Die Nibelungen: Anspruch des Zuschauers

Hallo,

nachdem es schon 2 Postings bezgl. des Films Nibelungen auf SAT1 gibt, eines Pro, eines Contra, habe ich mich gefragt, woher das kommt, dass wir so zwiegespalten bezgl. der Bewertung dieses Films sind.

Gerade bei den Diskussionen um diese Filmproduktion habe ich den Eindruck, dass wir Zuschauer an deutsche Produktionen sehr hohe Maßstäbe anlegen.

Danach muss ein ein deutscher Film:

  • Historisch vollständig und beständig
  • Künstlerisch wertvoll
  • von der Besetzung her perfekt besetzt
    und vor allem Kritikbeständig sein.
    Nebenbei muss er noch auf Filmfestspielen hochdekoriert worden sein.
    Ach ja, und dann darf er auch nix kosten.
    Und wenn mehr als 1 Million Leute dann in solch einen Film reingehen, fühlen sich die „Entdecker“ dieses ach so wertvollen Films zum Kommerz abgestempelt und machen auch solch einen Film nachträglch
    madig.

Oder der Film muss ganz ohne Anspruch sein wie die Supernasen, um ein Beispiel zu nennen.

Woher kommt das?
Warum kann uns ein Film nicht einfach mal gefallen, weil er uns gut unterhält?
Warum darf man sich nicht offen dazu bekennen, dass einem ein Film gefallen hat, ohne von den Kulturproteges gleich als schlechter Filmkenner abgestempelt zu werden?

Ach ja, und man muss nicht immer das oder die Bücher vorher gelesen haben, um einen Film zu geniesen und ihn für sich persönlich bewerten zu können.

Gruß

Christian

Hallo,

nachdem es schon 2 Postings bezgl. des Films Nibelungen auf
SAT1 gibt, eines Pro, eines Contra, habe ich mich gefragt,
woher das kommt, dass wir so zwiegespalten bezgl. der
Bewertung dieses Films sind.

Ganz einfach: Jeder mensch ist anders und jeder siehtfern mit anderen Augen.

Gruß
h.

Hallo Christian,

sehen wir es mal realistisch.

Jeder (!) schaut sich einen Film mit einer anderen Vorstellung an.

Und je mehr jemand mit der Materie betraut ist, die in einem Film verarbeitet wurde, desto größer das Enttäuschungsrisiko.
(Auch wenn wir wissen, das nicht immer alles realisierbar ist.)

Nehmen wir mal als Beispiel Matrix 2 + 3 - diese Filme wurden von all jenen verissen, die sich hier viel erwartet hatten. Wer hingegen erwartungslos hinein ging fand den Film gut.

Nehmen wir „Herr der Ringe“: Die häufigste Grundeinstellung hierzu war wohl sowieso dass dieses Buch angeblich nicht verfilmbar ist. In sofern waren alle von der Umsetzung total positiv überrascht.

Und nun zum Ring der Nibelungen: Hier gibt es nun mal massives Wissen zum Thema und es ist keine Erstverfilmung des Themas (und die Sage ist auch noch entsprechend bekannt). Also sind die Erwartungen eben entsprechend. Und die wurden eben zuhauf enttäuscht.
Wer einfach nur ohne große Erwartung da saß, der wurde bestimmt gut unterhalten.

Fazit: Geschmäcker sind eben verschieden. Daher wird es immer zwei Meinungen geben und der Mega-Große-Wurf hat Seltenheitswert.

Gruß Ivo

Danach muss ein ein deutscher Film:

  • Historisch vollständig und beständig
  • Künstlerisch wertvoll

Nein, nicht ein deutscher Film, sondern jeder Film sollte künstlerisch wertvoll sein!

Und wenn man ein historischens Ereignis oder eine Sage verfilmt, sollte der Film sich dann auch an die Tatsachen halten. Wenn man sich nicht an die Vorgaben halten will, dann sollte man den Film nicht die Nibelungen nennen. Denn so verfälscht man die Geschichte(n).

Aber dieses Problem haben nicht nur deutsche Filme.

Mfg

der Harri

Kleine Anmerkung: Ich habe den Film nicht gesehen, wollte aber dennoch meinen Senf zu Deinem Posting geben!

Hi!

