Hallo Experten,
die Zeit drängt, alles will eine LV oder RV wegen den Steuern (Übrigens an alle unwissenden: Abschluß sollte bis Ende November, nicht Dezember sein!). So auch meine Schwester und ich (Alter: 33 und 32. Laufzeit bis 60. Anlage/Monat ca. 100 Euro).
Wir haben uns in den letzten Wochen bei ca. 7 ‚unabhängigen‘ und weiteren unzähligen abhängigen Agenturen sowie Freunden/Bekannten (darunter WirtschaftswissenschaftlerInnen, BänkerInnen etc) in Nord- und Süddeutschland sowie im Ausland etc. beraten lassen (nein, wir sind nicht arbeitslos…).
Erstes Fazit: Jeder sagt etwas anderes = sehr frustrierend (wie deprimierend muss das Dasein eines Versicherungsvertreters/experten sein!?!).
Hier mal ein paar ausgewählte Eckpunkte (auch für Personen gedacht, die z.Zt. ebenfalls Informationen einholen. Konkrete Fragen an die Experten hier folgen unten):
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Versicherung und Vorsorge trennen. Bei diesem Punkt besteht wohl Einigkeit. Also nicht noch z.B. Berufsunfähigkeit o.ä. in die Lebensversicherung (LV) oder Rentenversicherung (RV) aufnehmen.
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Grundsätzlich wird der Abschluß einer LV oder RV geraten, da die steuerlichen Vorteile (die nur für diese Produkte gelten) stark ins Gewicht fallen und diese viele anderen Sparmöglichketen/Anlageformen überlagern. Nicht ausgeschlossen ist natürlich zu einem späteren Zeitpunkt die Anlage in anderen Töpfen.
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Die Eigenart der Lebensversicherung (Geld im Todesfall für Hinterbliebene) lieber als RisikoLV extra absichern, d.h. zur Absicherung der zukünftigen Rente (bzw. Einmalauszahlung im Rentenalter) lieber eine RV. Eine extra LV kann man auch noch kommendes Jahr abschließen.
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Die Geister scheiden sich stark bei der Frage nach Kapitalgebundene (KG) (klassisch) und Fondsgebundene (FG) LV oder RV. Vorteil KG = sicher und als Grundstock der Vorsorge gedacht („so wie früher, wie es unsere Eltern gemacht haben“). Darüberhinaus lieber Geld in andere Töpfe anlegen. Nachteil KG = schlechte Rendite. Vorteil FG = gute Renditechancen. Nachteil FG = Geld kann im schlimmsten Fall komplett weg sein. Es gab keine einheitliche Empfehlung in der Frage KG oder FG. Als Kompromiss wurde manchmal eine abgesicherte FG RV genannt. Vorteil = Sicherheit einer KG und (eingeschränkte) Renditemöglichkeiten einer FG. Nachteil = nur eingeschränkte Rendite.
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Frage: warum legt man sein Geld eigentlich nicht selbst an. So ist man nicht auf Versicherungen angewiesen (hohe Bearbeitungsgebühren etc) und kann sich die Fonds, Sparpläne, Banken etc. selber aussuchen. Antwort: es soll Menschen geben, die von der Materie keine Ahnung haben (zB ich) und auch (in Zukunft) keine Ahnung haben wollen (zB ich) und am Tag inkl, Wochenende so viel Arbeiten, dass sie keine Zeit/Lust haben, sich darum zu kümmern (zB ich). Vertraut man dann sein Geld einem ‚unabhängigen/abhängigen Berater‘ an, findet man sich in dem hier beschriebenen Kreislauf wieder.
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mal eine Anmerkung zur Unabhängigkeit von Beratungsfirmen/dienstleistern: JEDER uns beratender kannte negative Anmerkungen zu anderen Unternehmen. Diese Anmerkungen haben auch alle Sinn gemacht. Nur ein Beispiel: ein Experte redete Stiftung Warentest/Finanztest schlecht. Grund: das Unternehmen bekommt einen Großteil seines Geldes vom Staat. Es folgt: Lenkung von Interessen des (wie wir alle wissen hochverschuldeten und mit Finanzen nicht wirklich sinnvoll umgehenden) Staates. Die negativen Anmerkungen zu Unternehmen wie MLP etc. sind hier ja bekannt. Hinzu kam: selbst bei Unternehmen, bei denen man für die Beratung bezahlt hat (30 Euro/Termin), bei denen also der gesunde Menschenverstand sagt: ich bezahle die Unabhängigkeit, also müssen die unabhängig sein, wollte man am Ende des Gespräches von der Firma XY unbedingt ein Produkt verkaufen, da Firma XY auf alle Fälle das beste sei. Ist doch lustig, oder!?!
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Bei der Frage nach konkreten Versicherungen und deren Produkte gilt selbes wie im Punkt oben… Herauskristallisiert hat sich u.a. folgendes:
Als FG RV: Skandia
Als FG RV mit Garantie: Deutscher Herold, Nürnberger, Gerling
Als KG RV: DeBeKa
Direktversicherer (Cosmos etc) sind für Anlagen um 25-30 Jahre nicht unbedingt zu empfehlen. Ähnliches gilt für ausländische (Standard Life etc). Grund: Zukunftsprognosen der Firmen nur schlecht zu geben.
Es wurden natürlich noch unzählige andere Namen genannt (wahrscheinlich sämtliche Versicherer weltweit), die einmal gut und einmal schlecht beurteilt wurden.
Frage also an Euch: was soll man tun? Irgendwelche (heißen) Tipps? Fühlt Euch frei noch mehr Verwirrung zu stiften… (sorry auch für den langen Text, aber mein Pfarrer ist im Urlaub 
P.S.: Am Rande noch eine Anmerkung (da ich mir die Mühe gemacht habe). Ich rede gerade von einer Anlage: 100 Euro/Monat. Z.Zt. zahle ich im Monat für eigene Versicherungen (Urlaubs, Haftpflicht, KFZ) 51 Euro. Von meinem Lohn gehen ab für Kranken, Renten, Arbeitslosen, Pflege und Zusatzversicherung rund 1000 Euro. Ich mach mir also Gedanken über 100 Euro im Monat für RV, zahle alleine für die staatliche RV von meinem Lohn 381,50 Euro/Monat (und alle Welt sagt: Rente bekommt man in 20 Jahren eh nicht mehr…) und insgesamt für irgendwelche Versicherungen und Vorsorge über 1000 Euro/Monat. Wo geht das Geld hin!?!
in diesem Sinne: viva la revolution 
P.P.S.: Das „Revolution“ im Titel ist nur als Eyecatcher gedacht, sorry…