Zu Recht das TV-Event des Jahres! Kristanna Loken eine absolute Traumbesetzung, und auch Benno Fürmann agierte in meinen Augen - im Gegensatz zu den kritischen Stimmen weiter unten - absolut überzeugend als Siegfried (auch wenn er mir mit seiner schleppenden Sprechweise manchmal wie von Til Schwaiger nachsynchronisiert vorkam). Über den alten Routinier Max von Sydow braucht man ja wohl kein Wort zu verlieren . . . einfach klasse!
Ich bin dem „TV-Event des Jahres“ zunächst auch skeptisch begegnet, zumal ich das ebenfalls von Tandem produzierte RTL-Machwerk „Apocalypse Eis“ aus dramaturgischer, darstellerischer und animationstechnischer Sicht einfach nur peinlich fand. Von dieser Produktion heben sich „Die Nibelungen“ eindeutig ab - man scheint bei Tandem aus Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben.
Daß große deutsche Produktionen von deutschen Kritikern und Kritikastern jedweder Coleur grundsätzlich gern verrissen und verdammt werden, ist zwar bedauerlich, aber nichts neues. Ich erinnere mich nur allzu gut, wie „Das Boot“ seinerzeit in allen deutschen Feuilletons niedergemacht wurde (Schlagzeile in der TAZ damals: „Nicht hineingehen!“), während der Film in den USA einen Riesenerfolg feierte und zum international erfolgreichsten deutschen Nachkriegsfilm avancierte. Ähnlich erging es der „Unendlichen Geschichte“ und anderen Werken.
Ich bin sicher, daß „Die Nibelungen“ ein großer Schritt in die richtige Richtung ist. Eine aufwändige Produktion, die ein deutsches Thema zeitgemäß aufarbeitet, ohne auch nur ein Hauch nationalistisch oder provinziell zu wirken. Dies wäre einer internationalen Vermarktung zwar ohnehin abträglich gewesen, zeigt aber auch, daß deutsche Filme ein professionelles Niveau erreicht haben und keinen Vergleich mit Hollywoods Ergüssen zu scheuen brauchen.
Gruß