Danach muss ein ein deutscher Film:

  • Historisch vollständig und beständig
  • Künstlerisch wertvoll
  • von der Besetzung her perfekt besetzt
    und vor allem Kritikbeständig sein.
    Nebenbei muss er noch auf Filmfestspielen hochdekoriert worden
    sein.
    Ach ja, und dann darf er auch nix kosten.
    Und wenn mehr als 1 Million Leute dann in solch einen Film
    reingehen, fühlen sich die „Entdecker“ dieses ach so
    wertvollen Films zum Kommerz abgestempelt und machen auch
    solch einen Film nachträglch
    madig.

Dieses Pauschalurteil ist schlicht Unsinn. Es gibt eine ganze Reihe von guten bis sehr guten deutschen Filmen. Die Frage ist: Was haben diese guten Filme gemeinsam, was dem Zweiteiler „Die Nibelungen“ so völlig abging?

Für mich liegt die Hauptbewertung in der Glaubwürdigkeit der Film-Figuren, der gesamten Handlung und der Qualität der Umsetzung durch Schauspieler und Filmstab.

Gute deutsche Filme waren (ich nenne exemplarisch nur drei, obwohl es viel mehr gibt):

Sönke Wortmann - „Kleine Haie“
Thomas Jahn - „Knocking On Heavens Door“
Oliver Hirschbiegel - „Das Experiment“

In diesen Filme agierten Schauspieler, denen man die Rollen wirklich abnahm. Das Handlungsgerüst war in sich logisch aufgebaut (falls dir der Begriff „Plot“ etwas sagt - in diesen Filmen funktionierte der Plot), der Spannungsbogen der Handlung stieg kontinuierlich an, es gab an den richtigen Stellen entsprechende Wendepunkte. Beim Zuschauer entwickelt sich bei der Betrachtung des Filmes so etwas wie Empathie zur Filmfigur. Die Filmfiguren wirkten authentisch.

Nun wirst du sicher kommen, die Nibelungensage sei ja nicht echt und deshalb könnte es keine Authentizität geben. Und deshalb könne man solche Kriterien nicht an den Film „Die Nibelungen“ anlegen.

Man kann. Denn auch die Welt der Fantasy (sei es die Drachentötergeschichte der Burgunder oder der Herr der Ringe) bewegen sich nicht in einer regelfreien Welt. Wie die Filmfiguren leben, miteinander umgehen, welchem Ehrenkodex sie folgen, wie sie reden, denken und handeln, das ist in einer phantastischen Welt ebenso wie in ein (film-)realen Umgebung durch Werte und Regeln festgelegt. Und diese Regeln müssen im jeweils gewählten Set funktionieren und befolgt werden.

Wenn aber diese Regeln lasch ausgearbeitet sind (und das ist einer der Vorwürfe, den sich „Die Nibelungen“ gefallen lassen müssen), dann funktioniert die ganze Handlung nicht. Dann funktionieren die Charakere im Film nicht, und damit der ganze Film. Im Film „Die Nibelungen“ stimmt der Kernkonflikt nicht (viel zu schwach ausgebaut, dazu noch von einer Parallelhandlung überlagert), zentrale Charaktere offenbaren plötzlich Sinnwandlungen, die viel besser hätten vorbereitet werden müssen. Dazu kommen eklatante Schwächen in der Ausabeitung der einzelnen Filmfiguren. Wo ist die Figur, mit der sich der Fernsehzuschauer identifizieren soll? Der naiv-tumbe Siegfried, der Fehler über Fehler begeht? Die zickige Kriemhild? Die Hau-drauf-Conana-Brunhild? Der wankelmütig-unfähige Gunther? Oder der Raffzahn Hagen von Tronje?

Ich bleibe bei meiner weiter unten geäußerten Kritik. Die Um-Interpretation eines bekannten Stoffes ist durchaus zulässig. Nur muss sie dann intelligent genug gemacht sein. Und genau da fehlt es dem Film.

