Die verZWEIFELung der Liebe

Hallo!

Bin momentan sehr verzweifelt und hoffe, bis zum Wochenende den richtigen Impuls erhalten zu haben, denn dann sehe ich ihn wieder. Ihn, das ist ein Mann, in den ich mich verlieben könnte und bei dem ich auf dem besten Weg bin, alles im Vorfeld zu zerstören. Mir dessen bewusst heule ich mir momentan die Augen aus. Aber von vorne…
Aufgrund meiner eher unschönen Kindheitserlebnisse (fehlendes Urvertrauen u.s.w.) ist es mir bislang in meinem Leben nicht gelungen, eine „richtige“ Liebesbeziehung einzugehen. Das heißt, dass meine Beziehungen immer nur kurz währten (max. drei Jahre), und ich mich nie richtig auf meinen Gegenüber eingelassen habe. Irgendwo hat es immer gefehlt, entweder am Gefühl, oder es war rein platonisch oder nur Sex… Habe mich in der Regel mit großer Treffsicherheit entweder in Männer verliebt, die in einer festen Beziehung standen oder in welche, die sich beziehungsunfähig nannten oder… jedenfalls war immer „ein Haken an der Sache“. Das wurde mir zwar währenddessen klar, dass ´irgendwas` nicht stimmt, der Gedanke war jedoch genauso schnell wieder vergessen, wie er mir ins Bewusstsein kam. Vor über zwei Jahren ist mir dann endlich mal der Groschen gefallen, das heißt, das Wissen fiel vom Kopf in den Bauch und ermöglichte mir, an meinen Strukturen zu arbeiten.
Habe mein Vertrauen in die Homöopathie und die Therapie gesetzt und dachte, ich sei nun endlich an dem Punkt, mich einlassen zu können, es fehlt nur noch der Mann dazu…
Das zur Vorgeschichte.

Letzten Mittwoch war ich tanzen und ließ mich abschleppen von einem Mann, den ich vom „hallo“-sagen kenne. Ein Mann, der weder beziehungsunfähig ist, noch in einer festen Beziehung, zudem sehr auf mich steht… kurzum, alle bisherigen Kriterien nicht erfüllt… Hatte bereits in dem Moment, in dem wir gemeinsam gingen, Angst vor der Liebe, war verzweifelt, weinte mich in seinen Armen aus und ließ mich von ihm trösten. (Poh, war das schön! Jemand, der nicht wegläuft, obwohl ich ihn mit all meinem Schmerz überhäufe, wenn auch nonverbal!)
Inzwischen haben wir uns drei mal gesehen. Dann, wenn ich unverkrampft war, war es einfach wunderschön! Der Mann ist so lieb zu mir, steht auf mich, der Sex ist super, theoretisch wäre alles schön, theoretisch würde man sich kennenlernen und schauen, was daraus wird, theoretisch…

Ich bin jemand, der seinen Gegenüber in der Regel mit seinen Gedanken und Gefühlen überfällt. Insbesondere mein „Drama“ ist jedoch nicht unbedingt ein Thema, was einen Mann dahingehend bewegt, sich näher einlassen zu wollen oder gar verlieben zu wollen… Deshalb habe ich mir vorgenommen, meinen Mund zu halten und all meine Gefühle und Gedanken für mich zu behalten. Was dann raus kam, war folgendes:
Er erzählt mir irgendwas, ich sitze da und schweige, bin verschlossen und abweisend. In meinem Kopf formieren sich unendliche Gedanken, warum ich diesen Mann niemals lieben können werde (er ist zu dies und zu jenes…zu hässlich, zu überzeugt von sich…zu…- und dies, obwohl ich noch nicht mal mal den Schritt gegangen bin, ihn überhaupt kennenzulernen.)
Das ist mir so alles klar: dass man erst mal seinen Gegenüber kennenlernen sollte und dass man dann schaut, was ist.
Aber ich verbaue alles bereits im Vorfeld: Alles, was er sagt, wird auf die Goldwaage gelegt und verurteilt. Alles, was ich sage, ist nur wertend und verurteilend (obwohl ich unter anderen Umständen eine sehr geschätzte Gesprächspartnerin sein kann), statt lustig, charmant, nett, mitfühlend, aufgeschlossen, bin überhaupt nicht erreichbar und sitze nur schweigend starrend da und verachte ihn. Kaum ist er weg, vermisse ich ihn. In der Selbstanalyse ist mein Verhalten nichts anderes als ein typischer Abwehrmechanismus…

