Die Steuerpläne, etwas ausführlicher

Hier gibt es die Steuerrechtsänderungen nachzulesen:
http://www.bundesfinanzministerium.de/Anlage14460/St…

Unter anderem bemerkenswert:
Seite 4-8:
Voller Mehrwertsteuersatz (16%) auf diverse Dinge statt wie bisher 7%
Seite 9:
Besteuerung (Mehrwertsteuer) von auf eletronischem Wege erbrachte Dienstleistungen, erbracht von ausländischen Unternehmen (wie das praktikabel sein soll, ist mir ein Rätsel)
Seite 20:
Bewirtung und Geschenke für Externe sind zukünftig nicht mehr als Betriebsausgabe absetzbar
Seite 21:
Spenden sind für Körperschaften nicht mehr absetzbar.

Gerade letzteres dürfte der Kultur und den Vereinen in Deutschland einen ordentlichen Schlag versetzen. Nicht zuletzt auch den Parteien, was man wohl nicht bedacht haben dürfte.

Gruß
Christian

Hallo Christian,

dem Fiskus fehlt Geld. Die Ausgaben übersteigen trotz Neuverschuldung die Einnahmen. Es gibt Handlungsbedarf. Bis hierher dürfte der Sachverhalt unstrittig sein.

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, der Situation zu begegnen:

  1. Steigerung der Neuverschuldung
  2. Ausgaben senken. Sparpotential nutzen. Staat verschlanken.
  3. Einnahmesituation verbessern.

Nach meiner Meinung sollte rigoros nach 2. verfahren werden. Dort schlummert eine ganze Größenordnung mehr als die paar fehlenden Milliarden. Das Sparpotential dürfte so gewaltig sein, daß sich sogar Steuern senken ließen und absehbar zu einer Konsolidierung des Haushalts zu kommen wäre. Offenkundig ist das aber nicht der Wunsch und so weit ich erkennen kann, fehlt dieser Wunsch bei allen im Bundestag vertretenen Parteien.

Nun hat man sich im wesentlichen für die Punkte 1 und 3 entschieden. Auch wenn ich den Weg für ungeeignet halte, muß man die Entscheidung akzeptieren. Irgend etwas muß immerhin passieren. Dabei halte ich den von Dir aufgeführten Katalog für völlig harmlos. Weiter also nach der Devise wasch mich, aber mach mich nicht naß. Die Veränderungen sind geradezu lächerlich geringfügig, man könnte auch halbherzig und feige sagen. Einen ernsthaften Grund zum Jammern haben die Betroffenen jedenfalls nicht. Würde ein Unternehmen derart wirtschaften, nämlich permanent den vereinbarten Kreditrahmen auf reine Zukunftshoffnung hin auszuweiten, jedoch ohne Veränderungen der dauerhaft untragbaren Kostensituation in die Wege zu leiten, gäbe es von der Bank die rote Karte.

Gruß
Wolfgang

hallo Christian,
trifft Seite 21 nicht auch auf die GKVen?
Grüße
Raimund

Hi Chris
in der Wirtschaftspolitik treten wir in D Seit ungefähr 25 Jahren irgendwie auf der Stelle… Kompetenz in Parteien ist wie gold im Mississippi… man kann ewig danach Suchen und findet meist nix…
Um es mal etwas griffiger auszudrücken:
Wir sitzen seit 25 Jahren in einem Bus, der nicht abfährt, regelmäßig wechselt aber der Fahrer, der uns wahnsinnig tolle Gschichtle darüber erzählt, wie es am Ziel aussieht und dass wir aufbrechen werden… morgen…

Andere wollen fahrer werden und erzählen uns noch viel tollere Gschichtle, andere sagen uns, dass sie eine Abkürzung kennen würden, die noch dazu viel bequemer wäre…

KOTZ

Gruß
Mike

Seite 21:
Spenden sind für Körperschaften nicht mehr absetzbar.

Gerade letzteres dürfte der Kultur und den Vereinen in
Deutschland einen ordentlichen Schlag versetzen. Nicht zuletzt
auch den Parteien, was man wohl nicht bedacht haben dürfte.

hi exc,

also, das duerfte egal sein, denn parteispenden können körperschaften schon lange nicht mehr geltend machen. ich denke bei gesetzesinitiative kann man leicht sich die körperschaftsteuerveranlagungen der vorjahre ansehen und gucken, wieviel diese stpfl. wirklich gespendet haben.

im weiteren finde ich diese streichungen sinnvoll, denn es haben in den letzten jahrzehnten zuviel staatspolitische lenkungsversuche in die steuergesetze einzug gefunden… es ist einfach unübersichtlich und die anfallenden verwaltungsaufwendungen übersteigen m.E. die nutzen, die der staat als steuereinnehmer davon hat!

im übrigen halte ich die füsse still und warte ersteinmal ab. die meisten planungen sind eh zustimmungspflichtig durch den bundesrat und werden nur auf gutheissen der CDU durchgehen. ich denke die regierung wird noch schleifen lassen und hoffen, das die kommenden laenderwahlen zu ihren gunsten ausgehen und sie dann auch im BR eine mehrheit haben…

gruss vom

showbee

same procedere as every year…
Hallo Christian

mehr als im Titel steht bleibt fast nicht zu sagen.
Ich denke, daß man diese Reformen auch hätte sein lassen können. Größtenteils bewirken sie fast nichts, andererseits zu Lasten des kleinen Mannes. Unfug wird fleißig weiterhin praktiziert.
Wann begreift man in Dtl endlich, daß wir uns die längste Zeit im Jahr, mit unsinnigen, teuren Dingen beschäftigen müssen, die anderen zwar Einnahmen in Form bunt bedruckter Zettel bringen, aber keinerlei geldwerten Inhalt haben. Dort liegt das meiste Sparpotential.

Frank

Guten Abend allerseits!

Eine Kfz-Zulassungsstelle in einer Kleinstadt. 3 Schreibtische mit je einer Sachbearbeiterin. Die 3 Damen sind ununterbrochen mit An- und Abmeldungen von Fahrzeugen beschäftigt. Ich bin dran, werde freundlich bedient. Aber während dieses einen einzigen Besuches fallen mir eklatante Organisationsmängel auf, deren Behebung ohne jede Investition u. a. exakt und sofort 25% Personaleinsparung bedeuten würde. Nebenbei würde ein Raum frei und die Abfertigung ohne Mehrbelastung des Personals zügiger, mithin der Service für den Bürger verbessert.

Der Reihe nach: 3 Damen bearbeiten die Zulassungsfälle. Immerhin gibt’s bereits PCs, aber auf Formulare wird trotzdem nicht verzichtet. So bekommt man ein Formular in die Hand, mit dem man während des Bearbeitungsvorgangs zur Kasse geschickt wird. Die Kasse befindet sich auf dem gleichen Flur in einem separaten Raum. Die Kasse dient ausschließlich zum Bezahlen der Gebühren der von den 3 Damen bearbeiteten Fälle. In der Kasse sitzt die 4. Dame. Besondere Sicherheitseinrichtungen gibt es nicht, sind angesichts der insgesamt läppischen Beträge auch entbehrlich. Wozu also dieses Formular, mit dem der Bürger zum Bezahlen zur Kasse geschickt wird? Wenn die Sachbearbeiterinnen das Formular einsparen und statt dessen den Betrag gleich kassieren, wird der ganze Vorgang zügiger und die Kassiererin einschließlich Kassenraum sind überflüssig. Von 4 Damen kann eine eingespart werden unter gleichzeitiger Verbesserung der Dienstleistung. Das sind mal eben 25% Einsparung.

