Die schwarze Helene ! Welche Epoche ?

Hallo liebe Leute,
in meiner Familie gibt es eine uralte Überlieferung und ich würde gerne in etwa herausfinden , zu welcher Zeit meine Vorfahrin gelebt haben könnte !
Es geht um die schwarze Helene !Sie lebte in der Gegend (heute) Clausthal Zellerfeld , hatte schwarze Haare und hieß Helene ! (Name schon uralt gebräuchlich ? )
Sie war sehr weise und in Kräuterkunde hochbegabt. Sie heilte alles was ihr unter die Finger kam…! (na ja, Familienüberlieferungen)
Zum eigenen Schutz ,wegen ihres Wissens, lebte sie mit ihrer Familie zurückgezogen im Wald. Sie wurde nicht als Hexe verbrannt !!!

Kann mir einer sagen um welche Zeit es sich hier handeln könnte , so circa ?
Liebe Grüße sendet petieZ

Servus,

die Schwarze Helene hat sicherlich nicht im Mittelalter gelebt, weil die fragliche Gegend das ganze Mittelalter entlang (abgesehen von einer kurzen Siedlungsepoche im 12.-13. Jahrhundert zwischen dem hochmittelalterlichen Landesausbau und der Wüstungsperiode um 1250, aus der aber keine detaillierten mündlichen und auch kaum schriftliche erhalten sind) so gut wie nicht besiedelt war, so dass man sich nicht irgendwohin zurückziehen musste. Clausthal-Zellerfeld sind späte Gründungen aus dem 16. Jahrhundert.

Zur näheren Datierung nur Spekulatives: Dieses Genre von namentlich und mit konkreten Einzelheiten überlieferten „Randfiguren“ der bürgerlichen Gesellschaft ist in der Regel ziemlich jung. „Ganz früher“ bedeutet in der volkstümlichen Überlieferung öfters die Zeit der nachnapoleonischen Restauration, ca. 1810 - 1850, vgl. die volkstümlich verehrten Banditen Schinderhannes, Schwarzer Veri etc.

Schöne Grüße

MM

Hallo, wohingegen ich durchaus mal gehört hab, dass schon im Mittelalter in Clausthal (ohne Zellerfeld) und im nahegelegenen Düna Bergbau betrieben wurde (Eisen und Silber) und dazu die Gegend, insbes. die Wälder stark bewirtschaftet wurden. Die ganzen Tannen und Fichten die heute den Harz ausmachen sind Nachforstungen, es war im MA eher ein Eiche/BuchenMischwald war.
Also kann ich mir schon vorstellen das da auch noch andere im Wald lebten, die u.a die Bergarbeiter versorgten (also als Händler, Bauern oder eben als deren Familienanhang)Auch wurde das erz direkt im Wald gereinigt und zu Barren gegossen und das Silber wurde durch gewisse sagen wir mal Chemische Verfahren vom Eisen und sonstigem getrennt, so dass auch die flüsse ziemlich giftig waren und ich jedenfalls keine Kräuter zu der Zeit aus dem Wald essen tät. Auch die Luft stank erbärmlich, da Schwefel und anderes fieses darin lag.
Nix genaues weiß ich nicht mehr… (kann ich aber nachschlagen, hab mal in grauer Vorzeit ein Referat zum Bergbau im Harz machen müssen)

Wenn die Helene wirklich noch vor Hexenverfolgern Angst haben musste, dann war das ganze eher nicht vor dem 16. Jh aber auch nicht wesentlich später als Ende des 18. Jh (also 17xx).
Da ich nicht weiß wie bekannt die Geschichten um Helene sein sollen (nur in deiner Familie oder ist sie eine Dorf/Stadtbekannte Legende)kann ich dazu nicht viel mehr sagen, als frag doch mal den örtlichen Archivar (Stadtarchiv?). Dort im Archiv kannst du dann herausfinden, wann das erste Mal die Geschichte von Helene auftaucht.
Ansonsten mag ich zu bedenken Geben, dass es gerade im Harz von potentiellen Hexen nur so wimmelt, wobei die oftmals eher Gerüchte sind, die böswillige Nachbarn streuten. Also muss es gar nicht so gewesen sein, dass sie wirklich so ein Kräuterweiblein/potentielles hexlein war. sondern einfach eine Frau die eher im Wald als in der Stadt wohnt und damit sich schon verdächtig machte bzw. für Gerüchte sorgte.
Gruß Susanne