Grüße
Heinrich

Hm, bei Deinem Nick fällt es mir irgendwie schwer, Dich ernst zu nehmen.
(kleiner Scherz)
:wink:

Gruß

Chris

DEUTSCHER FILM IST TOT
Hi,

ersteinmal zu den argen kritikern. Jeder mensch, der es schaft einen cinema-abozettel auszufüllen fühlt sich zum großen kritiker berufen und lässt das auch gern alle welt wissen. Am schlimmsten kann man das bei imdb.com beobachten.
Glaub mir; ich kenne diese typisch amerikanische sofa-kartoffel. Hier ist die figur des comicbuch-händlers bei den simpsons noch wohlwollend untertrieben.
Aber auch hier fällt dieses selbsverständnis auf. Wenn man schon von sich behauptet an einen film gewisse maßstäbe anzusetzen, um ihn zu bewerten hat schichtweg das falsche bewußtsein. Natürlich wird sowas bei den oscars auch getan, nur wirkt das bei uns immer unendlich verkrampfter.
Vielen ist es einfach nicht möglich zu sagen, daß ihnen ein film schlichtweg gefallen hat. Wenn ich von dem 08/15-kinogänger so etwas höre wie: „Wundervoll fotografiert. Die bilder unterstützen eindrucksvoll, das bedeutungsvolle script.“ kann ich mir nur an den kopf fassen.

Das andere problem liegt in der deutschen filmindustrie. So ein kulturschinken wird noch vor ausstrahlung zum fernseh-event des jahres erklärt. Natürlich können die erwartungen dann meist nur enttäuscht werden.
Weiterhin stellen unsere filmemacher immer wieder einen zu hohen anspruch an kulturellen wert. Dann wird aber gemeckert, daß die großen regisseure, wie w.petersen, nach hollywood gehen; und warum? Weil sie dort normales popcorn-kino machen dürfen ohne eben die angesprochenen kultur-proteges nase-rümpfend im nacken zu haben.
Wenn ich höre, daß ein michael herbig von der filmakademie abgelehnt wird, kann ich dem deutschen film nur wünschen, daß auch er (mit dem nahezu erfolgreichsten deutschen kinofilm) bald seine sachen packt.

Was einfach nicht verstanden wird ist, daß kultur im theater stattfindet und nicht im kino. Natürlich gibt es kulturell anspruchsvolle filme, die dieses prädikat auch verdienen, aber das ist nicht alles, was man von deutschen filmemachern in den kinos sehen will.
Der letzte gute kinofilm war vor „der schuh des manitu“ „der bewegte mann“. In allen anderen produktionen ist doch auf jdn. fall g.george oder c.harfouch dabei. Oder im fall von „rossini“ hat man einfach mal alle deutschen „stars“ engagiert.
Davor ist eine lange lücke bis zu „das boot“. Dieser film, war das letzte „große kino“ aus deutschland (naja, vielleicht noch „die unendliche geschichte“). Wann wird es wohl mal wieder ein deutscher film schaffen für den oscar als bester film nominiert zu werden und nicht ausländischer oder kurz- dokumentarfilm…
Da finde ich so manche pro7-fernsehproduktion sehenswerter als das, was die geldgeber in die kinos hieven…

Fazitär kann man sagen, daß das problem darin liegt, daß zu viele meinen als land der dichter und denker dürfe man auch nur solche kinofilme hervorbringen, die diesem prädikat vermeintlich gerecht werden.

LG Alex:smile:

Hallo,

Und wenn man ein historischens Ereignis oder eine Sage
verfilmt, sollte der Film sich dann auch an die Tatsachen
halten.

und das wahrscheinlich noch mit allen Einzelheiten.
Gehen wir doch mal zu ganz einfachen Buchverfilmungen.
Wie lang sollte der Film denn sein, der sich konsequent an die Vorlage hält?

Die Nibelungen von Anfang bis zum Ende verfilmt kann man locker einen 10 Teiler daraus machen.
Einbuße hat man bei solchen Verfilmungen immmer. Der eine empfindet es als gelungen, der andere eben nicht. Ist Geschmacksache.

Gruß
roland

Hi!

ersteinmal zu den argen kritikern. Jeder mensch, der es schaft
einen cinema-abozettel auszufüllen fühlt sich zum großen
kritiker berufen und lässt das auch gern alle welt wissen. Am
schlimmsten kann man das bei imdb.com beobachten.
Glaub mir; ich kenne diese typisch amerikanische
sofa-kartoffel. Hier ist die figur des comicbuch-händlers bei
den simpsons noch wohlwollend untertrieben.
Aber auch hier fällt dieses selbsverständnis auf. Wenn man
schon von sich behauptet an einen film gewisse maßstäbe
anzusetzen, um ihn zu bewerten hat schichtweg das falsche
bewußtsein. :

Danke!

