir erst mal den Zaun gründlichst erneuern müssen, um den Garten karnickeldicht zu machen, kann ich dieses Jahr noch nicht wirklich was pflanzen und beabsichtige, dem Garten eine bunte Mischung unterschiedlich blühender Bodenkuren zu verpassen. Doch dafür muss ich den Boden wohl vorbereiten. Da ich bereits einen Bandscheibenvorfall im Nacken hatte und meine rechte Schulter kaputt ist, denke ich über den Erwerb einer Gartenkralle nach.
Hat da jemand Erfahrungen? Zum einen wüsste ich gerne, ob die Dinger was taugen und dann irritieren mich die unterschiedlichen Ausführungen. Ich habe welche mit dezenten, kleinen Griffen gesehen und welche die sowas wie einen Fahrradlenker als Griff haben. Beratet mich doch mal bitte. Ich weiß nicht ob es wichtig ist, aber ich bin relativ klein und mickrig.

Nun bin ich gespannt, wer sich so erbarmt und mir antwortet, danke schon mal im Vorraus und wünsche einen feinen Dienstag!

LG Conny

Hallo,

das Spielzeug taugt vielleicht zum Lockern von gut kultiviertem Boden, aber zum „Urbarmachen“ eines jahrelang nicht gepflegten Gartens kannst du das vergessen, noch dazu mit deiner gesundheitlichen Schädigung. Je nach Größe der Fläche müsste da wohl eher der Spaten, eine Grabgabel oder eine Motorfräse herhalten.

Viel Spaß noch
Horst

Hach ja, das hatte ich fast befürchtet. Hatte allerdings gehofft, dass es für die Vorbereitung der Bodenkur reicht, das gammelige Grünzeug rauszureißen und mit der Gartenkralle zu lockern.

Danke für die fixe Antwort!

Charmanten Dienstag wünsch ich Dir,
LG Conny

Hallo,

die Gartenkralle kenne ich wohl, sie ist aber sinnlos bei verunkrauteten Böden. Wäre es körperlich möglich, so würde ich dir meine Methode empfehlen: Mit einer Grabgabel von Hand durchgraben und alle Pflanzen- und Wurzelteile raussuchen. Eine Motorfräse wäre eine Möglichkeit, aber sie hackt die Unkräuter klein und sucht sie nicht raus, so dass sie sich dann weiter vermehren. Die körperlich leichtest Methode wäre, den zu bearbeitenden Grund mir einer licht- und wasserunduchlässigen Folie zu bedecken und zu warten, bis darunter alles pflanzliche Leben gewichen ist. Zwar werden dadurch die Unkräuter beseitigt, aber der Boden muss immer noch umgegraben werden.

Gruss

Iru

Hallo
ja, die Gartenkralle ist sinnvoll. Ich habe zwei davon. Allerdings habe ich nicht das Geld für die Original Gartenkralle ausgegeben sondern mir einen Nachbau gekauft. Achte beim kauf einfach darauf, dass die unteren vier Krallen „geknickt“ sind und ein Mitteldorn vorhanden ist.

Die Arbeit mit der Kralle ist aufrecht stehend möglich, doch benötigt man dafür einen gesunden Rücken wenn die Erde hart ist. Für den beschriebenen Zweck einer Erstkultivierung ist die Kralle nicht geeignet.

Im Baumarkt kann man sich eine Benzin- oder Motorhacke ausleihen.
(Kauf kostet ca. 500 Euro)
Die Morothacke fährt selbst. Irgend jemand mit intaktem Rücken muss sich nur dranhängen und das Ding lenken.

Wir haben uns eine Motorhacke gekauft und ich arbeite sehr gern damit. Man kann die Beete vorbereiten oder den verdörrten Rasen umgraben und neu säen.

Hoffentlich hilft Dir das.

Gruss und viel Spass bei der winterlichen Gartenarbeit.

