Hallo Stefan!
mir brummt der Schädel…
Also, eins nach dem andern:
„Die Zeit“ glaubt nicht daran, weil sie es nicht
beweisen können. So geht es zumindest für mich aus deiner
Quelle vor. Doch was ist dann mit der Bibel im Gesammten
gesehen? Ist sie war oder falsch? Ist Jesus über das Wasser
gegangen? Ist er auferstanden?
Was hat denn das alles mit der Päpstin oder der ZEIT zu tun?!?
Zur „Wahrheit“ der Bibel gibt´s auf http://dbk.de/schriften/DBK2.Vas/ ein Dokument von 1993, in dem sich JP II und Ratzinger gleichermassen zur modernen Interpretation der Bible äussern - sehr lesenswert und informativ! Leider scheinen´s viele Pfarrer nicht gelesen zu haben, wie ich erst kürzlich bei einem Gespräch mit einem (die Bibel im Sinne von JP II und dem 2.Vaticanum, also aufgeklärt-wissenschaftlich, interpretierenden) Pfarrer erfahren habe.
Ich habe vor kurzem eine
Reportage bei RTL Extra Spezial beschäftigt die sich mit
diesen Themen beschäftigt.
BITTE: Gleich wieder vergessen!!! Schau die lieber was wie Welt der Wunder an, die haben derzeit auch eine Serie zu Jesus, nur besser recherchiert und nicht so reisserisch aufgemacht - eine solche Aufmache hat noch keine Doku gut werden lassen…
Dort wird zum Beispiel behauptet
das Jesus die Kreuzigung mit Hilfe von speziellen Drogen
überlebt haben könnte. Was das Kreuzigen angeht so haben die
Römer im übrigen die Nägel nicht in die Handflächen geschlagen
sondern am Gelenk weil in der Hand selber die Nägel gar keinen
Halt hätten das hätte ihm schlichtweg die Arme abgerissen.
Das hast du wohl falsch verstanden - die HANDFLÄCHEN wären ausgerissen und der arme Kerl kopfüber vom Kreuz gefallen.
In dieser Doku wird auch gesagt dass Jesus nie im Leben so
ausgesehen hat wie er in den Büchern beschrieben wird. Also es
gibt schon zumindest Zweifelhafte stellen in der Bibel.
Wurde schon wiederholt gesagt: In der Bibel steht nirgendwo was zum Aussehen Jesu. War den Verfassern des NT auch höchst wurscht. Das waren höchst begabte Erzähler und als Religionsphilosophen einige der hervorragendsten Köpfe der Weltgeschichte. Was die in den „Geschichten“ des NT so an Botschaften untergebracht haben…für Zeitgenossen war das übrigens sonnenklar, dass das in Geschichten verpackte Erkenntnisse über Gott sind und keinesfalls Tatsachenberichte. Da hat sich nur spätestens im Mittelalter und in der Aufklärung die Wahrnehmung der Europäer so verändert, dass die ganze Bibel missverstanden wurde - siehe das oben genannte Schreiben von JH II.
Ist man in euren Augen (und mich würden besonders Stimmen von
Pristern und Co. interessieren) ein schlechterer Christ wenn
man zumindest zweifelt?
Das gehört sogar essentiell dazu, dass man sich und seinen Glauben ständig hinterfragt.
Was wäre das Problem wenn die Kirche auch einen „Fehler“
gemacht hätte und eine Frau Papst geworden wäre? Meint ihr sie
wäre wirklich für alle Zeit von uns missachtet und nicht mehr
ernst genommen.
Heute spielte es wohl kaum noch eine Rolle, aber noch vor hundert Jahren sah das ganz anders aus…
Doch wer nimmt die Kirche noch ernst wenn sie gegen
Verhütungsmittel sind? Will die Kirche den wirklich dass die
16 oder 17 jährigen Mädchen und Jungen so jung Mütter und
Väter werden?
Nö. Verantwortung ist das Stichwort: Wogegen sich die Kirche (nicht nur die katholische) ausspricht, ist, dass Sex zur Nebensächlichkeit und beliebig wird/geworden ist (Stichwort ONS), dass er also nicht mehr quasi die Krönung einer Liebe ist. Verhütungsmittel garantieren den folgenlosen (zumindest in punkto Kinder und/oder Krankheiten) Sex, machen den beliebigen Sex also erst möglich. DAGEGEN spricht sich die Kirche aus. Nicht gegen Verhütungsmittel allgemein! Wenn sie innerhalb der Ehe eingesetzt werden (also den Eheleuten eine gesicherte Existenz ermöglichen), ist nix dagegen zu sagen.
Unglücklicherweise formuliert man das in Zusammenhang mit Kinderkriegen (jeder Sex, der nicht zum Zweck des Kinderkriegens durchgeführt wird…all so´n Schmarrn) und bringt damit den an sich ganz guten Gedanken in Misskredit.
Natürlich gibt´s auch die in der (jetzt explizit angesprochenen) katholischen Gemeinde, für die jede verhinderte Befruchtung so gut wie eine Abtreibung ist, aber das glaub ich ist auch ausserhalb Europas ziemlich umstritten und beileibe nicht allgemein anerkannt.
Zum Thema „Wer nimmt die Kirche noch ernst“: Da gab´s vor einigen Tagen im Feuilleton der SZ einen interessanten Artikel. Da hiess es, dass die konservative Haltung von JP II gar nicht so unverständlich war, betrachtet man mal die Zahlenverhältnisse in der Katholischen Kirche: Allein auf den (JP II an Konservativität weit übertreffenden) Philippinen gab´s im letzten Jahr mehr katholische Taufen wie in den grössten katholischen Ländern Europas (Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Deutschland) zusammen. Weniger als ein Drittel aller Katholiken leben noch in Westeuropa, und nur die sind dem konservativen Geist im Vatikan kritisch gegenüber eingestellt (wenn man mal von den sog. Befreiungstheologen in Lateinamerika und ähnlichen Strömungen absieht).
So gesehen ist die liberale Haltung der westeuropäischen Katholiken im allgemeinen und der deutschen Katholiken im Besonderen ganz und gar nicht „die“ Haltung der Katholiken sondern eher der Ausnahmefall…
Hält mich aber nicht davon ab, weiterhin kritisch zu sein. Auch wir kritisch-liberalen Westeuropäer verdienen doch ein Plätzchen in der umfassenden katholischen Kirche, oder?
VG
Christian
Also das man nicht alles für bahre Münze nehmen darf was in den Medien sagen das ist klar. Doch das gleiche gilt für mich persönlich auch für den Vatikan. Denn auch die Katholische Kirche ist nicht ohne Fehl und Tadel ich erinnere an die Kreuzüge wo die Kirche die Absolution erteilt! Oder die Ablass Briefe wo die Kirche Geld in Ihre Kassen eingenommen haben und dann die Sünden erlassen hat.