Natürlich wird sowas bei den oscars auch getan,
nur wirkt das bei uns immer unendlich verkrampfter.
Vielen ist es einfach nicht möglich zu sagen, daß ihnen ein
film schlichtweg gefallen hat.

Woran machst du dein Urteil „der Film hat mir schlichtweg gefallen“ fest, wenn du nicht den Cinema-Abozettel ausgefüllt hast? :wink: Aus dem Bauch heraus? Oder hast du nur einfach das „richtige Bewußtsein“?

Es gibt (wirklich!) Filme, wo man geplättet im Kinosessel liegt und sich gar nicht satt sehen kann. „Lawrence von Arabien“ ist so ein Ding, oder auch „Der mit dem Wolf tanzt“. „Matrix“ hat eine völlig neue Kameratechnik ins Kino gebracht, allein deshalb lohnt sich schon das Ansehen. Oder die sensationelle Kameraarbeit von Tonino Delli Colli, die Mischung aus Großaufnahme und Totale in einem Bild, die er Ende der 60er zur Perfektion gebracht hat. Hast du dir mal „Im Zeichen des Bösen“ mit Orson Welles angeschaut? Ein Leckerschmecker, was die Kamera angeht!

Das sind Sachen, die einen Film interessant machen. Klar kann man aus dem Kino gehen und sagen: „Schrottfilm!“ - weil es der Bauch suggeriert.

Ein Film, der wegen seiner Kameraarbeit völlig ungenießbar war, ist „Die Bourne Verschwörung“. Ein aufgeblähter Video-Clip mit Wackelkamera. Unerträglich. (Aber nach deiner Auffassung kein Bewertungskriterium, oder?)

Anderes Thema: Nimm dir mal den Film „Kopfgeld“ mit Mel Gibson vor. Das ist purer Unterrichtsstoff für den dramaturgischen Aufbau eines Filmplots. Absolut klassisch. Nur - wenn man ein Kilo Popcorn auf den Knien und einen halben Liter Cola in der Hand hat, fällt einem das wohl kaum auf.

Vermutlich wirst du auch jeden noch so dummen Dialog im Film akzeptieren:

(König Gunther): Brunhild lässt mich nicht in ihr Bett.
(Siegfried): Das tut mir leid.

Dümmer geht’s im Drehbuch wohl nimmer. Dabei gibt es Filme, die leben geradezu von ihren geschliffenen Dialogen. Da werden Worte zu Degen, und jedes Gespräch wird zu Angriff und Parade. (Uninteressant, ich weiß. Welcher Kinobesucher kann heute noch einem guten Dialog folgen?)

Empfehlung: Besorg dir von Zweitausendeins Syd Fields Buch „Das Handbuch zum Drehbuch“, dann wirst du Kino mit ganz anderen Augen sehen. Du wirst feststellen, wie Film funktioniert. Weit weg von deinem Bauch.

Der letzte gute kinofilm war vor „der schuh des manitu“ „der
bewegte mann“. In allen anderen produktionen ist doch auf jdn.
fall g.george oder c.harfouch dabei. Oder im fall von
„rossini“ hat man einfach mal alle deutschen „stars“
engagiert.
Davor ist eine lange lücke bis zu „das boot“. Dieser film, war
das letzte „große kino“ aus deutschland (naja, vielleicht noch
„die unendliche geschichte“).

Sagt dir „Nirgendwo in Afrika“ etwas? Hat immerhin einen Oscar eingesackt. Und was mit „Der Untergang“ im kommenden Jahr passiert, kann noch niemand voraussehen.

Es gibt eine Vielzahl guter deutscher Filme, mehr als nur „Das Boot“ oder „Rossini“.

Grüße
Heinrich

Nun mein posting war mehr generell auf historische Verfilmungen bezogen. Wenn z.b. in dem Film U571 am Ende die Enigma Chiffriermaschine von einem Spezialteam halsbrecherisch von Amerikanern aus einem deutschen U-Boot geklaut wurde und anschliessend von Amerikanern entschlüsselt wurde, dann ist das einfach falsch!
Denn in Wirklichkeit fiel die Maschine zufällig den Engländern in die Hände, und die Engländer haben sie dann entschlüsselt!

