... die Version der auf Office basierende Suite

Hallo zusammen,

wir haben hier einen kleinen Streit um diese Phrase:
„… die Version der auf Office basierende Suite“

Für mich klingt der Satz falsch.

Für mich müsste es heissen:
„… die Version der auf Office basierenden Suite“

Andere Beispiele:
Rolf bietet die Variante, der auf Office basierenden Mutter an.
Rolf bietet die Variante, der auf Office basierende Mutter an.
… die auf Office basierende Mutter an.
… der auf Office basierenden Mutter an.
… dem auf Office basierenden Vatter an.

Besten Gruß
und ein schönes WE

Hallo,

„… die Version der auf Office basierende Suite“

Für mich klingt der Satz falsch.

ist er auch für mich.

Für mich müsste es heissen:
„… die Version der auf Office basierenden Suite“

Richtig.

Andere Beispiele:
Rolf bietet die Variante, der auf Office basierenden Mutter
an.
Rolf bietet die Variante, der auf Office basierende Mutter an.

Das Komma muss in beiden Fällen unbedingt weg. Wieder ist die erste Variante richtig, die zweite falsch. Alles in allem ist der Satz aber mehrdeutig; er kann bedeuten

  1. Rolf bietet der Mutter, die auf Office basiert, die Variante an.
  2. Rolf bietet die Variante von der Mutter an, die auf Office basiert.

… die auf Office basierende Mutter an.

Hier bietet Rolf die Mutter an (die auf Office basiert).

… der auf Office basierenden Mutter an.

Den mehrdeutigen Fall hatten wir schon.

… dem auf Office basierenden Vatter an.

Das ist eindeutig Dativ, und Rolf macht hier ein Angebot an den Vater, der auf Office basiert.

Viele Grüße,

Andreas

PS: Mich würde interessieren, was dieser Satz tatsächlich bedeuten soll. Momentan ergibt die ganze Sache mit den auf (MS?) Office basierenden Varianten, Suiten und Personen für mich wenig Sinn.

hi :smile: danke :smile:

„… die Version der auf Office basierende Suite“
Für mich klingt der Satz falsch.

ist er auch für mich.

Für mich müsste es heissen:
„… die Version der auf Office basierenden Suite“

Richtig.

PS: Mich würde interessieren, was dieser Satz tatsächlich
bedeuten soll.

Ich darf den Satz leider nicht im Orginal verraten, tut mir leid.
Ist aber auch nicht so spannend der Satz.
Ich kann nur sagen, dass er von einem Betreuer einer Diplomarbeit stammt.

Besten Grüß :smile:

Moin, wrwswas,

Ich kann nur sagen, dass er (der Satz) von einem Betreuer einer
Diplomarbeit stammt.

macht nichts, wenn das Diplom nicht in Germanistik erworben werden soll. Nur Kümmelspalter kümmeln kümmern sich um Orthographie.

Gruß Ralf

Nur Kümmelspalter kümmeln
kümmern sich um Orthographie.

Dann isses ja gut, daß es hier nicht um Orthographie geht …

… sondern um Grammatik.

-)

Max

1 „Gefällt mir“

Gut, daß Du das klargestellt hast! Ich erlebe es immer wieder, daß schwerwiegende Grammatik- und Ausdrucksfehler (die - im Gegensatz zu tatsächlichen Rechtschreibfehlern - auf fehlendes Sprachgefühl und eventuell sogar „schlechte Kinderstube“ schließen lassen) im Nachhinein obskurantistisch als „Rechtschreibfehler“ betitelt werden. Wem wollen sie den Bären eigentlich aufbinden? Sich selbst? :smile:

Gruß, Uwe

Bedenke dennoch, dass solche Fehler nur dann wirkliche Fehler sind, wenn du ganz sicher gehen kannst, dass die Person, die den vermeintlichen Fehler äußerte, in dem Moment auch Hochdeutsch sprechen bzw. Schriftdeutsch schreiben wollte.

Wenn jemand also mit seinem Kumpel spricht und „einzigste“, „größer wie“, „der, wo“ oder „das macht Sinn“ sagt, dann ist das weißgott nicht falsch. Wieso auch? Wer spricht schon immer und überall Hochdeutsch? Es gibt auch Dialekt und Umgangssprache… dort kann dir Grammatik abweichen.