Er ist einfacher gestrickt, kommt aus einer heilen Familie.
Wird er es denn überhaupt ansatzweise nachvollziehen können, wenn ich ihm von meinen Ängsten erzähle? Die Erfahrung aus meinem Freundeskreis ist die, dass ich stets auf Unverständnis treffe mit meiner Angst, mit Ausnahme derer, die ein ähnliches Erleben hatten, und sie sagt mir, dass er wahrscheinlich noch nicht mal ein Ansatz einer Vorstellung haben wird…
Was soll ich tun? Bislang hat er mein Verhalten geduldet, wauh! Aber lange wird er das nicht mehr mitmachen. Soll ich ihm meine Ängste schildern, obwohl ich sie selbst nicht genau formulieren kann? Soll ich sagen: Ich habe Angst vor der Liebe und die einzige Chance, die ich habe, diese Angst loszuwerden, ist, von jemandem geliebt zu werden, der bereit ist, mich durch „dieses Dunkel“ hindurch zu halten und zu tragen? Würde da nicht jeder wegrennen??
Oder soll ich es von vorneherein aufgeben? Weiter an mir arbeiten, bis ich eines Tages denke, fähig zu sein, eine Beziehung einzugehen? (Obwohl ich das ja diesmal bereits dachte)
Was ich möchte?: Ich möchte ihm nonverbal vermitteln: Mann, ich könnte mir vorstellen, mich in dich zu verlieben, aber ich brauche viel Zeit und Vertrauen und den Glauben deinerseits an mich, dass ich nicht dieses Schrabnell bin, das sich momentan dir präsentiert.

Bitte kommt mir nicht mit verbalen Ratschlägen, mein Hals ist in seiner Anwesenheit wie zugeschnürt.
Kommt mir bitte auch nicht mit Ratschlägen wie Therapie. Ich weiß, dass das wieder nötig wäre. Aber ich möchte diesen Mann (zumindest kennenlernen!!) und brauche eine kurzfristige Lösung, mit der Situation umgehen zu können.
Freue mich sehr über Ratschläge,
liebe Grüße,
jeanne

Hallo Jeanne,

ich hoffe, daß ich im Folgenden nicht zu simpel interpretiere, und fasse zusammen:

Du hattest bisher nur unvollständige Beziehungen, rein platonisch oder rein sexuell.

Du führst das zurück auf eine aus „fehlendem Urvertrauen“ resultierende Angst, Dich auf eine Beziehung voll einzulassen.

Die Männer mit „Haken“ (gebunden oder selbst nicht beziehungsbereit) waren eine Art Kompromiß zwischen Angst und Sehnsucht.

Nun hast Du einen Mann getroffen, der keinen „Haken“ wie oben hat, und die Angst tritt hervor, und Du suchst aufgrund dieser Angst andere „Haken“ (zu häßlich, zu überzeugt von sich…)

Oder soll ich es von vorneherein aufgeben? Weiter an mir
arbeiten, bis ich eines Tages denke, fähig zu sein, eine
Beziehung einzugehen? (Obwohl ich das ja diesmal bereits
dachte)

Weiter theoretisch arbeiten? Ich glaube, das Lebens ist zu kurz und es findet jetzt statt und nicht erst „eines Tages“.

Ich wünsche Dir viel Mut. Teile Dich ihm mit. Welchen Weg Du dazu findest, ist egal - verbal, nonverbal, per e-Mail… dann kennt er sich aus und er soll Dich ja auch kennenlernen.

…von jemandem geliebt zu werden, der bereit ist, mich
durch „dieses Dunkel“ hindurch zu halten und zu tragen? Würde
da nicht jeder wegrennen??

Nein, nicht jeder.

Alles Gute und, nochmals, viel Mut!

I.

Hey Jeanne-

habe gerad Deinen Text gelesen und mir gedacht: das kenn ich doch!
nicht in jeder Hinsicht, aber im Hauptansatz- nämlich das Gefühl zu haben sich nicht einlassen zu können auf einen Menschen! Ich erinnere mich an meine erste Beziehung…zunächst war da ein bombiges Verliebtsein, aber wenige Monate später nur noch dieses spezielle, von innen her Druck ausübende: Ich kann mich nicht einlassen!
ging bei mir zum Teil soweit, das ich das Gefühl für mein Gegenüber
verlor, bzw. seine Nähe nicht mehr fühlen konnte…grässlig!

