Die üblichen Verdächtigen

Hi Leute :smile:

Endlich habe sogar ich es geschafft, den Film zu sehen (nachdem mir zweimal der Videorecorder nen Strich durch die Rechnung gemacht hat…)

Ich schliesse mich der allgemeinen Meinung an - das Teil ist klasse, auch wenn mir/uns trotz heftiger Diskussionen noch einiges unklar ist. Vielleicht könnt Ihr mich ja aufklären…

  • Was bzw. welche Teile der Story waren nun echt und welche hat Kevin Spacey nur erfunden?

  • Wieso ist er überhaupt verhaftet worden? Es wäre doch ein Leichtes für ihn gewesen, einfach vom Tatort zu verschwinden.

  • Wieso war trotzdem dieses Geld vorhanden? Er hatte die anderen drei doch schon auf dem Schiff, egal ob das Geld dagewesen wäre, oder nicht… Oder war das auch nur erfunden?

  • Was passiert mit dem Ungarn in Hospital? Jetzt gibt es doch wieder einen Zeugen, der ihn gesehen hat?

  • Wieso hat er überhaupt die anderen 4 in die Sache reingezogen?
    Hatte er nicht genügend andere Leute, seine eigene Truppe sozusagen, die schon länger für in arbeitet? Wieso hat er diese ganze Mühe auf sich genommen? Weil er seine eigenen Leute nicht als Kanonenfutter verheizen wollte? Weil er mit den vieren ‚abrechnen‘ wollte?

Fragen über Fragen *grübel*

Gudrun

Moin,

      • Spoiler - - -

Ich schliesse mich der allgemeinen Meinung an - das Teil ist
klasse, auch wenn mir/uns trotz heftiger Diskussionen noch
einiges unklar ist. Vielleicht könnt Ihr mich ja aufklären…

  • Was bzw. welche Teile der Story waren nun echt und welche
    hat Kevin Spacey nur erfunden?

Schau genau hin. Echt ist, was Du siehst, alles andere ist erfunden.

  • Wieso ist er überhaupt verhaftet worden? Es wäre doch ein
    Leichtes für ihn gewesen, einfach vom Tatort zu verschwinden.

Gute Frage. Aus Spaß?

Zu den anderen Fragen: Du gehst immer noch davon aus, daß alles stimmt, was er erzählt hat. Zähl mal alles zusammen, was man ‚weiß‘. Viel ist das nicht.

Alles wird gut
Thorsten

  • Was bzw. welche Teile der Story waren nun echt und welche
    hat Kevin Spacey nur erfunden?

Schau genau hin. Echt ist, was Du siehst, alles andere ist
erfunden.

Schon klar, dass er sich das meiste aus den Fingern gesogen hat. Redfoot oder wie der Kerl hiess etc. Aber alles, was er so erzählt hat, kann eben doch nicht erfunden sein. Baldwin, Byrne und die anderen hat es ja definitiv gegeben (sind ja schließlich als Leichen vorhanden). ‚Fenster‘ - ok, der könnte erfunden sein. Aber wenn ja, wieso?
Was ist mit diesem Überfall auf das Cop-Taxi? War das echt? Könnte sein, dass nicht, dass er es nur erfunden hat um die Story rund zu machen. Aber wenn er alles, was er erzählt hat, nur erfunden hat, wie zum Geier hat er die Leute dann tatsächlich dazu gekriegt, auf das Schiff zu marschieren?

  • Wieso ist er überhaupt verhaftet worden? Es wäre doch ein
    Leichtes für ihn gewesen, einfach vom Tatort zu verschwinden.

Gute Frage. Aus Spaß?

Oder damit überhaupt ein Film draus werden kann?? :wink:

Zu den anderen Fragen: Du gehst immer noch davon aus, daß
alles stimmt, was er erzählt hat.

Nönö, tu ich nicht

Zähl mal alles zusammen, was

man ‚weiß‘. Viel ist das nicht.

Eben, viel ist das nicht. Aber was nun stimmt, und was nicht…
Wenn alles erfunden ist, was nicht in der Film-Gegenwart spielt, dann würden auch Baldwin & Co. zu existieren aufhören. Aber die hat es ja gegeben…

Aller sehr verwirrend…

Gruss
Gudrun

Moin,

Aller sehr verwirrend…

Darum geht’s für mich. Nur über die wirklich Großen Filme kann man so lange nachdenken und sich unterhalten. Ist Deckard ein Replikant?

Thorsten

Moin,

Dito :smile:

Aller sehr verwirrend…

Darum geht’s für mich. Nur über die wirklich Großen Filme kann
man so lange nachdenken und sich unterhalten.