Das vergessen anscheinend alle Sick-Fetischisten und Sprachdünkler.

Gruß,

  • André

Moin, Uwe,

obskurantistisch

damit hast Du meinen Tag gerättätät - endlich das passende Fremdwort für versehentlich!

Gruß Ralf

obskurantistisch

damit hast Du meinen Tag gerättätät - endlich das passende
Fremdwort für versehentlich!

Äh, war das jetzt ein „Versehen“?
Obskurantistisch heißt keineswegs „versehentlich“, sondern verdunkelnd, verschleiernd.

Sollte wohl ein Scherz sein!?

Gruß, Uwe

Sprachdünkler.

Schöne Wortkreation :wink:

Sprache ist nun mal ideales Instrument und Medium zur mutualen Wirklichkeits- und Identitätsdetermination. Das ist ein allgemein menschliches Phänomen. Selbstverständlich gehört zum „Modernen Menschen“ auch das Wissen um diesen und das tägliche Gewahrsein dieses überall auf der Welt allgegenwärtigen psychosozialen Mechanismus.

Gruß, Uwe

Sprachdünkler.

Schöne Wortkreation :wink:

Danke. War aber nicht meine eigene.

Sprache ist nun mal ideales Instrument und Medium zur mutualen
Wirklichkeits- und Identitätsdetermination. Das ist ein
allgemein menschliches Phänomen. Selbstverständlich gehört zum
„Modernen Menschen“ auch das Wissen um diesen und das tägliche
Gewahrsein dieses überall auf der Welt allgegenwärtigen
psychosozialen Mechanismus.

Gekonnt dem Thema ausgewichen mit einem Batzen Fremdwörter. Die Erklärung begründet nämlich nicht den Sprachdünkel oder die in den meisten Fällen völlig unangebrachten Korrekturversuche à la „Du darfst nicht ‚einzige‘ sagen, das ist falsch!“
Es gehört ja auch zum täglichen Gewahrsein, zu wissen und zu beurteilen, wann die Menschen welches Register bzw. welchen Soziolekt benutzen.

Grüße,

  • André

Sprache ist nun mal ideales Instrument und Medium zur mutualen
Wirklichkeits- und Identitätsdetermination. Das ist ein
allgemein menschliches Phänomen. Selbstverständlich gehört zum
„Modernen Menschen“ auch das Wissen um diesen und das tägliche
Gewahrsein dieses überall auf der Welt allgegenwärtigen
psychosozialen Mechanismus.

Gekonnt dem Thema ausgewichen mit einem Batzen Fremdwörter.

Ach André, die verwendeten Begriffe erscheinen doch nur deshalb fremd, weil fast niemand um diese Dinge weiß, obwohl jeder sie (dann eben unbewußt) tut.

Die Erklärung begründet nämlich nicht den Sprachdünkel oder
die in den meisten Fällen völlig unangebrachten
Korrekturversuche à la "Du darfst nicht ‚einzige‘

Du meinst in diesem Fall das falsche „einzigste“ , gelle? :wink:

sagen, das ist falsch!"
Es gehört ja auch zum täglichen Gewahrsein, zu wissen und zu
beurteilen, wann die Menschen welches Register bzw. welchen
Soziolekt benutzen.

Zweifelsohne :wink:

Gruß, Uwe

Du meinst in diesem Fall das falsche
„einzigste“, gelle? :wink:

Ja, natürlich, genau, nur dass das Wort eben nicht falsch ist. Dieser ganze Dünkel hat mich schon ganz wirr gemacht. =)

Gruß,

  • André

Du meinst in diesem Fall das falsche
„einzigste“, gelle? :wink:

Ja, natürlich, genau, nur dass das Wort eben nicht falsch ist.

Wie bitte?? Aber „einzigste“ ist doch eindeutig falsch!! Die Konstruktion stellt eben keinen Dia- bzw. Soziolekt dar, sondern basiert auf dem Irrtum, „einzig“ könne gesteigert werden.