Mit ziemlicher Sicherheit ist dies ein Gefühl, ausgelöst durch mangelnde Ich-Grenzen. Habe viel an mir gearbeitet und bin meinen Empfindungen immer mehr auf die Schliche gekommen…schließlich zwei Dinge gemerkt:

  1. Ich verstelle mich krampfhaft gegenüber meinem Partner,
    was dazu führt das ich das Gefühl für mich selbst und meine
    eigentlichen Bedürfnisse verliere und meine Grenzen zum Gegen-
    über verschwimmen
  2. Ich liebe mein Gegenüber nicht, dieses Gefühl von „passig“ ist
    einfach nicht da, das Bewußtsein darüber wird aber noch verdrängt
    von dem kognitiven Versuch mir meine Empfindungen zu erklären.

…so wars bei mir, wohlgemerkt - lässt sich natürlich nicht unbedingt für deine Persönlichkeit übernehmen! Glaube aber schon, das es was mit
deinem Selbstgefühl und deinen Grenzen zu tun haben muss.
Denn wer sich mit sich selbst nicht abgeklärt hat bzw. stimmig geworden ist, der wird immer im Aussen nach etwas Fehlendem suchen, immer wieder Leuten die eigenen Erfahrungen versuchen zu erklären und doch merken, das kaum einer es nachvollziehen kann.
Außerdem, Therapie ist erst Therapie wenn man lernt sich konstruktiv zu beobachten,…bis man soweit kommt kanns ewig dauern, also: weitermachen mit dem richtigen Therapeuten bis du das, was du „draußen“ suchst „drinnen“ finden.

grüße und gute Nacht,
anna

Hallo Jeanne!

Ich kenne weder dich näher noch diesen Mann, den du so wunderbar beschrieben hast. Deshalb antworte ich nur aus dem Bauch heraus.

Hatte bereits in dem Moment, in dem wir
gemeinsam gingen, Angst vor der Liebe, war verzweifelt, weinte
mich in seinen Armen aus und ließ mich von ihm trösten. (Poh,
war das schön! Jemand, der nicht wegläuft, obwohl ich ihn mit
all meinem Schmerz überhäufe, wenn auch nonverbal!)

Das finde ich ein erstes supergutes Zeichen!
Ihr kennt euch vom Hallo-Sagen, also im Prinzip gar nicht, und trotzdem lässt er es zu, dass sich eine fast fremde Frau ohne viele Worte in seinen Armen ausheult und tröstet sie! Wenn er nicht wirkliches Interesse an dir hätte, hätte es ihm danach wohl gereicht. Aber ihr habt euch weiterhin getroffen!

Ich bin jemand, der seinen Gegenüber in der Regel mit seinen
Gedanken und Gefühlen überfällt. Insbesondere mein „Drama“ ist
jedoch nicht unbedingt ein Thema, was einen Mann dahingehend
bewegt, sich näher einlassen zu wollen oder gar verlieben zu
wollen… Deshalb habe ich mir vorgenommen, meinen Mund zu
halten und all meine Gefühle und Gedanken für mich zu
behalten.

Auch wenn du im Moment mit dir, so wie du reagierst, nicht zufrieden bist - zufriedener wirst du auch nicht, wenn du dich verstellst. Wie soll er dich kennen lernen, wirklich kennen lernen, auch deine Ängste und Befürchtungen, wenn du schweigst? Er hat deinen Schmerz (und ich vermute auch ein bisschen deine Wut auf dich selbst, in dem Moment so sein zu „müssen“ und nicht anders sein zu können) ohne viele Erklärungen „ertragen“, wird er es nicht viel besser und vielleicht viel lieber tun, wenn er weiß, warum die Frau in seinen Armen weint?

Was dann raus kam, war folgendes:
Er erzählt mir irgendwas, ich sitze da und schweige, bin
verschlossen und abweisend. In meinem Kopf formieren sich
unendliche Gedanken, warum ich diesen Mann niemals lieben
können werde (er ist zu dies und zu jenes…zu hässlich, zu
überzeugt von sich…zu…- und dies, obwohl ich noch nicht
mal mal den Schritt gegangen bin, ihn überhaupt
kennenzulernen.)