Meiner Meinung nach sollte man sich, wenn man einen Film mit geschichltichem Hintergrund macht, sich an die Wahrheiten halten. Oder eben etwas frei erfinden, sprich nicht gegen das deutsche Reich kämpfen, sondern gegen irgendwelchen anderen Idioten!

der
Harri

Hallo!

Gerade bei den Diskussionen um diese Filmproduktion habe ich
den Eindruck, dass wir Zuschauer an deutsche Produktionen sehr
hohe Maßstäbe anlegen.

Das tun wir doch bei anderen Filmen genauso. „Troja“ und „King Arthur“ sind z.B. genauso zerpflückt worden wie jetzt die „Nibelungen“. Dem müssen sich Filme eben stellen, von denen es literarische Vorlagen gibt.

Warum darf man sich nicht offen dazu bekennen, dass einem ein
Film gefallen hat, ohne von den Kulturproteges gleich als
schlechter Filmkenner abgestempelt zu werden?

Darf man doch trotzdem. Macht es dir wirklich was aus, von irgendwem als „schlechter Filmkenner“ bezeichnet zu werden, nur weil dein Geschmack ein anderer ist?

Ach ja, und man muss nicht immer das oder die Bücher vorher
gelesen haben, um einen Film zu geniesen und ihn für sich
persönlich bewerten zu können.

Für sich persönlich sicher nicht, aber wenn man diese persönliche Meinung mit anderen teilt, wird man sich wohl sagen lassen müssen, wie es „wirklich“ war ;o) Ist doch auch interessant, oder nicht? Immer wieder was dazu lernen, ich finde das gut!

Ich habe die Nibelungen, zusammen mit den griechischen, römischen und nordischen Sagen recht früh gelesen. Im Laufe der Jahre dann weitere Fassungen. Ein paar wichtige Dinge blieben dabei aber immer erhalten - bis jetzt. Und deshalb war ich auch massiv enttäuscht.

Viele Grüße
Silke

Frage: Film oder TV?
Hallo Heinrich,

gut geschrieben, Loewe.
Haett ich beinahe geschrieben ,aber dann versteht
das jemand vielleich falsch. Als Ironie oder so.
Ich meine es aber ernst. Man merkt, dass du (gute)
Filme magst.

Aber mal eine dumme Frage (haett sie auch allgemein
stellen koennen): Ist dieses Nibelungen-Spektakel
ein Kinofilm oder ein TV-Film?
Ich dachte letzteres.
Und soll man die beiden Genres wirklich vergleichen?
Ich wuerde mich hueten, zu sagen ,dass der deutsche
Film tot ist.
Aber der deutsche Fernsehfilm ist, naja, auf der Intensiv-
station?

Gruesse
Elke

Hi!

Aber mal eine dumme Frage (haett sie auch allgemein
stellen koennen): Ist dieses Nibelungen-Spektakel
ein Kinofilm oder ein TV-Film?
Ich dachte letzteres.

Der Film lief in D im Fernsehen (eben jener Zweiteiler in SAT1), laut imdb.com mit 180 Minuten. Für England - und wohl auch für die USA, so jedenfalls Benno Fürmann in einem Interview - war der Film von Beginn an für das Kino vorgesehen (Kinostart im November). Diese Kinoversion ist allerdings nur 132 Minuten lang. Channel4 wird in England die lange Version im Frühjahr 2005 zeigen, vermutlich um Ostern oder Anfang Mai herum.

Grüße
Heinrich

1 „Gefällt mir“

Hallo Heinrich,

also ein Zwitter. Das hat, so weit ich weiss,
nur einmal (beim Boot) wirklich geklappt.
Selbst beurteilen kann ich nicht, da kein SAT.
Kein grosser Verlust, nachdem was ich so (auch
von euch) lese.

Danke fuer die Info,
mach’s gut
Elke

Hi

also mir ist es ganz egal, ob Deutscher Film, oder Hollywood, diese Kriterien lege ich sowohl bei Troja als auch bei den Niebelungen an. Oder bei Alexander der Grosse.
Allein der indische Flim hat narrenfreiheit.

