Ist hier zufällig ein Arbeits-, Sozialmediziner o. ä. im Forum?
Kann ein Amtsarzt die Dienstunfähigkeit eines Beamten auch ausschließlich nach Aktenlage (also ohne Untersuchung) entscheiden, wenn alle Atteste der behandelnden Ärzte eingereicht wurden?
das ist meist sogar so, denn ein Amtsarzt ist in der Regel kein Facharzt in allen Gebieten (meist allgemeinnediziner/Internist). Er beurteilt zusammenfassend die Diagnosen der Fachkollegen.
Anja
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Das Gesamtbild nach Aktenlage, daß die Schreiben/Untersuchungen mehrerer Ärzte beinhaltet, sagt zumeist mehr aus, als eine kurze Untersuchung (Händeschütteln, „wie geht´s ihnen denn heute?“ zeigen Sie mal das Knie…)
Der Amtsarzt fragt bei Unklarheiten auch mal bei diesem oder jenem Arzt nach.
Ich habe in über 10 Jahren an einer übergeordneten Personalbehörde (allein ich hatte als Sachbearbeiter über 600 Mitarbeiter zu verwalten) keine 10 Fälle gesehen, die sich im Nachhinein als falsch diagnostiziert erwiesen.
Der Wunsch des Beamten, direkt mit dem Amtsarzt reden zu können, um ihm die Erkrankung zeigen und erklären zu können ist verständlich, kann aber auch „nach hinten“ losgehen, zuviel Gejammer führt nicht immer zum gewünschten Ergebnis…
Vielen Dank für eure Antworten. Ich dachte bisher immer nur Teildienstfähigkeit oder womöglich sogar Dienstfähigkeit könne per Aktenlage entschieden werden, nicht aber Dienstunfähigkeit.
Dann ist es wahrscheinlich kein schlechtes Zeichen, dass nach Einreichung der Unterlagen (vor 4 Wochen) noch kein Untersuchungstermin mitgeteilt wurde, wo doch alle Unterlagen von Anfang an vorhanden bzw. eingereicht waren.
Ist es denn wahrscheinlich, dass nach so langer Zeit noch eine Einladung kommt oder deutet der Zeitraum eher auf eine Entscheidung nach Aktenlage hin.
Schade, dass man als Patient überhaupt nicht über den Stand der Dinge informiert wird. Schlimm finde ich auch die Vorurteile gegenüber Beamten in diesen Angelegenheiten.
frag doch einfach mal bei deinem Personalsachbearbeiter nach. Kostet nix. Kann ja sein, daß das Gutachten längst da ist, er aber vor lauter Arbeit nicht zur Ruhestandsversetzung kommt.
Freu dich doch, gibt länger volle Kohle.
Und mal von Beamter zu Beamter: Der Prozentsatz von Faulen und Drückebergern ist im ÖD auch nicht höher als in der freien Wirtschaft,
aber es gibt eben bestimmte Laufbahnen, da dachten die Leutchen anfang der 70er, ja genau werde ich mal so ein Beamter, der muß nur bis 13.00 Uhr arbeiten und hat so viel Uuurlaub, und ausserdem kenne ich den Job seit 13 Jahren schon und der ist immer lustig.
Das genau dieser Beruf nix mit Job sondern mit Berufung zu tun hat, haben diese Leutchen oft zu spät bemerkt und waren dann schon Mitte 40 und konnten nicht mehr raus…