Damit hast Du zweifellos recht. Nur, irgendwann möchte ich dann halt auch auf ein Ergebnis kommen…

Ist Deckard ein Replikant?

Eine der ewigen Fragen…
Gut möglich… So ganz habe ich das für mich noch nicht entschieden.

Oder: würdest Du die Matrix für ein Leben in der ‚Wirklichkeit‘ aufgeben?
Oder: hat Bruce Willis nun die Welt gerettet, oder nicht (12 Monkeys)?

Gruss
Gudrun

Moin,

Aller sehr verwirrend…

Darum geht’s für mich. Nur über die wirklich Großen Filme kann
man so lange nachdenken und sich unterhalten.

Damit hast Du zweifellos recht. Nur, irgendwann möchte ich
dann halt auch auf ein Ergebnis kommen…

Daß es für jede Frage eine Antwort gibt, glaub’ ich nicht.

Ist Deckard ein Replikant?
Eine der ewigen Fragen…

Interessanterweise wird darüber weiter diskutiert, obwohl sich Ford und Scott eindeutig geäußert haben.

Oder: würdest Du die Matrix für ein Leben in der
‚Wirklichkeit‘ aufgeben?

Was ich nicht weiß…
Wenn ich’s wüßte? Keine Ahnung, der weiße Pamps sah wirklich nicht sehr lecker aus. Allerdings hat man von der Stadt (wie hieß die doch gleich?) noch nichts gesehen.
Hauptfrage ist, ob man alleine ist.

Oder: hat Bruce Willis nun die Welt gerettet, oder nicht (12
Monkeys)?

Jaaa! Genau die Fragen meinte ich! Kennst Du diese großartige Szene am Anfang von Fear and Loathing in Las Vegas? Mit der Fledermaus? Ich liebe diesen Mann. Brazil ist definitiv in meinen Top Ten.

Worauf fällt mein Auge in der IMDB? Das ist 'nen neuen Thread wert.

Thorsten

Aller sehr verwirrend…

Darum geht’s für mich. Nur über die wirklich Großen Filme kann
man so lange nachdenken und sich unterhalten.

Damit hast Du zweifellos recht. Nur, irgendwann möchte ich
dann halt auch auf ein Ergebnis kommen…

Daß es für jede Frage eine Antwort gibt, glaub’ ich nicht.

Naja, auf die Fragen, die dem Film erst nen Sinn geben, möchte ich eigentlich schon ganz gerne ne Antwort haben. Wenn ein Film nur verwirrend ist, ohne ne Chance irgendwann, auch nach laaangem Nachdenken, auf ne Lösung zu kommen, dann hat das nichts mehr mit verwickelt, genial oder kultig zu tun, dann sind das nur noch nicht erfüllte grosse Versprechungen. Schlechtes Handwerk sozusagen und umso enttäuschender. Logisch in sich geschlossen sollte ein Film schon sein.

Ist Deckard ein Replikant?
Eine der ewigen Fragen…

Interessanterweise wird darüber weiter diskutiert, obwohl sich
Ford und Scott eindeutig geäußert haben.

Haben sie? Ist mir entgangen. Erzähl mal.

Oder: würdest Du die Matrix für ein Leben in der
‚Wirklichkeit‘ aufgeben?

Was ich nicht weiß…
Wenn ich’s wüßte? Keine Ahnung, der weiße Pamps sah wirklich
nicht sehr lecker aus. Allerdings hat man von der Stadt (wie
hieß die doch gleich?) noch nichts gesehen.
Hauptfrage ist, ob man alleine ist.

Allein? In der Realität? Wohl kaum. Irgendwer müsste Dich ja sozusagen ‚aufwecken‘, soll heissen, aus der Matrix rausholen.

Oder: hat Bruce Willis nun die Welt gerettet, oder nicht (12
Monkeys)?

Jaaa! Genau die Fragen meinte ich! Kennst Du diese großartige
Szene am Anfang von Fear and Loathing in Las Vegas? Mit der
Fledermaus?

Nö, leider noch nicht gesehen.

Brazil ist definitiv in

meinen Top Ten.

