Diese Banken

Hallo,

offenbar haben die Banken und ich eine grundverschiedene Vorstellung davon, wie man mit Kunden umgehen sollte.

So besuchte ich heute die örtliche Haupstelle der Spaßkasse, um mitzuteilen, dass eine Kontoinhaberin verstorben ist (ich bin der Betreuer gewesen).

Das lief dann so ab, dass ich der recht jungen Damen am - ja was ? Kaffetisch mit Computer ? Richtige Schalter gibt es für die Kunden ja so nicht mehr. Also, ich habe der Dame am Stand die beiden Kontokarten auf den Tresen gelegt, sie gebeten, das Konto aufzurufen (das gab ein schönen Fragezeichen im Gesicht) und ihr dann mitgeteilt, dass die Kontoinhaberin heute verstorben ist. Was ihr auch Leid tat.

Sie verabschiedete sich daraufhin. Weil sie erstmal musste. Und zwar fragen. Nach mehr oder weniger vielen Minuten erschien sie dann mit den Worten „alles in Ordnung“. Fand ich nicht, die Dame war doch tot. Na gut. Meine Bitte, mir für das Amtsgericht noch einen abschließenden Vermögensstatus auszudrucken, lehnte sie ab. Aber sie wollte noch mal fagen. Jetzt die Wiederholung vom Anfang des Absatzes. Sie kam dann strahlend wieder und erklärte, dass sie mir nach Rückfrage keinen Ausdruck geben könne. Und ich solle bitte entschuldigen, sie wäre noch Auszubildende. Vielleicht hatte ich zu grimmig geguckt ?

Ein Glück nur, dass ich ihr nicht erzählt habe, dass ich das Sparbuch der Dame dabei hatte. Wahrscheinlich hätte sie es mir von der Polizei entreißen lassen. Aber ich brauche es doch für das Gericht !

Abschließend fragte sie mich noch, ob ich eine Sterbeurkunde hätte. Das ist nun schlecht bei jemandem, der heute grade verstorben ist.
Da die Dame aber relativ leicht war und die Leichenstarre bestimmt schon eingesetzt hatte, hätte ich sie mir ja auch unter den Arm klemmen können ? Der Ausdruck „persönliche VORSTELLUNG“ gewinnt bei genauer Betrachtungsweise in diesem Fall doch eine ganz andere Bedeutung, gelle ?

Was mich die ganze Zeit nur wunderte: kein Ausweis verlangt, nichts unterschrieben, gar nichts. Vielleicht tippt die Auszubildende ja später einen Vermerk ?

(Ich habe eine Idee: sollte ich mal eine Kontokarte vom bösen Nachbarn finden, erzähle ich den Bankmenschen einfach, der Karteninhaber ist verstorben. Soll der doch besser auf seine Karte aufpassen, Strafe muss sein :wink: )

Gruss

Andreas

Ja ja, der Andreas…

der einzig fehlerfreie Mensch während seiner Ausbildung im ersten Lehrjahr.

Aber danke für deinen unterhaltsamen Erzählstil.

Habe herzlich gelacht - trotz des traurigen Anlasses.

Gruss Ivo

Mensch Andreas,

ich kann mich Ivo nur anschließen: Was meinst Du denn, wie oft es in den knapp zwei bis drei Jahren Ausbildung, die nicht jeder Azubi durchgehend am Schalter verbringt, vorkommt, daß ein Betreuer den Tod eines Kontoinhaber vermeldet. So etwas wird in der Berufsschule im Schnelldurchlauf vermittelt und gehört ganz sicher nicht zu den am intensivsten diskutierten Geschäftsvorfällen.

Allein die Frage nach der Sterbeurkunde zeigt schon, daß sie das Thema in der BS mal gehört hat und dort lernt man, daß die Sterbeurkunde irgendwie im Zusammenhang mit dem Tod eines Kunden steht. Darauf, daß die nicht sofort vorliegt, wenn ein Mensch den Löffel abgibt, kommt ein junger Mensch nicht, der jeden Abend irgendwelche Fernsehärzte dabei beobachten kann, die noch am Sterbebett die Urkunde ausstellen und dann vom Block abreißen.

Um zu lernen sind die Azubis in jeder Branche in der Ausbildung. Wer das nicht mag, muß sich einen graumelierten und altgedienten Mitarbeiter krallen. Da die leider immer teurer werden und die Kunden vor allem auf den Preis schauen, muß man sich damit abfinden, daß die Besetzung eines Schalters zu einem nicht geringen Anteil aus jungen und damit billigen Mitarbeitern besteht.

Gruß,
Christian

Hallo,

hallo Andreas,

ich habe Deinen Artikel gelesen und frage mich, was für eine Antwort erwartest Du.

offenbar haben die Banken und ich eine grundverschiedene
Vorstellung davon, wie man mit Kunden umgehen sollte.

So besuchte ich heute die örtliche Haupstelle der Spaßkasse,
um mitzuteilen, dass eine Kontoinhaberin verstorben ist (ich
bin der Betreuer gewesen).

