aus Studien-/beruflichen Gründen habe ich relativ häufig E-Mail-Kontakt mit sogenannten „hochrangigen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik“, z.B. Unternehmensvorstände oder Bundestagsabgeordnete.
Leider bin ich mir bei der Anrede unsicher. Meine erste Mail beginne ich immer mit „Sehr geehrter Herr …“, und fast immer kommt als Antwort „Liebe Frau …“. Darf ich mit „Lieber Herr …“ antworten, oder wäre das in Anbetracht des Rang- und Altersunterschiedes anmaßend? Ist "Liebe® Herr/Frau … " im Internet auch bei solchen Leuten üblich? Bisher bin ich beim „Sehr geehrter“ geblieben, finde das aber im Netz schon ein bisschen spießig…
beginne ich immer mit „Sehr geehrter Herr …“, und fast immer
kommt als Antwort „Liebe Frau …“. Darf ich mit „Lieber Herr
…“ antworten, oder wäre das in Anbetracht des Rang- und
Altersunterschiedes anmaßend? Ist "Liebe® Herr/Frau … " im
Internet auch bei solchen Leuten üblich? Bisher bin ich beim
„Sehr geehrter“ geblieben, finde das aber im Netz schon ein
bisschen spießig…
Ehrlich gesagt MICH persönlich stört es, wenn mich ein mir vollkommen fremder Mensch mit "Liebe Frau … " anschreibt - schliesslich wissen die doch garnicht ob ich „lieb“ bin. Ich möchte in geschäftlichen Anschreiben schon mit "geehrte " oder korrekter „verehrte“ angeschrieben werden - soviel Zeit muss sein. Und mir ist es vollkomemn egal ob das auf Papier oder elektronisch geschiet.
Noch mehr stört es mich, wenn jemand der mich garnicht kennt, mit "Liebe Grüße … " unterschreibt, sorry , aber so grüße ich Freunde oder Verwandte aber garnienicht Geschäftspartner - und erst recht nicht solche mit denen ich zum ersten Mal Kontakt habe.
ich empfinde es auch als leicht gönnerhaft, wenn mir ältere Herren (und um solche handelt es sich meistens) mit „Liebe Frau…“ antworten. Aber vielleicht ist das ja wirklich in E-Mails heute so üblich?
Irgendwie drängt sich mir das das Gefühl einer väterlichen Freundlichkeit auf, auf die ich gerne verzichten würde (auch wenn ich erst 25 und „nur“ Studentin bin).
Fragende Grüße - vielleicht lese ich da auch bloß zuviel rein.
Nach meinem Eindruck stirbt die Anrede „sehr verehrte Frau…“ langsam aus. Sehe ich das richtig oder rührt der Eindruck nur daher, daß mich keiner so anspricht? *g*
mit „sehr geehrte/r…“ liegst du sicherlich ganz richtig. Etwas weniger förmlich ist zB „Guten Tag, Herr/Frau…“. „Guten Morgen/Abend“ finde ich ungünstig, da du ja nicht weisst, wann der Angeschriebene seine mail liest.
Eine mail mit „Liebe/r …“ zu beginnen, finde ich bei einem Erstkontakt ebenfalls etwas persönlich, zumal dann, wenn es sich um offizielle mails handelt.
Nach meinem Eindruck stirbt die Anrede „sehr verehrte Frau…“
langsam aus.
Hallo allerseits,
in der Tat ist „verehrte“ bei Damen nicht korrekter, sondern
veraltet und – außer vielleicht in Österreich – nicht mehr
üblich. Stets korrekt ist „sehr geehrte/r“. „Liebe/r“ benutzt
man erst dann, wenn man sich einiger maßen gut kennt. Der
Übergang ist stets dem höher Gestellten, dem Älteren bzw. der
Dame vorbehalten (wie auch beim Duzen).
Es ist ein Ding, dass man in Internet-Foren, in denen man sich
mit allen auf eine Stufe stellt, in denen man auch weit gehend
anonym bleibt, duzt. Es ist aber ein anderes, dass man sich im
geschäftlichen Verkehr mit Leuten, von denen man weiß, wer sie
sind und heißen, an gewisse Umgangsformen hält und dieses nicht
verludern lässt.
Schöne Grüße
Bolo2L
Leider bin ich mir bei der Anrede unsicher. Meine erste Mail
beginne ich immer mit „Sehr geehrter Herr …“, und fast immer
kommt als Antwort „Liebe Frau …“. Darf ich mit „Lieber Herr
…“ antworten, oder wäre das in Anbetracht des Rang- und
Altersunterschiedes anmaßend? Ist "Liebe® Herr/Frau … " im
Internet auch bei solchen Leuten üblich? Bisher bin ich beim
„Sehr geehrter“ geblieben, finde das aber im Netz schon ein
bisschen spießig…
In unserer Marketing-Schulung wurde uns beigebracht doch bitte „Hallo Herr XXX“ oder „Hallo Frau YYY“ zu benutzen. Seitdem verwende ich dies auch meist bei meinen Kunden und es scheint ok zu sein, hat sich noch keine/r beschwert (und einige sind schon ziemlich „altmodisch“).