Hihi - Brazil *kicher* - Der Film verfolgt mich anscheinend.
Ich kannte ihn ja lange nicht. Erst vor nem halben Jahr oder so, hab ich ihn zusammen mit meinem Freund gesehen. Er, mein Freund, ist absoluter Brazil-Fan. Und ich - ich hatte was ganz anderes erwartet, als ich letztendlich zu sehen bekam. Etwas mehr Mainstream. Hatte nicht dran gedacht, dass das Teil ja von Terry Gilliam ist… :wink:
Jedenfalls fand ich den Film während des Sehens nur noch seltsam und kaputt. Das Ende hat mir allerdings schon beim erstenmal gefallen ‚Er ist uns entkommen‘ - gut gemacht.
Inzwischen hat sich meine Meinung in ‚kaputt, aber gut‘ geändert.
Ist inzwischen zu nem running gag bei uns geworden.
Das aber nur nebenbei…

Aber Brazil ist ein gutes Beispiel. Da weiss man nach kurzem oder längerem Nachdenken, wann die Handlung kippt bzw. wann er ‚entwischt‘.

Oder ‚Apocalypse Now‘. Zweifellos ein gut gemachter Film und seiner Zeit weit voraus. Blos - es bleiben auch hier ein paar Fragen offen, die mir noch keiner beantworten konnte: wer sind die ganzen Leute in Brandos Camp? Wieso liegen überall Leichenteile rum? Wer waren die? Warum wurden sie getötet?
Oder: man wusste offensichtlich, wo sich das Camp befand. Wieso schicken sie dann erst Martin Sheen hin um Brando zu meucheln und kippen dann Napalm drüber. Hätten sie doch auch gleich nen Luftangriff starten können. Vor allem, wenn sie sich eh nicht sicher waren, ob Brando Sheen nicht vielleicht auch umdreht.

Das sind alles so Fragen, die bei mir nen irgendwie ‚unerledigten‘ Eindruck hinterlassen.
Obwohl ich schon glaube, dass viele solcher ‚Lücken‘ unbeabsichtigt durch nachträgliche Bearbeitung am Schneidetisch entstehen.

Gudrun

Moin,

Daß es für jede Frage eine Antwort gibt, glaub’ ich nicht.

Naja, auf die Fragen, die dem Film erst nen Sinn geben, möchte
ich eigentlich schon ganz gerne ne Antwort haben. Wenn ein
Film nur verwirrend ist, ohne ne Chance irgendwann, auch nach
laaangem Nachdenken, auf ne Lösung zu kommen, dann hat das
nichts mehr mit verwickelt, genial oder kultig zu tun, dann
sind das nur noch nicht erfüllte grosse Versprechungen.

Ach. Das habe ich bisher immer anders gesehen.
Genauer: Ein Film kann einfach verwirrend sein, dann stimme ich Dir natürlich zu; auch noch so gute Bilder oder Darsteller können daraus keinen guten Film mehr machen.
Es können aber auch Fragen offen bleiben ohne daß der Film an Wert verliert. Deckard ist IMHO das beste Beispiel: Jedesmal, wenn ich den Film sehe, versuche ich erneut, für mich herauszufinden, ob er ein Replikant ist oder nicht. Es gibt Argumente, die dafür sprechen und Argumente, die dagegen sprechen. Jeder kann also die Argumente gewichten, wie er möchte.
Würde jetzt irgendwo im Film ein eindeutiger Hinweis auftauchen, würde der Film diesen Reiz verlieren.

Schlechtes Handwerk sozusagen und umso enttäuschender. Logisch
in sich geschlossen sollte ein Film schon sein.

Das ist kein Widerspruch. Warum ist Shakespeare nach 400 Jahren noch aktuell? Was fasziniert an Gravity’s Rainbow (außer dem Bewußtsein, einer Elite anzugehören)?

Ist Deckard ein Replikant?
Eine der ewigen Fragen…

Interessanterweise wird darüber weiter diskutiert, obwohl sich
Ford und Scott eindeutig geäußert haben.

Haben sie? Ist mir entgangen. Erzähl mal.

IIRC haben beide gesagt, daß Deckard ein Mensch ist. Das ist aber eben egal; der Film existiert, einmal in die Welt entlassen, unabhängig von den Machern.
Ich habe eine FAQ, da komme ich im Moment aber nicht ran.

Kennst Du diese großartige Szene am Anfang von Fear
and Loathing in Las Vegas? Mit der Fledermaus?

Nö, leider noch nicht gesehen.

Ganz großartig, an solchen Szenen sieht man das Genie von Gilliam.

Brazil ist definitiv in meinen Top Ten.

Inzwischen hat sich meine Meinung in ‚kaputt, aber gut‘
geändert.

Zu Brazil kann ich kaum was schreiben. Wenn ich da anfange, Dinge aufzuzählen, die ich bemwerkenswert finde, komme ich nicht zum arbeiten. Ein Meisterwerk.

