Hallo Christian,
naja, das Problem ist nicht die Zustimmungspflicht, sondern
wie sie mißbraucht wird. In der Tat haben beide
WegeLagerer dieses Instrument "gut zu
spielen gewußt. Der eine hat die Länder mit Barem gelockt, der
andere hat ihnen gedroht. Letztlich wird dort nicht mehr nach
jeweiligem Länderinteresse abgestimmt, sondern nach
Parteiinteresse. Leider.
Das Problem ist natürlich nicht die Zustimmungspflicht, aber die Ausweitung der selben auf nahezu jedes Gesetz durch unseren Steuerjungle. Jede Popelsteuer oder -Leistung hat doch eine mind. 1%ige Beteiligung der Länderfinanzen, so dass alles durch die 2. Kammer gehen muss. Ich habe irgendwann einmal eine Statistik gelesen, wieviel % der Gesetze vor 40 Jahren durch den Bundesrat mussten (mit der ganzen Lähmung durch x Lesungen, Zurückweisungen, Vermittlungsausschüsse, Verwässerungen…) und wieviele heute. Ziemlich deprimierend, was wir uns erarbeitet haben, Föderalismus hin oder her!
Da stimme ich Dir uneingeschränkt zu, nur - und das ist für
mich wirklich ein Problem - frage ich mich, warum man schon
ein Jahr vor einer Bundestagswahl in diese Totenstarre
verfallen muß. So oder so war absehbar, daß die Kohle nicht
reicht. Obwohl, eigentlich frage ich mich das nicht wirklich,
ich ärgere mich nur.
Tja, mit einem Jahr würden wir ja noch recht gut fahren…
Ja, das habe ich hier auch schon mehrfach in den großen
Wunschkasten geworfen. Aber ich bin mir inzwischen nicht
sicher, ob das etwas ändern würde. Mir scheint, regiert wird
wirklich nur in den ersten 18 Monaten einer Legislaturperiode.
Wenn überhaupt (siehe derzeit oder Kohl in seinen besten Jahren, wenn ich schon die Ausdrücke „aussitzen“ oder „ruhige Hand“ höre)
Wenn ich die letzte Wahl so betrachte, ist das für mich eher
ein Alptraum. Eine kleine Flut, Firmenpleite oder sonstwas
kurz vor der Wahl und die Sache ist erledigt.
Aber doch nur 1 mal in 5 Jahren und nicht permanent. Also lieber ein Ende mit Schrecken…
Einfach ist es, aber nur gegen Widerstände durchsetzbar.
Daa soll ja unser Problem sein:smile:
Naja, wenn ich mir so die Aussagen von Clement und Schmidt
anhöre, ist man ja noch nicht einmal bereit, mit den selbst
eingesetzten Komissionen ein gemeinsames Konzept zu finden,
wenn Kernforderungen von vornherein ausgeschlossen werden.
Yepp! Es wird ja von den selben Personen auch die volkswirtschaftliche Kompetenz der Wirtschaftweisen bestritten, also was erwartest Du 
Soweit richtig, aber nur bedingt. Bedingung ist nämlich, daß
die Welt 6 Wochen vor der Wahl aufhört sich zu drehen. Der
Wähler als solcher - und das dürfte wohl nahezu weltweit so
sein - hat ein Gedächtnis wie eine Stubenfliege.
Leider ja:frowning:
Wobei mein Gedächtnis über 4 Jahre hinausreicht, weswegen ich wahrscheinlich hier einer der wenigen bin, die die Regierung im Vergleich zur Opposition noch nicht ganz abgeschrieben haben:smile:
Eigentlich müßte man überlegen, ob man die Bezahlung von
Politikern nicht wieder komplett abschafft. Dann hätten sie
wenigstens kein finanzielles Interesse an einer Wiederwahl und
würden sich vielleicht mal auf andere Dinge konzentrieren.
Wäre interessant, wer sich dann noch fände, um zu regieren. Ob das dann tatsächlich die Lage verbessern würde? Ich weiss nicht:smile:
Grüße
Jürgen