Die schlesischen Weber-Heinrich Heine

Ich werde ein Referat über die Literaturepoche „Vormärz“ halten.
Dabei muss ich als Höhepunkt ein Gedicht aus dieser Epoche ausgewählt
und muss dieses auch „analysieren“(typische Merkmale der Epoche,…).
Dafür habe ich das Gedicht „Die schlesischen Weber“ (1844) von
Heinrich Heine ausgesucht:

Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
"Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Götzen, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöten;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft, gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!"

-Ist dieses Gedicht überhaupt geeignet?

-Was ist die Handlung?Ich verstehe die Aussage nicht wirklich.

-Welche Merkmale des literarischen Vormärz’ kann man in diesem
Gedicht erkennen?Wo zum Beispiel?

-Welche Stilmittel werden hier angewandt (auch vorkommende Stelle)?


So,das wärs =)!Ich hoffe,es könne mir jemand helfen!Ich wäre euch
wirklich dankbar, da ich nicht wirklich eine Ahnung von Literatur und
Gedichten habe!

Hallo,

blöde Frage, aber wieso hast du es ausgesucht, wenn du nichts damit anfangen kannst?

Naja…geeignet ist es auf jeden Fall und grob gesagt ziemlich Vormärz-typisch, also nur zu.

Die „Handlung“ lässt sich verstehen, wenn man sich über den Weberaufstand von 1844 schlau macht, der nicht nur zufällig im Entstehungsjahr des Gedichtes stattfand.
Der Inhalt ist im Prinzip eine Anklage nicht nur an ausbeuterische Arbeitgeber sondern an alle möglichen Autoritäten.
Das kann man mit der Struktur verbinden und die fünf Strophen in zwei Rahmen- und drei Binnenstrophen einteilen, wobei in diesen konkrete „Personen“ (Gott, König, Vaterland) angeklagt werden und in den Rahmenstrophen die Weber (zu denen das lyrische Ich gehört…) beteuern, dass sie aktiv etwas an den Umständen verändern wollen, was man in verbindung mit der Märzrevolution bringen kann.
Der Refrain ist meiner Meinung nach auch dazu da, nochmal zu betonen, dass die Weber nicht nur dasitzen und schimpfen, sondern „Alteutschlands Leichentuch“ weben, also den Staat verändern wollen.
Das Gedicht wurde natürlich auch verboten, weitere Infos gibt’s auf der Wikipedia-Seite.

Rehtorische Mittel mag ich jetzt nicht suchen.

Grüße
Sonja

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Vielen Dank für deine Antwort!

Ich wusste schon so ungefähr, dass es ein nicht dem Heinrich Heine entsprechendes Gedicht ist. Also, da Heine die Jungdeutschen kritisierte und dieses Gedicht im Gegensatz dazu steht. Doch, für ein Referat muss ich mir sicher sein können und wäre froh gewesen, wenn mir dabei jemand helfen könnte!

Darum nochmals Danke!