Aber Brazil ist ein gutes Beispiel. Da weiss man nach kurzem
oder längerem Nachdenken, wann die Handlung kippt bzw. wann er
‚entwischt‘.

Ein Film muß nicht rätselhaft sein. Mein Lieblingsfilm kommt gänzlich ohne Rätsel aus.

Oder ‚Apocalypse Now‘.

Ähem. Noch nicht gesehen.

Obwohl ich schon glaube, dass viele solcher ‚Lücken‘
unbeabsichtigt durch nachträgliche Bearbeitung am
Schneidetisch entstehen.

Du kennst 2001? Da wird das wohl nicht die Ursache, trotzdem bleiben Fragen (ein weiteres Meisterwerk).

Thorsten

Genauer: Ein Film kann einfach verwirrend sein, dann stimme
ich Dir natürlich zu; auch noch so gute Bilder oder Darsteller
können daraus keinen guten Film mehr machen.
Es können aber auch Fragen offen bleiben ohne daß der Film an
Wert verliert. Deckard ist IMHO das beste Beispiel: Jedesmal,
wenn ich den Film sehe, versuche ich erneut, für mich
herauszufinden, ob er ein Replikant ist oder nicht. Es gibt
Argumente, die dafür sprechen und Argumente, die dagegen
sprechen. Jeder kann also die Argumente gewichten, wie er
möchte.
Würde jetzt irgendwo im Film ein eindeutiger Hinweis
auftauchen, würde der Film diesen Reiz verlieren.

Yo, da stimme ich Dir voll zu. Ich meinte auch nicht, dass jedes Rästel bzw. Geheimnis aufgedeckt werden muss und alles und jedes bis ins Kleinste erklärt werden muss. Machmal macht gerade das Unerklärte den Reiz aus, da hast Du schon recht.
Was ich lächerlich finde, das sind so Filme, in denen der Autor/ Regisseur ein grosses Mysterium aufgebaut, sich dann aber wohl irgendwann im Thema verhaspelt, keinen Ausweg mehr findet und sich auch nicht sonderlich anstrengt, denn das dumme Puplikum wird´s schon nicht merken.
Will mal so sagen: Unerklärtes mit Sinn dahinter, also gewollt Unerklärtes, ist gut, ohne Sinn ist eher Schrott. Kam jetzt wohl nicht so klar rüber, aber ich glaube im Grunde meinen wir dasselbe.

Ein Film muß nicht rätselhaft sein. Mein Lieblingsfilm kommt
gänzlich ohne Rätsel aus.

Muss nicht, aber wenn, dann doch bitteschön überlegt.

Du kennst 2001? Da wird das wohl nicht die Ursache, trotzdem
bleiben Fragen (ein weiteres Meisterwerk).

Kenn ich. Hat mich aber nicht sonderlich vom Hocker gerissen. Maybe war es bei mir einfach der falsche Zeitpunkt für den Film. War noch ziemlich jung und gerade mit dem SW-Virus infiziert. Und dann 2001 - kannst Dir wohl vorstellen, dass ich etwas ‚verwirrt‘ war *ggg*
Ich kann mich an einige gute Szenen erinnern, aber in meine Top Ten gehört er definitiv nicht.

So, ich hab jetzt Feierabend. *freu*
Schönen Tag noch.
Gudrun :smile:

Vielleicht findet sich ja doch noch jemand, der mir das Geheimnis von Kevin Spacey erklärt… :wink:

Rätsel (war: Die üblichen Verdächtigen)
Moin,

Kam jetzt wohl nicht so klar rüber, aber ich glaube im
Grunde meinen wir dasselbe.

Jepp.

Du kennst 2001? Da wird das wohl nicht die Ursache, trotzdem
bleiben Fragen (ein weiteres Meisterwerk).

Kenn ich. Hat mich aber nicht sonderlich vom Hocker gerissen.
Maybe war es bei mir einfach der falsche Zeitpunkt für den
Film. War noch ziemlich jung und gerade mit dem SW-Virus
infiziert. Und dann 2001 - kannst Dir wohl vorstellen, dass
ich etwas ‚verwirrt‘ war *ggg*

Zu meinen persönlichen Top Ten gehört er auch nicht, aber der Film hat eine Menge Eigenschaften, die man anerkennen muß. IMHO sind z.B. die Tricks besser als bei ANH, und das obwohl der Film zehn Jahre älter ist.
Bei Kubrick strahlt wie bei Gilliam das Genie aus jedem Bild. Ein Kollege hat es für Eyes Wide Shut mal so beschrieben: Man könnt den Film an jeder Stelle anhalten und bekäme ein schönes Foto.

Bis bald
Thorsten