Grüsslis

Julia

Um mich auch mal in diese Diskussion einzumischen:

Es nervt mich gewaltig, wenn bei Filmen (wie bei Musik) endlos analysiert wird, welchen künstlerischen Anspruch diese Werke (oder einzelne Bestandteile daraus) haben.
Kameraarbeit, inhaltliche Aussage, Musik, Schnitt… all das sind natürlich elementare Bestandteile der meisten Filme.
Aber ist es nicht viel wichtiger, dass ein Film schlichtweg UNTERHALTEND ist?
Dass man anschliessend aus dem Kino gehen kann, in dem Bewusstsein, sich prächtig amüsiert zu haben?
Um mir das reale Leben anzukucken bezahle ich jedenfalls keine Eintrittskarte.
Ich will im Kino nicht sehen, wie schlecht es manche Leute haben/hatten, sondern einfach ein bis drei Stunden lang unterhalten werden.
Und auch aus diesem Grund meide ich deutsche Filme (die Edgar-Wallace-Reihe mal ausgenommen) wie der Teufel das Weihwasser.
Ich will nicht schon wieder wissen, wer was im Dritten Reich erlebt hat oder was im Zweiten Weltkrieg so alles passiert ist.
Derlei Themen kommen mir längst zu den Ohren raus.
Demzufolge können mir auch „Das Boot“ und „Der Untergang“ gestohlen bleiben.
Und das gleiche gilt für Beziehungskomödien, die meiner Ansicht nach im Theater viel besser aufgehoben sind.
Warum misslinngt es all den kritischen deutschen Seelen immerzu, sich einfach mal bei einem unterhaltsamen Film zu AMÜSIEREN?
Ohne Hintergedanken, ohne kritische Anmerkungen. Einfach so.
Und noch was zum Thema „Kopfgeld“: Sicher, ein toller Film.
Aber kaum ein Lehrstück. Das träfe allenfalls auf die Erstverfilmung (mit Glenn Ford) zu…

Hallo Tremor,

Es nervt mich gewaltig, wenn bei Filmen (wie bei Musik) endlos
analysiert wird, welchen künstlerischen Anspruch diese Werke
(oder einzelne Bestandteile daraus) haben.
Kameraarbeit, inhaltliche Aussage, Musik, Schnitt… all das
sind natürlich elementare Bestandteile der meisten Filme.
Aber ist es nicht viel wichtiger, dass ein Film schlichtweg
UNTERHALTEND ist?

Und der Unterschied ist:
du hast einfach so ein vages Empfinden, warum du was
gut findest oder nicht,
die, die sich darueber Gedanken machen, koennen ihre
Meinung fundieren und haben Spass daran, sich mit anderen
darueber auszutauschen (=doppelter Spass an der Freude).

Dass man anschliessend aus dem Kino gehen kann, in dem
Bewusstsein, sich prächtig amüsiert zu haben?

Wieso kann ich das nicht, wenn mir nebenbei noch aufgefallen
ist, dass das ganze handwerklich wirklich gut gemacht war.

Um mir das reale Leben anzukucken bezahle ich jedenfalls keine
Eintrittskarte.

Was hat das mit irgendwas zu tun?

Ich will im Kino nicht sehen, wie schlecht es manche Leute
haben/hatten, sondern einfach ein bis drei Stunden lang
unterhalten werden.

Das ist ein ganz anderes Thema. Dir gefallen eben Komoedien,
Abenteuerfilme, … was auch immer. Du magst einfach andere
Genres.

Und auch aus diesem Grund meide ich deutsche Filme (die
Edgar-Wallace-Reihe mal ausgenommen) wie der Teufel das
Weihwasser.

Auch das bleibt dir unbenommen. Lass doch anderen
den Spass, einen anderen Geschmack zu haben.

Ich will nicht schon wieder wissen, wer was im Dritten Reich
erlebt hat oder was im Zweiten Weltkrieg so alles passiert
ist.

Dito.

Derlei Themen kommen mir längst zu den Ohren raus.
Demzufolge können mir auch „Das Boot“ und „Der Untergang“
gestohlen bleiben.

Dito. Lass anderen, was du fuer dich forderst:
das Recht auf eigenen Geschmack!

Und das gleiche gilt für Beziehungskomödien, die meiner
Ansicht nach im Theater viel besser aufgehoben sind.

Du kannst ihnen doch aus dem Weg gehen!

Warum misslinngt es all den kritischen deutschen Seelen
immerzu, sich einfach mal bei einem unterhaltsamen Film zu
AMÜSIEREN?

Wer sagt das denn?

Ohne Hintergedanken, ohne kritische Anmerkungen. Einfach so.

Weil manche Leute ihre grauen Zellen am Genuss teilhaben
lassen wollen.
Aber wie gesagt, das ist individuell verschieden. Niemand
nimmt dir deinen Geschmack. Wo ist das Problem?

Gruesse
Elke

Hi!

Um mich auch mal in diese Diskussion einzumischen:

Ja, gerne!

Es nervt mich gewaltig, wenn bei Filmen (wie bei Musik) endlos
analysiert wird, welchen künstlerischen Anspruch diese Werke
(oder einzelne Bestandteile daraus) haben.
Kameraarbeit, inhaltliche Aussage, Musik, Schnitt… all das
sind natürlich elementare Bestandteile der meisten Filme.
Aber ist es nicht viel wichtiger, dass ein Film schlichtweg
UNTERHALTEND ist?

Richtig. Ein Film muss unterhaltend sein (wobei jeder den Begriff „Unterhaltung“ anders definieren dürfte), denn wenn ein Film nicht unterhaltend ist, wird ihn sich niemand anschauen.

Aber wie wird ein Film unterhaltend?

Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel: Einen Film mit einem Rätsel (das sind zumeist Krimis oder Thriller, manchmal auch Grusel- oder Mystery-Filme). Damit solche Filme „unterhaltsam“ sind, muss sich der Zuschauer von der Handlung gefangen nehmen lassen. Das geschieht zumeist auf zwei Wegen: a) der Zuschauer sympathisiert mit der Hauptfigur des Filmes, b) der Zuschauer versucht während der Handlung selbst das Rätsel zu lösen.

Um für die Hauptfigur Sympathie zu empfinden, muss diese Hauptfigur uns Zuschauern entsprechend nahe gebracht werden. Was würde geschehen, wenn die Hauptfigur von Beginn an ein ziemlicher Widerling und Kotzbrocken ist, den man am liebsten auf den Mond schießen will? Oder noch schlimmer: die Hauptfiguren eines Filmes sind so flach, dass man sie einfach nicht mehr ernst nehmen kann, nicht einmal als komödiantisches Element (die meisten Billigproduktionen leiden an solchen Figuren, siehe viele Dolph Lundgren- oder Michael-Dudikoff-Filme).

Welche Figuren aber bleiben uns im Gedächtnis? Das sind wohl jene, bei denen man im Kino wirklich mitgezittert oder gar mitgelitten hat. Um mit einer Figur mtzuleiden, muss sie aber in einem für den Kinobesucher nachzuempfindenden Konflikt stecken.

Beispiel? Harrison Ford als Präsident Marshall in „Air Force One“. Aufgrund seiner politischen Funktion, der generellen Haltung der US-Regierung und eines öffentlichen Versprechens lehnt Präsident Marshall jegliche Verhandlungen mit Terroristen ab, auch wenn dies Menschenleben kosten sollte. Dann aber ist seine eigene Familie (Frau und Tochter) in der Gewalt von Terroristen. Ein extremes Dilemma für Marshall. Wie wird er sich entscheiden? Siegt der Präsident oder der Mensch Marshall?

Wie immer auch die Lösung dieses Dilemmas ausfällt, sie muss zuvor in der Filmhandlung angelegt sein. Der Film braucht also ein paar Szenen, in der die Bedeutung der Familie für Präsident Marshall klar wird. So greift eine Szene in die andere. Und wir können als Zuschauer seinem Dilemma folgen.

Was wäre geschehen, wenn Marshall sich für sein politisches Dogma entschieden und seine Familie geopfert hätte? Unser Mitempfinden wäre weg gewesen. Marshall wäre zum kalten Technokraten verkommen, und alles, was ihm in der späteren Handlung zustößt, hätten wir mit „Geschieht ihm ganz recht“ quittiert - und wären vermutlich am Ende mit dem Gefühl, einen wenig unterhaltsamen Film gesehen zu haben, aus dem Kino gegangen.

