Die wirtschaft im 2 WK ?

hallo

ich frag mich schon die ganze zeit wieso die deutsche wirtschaft ( kriegswirtschaft ) überhaupt sich am 2 weltkrieg beteiligt hat ? es war ja abzusehen das deutschland diesen krieg auf dauer verliert. wenn also nun die einzelnen unternehmen ( krupp, mercedes, opel, etc… ) nicht für hitler produziert hätten, wäre der krieg ja schnell beendet gewessen.

oder wie seht ihr das ?

gruss

hallo

Servus

ich frag mich schon die ganze zeit wieso die deutsche
wirtschaft ( kriegswirtschaft ) überhaupt sich am 2 weltkrieg
beteiligt hat ? es war ja abzusehen das deutschland diesen
krieg auf dauer verliert. wenn also nun die einzelnen
unternehmen ( krupp, mercedes, opel, etc… ) nicht für hitler
produziert hätten, wäre der krieg ja schnell beendet gewessen.

Zunächst ein Mal arbeiteten viele Unternehmen schon vor dem Krieg direkt oder indirekt für die Rüstung. Zu der damaligen Zeit war man recht froh wenn da der eine oder andere Auftrag von der staatlichen Seite kam.
Während dem Krieg stiegt dann natürlich der Bedarf und damit das Geschäft. Als Geschäftsmann mit den richtigen Beziehungen konnte man ziemlich gut verdienen (schau dir mal Schindlers Liste an).
Zusätzlich unterstütze der Staat die Unternehmen auch mit sehr billigen Arbeitskräften was dem Konto der Unternehmen auch ziemlich gut tat.
Zum Schluß muss auch gesagt werden dass man damals nicht einfach nein sagen konnte. Wenn man da nicht aufpasste wurde da ganz schnell ein staatlicher Betrieb draus. Es ist mir eigentlich auch nicht bekannt dass einem Kozern nach dem Krieg Probleme gemacht wurde weil er für die Werhmacht produzierte. Wenn dann gab es Probleme wenn man sich zu sehr mit dem Regime anfreundete und vor allem auch wenn man Zwangsarbeiter beschäfftigte.

gruss

MfG
Christoph

Hallo Carhartt,

Deine Frage erinnert mich etwas an die Frage eines Schülers an Richard von Weizäcker, warum man damals nichts gegen Auschwitz getan hätte, es sei doch alles im Fernsehen zu sehen!

Anders gewendet: die uns selbstverständliche Annahme, vernünftige Menschen hätten a) wissen müssen, wohin das ganze steuert, und b) etwas dagegen unternehme müssen, ist etwas anachronistisch. Oder platt gesagt: auch heutige Manager fallen nicht durch umfassende Bildung oder den weiten Horizont auf. Ausnahmen (damals z.B. robert Bosch) machen den Kohl nicht fett.

Auf andere Art haben die Industriellen Hitlers Kriegspolitik hintertrieben. Weil sie sich so lange wie möglich der Kriegswirtschaft verweigerten, produzierte Deutschland noch 1941 mehr Konsumgüter als Rüstungsgüter. Hintergrund war einfach die Angst, nach dem Frieden nicht schnell genug wieder auf Friedenswirtschaft umstellen zu können. Erst Speer gelang es durch Zuckerbrot und Peitsche, nennenswere Produktionssteigerungen im Rüstungsbereich durchzusetzen.

Auch hier also wieder ein Paradox im NS-Staat (siehe Diskussion über Organigramm im Geschichtsbrett): ein totalitärer Führerstaat mit dem totalen Kompetenzchaos und eine Wirtschaft, die noch zur Halbzeit eines Weltkriegs „Butter statt Kanonen“ produziert.

Viele Grüße,
Andreas

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Zu den bereits genannten Argumenten kommt, dass ja der Staat den Krieg zu verlieren drohte, und nicht die Unternehmen. Für die generierte der Krieg bis zum Ende gute Gewinne. In Gefahr waren dadurch lediglich die Produktionsmittel, falls eine Bombe drauffallen oder es nach der Niederlage demontiert werden sollte. Dem übrigen Kapital konnte ja erst mal nichts passieren.

Hallo, Carhartt,
man sollte auch berücksichtigen, dass spätestens mit Kriegsbeginn kriegswichtige Industrien unter Zwangsverwaltung gestellt wurden. Damit war für weite Teile der Industrie eine eigenbestimmt Produktion nicht mehr möglich.
Gruß
Eckard

Hallo,

na dann denke doch mal darüber nach,wie jemand,
der gerade aus dem Knast gekkommen ist,in der Lage ist,quer durch Deutschland zu reisen und dann auch noch eine „Schlagkräftige“ Truppe
samt „Braunen Unfiformen“ zu finanzieren…

Von wem wem hat dieser Östereichische Gefreiter das Geld dazu wohl gehabt???..

-)

Servus,

die US-Militärregierung OMGUS hat ihre Akten fast vollständig veröffentlicht. Die Ermittlungsakten gegen die Deutsche Bank und gegen die IG Farben können exemplarisch dazu dienen, sich ein Bild von den riesigen Profiten zu machen, die an Kriegsvorbereitung, Sklavenhaltung und Plünderung überfallener Länder gemacht worden sind. Eine richtig satte Dividende hätte allerdings erst rausgeschaut, wenn man mit der Niederwerfung der UdSSR nicht erst bis 1989 hätte warten müssen (sondern schon 1950 wie geplant den Osten hätte „neuordnen“ können) und wenn das mit dem Lastenausgleich ein bissel besser funktioniert hätte…

Wieauchimmer: Die OMGUS-Ermittlungen gegen die Deutsche Bank und gegen die IG Farben sind wohlfeil (antiquarisch) in einer guten Übersetzung erhältlich.