Das lief dann so ab, dass ich der recht jungen Damen am - ja
was ? Kaffetisch mit Computer ? Richtige Schalter gibt es für
die Kunden ja so nicht mehr. Also, ich habe der Dame am Stand
die beiden Kontokarten auf den Tresen gelegt, sie gebeten, das
Konto aufzurufen (das gab ein schönen Fragezeichen im Gesicht)
und ihr dann mitgeteilt, dass die Kontoinhaberin heute
verstorben ist. Was ihr auch Leid tat.

Sie verabschiedete sich daraufhin. Weil sie erstmal musste.
Und zwar fragen. Nach mehr oder weniger vielen Minuten
erschien sie dann mit den Worten „alles in Ordnung“. Fand ich
nicht, die Dame war doch tot. Na gut. Meine Bitte, mir für das
Amtsgericht noch einen abschließenden Vermögensstatus
auszudrucken, lehnte sie ab. Aber sie wollte noch mal fagen.
Jetzt die Wiederholung vom Anfang des Absatzes. Sie kam dann
strahlend wieder und erklärte, dass sie mir nach Rückfrage
keinen Ausdruck geben könne. Und ich solle bitte
entschuldigen, sie wäre noch Auszubildende. Vielleicht hatte
ich zu grimmig geguckt ?

Hast Du eine Vollmacht für das Konto gehabt? Wenn ja, hättest Du eine Auskunft erhalten müssen. Wenn nein, darf die Bank Dir keine Auskunft geben. Oder gibt es irgendwelche Papiere oder Vollmachten die Dich dazu legitimieren, die Kontostände von Personen, die Du betreust, abzufragen.

Ein Glück nur, dass ich ihr nicht erzählt habe, dass ich das
Sparbuch der Dame dabei hatte. Wahrscheinlich hätte sie es mir
von der Polizei entreißen lassen. Aber ich brauche es doch für
das Gericht!

Abschließend fragte sie mich noch, ob ich eine Sterbeurkunde
hätte. Das ist nun schlecht bei jemandem, der heute grade
verstorben ist.

Diese Frage ist absolut korrekt, wenngleich auch am Todestag der Dame etwas verfrüht. Aber die Bank ist nunmal verpflichtet, sich die Sterbeurkunde vorlegen zu lassen.

Da die Dame aber relativ leicht war und die Leichenstarre
bestimmt schon eingesetzt hatte, hätte ich sie mir ja auch
unter den Arm klemmen können ? Der Ausdruck „persönliche
VORSTELLUNG“ gewinnt bei genauer Betrachtungsweise in diesem
Fall doch eine ganz andere Bedeutung, gelle?

Was mich die ganze Zeit nur wunderte: kein Ausweis verlangt,
nichts unterschrieben, gar nichts. Vielleicht tippt die
Auszubildende ja später einen Vermerk ?

Wozu hätte die Bank Deinen Ausweis verlangen sollen?
Was hättest Du unterschreibe wollen?

(Ich habe eine Idee: sollte ich mal eine Kontokarte vom bösen
Nachbarn finden, erzähle ich den Bankmenschen einfach, der
Karteninhaber ist verstorben. Soll der doch besser auf seine
Karte aufpassen, Strafe muss sein :wink: )

Diese Idee ist sicher ziemlich unortodox, leider erschliesst sich mir nicht deren Sinn.

Gruss

Andreas

Ein Wort noch zum Schluss: Ich war auch einmal Banklehrling. Und ich habe mich gefreut wenn Kunden, insbesondere bei nicht alltäglichen Vorfällen, auch für mich Verständnis aufgebracht haben, wenn ich als Lehrling nicht immer alles gewusst habe. Und mal ehrlich:
Kein Gericht der Welt braucht den Vermögensstatus schon am Sterbetag.

Beste Grüsse

Roland

an Roland und Christian, zugleich Danke für die An
Hallo,

es hörte sich vielleicht schlimmer an, als es war.

Wenn ich ganz ehrlich sein darf: es hat mich nur stark irritiert, daß ich nicht einmal etwas unterschreiben musste. Immerhin geht es um Summen im fünfstelligen Bereich.

Oder, um es überspitzt zu sagen, da kommt einer hin, knallt die Kontokarte auf den Tisch, sagt „tot“, und es wird alles geglaubt. Ist für mich vielleicht zu wenig, aber was soll’s.

Eine Erklärung: „Betreuer“ bedeutet, vom Amtsgericht bestellter Betreuer. Das, was früher „Vormund“ hieß.

Danke für die Antworten,

Gruss

Andreas

Ja ja, der Andreas…

der einzig fehlerfreie Mensch während seiner Ausbildung im
ersten Lehrjahr.

Hallo Ivo,

mit das Erste, was ich während meiner Ausbildung bei der Stadtverwaltung lernte, war, Vermerke aufzunehmen. Daher meine Idee, dass die Dame in der Bank auch etwas in den PC tippen müßte.

Wie wäre es mit „Heute ist Herr S., der Betreuer der Frau X, erschienen und teilte mit, dass Frau X am verstorben ist.“ So habe ich das noch gelernt.

