…ist einfacher und besser zu verstehen als die alte, so jedenfalls die Germanistin S.M. in ihrer soeben abgeschlossenen Doktorarbeit.
Das, liebe ExpertInnen, mag schon sein. Zu meinem Leidwesen bemüht Frau S.M. jedoch ein Beispiel, dem ich ums Verr*piep* nicht folgen kann: Nach alter Schreibweise konnte die „kochendheiße Suppe“ (attributiv) zusammengeschrieben werden, bei prädikativem Gebrauch „die Suppe war kochend heiß“ musste getrennt geschrieben werden. Nach der neuen Schreibweise wird beides getrennt geschrieben. S.M.: „Dadurch ist der Fachausdruck ‚prädikativ‘ aus dem Regelverzeichnis verschwunden.“
Das Verschwinden möchte ich jetzt mal nicht in Frage stellen, mich bewegt eher die Frage, ob nach der alten (wie alt?) Schreibweise die „kochendheiße Suppe“ jemals richtig war - ich denke nicht. Wer weiß was?
Gruß Ralf
Quelle: Augsburger Zeitung vom 30.08.2004, Kultur
Hi Ralf!
Ich hoffe es stört dich icht, daß eine Ausländerin was dazu sagt! (Ich habe deutsche Grammatik gelernt!)
Nach alter Schreibweise konnte die
„kochendheiße Suppe“ (attributiv) zusammengeschrieben werden,
Nach der neuen Schreibweise wird
beides getrennt geschrieben.
Das Verschwinden möchte ich jetzt mal nicht in Frage stellen,
mich bewegt eher die Frage, ob nach der alten (wie alt?)
Schreibweise die „kochendheiße Suppe“ jemals richtig war - ich
denke nicht. Wer weiß was?
Natürlich kann ich Dir nicht sagen wie alt die alte Schreibweise überhaupt ist. Aber mir sind ein paar ähnliche Auisdrücke gerade geläufig, von denen ich glaube mich zu erinnern, daß so richtig sind. ZB. „Raabenschwarze XY“, oder „himmelsblauer YX“, oder „eiskaltes AB“, oder „löwenstarke Ba“ usw…
Ich hoffe ich habe Dir einen Denkanstoß gegeben!
Ganz liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena
Das Verschwinden möchte ich jetzt mal nicht in Frage stellen,
mich bewegt eher die Frage, ob nach der alten (wie alt?)
Schreibweise die „kochendheiße Suppe“ jemals richtig war - ich
denke nicht. Wer weiß was?
Hallo, Ralf,
in der Dudenausgabe von 1973 (ja, die hab ich noch - man weiß ja nie
) findet sich tatsächlich „kochendheiß“, ebenso wie „leichtverdaulich“ und „schwerverständlich“.
(R 143: Z u s a m m e n schreibt man, wenn die Verbindung in eigenschaftswörtlicher Bedeutung gebraucht wird …)
Gruß
Kreszenz
Hi Kreszenz,
(R 143: Z u s a m m e n schreibt man, wenn die Verbindung
in eigenschaftswörtlicher Bedeutung gebraucht wird … )
diese Regel ist an mir spurlos vorübergegengen.
Gruß Ralf
Hi Helena,
Ich hoffe es stört dich icht, daß eine Ausländerin was dazu sagt!
Nie und nimmer - Deutsch ist auch für Muttersprachler nicht einfach.
„Raabenschwarze XY“, oder „himmelsblauer YX“, oder „eiskaltes AB“, oder usw…
Stimmt alles, trifft aber das „kochend heiß“ nicht so ganz.
- Rabenschwarz: schwarz wie ein Rabe;
- himmelblau: blau wie der Himmel;
- eiskalt: kalt wie Eis;
- kochend heiß: heiß wie kochendes [Wasser].
Ganz liebe Grüße aus Nürnberg!
Ebensolche aus dem Ostallgäu
Ralf
Hi Ralf,
Vielen herzlichen Dank für Deine nette und ausführliche Antwort.
Trotzdem verstehe ich nicht warum „kochendheiß“ nicht ganz „Rabenschwarz“ entspricht.
Selbstverständlich sehe ich den Unterschied, daß „rabenschwarz“ aus einen Hauptwort (Substantiv) und einen Artikel besteht und „kochendheiss“ nicht. Aber mir leuchtet doch irgendwie ein, daß alle Beispiele aus zwei Wörtern bestehen und somit entschieden wurde, daß alle ab sofort zusammen geschrieben werden. Dagegen wäre mir ein Rätsel, warum zB. „eiskalt“ zusammen gehört und „kochendheiß“ nicht.
Jedenfalls freue ich mich sehr zu glauben, daß ich mal ausnahmsweise endlich eine Logik in die deutsche Grammatik, gefunden habe…!!! ;o)))
Ich hoffe es stört dich icht, daß eine Ausländerin was dazu sagt!
Nie und nimmer - Deutsch ist auch für Muttersprachler nicht
einfach.
Danke, Ralf! (NICHT Ironisch gemeint, sondern wirklich!) Wenn für Muttersprachler schon nicht einfach ist, was soll ich als Ausländerin dann sagen!!!??? ;o))
„Raabenschwarze XY“, oder „himmelsblauer YX“, oder „eiskaltes AB“, oder usw…
Stimmt alles, trifft aber das „kochend heiß“ nicht so ganz.
s.o. Ich denke man soll nicht so genau darauf eingehen, aus welcher Art von Wörtern diesen Adjektiv gebaut ist. Nur so ergibt mMn eine mögliche Logik…
Ganz liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena