…und Tante Lies,
die hatten beid’ nur ein Gebiss.
Und ging zum Tee die Trine,
so blieb die Lies betrübt zu Haus
und schlürft 'ne Apfelsine…
Hatten die beiden nun das selbe oder das gleiche (künstliche Gebiss? )
Leider macht der Sprachgebrauch kaum noch einen Unterschied zwischen „selb“ und „gleich“, und auch der Duden sanktioniert ja mit der Zeit solche sprachlichen Schlampereien.
Als altmodischer Sprachliebheber erkläre ich den Unterschied meist so: Wenn ich im Restaurant das gleiche Menü esse wie du, dann ist das in Ordnung. Aber wenn ich das selbe esse: Brrr ))
Ich grüße Alle, die das gleiche (selbe??) denken wie ich - aber auch die Anderen
…und Tante Lies,
die hatten beid’ nur ein Gebiss.
Und ging zum Tee die Trine,
so blieb die Lies betrübt zu Haus
und schlürft 'ne Apfelsine…
Hatten die beiden nun das selbe oder das gleiche (künstliche
Gebiss? )
Hallo, Theo, ein schönes Gedicht
Natürlich benutzten beide dasselbe Gebiss, nicht das gleiche.
Da sie nur eines hatten, war es das Gebiss SELBst, dass sie verwendeten. Das gleiche Gebiss hätte einem anderen nur geglichen, wäre ihm zwar zum Verwechseln ähnlich, aber eben ein anderes gewesen.
In der Umgangssprache wird „das selbe“ und „das gleiche“ zwar oft als der selbe Begriff verwendet, es sind aber nicht wirklich die gleichen (weil es eben zwei Begriffe sind, die sich ähnlich sind).
Also spendiere Deinen Tanten noch ein gleiches Gebiss, dann können sie endlich zusammen zum Tee gehen
ein Ei selbt dem anderen…:~)
Hallo,
ich stelle auch mit Erschrecken die Verfremdung und Verdummung unserer schönen Sprache fest…
Man lese:
>Hans Weigel, „Die Leiden der jungen Wörter“
spricht dieses Thema auf höchst amüsante Weise an…
MfG
Michael Zettler(der auch „in keinster Weise“ in keiner Weise akzeptiert…)
Hallo,
ja, Hans Weigels Büchlein ist ein Sprachgenuß, der wirklich jedem wahren Freund der deutschen Sprache empfohlen werden kann, und jedem, der es werden will.
Hans Weigels Kommentare zur Schlechtschreibreform hätte ich gerne gelesen … aber das ist ihm erspart geblieben.
Gruß
Bernhard
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Das Buch…
…von Hans Weigel scheint auf den Index gekommen zu sein - ich kann es jedenfalls weder bei booxtra noch bei bol finden. Statt dessen bieten aber beide ein Knaur-TB von Martin Reuter und Klaus Nissen an mit dem Titel „Die neuen Leiden der jungen Wörter“. Der Einband sieht aus wie ein Duden; das Buch scheint recht witzig zu sein. Ich habe es mir bestellt.
Leidende Grüße
Theo aus WT
Michael Zettler(der auch „in keinster Weise“ in keiner Weise
akzeptiert…)
Da bist Du nicht der Einzigste!
… und übrigens: Rettet den Genitiv! Weil kaum mehr einer den richtigen Gebrauch vom Genitiv kennt!
Sich schüttelnd
Eckard
leider hast Du recht, und die Schlechtschreibreform hat auch
nichts dazu beigetragen, die Dinge zu verbessern.
Wie sollte sie auch, da es bei dieser Reform ja, wie der Name schon sagt, um Rechtschreibung geht und nicht um Semantik.
(Und das ist weder das Selbe noch das Gleiche…)
Das wurde hier wohl anscheinend (oder doch nur scheinbar?) übersehen…
Meint
Dorli
PS: Ich bin weder eine Gegnerin noch eine absolute Befürworterin der Rechtschreibreform.
„Das gleiche“ ist scheinbar dasselbe wie „das selbe“, aber
anscheinend wird auch scheinbar für dasselbe wie anscheinend
gehalten - kennst di aus?