Wenn die Spanier „Cocodrilo“ statt „Crocodilo“ sagen, auch wenn es dort alle tun, dann ist das doch auch falsch, oder? Ich meine, ein Fehler bleibt ein Fehler, auch wenn viele ihn begehen. Und nur die Gefahr, gelyncht zu werden darf uns nicht davon abhalten, auf ihn als solchen hinzuweisen. :wink:

Dadurch gibt es dann in spanischsprachigen Ländern nämlich plötzlich Wörter wie „Cocodrile“ (für das englische „Crocodile“) bzw. dessen deutsches Pendant „Kokodril“, wenn sie versuchen, Englisch oder Deutsch zu reden.

Dieser ganze Dünkel hat mich schon ganz wirr gemacht. =)

Eben, eben. Besser ist, man weiß genau, was richtig ist und was falsch. Dann entstehen derartige Verwirrungen gar nicht erst! :wink:

Gruß, Uwe

Wie bitte?? Aber „einzigste“ ist doch eindeutig falsch!! Die
Konstruktion stellt eben keinen Dia- bzw. Soziolekt dar,
sondern basiert auf dem Irrtum, „einzig“ könne gesteigert
werden.

Hast du meine letzten paar Postings hier nicht gelesen??? Natürlich ist „einzigste“ möglich, in der Umgangssprache. In der Hoch- bzw. Schriftsprache ist es allerdings verpöhnt, wie z.B. auch das Wort „gucken“ — aber du würdest „gucken“ sicherlich nicht als Fehler bezeichnen.
„Einzigste“ enthält das Superlativsuffix -st, das aber hier nicht in der Funktion der höchsten Steigerungsstufe, sondern in betonender Funktion, dem sogenannten „Elativ“ auftritt. Du kannst dich ja mal über dieses Phänomen belesen, gibt’s in sehr sehr vielen Sprachen. Vielleicht hattest du Latein und/oder Spanisch? Dort wird der Superlativ auch nicht immer im Sinne der höchsten Steigerung verwendet.
Ebenso ist das mit den deutschen Wörtern „einzigste“, „optimalste“, „mittelste“, usw.

Wenn die Spanier „Cocodrilo“ statt „Crocodilo“ sagen, auch
wenn es dort alle tun, dann ist das doch auch falsch, oder?

Nein, natürlich ist es keiner. Schau ins Wörterbuch. Das Wort „crocodilo“ existiert im Spanischen doch gar nicht! Man nennt den Prozess übrigens Metathese.

Ich meine, ein Fehler bleibt ein Fehler, auch wenn viele ihn
begehen. Und nur die Gefahr, gelyncht zu werden darf uns nicht
davon abhalten, auf ihn als solchen hinzuweisen. :wink:

Nein, das ist erwiesenermaßen nicht der Fall, oder wie erklärst du dir sonst die Existenz der deutschen Sprache? Wenn’s nach dir ginge, müssten wir ja heute ausnahmslos alle falsch sprechen, denn niemand kennt die Ursprache (so es sie denn überhaupt gab). Ich könnte z.B. behaupten, deine Verwendung des Wortes „Gefahr“ wäre falsch, weil es im Mittelhochdeutschen doch „gevâre“ hieß… und selbst das ist noch nicht richtig, denn im Althocheutschen, Proto-Germanischen und schließlich im Proto-Indo-Europäischen hieß das Wort ja auch anders.

Wenn der bei weitem größte Teil der Sprechergemeinschaft in einer Sprache etwas verwendet, was vorher ein Fehler war, dann wird dieser Fehler fast zwangsläufig zum nun Richtigen. Dadurch entwickelt sich eine Sprache weiter. Durch genau diese Prozesse (und noch ein paar mehr) ist aus dem Proto-Indo-Europäischen im Laufe von Jahrtausenden das Deutsche entstanden. Und wer weiß, in 1000 Jahren ist das Deutsche vielleicht für uns unverständlich, doch trotzdem ist es dann genauso wenig „falsch“ wie das heutige Deutsch.

Dadurch gibt es dann in spanischsprachigen Ländern nämlich
plötzlich Wörter wie „Cocodrile“ (für das englische
„Crocodile“) bzw. dessen deutsches Pendant „Kokodril“, wenn
sie versuchen, Englisch oder Deutsch zu reden.

Ja, das kann passieren. Na und? Das sagt nichts darüber aus, ob das Wort auf Spanisch nicht trotzdem so heißen kann. Tatsächlich heißt es wie gesagt cocodrilo.

