Hallo alle miteinander,
ich bin dabei den Hausflur Stück für Stück vom (sehr alten) Teppich zu befreien und mit pflegeleichten Fliesen zu bestücken.
Nun habe ich aber auf einem Treppenabsatz Holzdielen unter dem Teppich.
Habe mir überlegt den Treppenabsatz mit einer Gewebematte und Ausgleichsmasse zu begradigen und dan zu fliesen.
Spricht da etwas gegen? Worauf sollte ich besonders achten?
Vielen Dank für alle Beiträge!
Hallo dudde,
dagegen spricht, dass sich Dielen immer bewegen werden und es absehbar ist, dass die darauf verlegten Fliesen sich lösen oder brechen werden.
florestino
Hallo „dudde“,
gegen Deinen Wunsch spricht nichts. Diese Ausführung kann man durchaus wählen.
Aber!
Der saubere erste Schliff bis zum Rohholz ist wichtig, damit alle Trennschichten entfernt werden, die sich über die Jahre angesammelt haben. Danach werden lose Dielenbretter wieder mit Spaxschrauben befestigt.
Dann wird mit einer Grundierung, die für Holzwerkstoffe geeignet ist, die Dielenoberfläche grundiert. Das wird ein wasserfreies System sein.
Auf die grundierte Dielenoberfläche sollte nun ein Gewebegitter (das gibt es als Rollenware) zuschneiden und auflegen und mit einer wiederum für Holzwerkstoffe geeigneten, spannungsarmen Spachtelmasse, die auch faserarmiert sein sollte, ca. 3mm überarbeiten.
Wenn Du Dir das alles zutraust - mein Respekt ist Dir sicher!
Bitte daran denken, dass das Format der keramischen Fliesen 33 x 33 nicht wesentlich übersteigt. Wegen der unvemeidbaren Durchbiegung des Untergrundes und der bei größeren Formaten damit verbundenen Bruchgefahr!
-.-.-.-.-.-
Gruß: Klaus
[Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen]
Die Problematik des arbeitenden Holzes wurde schon genannt, deswegen muss zwischen Dielen und Fliesen eine s.g. Entkopplungsmatte. Schau mal im Netz z.B. nach Ditra Matten.
@ Nelsont: Nein, muss nicht!
Für die (sicher spezielle) Verlegung Fliese auf Dielenboden ist auch ohne Entkoppelungsmatte die von mir aufgezeigte Lösung anwendbar.
In den meisten der von mir bearbeiteten Fälle wurde die Entkoppelungsmatte, welche auch mit erheblíchen Zusatzkosten für den Bauherrn verbunden ist, aus Angst und auch aus zusätzlichen Gewinnabsichten (grundsätzlich nicht verwerflich!) eingebaut.
Nicht aber aus Gründen einer Notwendigkeit.
So auch hier: nicht zwingend notwendig (aber technisch auch nicht störend, soweit die Aufbauhöhe hinkommt).
-.-.-.
Gruß: Klaus
unsere Einstellung dazu: Lerne mit der Substanz zu leben und Dielen sind nicht das Schlechteste!!! wenn Du sie mit Hartwachs behandelst. Eine vergessen Lösung für Trittsicherheit sind die guten alten Treppenläufer aus Sisal oder künstlichen Fasern - gibt es in richtig tollen Farben und mit Leder oder Leinenband eingefasst.
Nicht alles verschlimmbessern - dann lieber bau neu.
Gruß,
Alexandra *die sich diese Tage eine historische Objekte angesehen hat und k… könnte bei dem was sie da sah*
Hallo Alexandra,
wären es schöne Bretter gewesen und würde sie zum Rest des Flures passen wäre es auch meine erste Wahl gewesen sie „aufzuhübschen“.
Aber sie waren uneben und (für meinen Geschmack) hässlich.
Schönen Gruß
Hallo Klaus,
Ich bin froh, dass es ein Fachmann ist, der mir in dem Vorhaben zuspricht, wo die meisten hier eher dagegen sind.
Habe die Bretter schön sauber gemacht, ein Gewebegitter darübergelegt und mit so einer Ausgleichsmasse begradigt.
Die Fliesen sind 30x30 cm groß.
Ob es alles so hält werden dann die nächsten Wochen und Monate zeigen. Aber ich hab da relativ großes vertrauen in die Sache. Bis jetzt hat noch alles gehalten hier
Hallo „Theos-Werkzeuge“ (wer ist hier meine Ansprechperson beim posting??)
Die von mir vorgeschlagene Vorgehensweise ist nun wirklich keine Exotenlösung. Ich kann zudem nur hoffen, dass die alten Dielen gut geschliffen und danach grundiert wurden (wie von mir aufgeführt).
Eine „Garantie“ gibt es bei Beratungs- und Ausführungsleistungen nie. Eine Gewährleistung schon; wenn man denn in der Gewährleistung steht.
Eventuelle ausführungstechnische Fehler liegen immer im Verantwortungsbereich desjenigen, der die Leistung erbringt.
Dass jedoch mein aufgeführter Vorschlag der Renovierung eines Dielenfußbodens mit keramischen Fliesen problemlos durchführbar ist, hat sich in vielen der von mir betreuten Objekten bestätigt. Auch bei identischer Ausgangssituation im Amts- und Landgericht Trier.
Es ist ein große Unterschied, ob man Standardsituationen nach geltenden Regelwerken bewerten kann, oder „im Bestand baut“, wo Erfahrungen gefragt sind, was funktionieren kann und was nicht.
Standardsituationen mit standardisierten Lösungswegen sind den meisten wohl bekannt. Für das „Bauen im Bestand“ sind dann aufgrund der auftretenden Besonderheiten der Objekte auch besondere Fachkenntnisse bei den Lösungsansätzen gefordert.
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Gruß: Klaus