Dann werden dort natürlich auch Kennzeichen entstempelt. Das machen die Sachbearbeiterinnen auf ihrem Schreibtisch. Es sieht arg nach akuter Gefahr der Selbstverstümmelung aus, wie da mit einer Hand das Kennzeichen gehalten wird und mit der anderen Hand gekratzt, geschabt, gekratzt, geschabt… Daraufhin ist der Schreibtisch natürlich voller Krümel. Es folgt eine Fegeaktion mit einem kleinen Handbesen. Niedlich. Vorsintflutlich. Himmel, Arsch und Zwirn, warum haben die nicht eine kleine Handfräse mit verdecktem Messer und Absaugung, die den Vorgang in höchstens einer Sekunde erledigt?? Statt dessen verbringen die Mitarbeiter jeden Tag viel Zeit mit Kratzen!

Das fiel nur auf den ersten Blick auf. Es gab noch etliche weitere Punkte. Ich behaupte, daß ein offenkundiges Einsparpotential von 25% allein bei Personalkosten symptomatisch für den öffentlichen Dienst ist. Ich behaupte ferner, daß die Realisierung der Einsparung bei gleichzeitiger Reorganisation unter Zuhilfenahme zeitgemäßer Hilfsmittel zu einer Entlastung des verbliebenen Personals und zur Verbesserung der Dienstleistung führen würde.

Die durchschnittliche Gesamtdienstdauer öffentlich Bediensteter beträgt ungefähr 33 Jahre. Damit gehen jährlich 3% aller öffentlich Bediensteten in den Ruhestand und etwa die gleiche Anzahl rückt nach. Realistischerweise sind nicht die oben genannten 25% Personaleinsparung sofort realisierbar, aber diese 3% Neueinstellungen sind es. Um einer Überalterung vorzubeugen, wäre wenigstens ein beträchtlicher Teil dieser 3% aller Personalausgaben der öffentlichen Hände einsparbar. Das über wenige Jahre zelebriert und uns quillt das Geld aus allen Knopflöchern.

Das aber ist nicht das Ende der Fahnenstange. Es könnte vielmehr erst der Anfang von vernünftigem Wirtschaften sein, etwa durch Kostentransparenz in den Sozialsystemen, Abbau von Dauersubventionen aller Art, Neuordnung des Bundesgebietes, Deregulierung, Verkleinerung und Umbau der Bundeswehr…

Wir haben in Deutschland Geld im Überfluß. Wir verbraten aber unseren Reichtum in einem ineffektiven Staatswesen. Ich halte deshalb den Ansatz der neuen Bundesregierung für grundsätzlich falsch, die Neuverschuldung zu vergrößern und die Abgabenlast zu erhöhen.

Gruß
Wolfgang

…kann ich nur so und ohne jeden Zusatz unterschreiben.

Danke dafür, Wolfgang.

Bei Bedarf kann ich da auch noch ein paar solcher Beobachtungen schildern. Ich spare mir das jetzt aber, sonst kommt mir schon am frühen Morgen der Kaffee hoch.

Fazit: So, wie manch Öffentlich-Bediensteter arbeitet, möchte ich mal Urlaub machen.

Gruß vom

Dicken MD.

Fazit: So, wie manch Öffentlich-Bediensteter arbeitet, möchte
ich mal Urlaub machen.

Juhu, ich auch. Und die „öffentlich dienstliche Minderintelligenz“ hätte ich auch gerne. Das Leben wäre dann wohl um einiges leichter. :wink:)

Oder:
Sog. Verwaltungsvorschriften und Textbausteine sind die Basis des deutschen „öffentlichen Dienstes“. Breite des Wissens und Weite des geistigen Horizonts wird für oberflächlich und unseriös gehalten.

Oder noch:
Die Intelligenz ist eine Sackgasse der Evolution. Zu erkennen an der Erfolglosigkeit die sie bei deutschen Behörden hat.