Dieser ganze Dünkel hat mich schon ganz wirr gemacht. =)

Eben, eben. Besser ist, man weiß genau, was richtig ist und
was falsch. Dann entstehen derartige Verwirrungen gar nicht
erst! :wink:

Du hast es leider nicht verstanden. Es gibt nicht nur das Hochdeutsche und alles andere ist falsch. Es ist nur anders. Anders bedeutet nicht automatisch falsch.
Und wenn ich im Sächsischen eben eine Frikadelle „Beefsteak“ nenne, dann kannst du nicht sagen, es wäre falsch, denn so heißen die Dinger hier eben! :wink:

Gruß, Uwe

Gruß,

  • André

P.S.: Wo wir grad beim Thema sind: Glaubst du eigentlich auch, Amerikanisch wäre falsches Englisch? :wink:

2 „Gefällt mir“

Hast du meine letzten paar Postings hier nicht gelesen???

Doch, doch. Ich bin nur etwas anderer Meinung. :wink:

Natürlich ist „einzigste“ möglich, in der Umgangssprache. In
der Hoch- bzw. Schriftsprache ist es allerdings verpöhnt, wie
z.B. auch das Wort „gucken“ — aber du würdest „gucken“
sicherlich nicht als Fehler bezeichnen.

Natürlich nicht. Ich SAGE schließlich selbst auch „gucken“ und nicht „kucken“ oder gar „kuggen“. Dabei habe ich als Kind „kucken“ gesagt, nur ist mir irgendwann aufgefallen, daß es „gucken“ geschrieben wird. Da habe ich meine Aussprache der Schreibweise angepaßt.

Ebenso ist das mit den deutschen Wörtern „einzigste“,
„optimalste“, „mittelste“, usw.

Sowas klingt einfach schlecht, findest Du nicht auch? :wink:

Wenn die Spanier „Cocodrilo“ statt „Crocodilo“ sagen, auch
wenn es dort alle tun, dann ist das doch auch falsch, oder?

Nein, natürlich ist es keiner. Schau ins Wörterbuch. Das Wort
„crocodilo“ existiert im Spanischen doch gar nicht! Man nennt
den Prozess übrigens Metathese.

Sehr interessant, wieder was dazugelernt. Dafür Dir ein fetter Stern!! :smile:

Wenn der bei weitem größte Teil der Sprechergemeinschaft in
einer Sprache etwas verwendet, was vorher ein Fehler war, dann
wird dieser Fehler fast zwangsläufig zum nun Richtigen.
Dadurch entwickelt sich eine Sprache weiter.

Leider verliert sie dabei manchmal auch etwas, nämlich die Möglichkeit, sich präzise auszudrücken.

Dadurch gibt es dann in spanischsprachigen Ländern nämlich
plötzlich Wörter wie „Cocodrile“ (für das englische
„Crocodile“) bzw. dessen deutsches Pendant „Kokodril“, wenn
sie versuchen, Englisch oder Deutsch zu reden.

Ja, das kann passieren. Na und? Das sagt nichts darüber aus,
ob das Wort auf Spanisch nicht trotzdem so heißen kann.
Tatsächlich heißt es wie gesagt cocodrilo.

Ja, ich weiß. Ich schwimme sogar (sozusagen als moderner „Phonetik-Don-Quijote“) in spanischsprachigen Ländern gegen diesen Strom an und sage dort „crocodilo“. :smile: Ernte ich dann Korrekturversuche, verweise ich auf den lateinischen Ursprung.

Ein anderes Beispiel: Die meisten spanischsprechenden, die ich bisher danach fragte, glaubten, daß „Caravela“ „Schädel“ bedeute, „Calavera“ allerdings ein Schiffstyp sei. Dabei ist es genau umgekehrt.

Dieser ganze Dünkel hat mich schon ganz wirr gemacht. =)

Eben, eben. Besser ist, man weiß genau, was richtig ist und
was falsch. Dann entstehen derartige Verwirrungen gar nicht
erst! :wink:

Du hast es leider nicht verstanden. Es gibt nicht nur das
Hochdeutsche und alles andere ist falsch. Es ist nur anders.
Anders bedeutet nicht automatisch falsch.