Schöne Grüße

MM

Wenn sie nicht hätten produzieren wollen, wären die Geschäftsleitungen schnell von den richtigen Leuten besetzt gewesen.
Selbst die Firmen Ford, Woolworth waren in Deutschland Kriegsgewinnler.
mfgConrad

hallo

ich frag mich schon die ganze zeit wieso die deutsche
wirtschaft ( kriegswirtschaft ) überhaupt sich am 2 weltkrieg
beteiligt hat ? es war ja abzusehen das deutschland diesen
krieg auf dauer verliert. wenn also nun die einzelnen
unternehmen ( krupp, mercedes, opel, etc… ) nicht für hitler
produziert hätten, wäre der krieg ja schnell beendet gewessen.

Da gab´s einen gewissen Herrn Göring.
Der hat schon früh deutsche Industrielle davon überzeugt, wie gut es doch wäre, Hitler zu unterstützen.
1936 wurde er zum „Reichsbeauftragten für den Vierjahresplan“ ernannt: Er erhielt mow die Kontrolle über die deutsche Wirtschaft.
Die 1937 gegründeten „Göring-Werke“ sind bald der größte Stahlkonzern Europas. Seit 1938 leitet Göring die Arisierungsmaßnahmen in der deutschen Wirtschaft. 1939 leitet er die Eingliederung der polnischen Industrie ins mittlerweile großdeutsche Wirtschaftssystem. 1941 wird Göring offiziell mit der wirtschaftlichen Ausbeutung Rußlands beauftragt.

Fazit: Je mehr Einfluß Göring gewann, desto weniger hatten die deutschen Wirtschaftsbosse in ihren eigenen Betrieben zu sagen. Siehe Hugo Junkers: Als der sich weigerte, seine Fluglinie in die Lufthansa „einzubringen“, wurde er kurzerhand aus seinem gesamten Unternehmen rausgeworfen.
Abgesehen von den schon angebrachten Gründen, warum ein Wirtschaftsboss einen Krieg unterstützen sollte, konnten viele Unternehmer einfach nicht anders, wollten sie ihren Betrieb nicht verlieren.

VG
Christian

Hallo,

zu dem bisher geschriebenen könnte man noch hinzufügen, dass ja nicht nur die Deutsche Wirtschaft, also Deutsche Unternehmen, für das Deutsche Reich Kriegsmittel produziert haben. Ausländische, insbesondere amerikanische Firmen in Deutschland taten dies ebenso.

Das brachte Ihnen in den USA zwar nicht den allerbesten Ruf ein, lohnte dich jedoch finanziell mächtig, zumal deren Produktionshallen zunächst aus den Bombardements herausgehalten wurden, bzw. es für hierfür zerstörtes Firmeneigentum Entschädigung von den Alliierten gab.

Gruß
Dea

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ich frag mich schon die ganze zeit wieso die deutsche
wirtschaft ( kriegswirtschaft ) überhaupt sich am 2 weltkrieg
beteiligt hat ?

wurde ja bereits hinreichend beantwortet.

es war ja abzusehen das deutschland diesen krieg auf dauer verliert.

Man kommt heute zu der Erkenntnis, daß ab 1941/42 eine Niederlage der Achse abzusehen war (da war es aber bereits zu spät). Zur damaligen Zeit war es der Propaganda aber bis zum Schluß möglich, einen Sieg bzw. ein Remis in Aussicht zu stellen.

wenn also nun die einzelnen unternehmen ( krupp, mercedes, opel, etc… ) nicht für hitler produziert hätten, wäre der krieg ja schnell beendet gewessen.

Den Krieg hätte man dann verloren und die Betriebe wären als Reparationen demontiert worden - super Idee.

Gruß

Hallo,

zu dem bisher geschriebenen könnte man noch hinzufügen, dass
ja nicht nur die Deutsche Wirtschaft, also Deutsche
Unternehmen, für das Deutsche Reich Kriegsmittel produziert
haben. Ausländische, insbesondere amerikanische Firmen in
Deutschland taten dies ebenso.

Es ist allgemein bekannt dass der Grossvater des amerikanischen Präsidenten Bush auf diese Art und Weise im 2.WK als Kriegsgewinnler den Grundstock für das Vermögen der Familie Bush verdiente. Vater und George W. setzen die Tradition erfolgreich fort.

Das brachte Ihnen in den USA zwar nicht den allerbesten Ruf
ein, lohnte dich jedoch finanziell mächtig, zumal deren
Produktionshallen zunächst aus den Bombardements
herausgehalten wurden, bzw. es für hierfür zerstörtes
Firmeneigentum Entschädigung von den Alliierten gab.

Ford hat da mächtig abgesahnt. Ob da nicht ganz zum Schluss zufällig das Werk getroffen wurde um nach Kriegsende auf amerikanische Staatskosten wieder neu aufgebaut zu werden. Ford hat bis zum letzten Tag LKW produziert die gegen das eigene Land eingesetzt wurden.
Gruss Lois

Gruß
Dea

hallo

ich frag mich schon die ganze zeit wieso die deutsche
wirtschaft ( kriegswirtschaft ) überhaupt sich am 2 weltkrieg
beteiligt hat ? es war ja abzusehen das deutschland diesen
krieg auf dauer verliert. wenn also nun die einzelnen
unternehmen ( krupp, mercedes, opel, etc… ) nicht für hitler
produziert hätten, wäre der krieg ja schnell beendet gewessen.

oder wie seht ihr das ?

gruss