Dies hier hat meine Vorgängerin im Antworten ganz gut erfasst, so wie ich es auch verstanden hätte: Du suchst den nächsten Haken an ihm, weil er die bilang auftretenden alle nicht vorweist.

Das ist mir so alles klar: dass man erst mal seinen Gegenüber
kennenlernen sollte und dass man dann schaut, was ist.
Aber ich verbaue alles bereits im Vorfeld: Alles, was er sagt,
wird auf die Goldwaage gelegt und verurteilt. Alles, was ich
sage, ist nur wertend und verurteilend (obwohl ich unter
anderen Umständen eine sehr geschätzte Gesprächspartnerin sein
kann), statt lustig, charmant, nett, mitfühlend,
aufgeschlossen, bin überhaupt nicht erreichbar und sitze nur
schweigend starrend da und verachte ihn. Kaum ist er weg,
vermisse ich ihn. In der Selbstanalyse ist mein Verhalten
nichts anderes als ein typischer Abwehrmechanismus…

Sag ihm das!! Sag ihm genau das!
Dass du weißt, dass du abweisend wirkst. Dass du eigentlich mit ihm sprechen willst, aber du Barrieren in deinen Gedanken hast. Wenn du dich traust, dann erzähl ihm von den Haken, den bisherigen und denen, die du dir bei ihm vielleicht erfindest.

Oder soll ich es von vorneherein aufgeben? Weiter an mir
arbeiten, bis ich eines Tages denke, fähig zu sein, eine
Beziehung einzugehen? (Obwohl ich das ja diesmal bereits
dachte)

Nein!
Probier es aus! Trau dich! Wenn du jetzt aufgibst, gibst du bei der nächsten Chance bei dem kleinsten Zweifel wieder auf. Er ist erwachsen, wenn er aus irgendeinem Grund findet, eure Bekanntschaft oder eure Beziehung zueinander (erstmal nur als Verbindung, nicht Liebesbeziehung gemeint) ist nicht mehr tragbar, wird er dir das mitteilen. Versuch es, dich diesem Menschen anzuvertrauen. Was vergibst du dir? Manchmal können auch Menschen aus heilen Familien sich öffnen für die Probleme derer, die nicht unter solch glücklichen Umständen groß geworden sind. Gib ihm die Chance, dich zu verstehen, es liegt in deiner Hand!
Wenn er damit nicht umgehen kann, fände ich das für dich wirklich sehr schade. Aber du hast es versucht und das Scheitern lag nicht daran, dass du dich nicht öffnen konntest.

Soll ich sagen: Ich habe Angst vor der Liebe
und die einzige Chance, die ich habe, diese Angst loszuwerden,
ist, von jemandem geliebt zu werden, der bereit ist, mich
durch „dieses Dunkel“ hindurch zu halten und zu tragen? Würde
da nicht jeder wegrennen??
Was ich möchte?: Ich möchte ihm nonverbal vermitteln: Mann,
ich könnte mir vorstellen, mich in dich zu verlieben, aber ich
brauche viel Zeit und Vertrauen und den Glauben deinerseits an
mich, dass ich nicht dieses Schrabnell bin, das sich momentan
dir präsentiert.

Wenn du das nicht so sagen kannst, formulier es anders, schreib einen Brief, in dem du dich erklärst oder so etwas. Er muss sowas wissen, damit ihr ehrlich zueinander sein könnt. Du bist ehrlich zu ihm, was deine Gefühlslage anbelangt, und er ist hoffentlich ehrlich zu dir, wie er damit umgehen kann.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen, und ich hoffe ebenfalls, du findest eine Möglichkeit, dich ihm zu öffnen! Er hat diese Chance verdient, und du ebenso! Gib sie euch!

Alles alles Gute!
Thorid

Hi Jeanne!

Ich freue mich, daß es Dich doch ganz schön erwischt zu haben scheint!
Du hast Sehnsucht nach ihm, Du denkst an das wohlige Gefühl in seinen Armen - Du hattest schöne Stunden mit ihm und Du hast sie genossen!!! Mit einem Mann, der keine andere Bindung … im Hintergrund hat!!
Heißt das nicht auch, daß sich Dein Partner-Auswahlverfahren (unbewußtes?) schon verändert hat und damit hast Du Dir die Option erkämpft eine dauerhafte tiefe Beziehung einzugehen, zu gestalten.