Nicht automatisch. Es kommt darauf an. Es ist im Gegenzug auch nicht alles „richtig“ nur weil es „anders“ ist, gelle? Hast Du DAS denn verstanden? :wink:

Und wenn ich im Sächsischen eben eine Frikadelle „Beefsteak“
nenne, dann kannst du nicht sagen, es wäre falsch, denn so
heißen die Dinger hier eben! :wink:

Ok, dagegen habe ich ja auch gar nichts. Es ist eben nur häufig so, daß den Mutationen ganz klare Irrtümer und deren Verbreitung zugrundeliegen, wobei letztere beim unreflektierten Nachplappern zustandekommt. Sprachmutationen haben also auch etwas mit BILDUNG zu tun. Ein bewußterer Umgang mit Sprache kann doch so schlecht nicht sein, oder? Dann passieren (übrigens) auch weniger Fehler! :wink:

P.S.: Wo wir grad beim Thema sind: Glaubst du eigentlich auch,
Amerikanisch wäre falsches Englisch? :wink:

Nein, das Englische, in dem alles „the“ ist und Substantive gar nicht dekliniert werden, ist mir diesbezüglich ziemlich egal. Ich mag die Aussprache des amerikanischen Englisch (New York) lieber, würde da, vielleicht auch aus Unkenntnis, aber nicht meinen, eines sei falsch und das andere richtig.

LG, Uwe

Ebenso ist das mit den deutschen Wörtern „einzigste“,
„optimalste“, „mittelste“, usw.

Sowas klingt einfach schlecht, findest Du nicht auch? :wink:

Nein, überhaupt nicht. Es in einem wissenschaftlichen Dokument zu finden, wäre vielleicht unpassend, ja, aber in der Umgangssprache finde ich es völlig normal, natürlich und passend.

Wenn der bei weitem größte Teil der Sprechergemeinschaft in
einer Sprache etwas verwendet, was vorher ein Fehler war, dann
wird dieser Fehler fast zwangsläufig zum nun Richtigen.
Dadurch entwickelt sich eine Sprache weiter.

Leider verliert sie dabei manchmal auch etwas, nämlich die
Möglichkeit, sich präzise auszudrücken.

Das ist nicht der Fall, Sprachen verschlechtern sich nicht, wenn ein Begriff verloren geht, denn wenn der Begriff oder die Konstruktion irgendwie wichtig und häufig genug war, so wird sie durch eine andere Konstruktion oder einen Begriff ersetzt, der aus welchen Gründen auch immer besser ist.
So z.B. bei „wegen + Dativ“. Früher hieß es mal „des Wetters wegen“, da aber Postpositionen im Deutschen sehr selten und daher unnatürlich sind, hat sie sich in eine Präposition gewandelt: „wegen des Wetters“. Warum der Genitiv langsam ausstirbt, weiß ich nicht, aber es setzt sich immer mehr der Dativ durch; „wegen dem Wetter“ wird also langsam aber sicher zum Standard.
Das mag für konservative Sprecher scheußlich klingen, aber für jemanden, der damit aufwächst, ist es völlig normal. Und wenn man sich’s überlegt — die Sprache verliert dadurch nicht an Verständlichkeit.

Dadurch gibt es dann in spanischsprachigen Ländern nämlich
plötzlich Wörter wie „Cocodrile“ (für das englische
„Crocodile“) bzw. dessen deutsches Pendant „Kokodril“, wenn
sie versuchen, Englisch oder Deutsch zu reden.

Ja, das kann passieren. Na und? Das sagt nichts darüber aus,
ob das Wort auf Spanisch nicht trotzdem so heißen kann.
Tatsächlich heißt es wie gesagt cocodrilo.

Ja, ich weiß. Ich schwimme sogar (sozusagen als moderner
„Phonetik-Don-Quijote“) in spanischsprachigen Ländern gegen
diesen Strom an und sage dort „crocodilo“. :smile: Ernte ich dann
Korrekturversuche, verweise ich auf den lateinischen Ursprung.