Oder noch noch:
Servicewüste Deutschland. Das Behördenpersonal lässt sich von der Kundschaft nicht provozieren und verharrt weiterhin würdevoll in geschäftiger Untätigkeit.

cu

  1. Ausgaben senken. Sparpotential nutzen. Staat verschlanken.

Nach meiner Meinung sollte rigoros nach 2. verfahren werden.

Da gibt es ein Buch von Konz. Der hat das sehr gut - auch Laienverständlich - erklärt. Was Konz da schreibt, stimmt sogar weitgehend. Ich kenne mich da aus, war mal Volkswirt :wink:)

cu

Da gibt es ein Buch von Konz. Der hat das sehr gut - auch
Laienverständlich - erklärt. Was Konz da schreibt, stimmt
sogar weitgehend. Ich kenne mich da aus, war mal Volkswirt
:wink:)

Das Buch habe ich auch gelesen Alex. Konz hat das ganz gut rübergebracht. Eine Neuverschuldung ist überflüssig wie ein Kropf. Wie Wolfgang schrieb, es gibt ein gigantisches Einsparpotential beim deutschen öffentlichen Dienst. Allerdings gibt es auch eine mächtige Lobby des öffentlichen Dienstes. Ca. 70 bis 80% der Landes- und Bundestagsmitglieder entstammen dem öffentlichen Dienst. Das ist ja auch logisch. Wer sonst als ein Behördenangestellter hat die Zeit sich intensiv um Politik zu kümmern? Dementsprechend sieht unsere Politik auch aus. Da spielt die Partei keine Rolle.

Vieleicht sollte „öffentlicher Dienst“ in „öffentliche Plage“ umbenannt werden.:wink:) Ausnahme Polizeibeamte und Teile der Justiz.
Mit Dienen hat der deutsche „öffentliche Dienst“ ja wohl nichts zu tun. Als Plage wird der öffentliche Dienst ja wohl von einer Mehrheit der Bundesbürger empfunden. Eine Unternehmensberatung - McKin… oder so ähnlich - hat vor einiger Zeit die Produktivität des deutschen öffentlichen Dienstes untersucht.

Fazit: Bei ökonomischer Auslastung - nehmen wir das ökonomische Prinzip als Maß - sind etwas mehr als ein Drittel der im öffentlichen Dienst beschäftigten Menschen überflüssig bis schädlich.

Wohin aber mit diesen überflüssigen Behördenangestellten? In den Arbeitsmarkt? Diese Menschen sind ja für nichts vernünftiges qualifiziert. Also ab in die Arbeitslosigkeit? Das geht ja auch nicht. Da bleiben als Hoffnung wohl nur noch die verbeamteten Lehrer. Die lassen sich in der Regel ja mit 45 Jahren pensionieren. Danach steht einer Karriere bei einer Waldi-Schule oder ähnlichem dann nichts mehr im Weg.;-((

Das Leistungsprinzip beim öffentlichen Dienst wäre nicht schlecht. New Zealand hat das vor vielen Jahren praktiziert. Was passierte? Alle Dienstleistungen wurden besser und erheblich billiger. Selbst die Briefmarken wurden billiger. Leider scheint so etwas in Deutschland nicht machbar. Wir haben ja ein total idiotisches Beamtenrecht. An dem hat sich sogar Hitler die Zähne ausgebissen. Wie soll es da eine demokratische Regierung schaffen Reformen auf den Weg zu bringen? Es ist hoffnungslos. Es bleibt also nur die Neuverschuldung. Schaut euch mal den „Schuldenticker“ beim Bund der Steuerzahler an. Da kommt einem das große Kotzen.

