Moin,
dem widerspreche ich vehement. kein menschenleben darf dazu
benutzt werden, damit wir uns „weiterentwickeln“. menschen als
versuchstiere? der nutzen des einzelnen liegt in der
weiterentwicklung des ganzen?
Da der Fall von gerade so zusammengewachsenen siamesischen Zwillingen ja recht selten ist, glaub ich nicht, daß es die primäre Absicht war, sich weiterzuentwickeln (medizinisch) und dabei die Patienten zu opfern. Viel mehr war Sinn der Übung, zwei Menschen zu heilen!
Wir sind ja zum Glück darüber hinweg, entscheiden zu wollen, welches Leben lebenswert ist und welches nicht. In diesem Fall war es aber doch so, daß beide Beteiligten offensichtlich ihre Leben SO nicht mehr lebenswert fanden und in vollem Bewußtsein ein enormes Risiko eingegangen sind.
nee danke. solange eine methode
nicht anderweitig erprobt wurde, darf sie nicht an menschen
ausprobiert werden, es sei denn dieser mensch macht es an sich
selbst oder ist todkrank.
Wie erproben? Am Kopf zusammengewachsene Affen züchten?
Außerdem verheißen auch gelungene Tierversuche nicht zwangsläufig Erfolg beim Menschen. Wenn du aus welchem Grund auch immer ein neues Herz bräuchtest, wärest du nicht froh darüber, daß man dir inzwischen mit sehr kalkulierbarem Risiko ein Spenderherz transplantatieren kann? Aber als diese Methode eingeführt wurde sind einige recht bald gestorben. Für sie hat sich der Eingriff nicht gelohnt, für dich heute schon. Das entscheidende ist doch, daß die Ärzte durchaus die Absicht hatten, auch diese Patienten zu retten! Zu verdammen wäre die Aktion nur dann, wenn die Operation ohne jede Aussicht auf Erfolg als reine Übungsmaßnahme durchgeführt worden wäre.
beides war bei den zwillingen eben
nicht der fall.
Todkrank sicherlich nicht. Aber wie stellst du dir das mit dem An-sich-selbst-machen vor? Ich finde es eigentlich zu grausam, hier jetzt einen billigen Kettensägenwitz zu platzieren…
deswegen gibt es hier grund zur ethischen
debatte über das verhalten der ärzte (über das verhalten der
zwillinge können wir als nichtsiamesische zwillinge sowieso
kein urteil abgeben.)
Das kommt darauf an, wozu sich ein Arzt verpflichtet fühlt. Geht es ihm nur darum, Leben zu retten, oder will er Menschen ein so gesundes Leben wie möglich verschaffen. Wenn er dazu Risiken eingehen muß, so sollte es doch beim Patienten liegen, inwieweit er bereit ist diese einzugehen, sofern eine gewisse Verhältnismäßigkeit gegeben ist. Und diese Verhältnismäßigkeit können wir, wie du schon bemerkt hast, als Nichtbetroffene gar nicht abschätzen.
Gruß
L.
Aber was willst Du auch ansonsten dazu sagen? Ich weiß nicht, was für mich schlimmer wäre: das ganze Leben an eine andere Person gefesselt zu sein oder unter Narkose den Abgang zu machen, wobei es mir im letzteren Fall letztendlich völlig schnuppe wäre - ich kriege es ja nicht mehr mit.