Der Übergang ist stets dem höher Gestellten, dem Älteren bzw. der
Dame vorbehalten (wie auch beim Duzen).
Darf ich den „Übergang“ so verstehen, dass ich, nachdem ich mit „Liebe Frau…“ angeschrieben wurde, mit „Lieber Herr…“ antworten kann? Oder ist es ein einseitiger Übergang?
Das ist mein eigentliches Problem. Am Anfang eines Kontaktes steht für mich nach wie vor auf jeden Fall das „Sehr geehrter Herr…“.
Darf ich den „Übergang“ so verstehen, dass ich, nachdem ich
mit „Liebe Frau…“ angeschrieben wurde, mit „Lieber Herr…“
antworten kann? Oder ist es ein einseitiger Übergang?
Natürlich darfst Du dann, die Frage ist vielmehr für mich, ob Du willst…
Also ich habe mir (wie ja auch die anderen) angewöhnt, in den ersten(!) Kontakten immer auf „Sehr geehrte/-r Frau/Herr“ zu bestehen. Für mich ist die email im Grunde ein Ersatz für einen Geschäftsbrief, der sich nur durch die Form der Übermittlung unterscheidet. Und einen Geschäftsbrief würde ich niemals mit Hallo Frau… oder gar Liebe Frau… beginnen.
Und zu dem Marketing-Posting mit Hallo… Also ich bin in geschäftlichen Dingen konservativ und solche Mails ohne bestehenden Geschäftskontakt müßten schon inhaltlich sehr interessant sein, dass ich dies „honorieren“ würde. Ansonsten würde ich es eher unter einem billigen Versuch werten, einen persönlichen Kontakt hinzudichten, wo keiner ist… Grrh:frowning:
Die Phase des Hallos fängt bei mir frühestens bei bestehenden, erfolgreichen Kontakten an und eben nicht davor…
so beginne ich eine ‚offizielle‘ e-mail, weil es für mich keinen Unterschied macht, ob ich per Brief, Fax oder eben per e-mail in Kontakt trete.
Sollte sich im Verlauf der Beziehung eine gewisse Vertrautheit einstellen, kannst Du die Anrede ja entsprechend anpassen.
Private e-mails halte ich stets legerer (Du, Hallo oder Hi etc.)
Interessant ist es, mit Menschen in Skandinavien zu kommunizieren. Dort beginnen auch ‚offizielle‘ Briefe, Faxe und eben auch e-mails immer mit 'Hi Vorname, egal ob man den Angesprochenen kennt oder nicht. Ist Anfangs gewöhnungsbedürftig
Interessant ist es, mit Menschen in Skandinavien zu
kommunizieren. Dort beginnen auch ‚offizielle‘ Briefe, Faxe
und eben auch e-mails immer mit 'Hi Vorname, egal ob
man den Angesprochenen kennt oder nicht.
das könnte daran liegen, dass es in den skandinavischen Sprachen wie im Englischen meines Wissens keine Sie-Form gibt. Genau weiß ich das nur vom Isländischen, aber die skandinavischen Sprachen sind sich ja relativ ähnlich.
das könnte daran liegen, dass es in den skandinavischen
Sprachen wie im Englischen meines Wissens keine Sie-Form gibt.
Genau weiß ich das nur vom Isländischen, aber die
skandinavischen Sprachen sind sich ja relativ ähnlich.
das Schwedische besitzt durchaus eine Sie-Form und sie wird sogar ab und an verwendet. Z.B. um jemanden eine besondere Ehrerbietung anzuzeigen, z.B. älteren Personen. Es ist aber keine übliche Form, allerdings auch keine antiquierte. Man muß sich schon ein wenig mit der schwedischen Mentalität auskennen, um zu verstehen, wie und wann sie anzuwenden ist.
Interessant ist es, mit Menschen in Skandinavien zu
kommunizieren. Dort beginnen auch ‚offizielle‘ Briefe, Faxe
und eben auch e-mails immer mit 'Hi Vorname, egal ob
man den Angesprochenen kennt oder nicht. Ist Anfangs
gewöhnungsbedürftig
Jau, insbesondere, wenn man es mit offiziellen Stellen zu tun hat, und sogar z.B. die Autoresponder einer schwedischen Stadtverwaltung - bis hin zum Bürgermeister - grundsätzlich mit „Hey …“ anfangen und dann so in dem Sinn weitergehen, „Du hast gerade versucht mich zu erreichen, aber ich bin nicht da. Wenn Du etwas Dringendes hast, melde Dich bei …, ansonsten bin ich bis zum … auf Schulung / in Urlaub, …, und Du kannst es dann ja wieder probieren.“
Beim ersten Besuch in Schweden haben sie uns dann gleich am ersten Tag klar gemacht, dass man sich auch mit der Stadtspitze grundsätzlich per Du anreden würde. Das war uns dann natürlich sehr sympathisch und wir haben es dann natürlich auch so gehalten und seit dem landen auch die offiziellen Briefe bei meiner Frau im Amtszimmer nur noch mit „Dear Susanne …“