Wenn ich Dich jetzt nicht verwechsel, ist das für Dich doch ein ganz schöner Schritt nach vorn. Egal was wie kommen wird - :

alles was Du bisher erlebt… hast, hat Dich zu dem gemacht, was Du heute bist - und genau das hat dem jungen Herrn gefallen und er hat sogar Deine Traurigkeit ausgehalten - und er kratzte nicht nach dem ersten Abend die Kurve - ihr saht euch öfter!!
Also bist Du ihm wichtig - und er ist Dir wichtig (sonst wärest Du jetzt nicht hin und her gerissen) - ich denke, Amor hat seine Pfeile sicher auf euch abgeschossen.

Und das „theoretisch“ kannst Du getrost steckenlassen - „theoretisch“ ist schon vorbei - ihr seid bereits im praktischen Teil.
Irgendwann kannst Du ihm von Deiner Vergangenheit erzählen, damit er mitunter in bestimmten Situationen Deine Reaktionen besser versteht-
und dann schieb die alte Schublade zu, so gut Du kannst und träum Dich, fühl Dich in seine Arme, laß Dich einfangen von seinem Charme, von ihm und genieße !!!

Natürlich k a n n es ein Ende haben - nicht wegen Dir od. wegen ihm oder… sondern, weil alles einmal ein Ende hat - Und es „kann“ - nach 20 Monaten genauso wie nach 20 Jahren - doch es „muss“ nicht!

Außerdem: ein wenig Bangen, Hoffen, Zweifeln gehört wohl in jede Beziehung.

Momentan steht jedenfalls DAS Wochenende vor der Tür - er wird kommen und Dich in die Arme nehmen - und Du wirst glücklich sein, vielleicht auch ein wenig traurig, Dich ein Stück weit geborgen fühlen, eine Frau sein!
Und jetzt zählt nur das - nächste Woche kann die Erde explodiert sein- wer weiß das schon - jetzt ist jedenfalls jetzt und das gehört Euch beiden und wohligen Gefühlen…

I.d.S. wünsche ich Dir ein glückliches Wochenende.
Roxelane

ganz einfach
Liebe Jeanne,

da „Dein Hals zugeschnürt“ ist in seiner Gegenwart und Du folglich nichts (Vernünftiges) rausbringst, druck´ einfach Dein Posting aus und übergib´ es ihm mit der Bitte, es hier und sofort zu lesen - dann sind die Fronten geklärt und die Sache kann ihren Lauf nehmen . . .

Trau´ Dich!

dem kann ich mich nur anschliessen - und was die angst vor seinem mangelnden verständnis betrifft - ich glaube menschen verhalten sich
nur dann so, wenn sie angst haben oder das gegenüber evtl gar unbewusst sich so verhält, dass der andere wiederum „keine wahl“ hat.
also mal vereinfacht dargestellt.

der mann hat dich aber schon als häuflein elend erlebt und ist nicht weggelaufen - und so meine ich mal, stehen die aktien gar nicht so übel dass du an einen geraten bist, der sich dir öffnen will - die frage ist, ob du das am ende evtl ahnst und deshalb panisch bist - denn das was du kennst ist dir vertraut - und diese typen hast du beschrieben - wenn du dich hier einlässt musst du umdenken - das kann schon einen bedrohlichen touch haben würd ich meinen. oder echt überfordernd wirken - marke ach was mache ich nur wenn ich bekomme wonach ich mich sehne… (übrigens haben das problem sehr viele menschen)

was ich toll und für dich hilfreich finde ist die tatsache, dass du dich mit dir auseinandersetzt und erkennen willst - und so sehe ich zumindest die chance dass du die angst vor der angst verlieren oder aber insoweit schmälern kannst, dass du nicht weglaufen musst oder anders hinbiegen musst, das der mann keine emotionale bedrohung wird (liebe und so). und da du dich bis jetzt eingelassen hast, muss es meiner meinung nach schon ne weile so sein, dass du bereit bist und das was damit verbunden ist auch aushalten kannst (altlasten die hochkommen z.b.) - meiner idee nach würde man sich sonst erst gar nicht öffnen - und weitermachen wie immer - das haste aber nicht - ob du dich nun umdrehst und zurückgehst oder weitergehst - das ist die frage.