Kermit

Hallo,

Danke für den Tipp mit der Folie, aber deas Unkraut ist gar nicht so sehr das Problem. Das rupf ich ganz geduldig raus. ist teilweise sogar recht witzig, wohin einen Wurzeln und Ranken so führen. Das nehme ich mit Humor und bin auch sehr geduldig. Da ich aber nach der Bodenkur auf jeden Fall umgraben muss, würde ich mir gerne ein Umgraben vor der Bodenkur ersparen. Zumal ich dieses Jahr das meiste wohl alleine buddeln muss, da mein Freund mit Zaunreparatur, Reparatur der Laube und all so’nem Männerkram völlig ausgelastet sein wird. Spaten und Grabegabeln sind ausreichend da, ich denk ich mache mit der Grabegabel weiter wie ich letztes Jahr schon angefangen hatte, bis mich meine Knochen ausgebremst haben. Wenn ich jeden Tag ein kleines Stück schaffe bin ich auch irgendwann fertig. Wird halt dann länger dauern, es geht um 720 qm. Und man sucht ja doch immer nach Möglichkeiten, es sich etwas leichter zu machen.

Vielen lieben Dank für die Antwort,

netten Dienstag,
LG Conny

Moin,

Ah fein, vielen Dank für die Infos. Ich schau mich mal um. Für motorisierten Krams hab ich mich bisher gar nicht interessiert, weil wir weder Strom noch fließendes Wasser haben. Also braucht man dann diese tollen „knatter-ratter-qualm-Zweitaktmaschinen“. Als Kind hat es mich immer total genervt wenn mein Paps seine Motorpumpe angeschmissen hat um den Garten zu bewässern. Irgendwie hat das wohl Spuren hinterlassen und wir nennen unseren Garten schon unsere kleine Farm, weil wir halt so rackern wie in der alten TV-Serie. Aber man wird ja nicht jünger und ich werde mich auch in der Richtung mal schlau machen.

Danke und anregenden Dienstag,
LG Conny

Servus,

beide beschriebenen Techniken schaden Böden mit mehr oder weniger hohem Tonanteil mehr, als sie nutzen, weil sie einen stark verdichteten Horizont in geringer Tiefe erzeugen.

Sie sind nur für lS - sL Böden geeignet.

Schöne Grüße

MM

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Guten Morgen,

Na klasse, es wir immer komplizierter. Wenn man den Garten betritt ist der Boden eher lehmig und am anderen Ende eher sandig. Das wird ein Spaß! Ich glaube wenn ich das nächste mal in den Garten komme werde ich lächelnd meine gute alte Grabegabel nehmen und loslegen. Schlimmer kann es in DEM Garten glaube ich nicht werden.

Danke und schönen Dienstag,
LG Conny

Servus,

Grabgabel ist eine sehr gute Idee. Zur Vorbereitung einer Grünbrache ist es nicht nötig, wendend zu arbeiten. Es genügt, die Gabel einzustechen und bei jedem Einstich einmal vor- und zurückzubewegen. Das erleichtert das mehr oder weniger oberflächliche Jäten des vorhandenen Bewuchses und gibt eine gute Vorbereitung für die Grünbrache.

Schöne Grüße

MM

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Hallo!
Habe auch einen großen, vernachlässigten Garten in Arbeit mit unterschiedlichen Böden, teils lehmig und entweder so hart, dass man mit der Spitzhacke ran müsste, dann - bei Regen - so klietschig, dass man nach zwei Schritten „auf hohem Kothurn“ geht :smile:

Ich empfehle Grabgabel, ist auch den Regenwürmern lieber :wink: Und so ganz ohne Krafteinsatz lässt sich auch die Gartenkralle nicht handhaben. In schwerem Boden habe ich eine schon kaputtgekriegt, kein Problem, auch diese, die Orignal-Gartenkralle Gold *g*, wackelt schon.

Wünsche Dir Freude und viel Erfolg im Garten!
Gruß,
Eva

Das ist eine perfekte Antwort, die in Theorie und Praxis stimmt.
Ich war die ersten Jahre nach der Schule Gärtnerin, und bin es irgendwie noch, und sowohl im Betrieb haben wir es genau so gelernt und gemacht, als auch in den vielen behandelten Gärten inkl. eigenem hat es sich nach viel probieren doch als die Standardmethode erwiesen, die auf mehreren Ebenen die richtige ist.

