Einspruch!
Ich habe das Buch nun nicht gelesen (in dem Fall findet man den Film ja fast immer schlechter) und fand den Film… nun ja… sehr mittelmäßig.
Die Kameraführung war einfach exzellent,
fand ich gar nicht. Es gab einie Handvoll sehr schöner Ideen in der Kameraführung. Andererseits gab es einzelne Bilder, die ich noch nicht mal bei einem stinknormalen Boulevardbeitrag so abgeliefert hätte. Beispiel: Sie fahren zur Uni. Ein Schwenk endet auf der Plakette der Universität, auf die die Kamera dann auch noch zoomt. Schwenk-Zoom??? Pfui! Und von der Idee her ein stinknormaler Establisher, wie ich ihn meinem Chef nicht hätte abliefern dürfen.
die Schauspieler,
keine Diskussion über Jean Reno - der Mann ist großartig. Cassel war nicht schlecht. Aber die Schauspielerin, die Fanny gespielt hat, war MMN nicht gut… eher sogar richtig schlecht. Das merkt man am Ende, als sie ihre eigenen, „böse“ Schwester spielt… das war grottoid.
der Soundtrack
Da stimme ich Dir zu: Der war nicht übel.
und die Atmosphäre ebenso.
Jein. Im großen und ganzen wußte der Film nicht, was er sein wollte. Thriller? Kumpelfilm? Karatefilm? Komödie? Horrorfilm? Es gibt Filme, die diese Elemente nahtlos verbinden… dieser konnte es nicht. Die beiden Untergebenen des jungen Inspektors waren purer Slapstick. Die Kampfszenen waren wirklich schlecht gemacht. Am Ende, als Reno mit Fanny diskutiert, während der Junge mit Judith kämpft, lag das halbe Kino vor Lachen in den Stühlen, weil die Bildeinstellung so grotesk war - und da war Lachen sicher nicht beabsichtigt!
Bemängeln kann man meiner Meinung nach höchstens das
konstruiert wirkende Ende.
Das mal ohnehin. 1000 Fragen bleiben offen: Wer war Judiths Vater? Was genau hatte der Augenarzt verbrochen? (Bei den anderen Opfern ist’s ja klar, warum sie sterben mußten, aber der?) Hatte die Mutter das nun geplant oder war sie das Opfer (da gab es Widersprüche in sich)
Außerdem: Anschlußfehler! In einer Szene ist schönstes Herbstwetter, in der gleichen, nach einem Schnitt, liegt Schnee.
Als sie den Augenarzt finden und Fanny verfolgen, regnet es in Strömen. Trotzdem liegt auf dem Sportplatz unberührter Schnee, obwohl es seit mindestens einer Stunde wie aus Kübeln gießt. Und so weiter.
Schnittfehler. Logische Fehler. Achssprünge, teilweise gravierende Schwächen in der Maske… ich könnte seitenweise weiterschreiben.
Insgesamt hatte der Film das typisch europäische Mano: Unentschlossen, teilweise durchaus mit großen Ideen und Bildern, aber generell einfach zu unprofessionell.
Ich fand ihn nicht schlecht, und auch nicht mittelmäßig im Sinne von „durchgehend mittelmäßig“… eher mittelmäßig im Sinne von „manchmal geil, dafür manchmal richtig grottig“…
Naja. Soviel zu meinem Senf. 
Liebe Grüße, Nike