ich würde ihm die mail geben und ich würde mir überlegen wie weit ich ihm sagen kann um welches trauma es sich hier handelt - und ggfs. den einen oder anderen link dazu damit er sich in ruhe informieren kann.
(z.b bei kindesmissbrauch gibts seiten für angehörige von betroffenen - das ist viel besser für jene als auf die betroffenenseiten selbst zu gehen - gerade wenns neuland ist. kann mir vorstellen, solche seiten gibts auch bei anderen „dingen“)
so wie du ihn beschreibst, wird er damit angemessen umgehen - das könnte dich zwar umhauen, aber nun, aller anfang ist schwer - gerade auch der der neuen wege und neuen erfahrungen fern des bekannten.

ich würde mich sehr für dich freuen wenn du dir einen weg suchst und ihn nicht vergrauelst:wink:

LG
nina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo ihr Lieben, die ihr auf mein posting geantwortet habt!
(Inclusive derjenigen, die mir eine e-mail schrieben)

Eure Worte haben mir außerordentlich gut getan!!!

Ich habe mich nun entschlossen, ihm von meiner Angst zu erzählen und allein dieses Vorhaben lässt mich zumindest etwas unverkrampfter sein.

Freue mich auf die folgenden Tage
und wünsche auch euch eine tolle Zeit voller Liebe und Sonne :smile:

jeanne

Hallo Jeanne!

Wenn du magst, kannst du ja mal kurz berichten, wie das Gespräch verlaufen ist? :smile:

Liebe Grüße,
Thorid

Hallo Jeanne!

Wenn du magst, kannst du ja mal kurz berichten, wie das
Gespräch verlaufen ist? :smile:

Liebe Thorid,

finde ich sehr nett, dass du nachfragst!
Ja, Gespräch…?!? … Ich habe ihm im Auto erzählt, dass ich mich so häufig so distanziert verhalte, weil ich aufgrund meiner Kindheit, die nicht besonders schön verlaufen ist, Angst habe vor der Liebe. Habe ihm kurz umrissen, wie meine bisherigen Beziehungen abliefen. Und ihm erklärt, dass ich Angst davor habe, was mit ihm läuft, weil es für mich so völlig unbekannt ist (nicht bindungsunfähig, nicht in einer festen Beziehung). Er hatte zwei Nachfragen gestellt (ich fühlte mich demzufolge ernst genommen und auf mich eingegangen) und mir später meine im Kopf vorhandene doch nie gestellte Frage beantwortet: Dass das, was ich ihm erzählte, nichts verändere in der Beziehung zu mir.
Schön!!!

Wie es mir jetzt allerdings geht, ist katastrophal!
Wir hatten ein wirklich wunderschönes Wochenende (wenn man von meinen Unsicherheiten mal absieht) und seitdem schwanke ich zwischen zwei Extremen: Ihn vergessen, keine Gefühle für ihn, er ist mir total egal und -dann, wenn das mit dem Verdrängen nicht so gut klappt- leiden/ mich von Kopf bis Fuß mit Angst und Unsicherheiten erfüllt fühlen, obwohl ich noch nicht mal einen Grund dazu habe (mein Kopf findet allerdings genug).

Könnte ich jetzt sagen, ich bin total verliebt in dich und ich habe Angst, dass die Liebe nicht erwidert wird. Oder: Ich habe Angst davor, verletzt zu werden. Oder oder oder. Dann wäre es wenigstens konkret.
Aber ich könnte lediglich sagen: „Ich glaube, in dich verliebt zu sein, denn wenn ich das nicht wäre, bräuchte ich auch nicht so viel Angst zu haben. Und ich bin derzeit erfüllt von Angst. Ich kann dir nicht erklären, warum. Ich habe eine Theorie, die sagt, ich habe Angst vor der Liebe, weil ich dieses Gefühl der Liebe als Kind nicht kennengelernt habe und mein Herz Angst hat vor dem Schmerz, der rauskommt, wenn ich Liebe empfinde.“
Als ich ihm mitteilte, dass ich Angst habe, war das insofern gut, als dass ich anschließend nicht mehr so häufig wegrannte und zickig war. Aber ihm DIES mitzuteilen…nein!.. abgesehen, dass ich nicht wüsste, für was es gut wäre, so wäre ich für meinen Geschmack zu sehr in meinem alten Thema drinnen - und ich finde, das sollte zwischen uns nicht so viel Platz einnehmen!

Jetzt habe ich dir ausführlicher geantwortet,
vielleicht hat ja noch jemand eine gute Idee, wie ich mit dieser Angst besser umgehen könnte?

Es grüßt
jeanne