Was solls. Öffentlicher Dienst bedeutet doch in der Regel, fast unkündbar zu sein, recht viel Geld für recht wenig Arbeit, keine persönliche (wenig) Verantwortung zu übernehmen. Halt Schweine am Futtertrog der Öffentlichkeit. Es gibt aber Ausnahmen. Vor zwanzig Jahren stellte ich einen ehemaligen Polizeibeamten ein. Das ist einer meiner besten Mitarbeiter. Seine Beurteilung bei der Polizei war aber eher schlecht. Woran lag das wohl? Dieser Mensch durfte beim „öffentlichen Dienst“ seine Begabung einfach nicht ausleben.

Wegen der deutschen „Behördenmentalität“ habe ich vor über zwanzig Jahren meine Firma in ein anderes Land „verschoben“. Da gab es auch Probleme. Aber immer erheblich weniger Behördenprobleme als in Deutschland.

Gruß

Liebe Mitleidende,

ich habe aber gerade noch am Samstag von der regierung gehört, daß es keinerlei Steuererhöhungen geben wird.
Bei der Reform handelt es sich lediglich um Sparmaßnahmen und Subventionsabbau.

Ich weiß nicht ob die Regierung oder ich ein Problem mit den Definitionen der Wörter „Sparen“ und " Subventionsabbau" haben.

Außer ich würde es so sehen, das erstens bei mir in meinem Portemonnaie gespart wird und das mein Nettoeinkommen eigendlich nur eine Subvention ist die man abbauen kann.

Also nein, mit den Begriffen ist das nicht so einfach :wink:

PP

Im kommunalen ÖD
Hallo Wolfgang,

ich konnte ein breites Grinsen nicht unterdrücken, als ich Deinen Artikel gelesen habe. Da ich selber im öffentlichen Dienst (kommunaler Bereich) arbeite, habe ich ein wenig Einblick in die Materie und kann zu ein paar Dingen etwas sagen.

Eins vorneweg: auch wenn in der Volksmeinung der öffentliche Dienst als homogene Masse (und bevorzugtes Feindbild) dasteht, muß man da ein paar „natürliche“ Grenzen beachten. Auf der unteren Ebene sind die „kleinen“ Arbeitnehmer - seien es nun Beamte oder Angestellte. Das sind die Leute, die dich in Uniform nach den Fahrzeugpapieren fragen oder Deine Mülltonne leeren genauso wie diejenigen, die Deinen Antrag auf einen neuen Personalausweis bearbeiten. Dazu gehören auch noch die entsprechenden Gruppen- und Abteilungsleiter. Oberhalb von dieser Hierarchiestufe hebt dann aber schon die Politik ihr hässlich’ Haupt! Soll heissen: ohne das richtige Parteibuch hat man so gut wie keine Chance, in diese „Höhen“ zu kommen. Wenn man dieses aber besitzt, benötigt man allerdings auch sonst nichts anderes mehr - vor allem nicht etwas so nebensächliches wie Sachkenntnisse oder eine entsprechende Laufbahn/Erfahrung! (Das schadet aber auch nicht sonderlich, weil solche Leute sowieso zur Ausübung Ihrer politischen Ämter freigestellt werden. Was nebenbei auch erklärt, warum soviele Politiker „aus dem ÖD kommen“. Oft wird umgekehrt ein Schuh draus!)

Wenn man dann noch bedenkt, welche Fülle von Gesetzen, Verwaltungsanordnungen, Dienstanweisungen, etc. es auf jeder Ebene der öffentlichen Verwaltung gibt - dann wundert einen nicht, warum der ÖD zum Teil der Selbsthemmung unterliegt! Der Ermessensspielraum des durchschnittlichen Sachbearbeiters liegt nahe Null.

