Hallo allerseits,
(hoffentlich wird das nicht als Doppelposting gewertet, die Frage ist anders als im Fremdsprachenbrett, und hier ist die deutsche Sprache bzw. ihre Vorfahren mehr im Blickfeld:smile:
Es geht um den Digraphen „sc“ bzw. „sk“ in den Vorfahren der deutschen Sprache, auf welche der heutige deutsche Trigraph „sch“ zurückgeht, wie in „schreiben“ bzw. althochdeutsch „skriban“.
Man scheint ja davon auszugehen, dass sich der [ʃ]-Laut im deutschen „sch“ aus dem [sk]-Laut in „sk“/„sc“ entwickelt hat.
Ist die Vermutung richtig, dass sich das „k“ in „sk“ z.B. im althochdeutschen „skriban“ („schreiben“) durch so etwas wie eine Palatalisierung zwischen „s“ und „r“ geschlichen hat, weil es im Mundraum sozusagen auf dem Weg vom „s“ zum „r“ liegt?
Schöne Grüße,
Mohamed.
Hallo.
Nein. Du sollst die zweite oder hochdeutsche Lautverschiebung googlen.
Beste Grüsse,
TR
Das ist es nicht
Hallo Tormod,
was Du mir empfiehlst, bezieht sich auf die Entstehung der hochdeutschen Dialekte. Meine Frage jedoch bezog sich eher auf die Entstehung der Vorfahren des Hochdeutschen bzw. ihres [skr]-Lauts.
Schöne Grüße,
Mohamed.
PS: Du sollst nicht so oft „Du sollst“ sagen.
Ist die Vermutung richtig, dass sich das „k“ in „sk“ z.B. im
althochdeutschen „skriban“ („schreiben“) durch so etwas wie
eine Palatalisierung zwischen „s“ und „r“ geschlichen hat,
weil es im Mundraum sozusagen auf dem Weg vom „s“ zum „r“
liegt?
Nein, das ‚k‘ war schon immer da. Jedenfalls soweit man es zurückverfolgen kann, d.h. bis in indogermanische Zeit. Siehe zum Beispiel Online Etymology Dictionary: ‚script‘: from PIE *skreibh-, von Protoindoeuropäisch *skreibh-
Nein, das ‚k‘ war schon immer da. Jedenfalls soweit man es
zurückverfolgen kann, d.h. bis in indogermanische Zeit. Siehe
zum Beispiel Online Etymology Dictionary: ‚script‘: from PIE
*skreibh-, von Protoindoeuropäisch *skreibh-
Soweit ich weiß ist in einigen Fällen (eventuell nicht in diesem) im Proto-Indo-Europäischen (PIE) ein *s- an den Wortstamm dazugekommen, zumindest wird das oft behauptet, kann es aber für dieses Wort nicht sagen, weil ich mein etymologisches Wörterbuch nicht dabei habe. Ich glaube mich zu erinnern, dass das „S-Vorschub“ genannt wurde.
Eventuell also denkbar, dass es im Prä-Indo-Europäischen ein Wort *kreibh- gab, das durch das *s- semantisch ein wenig verändert wurde.
So ganz geklärt ist das alles nicht, aber dass es schon im PIE *sk- war (das PIE hatte kein *š-Laut, da sind sich eigentlich alle einig), das gilt als gesichert.
Grüße,
Doch. Schreiben ist ein Lehnwort, kommt von Latein scribere, wo der Anfang s-k ausgesprochen wurde. Das Wort ist so früh ins Deutsche aufgenommen, das es an der hochdeutschen Lautverschiebung Teil hatte. Die Lautverschiebung betrifft nicht nur die süddeutschen Dialekte, sondern auch die Hochsprache.
TR
Das Wort hat zwar auf dem Weg vom Gemeinwestgermanischen zu den heutigen westgermanischen Sprachen einen Lautwandel von skr zu schr durchlaufen, aber dieser Lautwandel ist nicht Teil der hochdeutschen Lautverschiebung, sondern davon unabhängig und gilt ebenfalls in den meisten Dialekten der niederdeutschen Sprache (schrieven) im Niederländischen (schrijven) und im Englischen (shrive).
Noch eine Bemerkung zu der Ursprungsfrage: bei Wörtern mit ‚schl‘ un ‚schn‘ zum Beispiel liegt tatsächlich ‚sl‘ und ‚sn‘ zugrunde, aber ‚sr‘ gab und gibt es im Germanischen nicht.
S-Vorschub
Hallo André,
das ist interessant, leider habe ich zum „s-Vorschub“ nichts gefunden. Wo könnte man das nachlesen?
Schöne Grüße,
Mohamed.