Dann solltest du trotzem wissen, dass du im Unrecht liegst, da das spanische Wort eben nicht so heißt. Das ist als würdest du statt „Fenster“ plötzlich „Fenestra“ sagen, und jedes Mal, wenn du korrigiert oder komisch angeguckt wirst, sagst du, das hätte ja auf Latein (bzw. Etruskisch) schon so geheißen.

Ein anderes Beispiel: Die meisten spanischsprechenden, die ich
bisher danach fragte, glaubten, daß „Caravela“ „Schädel“
bedeute, „Calavera“ allerdings ein Schiffstyp sei. Dabei ist
es genau umgekehrt.

Ja, die Wörter sind sich ja auch ähnlich… dass es die meisten sind, wage ich zu bezweifeln, aber es wäre auch nicht das erste mal in der Geschichte, dass 2 Wörter verwechselt wurden und sich dann so eingebürgert haben.

Dieser ganze Dünkel hat mich schon ganz wirr gemacht. =)

Eben, eben. Besser ist, man weiß genau, was richtig ist und
was falsch. Dann entstehen derartige Verwirrungen gar nicht
erst! :wink:

Du hast es leider nicht verstanden. Es gibt nicht nur das
Hochdeutsche und alles andere ist falsch. Es ist nur anders.
Anders bedeutet nicht automatisch falsch.

Nicht automatisch. Es kommt darauf an. Es ist im Gegenzug auch
nicht alles „richtig“ nur weil es „anders“ ist, gelle? Hast Du
DAS denn verstanden? :wink:

Natürlich, aber du musst auch den Bezug sehen. Von WO aus ist etwas falsch bzw. richtig? Vermeintliche „Fehler“ sind im entsprechenden Dialekt oder der Umgangssprache durchaus korrekt. Wenn 90% der Sprecher etwas so-und-so aussprechen, dann ist es auch richtig, obwohl’s vielleicht 50 Jahre früher falsch gewesen wäre.
Bedenke immer, in welchem Bezugsrahmen du urteilst. Wenn jemand in einem Moment kein Hochdeutsch spricht (was auf fast alle Deutsche zutrifft), dann kannst du ihm nicht sagen, er spräche etwas falsch aus oder könne nicht „einzigste“ sagen.

Und wenn ich im Sächsischen eben eine Frikadelle „Beefsteak“
nenne, dann kannst du nicht sagen, es wäre falsch, denn so
heißen die Dinger hier eben! :wink:

Ok, dagegen habe ich ja auch gar nichts. Es ist eben nur
häufig so, daß den Mutationen ganz klare Irrtümer und deren
Verbreitung zugrundeliegen, wobei letztere beim
unreflektierten Nachplappern zustandekommt. Sprachmutationen
haben also auch etwas mit BILDUNG zu tun. Ein bewußterer
Umgang mit Sprache kann doch so schlecht nicht sein, oder?
Dann passieren (übrigens) auch weniger Fehler! :wink:

Ja, aber man kann nichts dagegen machen, dass sich Sprache verändert. Es existiert keine lebende natürliche Sprache, die sich nicht verändert. Sogar Esperanto hat sich in seiner ca. 125-jährigen Geschichte geändert. Und Sprachen ändern sich NIE zum schlechten, denn die Kommunikation leidet darunter nicht. Schließlich kann man mit JEDER Sprache, egal ob sowas großes wie Englisch, sowas kleines wie Tsesisch, sowas künstliches wie Esperanto, oder einem bloßen Dialekt, wie dem Sächsischen ALLES ausdrücken, was man will. Auf die eine oder andere Art und Weise. Das ist ja, was Sprache ausmacht.

P.S.: Wo wir grad beim Thema sind: Glaubst du eigentlich auch,
Amerikanisch wäre falsches Englisch? :wink:

Nein, das Englische, in dem alles „the“ ist und Substantive
gar nicht dekliniert werden, ist mir diesbezüglich ziemlich
egal. Ich mag die Aussprache des amerikanischen Englisch (New
York) lieber, würde da, vielleicht auch aus Unkenntnis, aber
nicht meinen, eines sei falsch und das andere richtig.

Ja, mir ist Amerikanisch auch lieber… wollte nur sagen, dass es nicht „falsches Englisch“ ist, wie manche das leider denken. Genausowenig wie Schweizerdeutsch falsches Deutsch ist. :wink:

LG, Uwe

Gruß,

  • André
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