Ab und zu gibt es einen Vorstoß aus der unteren Ebene (also von den „Nasen“, „Schnarchbeuteln“, „Schmarotzern“ wie sie so liebevoll genannt werden), um eine Rodung im Vorschriften-Dickicht vorzunehmen (Ja, auch wenn es erstaunt: es gibt auch im ÖD Leute, die ihr Gehirn nicht morgens bei Dienstantritt abschalten). Wenn die Betreiber dieses Vorhabens sendungsbewusst und leidensfähig genug sind, klappt es manchmal sogar! Dann werden Wege vereinfacht und uralte Vorschriften aufgehoben. Das geht dann solange gut, bis sich entweder ein „mündiger Bürger“ beschwert, weil er sich durch das neue Vorgehen benachteiligt fühlt - oder ein findiges Kerlchen eine Lücke findet um sie zu seinem Vorteil auszunutzen. Daraufhin wird wieder eine neue Verordnung erlassen um die Lücke zu schließen…undsoweiter…

…Wozu also dieses Formular, mit dem
der Bürger zum Bezahlen zur Kasse geschickt wird?

Weil nur die eigentliche Kasse Zugriff auf das kommunale Finanzwesen hat um die Beträge zu verbuchen. Es gibt dafür mitlerweile EDV-Lösungen bei denen ein eigenes Kassenkonto geführt wird mit Schnittstelle zum Finanzwesen - die kosten aber Geld. Geld haben die Kommunen nicht. Noch nicht mal zum Sparen!

…Und die naheliegende Idee, die Kleinbeträge zu sammeln und später zum Buchen zu geben, ist unter Garantie durch mindestens 5 Vorschriften unmöglich gemacht (siehe oben).

Vorsintflutlich. Himmel, Arsch und Zwirn, warum haben die
nicht eine kleine Handfräse mit verdecktem Messer und
Absaugung, die den Vorgang in höchstens einer Sekunde
erledigt?? Statt dessen verbringen die Mitarbeiter jeden Tag
viel Zeit mit Kratzen!

Ohne jetzt in diesem Amt zu arbeiten: ich wette, weil dieses manuelle Kratzwerkzeug bundeseinheitlich genormt ist. Eine entsprechende Fräse müsste europaweit ausgeschrieben und zentral beschafft werden. Kostet Geld. Siehe oben.

Das fiel nur auf den ersten Blick auf. Es gab noch etliche
weitere Punkte. Ich behaupte, daß ein offenkundiges
Einsparpotential von 25% allein bei Personalkosten
symptomatisch für den öffentlichen Dienst ist.

Meiner Meinung nach sogar noch zu tief geschätzt! Allerdings: was viele nicht wissen ist, dass in vielen Kommunen bereits seit Jahren entsprechende Programme laufen. Mein Brötchengeber hat die 25% in den meisten Bereichen bereits erreicht. Was nützt das aber (ausser um die Zwangverwaltung hinauszuschieben), wenn gleichzeitig Ausgaben, die man nicht (direkt) beeinflussen kann, ungebremst steigen? Zur Zeit gehen z.B. über 50% des städt. Haushalts in den Sozialetat!

Ich behaupte
ferner, daß die Realisierung der Einsparung bei gleichzeitiger
Reorganisation unter Zuhilfenahme zeitgemäßer Hilfsmittel zu
einer Entlastung des verbliebenen Personals und zur
Verbesserung der Dienstleistung führen würde.

Unbestritten. Aber auch hier wieder: Liquidität geht vor Rentabilität. Es ist kein Geld da für geldsparende Infrastruktur.

aber diese 3% Neueinstellungen sind es. Um einer Überalterung
vorzubeugen, wäre wenigstens ein beträchtlicher Teil dieser 3%
aller Personalausgaben der öffentlichen Hände einsparbar. Das

Also ich kenne persönlich keine Dienststelle in der Umgebung, die nicht bereits seit Jahren Einstellungsstop hat.

Wir haben in Deutschland Geld im Überfluß. Wir verbraten aber
unseren Reichtum in einem ineffektiven Staatswesen. Ich halte
deshalb den Ansatz der neuen Bundesregierung für grundsätzlich
falsch, die Neuverschuldung zu vergrößern und die Abgabenlast
zu erhöhen.

Wo soll ich unterschreiben?

Gruß
Stefan