Ansonsten überlege ich noch, ob ich euch mit den gesammelten Geschichten meiner Ausbildung quäle.
Da mit erheblichen Rechtsanwaltskosten zu rechnen ist, wenn sich die Betroffenen wiedererkennen, bitte ich um Ratschläge, wie ich am besten Spendenkonten eröffne.
Wie ist noch mal die Höchststrafe für Verleumdnung ? Ich bin 49 und möchte mit Beginn des Rentenalters wieder in Freiheit sein. Übrigens, ich würde natürlich nicht lügen, aber die Storys würde jeder für Erfunden halten.

Wer nun möchte, dass ich diese Geschichte meiner Ausbildung schreibe, sende mir eine Mail mit „ja“.

Gruss

Andreas

Darf ich an dieser Stelle fragen was du gerne untertschreiben wolltest? Das die Kundin tot ist?

Banken beginnen die üblichen Nachlassüblichen Prozesse bei Kenntnis vom Tod.

Es gibt Banken - insbesondere welche mit regonalem Geschäftsgebiet - die diese Kenntnis durch tägliches studieren der Todesanzeigen erhalten.

Ich habe selbst erebt, dass ein für Tod gehaltener Kunde plötzlich am Schalter stand. Dies kam allerdings wohl mit diesem Fall genau einmal in den letzten 30 Jahren bei dieser Bank vor.

Gruss Ivo

Hallo Andreas,

da haben wir doch zwei Dinge gelernt:

  1. Eine Bank ist halt doch keine Behörde und schreibt nicht jeden Sch… auf :wink:

  2. Schmeiß den Job bei der Stadt hin und schreibe Bücher! Du hast einen sehr amüsanten und unterhaltsamen Stil!
    Ich kaufe auf jeden Fall Dein erstes Buch!

Gruß Schorsch

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diese Kunden…
Hi,

offenbar haben die Banken und ich eine grundverschiedene
Vorstellung davon, wie man mit Kunden umgehen sollte.

Von einem sicherlich eher besonderen Fall wie dem von dir geschilderten (seltenes Thema Nachlaß gepaart mit unbeholfenem Azubi) auf „die Banken“ und den allgemeinen Kundenumgang zu schließen, ist doch etwas gewagt.

So besuchte ich heute die örtliche Haupstelle der Spaßkasse,
um mitzuteilen, dass eine Kontoinhaberin verstorben ist (ich
bin der Betreuer gewesen).

Wenn die Azubine schon weggeht und jemanden fragt, der sich damit auskennt, wäre es zugegebenermaßen schön gewesen, wenn dieser jemand mit zum Schalter gekommen wäre und damit dir geholfen und ihr was gezeigt hätte.

Das lief dann so ab, dass ich der recht jungen Damen am - ja
was ? Kaffetisch mit Computer ? Richtige Schalter gibt es für
die Kunden ja so nicht mehr.

Bei der örtlichen Volksbank heißt sowas Dialogtower. Schönes Wort für einen wackligen Bistrotisch, der selbst für einen Überweisungsträger schon zu klein ist. Die Sparkasse gegenüber hat sie dann auch gleich eingeführt. Da steht man also mitten im Raum und jeder kann entweder dem Kunden oder dem mit Mickey-Mouse- oder Diddl-Krawatte ausgerüsteten Angestellten bequem über die Schulter schauen. Vertrauensvolle und diskrete Zusammenarbeit stelle ich mir anders vor. Zwar haben die auch diverse Hinterzimmer, aber für eine Überweisung geht da natürlich auch keiner hin.

Also, ich habe der Dame am Stand
die beiden Kontokarten auf den Tresen gelegt, sie gebeten, das
Konto aufzurufen (das gab ein schönen Fragezeichen im Gesicht)
und ihr dann mitgeteilt, dass die Kontoinhaberin heute
verstorben ist.

Vielleicht wäre die Reihenfolge Inhaberin verstorben, Karten hinlegen, Konto aufrufen eine bessere gewesen. Insbesondere da dein Adlerauge die Azubine ja sofort erkannt hat.

Ich bin jeden Tag aufs neue froh mir aussuchen zu können, wann ich Kundenkontakt habe und wann nicht. Und Azubis kriegen nicht nur eine Antwort sondern das volle Programm, damit sie nicht nur irgendeine Information weitergeben sondern verstehen, was da eigentlich passiert.

Gruß
Nils

Na da habe ich auch etwas in Bezug Sparkassen.

Ich habe auch bei einer SPK ein Konto. In dieser Filiale seit etwa 3 Jahren. Wegen Online-Banking war ich dort aber nur einmal, zur Kontoeröffnung. Nun, jetzt bekam ich eine neue EC-Karte, wollte einkaufen, doch was ist? Shit Pin-Code nicht gemerkt. Also zur Bank an den Schalter, Karte hingelegt und gesagt: "Kann ich auch Bar abheben? Die Karte ist neu, ich habe mir den Pin noch nicht gemerkt. „min später bin ich mit 300 Euro aus der Bank marschiert.“

Da hofft man doch, seine EC-Karte nie vor der eigenen Bank zu verlieren.

:wink:

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