Martin, Deine Tipps hier sind einfach immer so, wie man es sich idealerweise vorstellt!Musste mal gesagt werden.

Zahira

Hallo,

Danke, das ist lieb. Es geht um den Garten in dem ich „groß“ geworden bin und den meine Eltern viele Jahre liebevoll gepflegt haben. ich setz alles dran, dass er wieder schön wird. Wir rechnen grob mit 3 Jahre…

Gute Nacht,
alles Liebe,
Conny

Hallo Martin,

Okay, dann mach ich weiter wie gehabt. Aber irgendwie hatte ich ja doch auf etwas Erleichterung gehofft. Was wären wir ohne Hoffnungen und Träume?

LG Conny

Servus,

eine relative Erleichterung beim wiegenden Durcharbeiten mit der Grabgabel bringt es, wenn man schräg einsticht, so dass mit der zweiten Bewegung vom Körper weg der Schritt zum nächsten Einstich verbunden ist. Mit dieser schrägen Lage der Einstiche ist auch weniger Kraftaufwand verbunden, als wenn man gradeaus zur bearbeiteten Fläche hin arbeitet.

Schöne Grüße

MM

wird. Wir rechnen grob mit 3 Jahre…

Hallo, Conny!
Ich maloche jetzt im dritten Jahr in dem Garten … Noch ist er nicht so, wie ich ihn mir vorstelle. Manches hat sich als nicht praktikabel erwiesen, mein Farbkonzept war nicht durchdacht etc. p.p.

Aber das ist eigentlich das Schöne, dass man sie fertig wird und immer aufs Neue kreativ sein kann. Gartenarbeit ist herrlich!!!

Wünsche Dir Freude und viel Glück!
Grúß,
Eva

Hallo Martin,

Danke, das versuch ich mal. Blöd wenn man auf seine Knochen aufpassen muss, aber jammern hilft nicht.

Schönes Wochenende,
LG Conny

Hallo Eva,

Gartenarbeit hört nie auf und das ist schön so. Wenn einen allerdings erst mal nur Problemzonen anstarren, dann ist das nicht so toll. Aber wir kriegen das ganz sicher hin.

Auch Euch viel Spaß und Freude an und in Eurem Garten und alles Liebe,

Gruß Conny

Die richtige Technik
Hallo!

Hm, also an dieser Stelle empfehle ich immer zu gucken, was die Profis verwenden. Ich habe noch in keinem GaLa-Baubetrieb eine Gartenkralle gesehen. Wenn das Ding also so richtig was taugen würde, würden doch die Profis das als erstes verwenden.

Und ich kann mir vorstellen, dass bei kaputtem Nacken und Schulter die nötige Drehbewegung nicht unbedingt angenehmer ist als mit der Gabel zu arbeiten. Aber gut, probier es aus, Tipps dazu hast Du ja bekommen.

Mit der Grabegabel solltest Du Dir die richtige Technik angewöhnen:
http://www.gartenfreunde.de/gartenpraxis/gut_zu_wiss…
Da ist auch die Kralle erwähnt.
http://www.bkk-heilberufe.de/Inhalt/liste_gesundheit…
Auch für andere Arbeiten.

Viel Spaß bei der Arbeit.

kernig

sieh es andersrum
Hallo!

Gartenarbeit ist mit das gesündeste, was man seinem Körper antun kann. Bewegung an der frischen Luft und dann noch so sinnvoll :smile:

Man darf es nicht übertreiben, immer schön langsam. Unser Nachbar ist 87 und werkelt den ganzen Sommer vor sich hin!

Seit letztem Frühjahr arbeite ich ja draußen und z.T. körperlich recht schwer. Ich muss sagen: Mir geht es so gut, wie schon lange nicht mehr. Am Anfang haben sich ein paar Knochen und Gelenke gewehrt, aber ich habe jetzt z.B. weniger Kreuzweh als bei einer sitzenden Tätigkeit.

Gerade am Rücken und Nacken ist Muskelaufbau alles, wirst Du ja selber wissen.

Deshalb: Nur Mut, immer langsam und stetig.

Grüße
kernig