Hallo Susanne,
in unserer Familie wurde immer großen Wert darauf gelegt Familienüberlieferungen weiter zu geben , an die nächste Generation.Die schwarze Helene galt in ihrer Zeit als überdurchschnitlich schlau , begabt, ungewöhnlich . Es gab immer wieder in unserer familie , kleine Genies die geboren wurden und gleich sagte man :smiley:a kommt die schwarze Helene durch …(auch wenn die Haare nicht so dunkel waren…lächel !) Ich habe in Clausthal (Zellerfeld) keine „schwarze“, und auch keine Helene mehr ausfindig machen können, bis zum Ende der Kirchenbücher. Alle Vorfahren waren nachweislich im Bergbau beschäftigt! Ursprünglich soll die familie aber wohl aus Siebenbürgen gekommen sein . War ja mal dieses Siedlungsprogramm…!
Liebe Grüße sendet petieZ

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Servus,

Ursprünglich soll die familie aber wohl
aus Siebenbürgen gekommen sein. War ja mal dieses
Siedlungsprogramm…!

Wenn ich nochmal mit schnöder Realität stören darf?

Die Siedlung der sog. Siebenbürger Sachsen begann ca. 1140 und war ca. 1960 weitgehend beendet (Freikauf eines Siebenbürger Sachsen kostete Bonn runde 10.000 DM).

Wenn die Familie aus Siebenbürgen gekommen ist, kann sie nicht gleichzeitig im Harz gelebt haben. Eine mündliche Überlieferung innerhalb der Familie aus einer Zeit vor 1140 halte ich für völlig abwegig.

Schöne Grüße

MM

1 „Gefällt mir“

Hallo,

in unserer Familie wurde immer großen Wert darauf gelegt
Familienüberlieferungen weiter zu geben , an die nächste
Generation.Die schwarze Helene galt in ihrer Zeit als
überdurchschnitlich schlau , begabt, ungewöhnlich . Es gab
immer wieder in unserer familie , kleine Genies die geboren
wurden und gleich sagte man :smiley:a kommt die schwarze Helene
durch …(auch wenn die Haare nicht so dunkel waren…lächel
!) Ich habe in Clausthal (Zellerfeld) keine „schwarze“, und
auch keine Helene mehr ausfindig machen können, bis zum Ende
der Kirchenbücher. Alle Vorfahren waren nachweislich im
Bergbau beschäftigt! Ursprünglich soll die familie aber wohl
aus Siebenbürgen gekommen sein . War ja mal dieses
Siedlungsprogramm…!

Von siebenbürgenern weiß ich nichts (soll sich ja auch bei Grimms sieben Zwergen hinter den Sieben bergen nidergeschlagen haben, Schneewittchenn hatte auch ebenholzfarbenes/schwarzes Haar)
Doch wenn es nur familientradition ist, wirst du das Alter der Legende nicht wirklich bestimmen können, womöglich sind auch ein bisschen andere Geschichten miteingeflossen (eben Schneewittchen in einer Urfassung?) oder eben andere Gerüchte.
Das Schwarz mag sich auch drauf bezogen haben, dass sie evtl vom Holzkohleschaufeln eine schwarze Haut hatte, das Mitarbeiten von Frauen in manchen Bereichen ist durchaus üblich gewesen…
ich tendiere immer noch fürs Ende 18.Jh., da war auch die Zeit der romatik und man hat sich am Kamin Geschichten erzählt. Da wurden dann durchaus auch mal aus einer einfachen geschichte die Erlebnisse eines Vorfahren. 1813 kamen Grimms Märchen raus, also kann die Geschichte durchaus schon in den Jahrzehnten zuvor herumgegangen sein (dir Grimms ahben sie ja erst gesammelt nicht selbst erfunden). Und auch die Vermischung von echten ereignissen (schön und klug) mit Fiktiven Geschichten ist für die Zeit nicht ungewöhnlich.

Ansonsten wist du nur mit Methoden der Genealogie/Familienforschung weiterkommen, indem du eben von dir ausgehend alle Verwandten durchgehst bis du auf die ein oder andere Helene stößt, doch wahrscheinlich hat sich auch der Name Helene verebt, da es oft so war, dass der Name von Mutter und Tochter gleich war oder auch der Name der Tante genommen wurde.
Welche davon nun die schwarze war, wirst du nur mit glück herausbekommen, wenn du ausser den reinen geburtseinträgen noch mehr findest, zB. Gründstücksssachen, Zeitungsanzeigen/insbes. todesanzeigen oä…
Gruß Susanne

1 „Gefällt mir“