Es gibt so viele andere Dinge, die im Film - auch optisch - eine Rolle spielen und jemandem, der diese Art der Sprache kennt, durch den Film helfen. Kleine Hinweise, die sich wie eine Perlenschnur durch die ganze Handlung ziehen:
Bei „Forrest Gump“ (unlängst im Fernsehen) ist es das Laufen. Der kleine Forrest leidet an Kinderlähmung, kann nicht laufen und wird so zum Gespött des Dorfes. Die Auflösung dieses Problems führt ihn dann in ein Leben mit den abstrusesten Erfolgen: er läuft schnell, also wird er Wide Receiver beim Football-Team; das schnelle Laufen rettet ihm in Vietnam das Leben; er rennt quer durch die USA und wird so zum Trendsetter. Und während sein Laufen ihn von einem Erfolg zum nächsten bringt, sitzt (also das Gegenstück zum Laufen) Forrest die ganze Zeit auf einer Parkbank an einer Bushaltestelle und erzählt den Leuten sein Leben. Die Drehbuchautoren werden sich was dabei gedacht haben, dass sie Forrest im Film andauernd laufen und gleichzeitig auf einer Bank sitzen lassen.

Anderes Beispiel für ein optisches Motiv in einem Film: in Night M. Shyamalans Film „The Sixth Sense“ sollte man auf die Farbe Rot achten. Immer dann, wenn etwas Rotes im Film auftaucht, bekommt die Handlung eine neue Wendung oder es werden dem Zuschauer ein paar Informationen angeboten, das Rätsel der Handlung zu lösen. Natürlich gibt es viele, die einfach nur im Kino sitzen und den Film an sich vorbeiplätschern lassen. Das ist schade.

Noch ein Beispiel für ein optisches Motiv, dazu noch mit einer faszinierenden Kameratechnik?
Henry Fonda steht in der amerikanischen Filmgeschichte für den einfachen, aufrechten Bürger. Erst mit 63 Jahren hat Fonda seinen ersten, wirklichen Bösewicht gegeben - im Western „Spiel mir das Lied vom Tod“. Das amerikanische Klischee vom Bösewicht sagt, er hat dunkle Augen, ist dunkelhaarig und trägt schwarze Klamotten. Dazu kommt noch, dass das Töten von Kindern im US-Kino zutiefst verpönt war.
Und dann kam diese legendäre Szene ins Kino. Eine Familie (Vater, Tochter, älterer Sohn) werden aus dem Hinterhalt abgeknallt. Eine Gruppe Männer in langen Mänteln kommt aus den Büschen und geht auf die Ranchgebäude zu. Ein kleiner Junge rennt aus dem Haus und bleibt vor den Fremden stehen. Die Kamera fährt ganz langsam um die Fremden herum und endet auf dem Gesicht von Henry Fonda mit seinen strahlend blauen Augen. Und dieser Gutmensch Henry Fonda zieht seinen Revolver und erschießt lächelnd den Jungen. Dramaturgie und Kamera arbeiten perfekt ineinander, dazu der unglaublich gute Music-Score und eine auf den Musiktakt geschnittene Filmsequenz. Auch nach 35 Jahren noch immer ein absoluter Leckerbissen! Ein Genuss! Weit mehr als nur gute Unterhaltung.

Grüße
Heinrich

2 „Gefällt mir“

QUATSCH!
Hi,

Nein, nicht ein deutscher Film, sondern jeder Film sollte
künstlerisch wertvoll sein!

Naja. Mit dem anspruch ist man im theater besser aufgehoben.

Und wenn man ein historischens Ereignis oder eine Sage
verfilmt, sollte der Film sich dann auch an die Tatsachen
halten. Wenn man sich nicht an die Vorgaben halten will, dann
sollte man den Film nicht die Nibelungen nennen. Denn so
verfälscht man die Geschichte(n).

Aber dieses Problem haben nicht nur deutsche Filme.

Wie bitte hätte der film denn aussehen sollen?
Weißt du wie lange peter jackson nach geldgebern gesucht hat. Dabei ist dann ein film rausgekommen, der gute 12h dauert. Die drei teile gabs nur, weil sich das wohl niemand am stück angetan hätte.
Wenn jemand die nibelungen völlig authentisch verfilmen möchte, dann müsste er schon einen zeitansatz so um wagners ring zugrunde legen.

Also lassen wir doch mal die kirche im dorf und sagen daß einigen der film gefallen hat, weil er sie ein paar stunden unterhalten hat. Wems zu unatuhentisch war, der zeige mir gerne einen sender, der einen 20stündigen fersehfilm zeigt und dabei sowohl werber als auch zuschauer erfolgreich bei der stange hält…

LG Alex:smile: