habt Ihr Erfahrung mit Chip-Tuning von Dieselmotoren?
Was kann ich mir darunter vorstellen? Was kostet das, wie steht die Vertragswerkstatt und der Hersteller dazu?
Bei mir würde es da um einen A170 CDI gehen. Was mich an dem stört, ist eine gewisse „Anfahrschwäche“. Wenn er dann auf Touren kommt, ist er eigentlich ganz agil. Wobei…vielleicht gehen noch ein paar km/h in der Endgeschwindigkeit?
abgesehen vom Preis, rentieren muß es sich schon. Ein seriöser Anbieter hat erst mal eine Zulassung für sein Produkt, außerdem vergibt er eine Motorgarantie. Das alles kostet natürlich.
Die Effekte eines Tunings: Man kann bei normaler fahrweise mit geringerem Spritverbrauch rechnen. Außerdem lohnt es sich, da nun mehr Drehmoment zur Verfügung steht (Wohnanhänger etc.). In der Endgeschwindigkeit tut sich normalerweise nichts, der Motor dreht ja nicht schneller.
Schaue mal unter http://www.chip4power.de, die sollen gut sein, allerdings auch nicht ganz billig. Ich selbst habe da noch keine Erfahrungen, aber was man eben so hört…
Was kostet das, wie
steht die Vertragswerkstatt und der Hersteller dazu?
Der Hersteller sagt da: „Bitte machen, aber wenn Dein Motor oder was anderes im Antriebsstrang hinüber ist, dann wende Dich doch bitte auch an den Herrn Chiptuner!“ Also Garantie ist wech (Wenn das Tuning bemerkt wird!)!
Bei mir würde es da um einen A170 CDI gehen. Was mich an dem
stört, ist eine gewisse „Anfahrschwäche“. Wenn er dann auf
Touren kommt, ist er eigentlich ganz agil. Wobei…vielleicht
gehen noch ein paar km/h in der Endgeschwindigkeit?
Generell stehe ich, nach einigen Berichten, Gesprächen mit Fachleuten (Ingenieuren bei Herstellern) und eigenen Erfahrungen in der KFZ-Industrie dem Chiptuníng etwas skeptisch gegenüber!
Konkret:
Die Anfahrschwäche bei Turbodieseln kommt ja von dem im unteren Drehzahlbereich noch nicht vorhandenen Druck des Turboladers (Turboloch). Auch eine andere Software kann da nicht wesentliche Wunder wirken!
Ein seriöser Chiptuner gibt Dir vielleicht eine Garantie auf Deinen Motor, aber was ist mit Kupplung, Getriebe, Antriebswellen?
Beispiel: Ich hab einen Audi A4 TDI und einen guten Freund bei Audi.
Der hat mal nachgehakt was die von etwas mehr Drehmoment in meinem Auto halten würden (eben Chiptuning). Die Antwort war: „Naja der Motor macht das mit (Ist ja auch im A6 mit mehr bums drin) aber die Antriebswellen im A4 sind schon ziemlich am Limit!“
Von einem Bekannten bei VW hab ich zu bestimmten Motorisierungen ähnliches gehört.
Tja, und in der Zeit als ich Getriebekomponenten konstruiert habe, da ging man auch nicht von Chiptunern aus, sondern vom Seriendrehmoment. Das muß das Teil (mit etwas Toleranzzuschlag evtl.) in den Tests überstehen! Alles was es mehr kann ist schön, wenns kein Geld kostet!
… und so fahr ich bis heute mit Serienchip durch die Lande!
Gruß,
Rudolf
PS: Wenn die Anfahrschwäche extrem ist, kann auch was an der Maschine nicht stimmen. Bei mir war der Luftmengenfühler hinüber, da kam das Auto auch kaum vom Fleck.
ganz wichtig: Nur zugelassene Änerungen einsetzen, die dann allerdings leider auch ganz schön teuer sind. Insbesondere bei ebay werden gerne Dinge ohne Zulassung billig angeboten, und wenn die Geschichte auffliegt, hast Du im Falle des Falles keinen Versicherungsschutz und kannst sogar Ärger wegen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz bekommen.
Gruß vom Wiz
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Man kann bei normaler :fahrweise mit geringerem :Spritverbrauch rechnen.
Das interessiert mich brennend. Wenn man den Motor mehr Drehmoment erzeugen läßt, verbraucht er weniger Treibstoff. Wie das? Fest steht: Mehr Drehmoment bei gleicher Drehzahl gibt mehr Leistung. Trotzdem weniger Treibstoffverbrauch? Das hieße, Chiptuning verbessert den Wirkungsgrad des Motors …??
Anfahrschwäche haben alle modernen Turbodieseldirekteinspritzer. Da waren die ollen Vorkammersaugdiesel besser. Weil: Die Abgasnorm verbietet starke Rußentwicklung beim Gasgeben. Deswegen spritzt die elektronsiche Motorregelung nur soviel ein, wie gerade der Turbolader an Ladedruck zu Verfügung stellt: Beim anfahren eben WENIG.
BMW hat ja jetzt in einigen Motoren extra nen Miniturbo drin für das unterste Drehzahlband um eben diese Anfahrschwäche zu eliminieren.
Der 170CDI von Benz ist sowieso nicht gerade eine Granate mit seinen 185Nm, da könntest mit seriösem Chiptuning was machen, ABER macht der Antriebsstrang das mit ???
Bei Toyota kommt das Zeug vom Haus,- und Hofveredler http://www.TTE.de, der bietet für die entfallende Toyota-Werksgarantie von 3 Jahren eine eigene Garantie von 3 Jahren an. Ist doch was, oder ?
Man kann bei normaler :fahrweise mit geringerem :Spritverbrauch rechnen.
Das interessiert mich brennend. Wenn man den Motor mehr
Drehmoment erzeugen läßt, verbraucht er weniger Treibstoff.
Wie das? Fest steht: Mehr Drehmoment bei gleicher Drehzahl
gibt mehr Leistung. Trotzdem weniger Treibstoffverbrauch? Das
hieße, Chiptuning verbessert den Wirkungsgrad des Motors …??
Gruß
Wolfgang
Na ja, die Chiptuner erklären es so:
Da man nun mehr Power hat, muss man nicht mehr soviel Gas geben beim Beschleunigen um z.B. auf 50 km/h u.s.w. zu kommen. Also Reduzierung
des Verbrauchs. Dies ist allerdings nur bei normaler Fahrweise so.
Da man nun mehr Power hat, :muss man nicht mehr soviel :Gas geben beim :Beschleunigen…
Für gleiche Beschleunigung vor/nach dem Tuning braucht man jeweils exakt das gleiche Drehmoment und damit die gleiche Leistung, um z.B. von 0 auf 50 km/h zu kommen. Entweder hab ich irgendwas mit Physik nicht begriffen oder die Werbefritzen der Chiptuner erzählen Unsinn.
OK, aber die Beschleunigung ist ja nun nicht mehr die gleiche, weil das Drehmoment größer ist. Somit ist wohl auch die Bechleunigung größer. Folge schnelleres erreichen der 50 km/h und somit weniger Sprit?!
Gruss
Tobi
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OK, aber die Beschleunigung ist ja nun nicht mehr die gleiche,
weil das Drehmoment größer ist. Somit ist wohl auch die
Bechleunigung größer. Folge schnelleres erreichen der 50 km/h
und somit weniger Sprit?!
Mehr Drehmoment -> höhere Beschleunigung -> mehr Leistung -> und dann weniger Spritverbrauch? Nee, das wird nix . Wunschdenken.
man fährt 50. Sagen wir mal im dritten Gang. Für den vierten Gang reicht es nicht, die Straße ist zu steil. Nun hat man nach dem Tuning mehr Drehmoment. Da reicht die Leistung auch für den vierten Gang bei Tempo 50. Da nun der höhere Gang drin ist bedeutet das weniger Drehzahl, also auch weniger Sprit. Gut, wir reden hier von vielleicht 0,2 Liter/100km. Aber immerhin.
fahre einen Golf IV TDI, mit Chip-Tuning von 90 auf 115 PS (Zitat eines Kfz-Mechanikers meiner Werkstatt bei einer Probefahrt: „Wirklich nur 115 PS??? Der zieht ja wie ein Golf mit 130 PS!“)
Das Tuning ist legal. Mit TÜV, Eintrag in den Fahrzeugpapieren und Meldung bei meiner Versicherung.
Dennoch würde ich es NICHT mehr machen lassen!!! Am Tage des Tunings war die Serienkupplung überfordert. Eine neue war fällig. Das zeigt die erhöhte Motorbelastung überdeutlich. Vom geringeren Wiederverkaufswert auch einmal abgesehen…
Klar, fährt sich das Fahrzeug unvergleichlich besser. Das Tuning merkt man besonders in den höchsten Gängen, dabei hat sich der Durchzug enorm verbessert. Ab 1800 U/min wird der Motor richtig munter, aber eine typische Anfahrtschwäche besteht trotzdem.
Anmerkung zu den Artikeln zum „Mehrverbrauch/Minderverbrauch nach Tuning“ weiter unten: Laut Bordcomputer ist der Verbrauch um etwa 0,5 Liter gesunken. Exakt nachgerechnet habe ich das noch nicht. Der Tuner sagte nur, im Bereich der Höchstgeschwindigkeit würde sich der Verbrauch erhöhen. Ansonsten zurückgehen. Ich kann aber zumindest keinen Mehrverbrauch feststellen.
Mein Fazit nach ca. 30.000 km Erfahrung mit Chip-Tuning: Ich lasse künftig die Finger weg. Neben dem Motor habe ich auch noch Probleme in der Kaltlaufphase des Motors (bis hin zum extremen Ruckeln und Rauchschwaden!) Trat etwa 1 Jahr nach dem Tuning auf. Frage: Ursache Tuning oder nicht?
Bei einer Fahrzeuganschaffung werde ich mich künftig gleich für einen stärkeren Motor entscheiden. Im Sinne der Dauerhaltbarkeit habe ich meine Zweifel, ob es da nicht zum bisherigen Kupplungsproblem noch weitere Folgeschäden geben wird. Problem dabei ist nur: Wenn z. B. der Turbo bzw. die Einspritzanlage Defekte zeigt: Lag das dann am Tuning oder wäre der Defekt auch OHNE Tuning aufgetreten? Mit letztendlicher Sicherheit wird man das dann nie sagen können. Mein Rat: Finger weg!
Mehr Drehmoment -> höhere Beschleunigung -> mehr
Leistung -> und dann weniger Spritverbrauch? Nee, das wird
nix . Wunschdenken.
Ganz so von der Hand zu weisen ist das NICHT.
Im Nutzfahrzeuggewerbe, wo ja die Kraftstoffkosten ein erheblicher Faktor der Kosten darstellt, werden die Motoren in den Fahrzeugen nach deren Einsatzbestimmung ausgewählt.
Beispiel eines Bekannten der eine Spedition hat:
Lkw „Jumbo“, großvolumiger Planen/Spriegel-Gliederzug Lkw für die leichte Glaswolle von G&H zu fahren: Der wurde mit einem V6-Motor mit ~350PS bestellt.
Lkw Sattelauflieger für Biomüll: Der bekommt eine Zugmaschine mit bulligem V8 und ~500PS und entsprechend dem Batzen mehr Drehmoment.
Natürlich würde der Biomüll-Kipper auch mit einer 350PS Maschine 80km/h fahren. Doch bei der ersten Steigung geht die Schalterei los und man kriecht im niedrigen Gang den Berg hoch. Lassen wir den Behinderungseffekt außer Acht. Und dann fängt der Diesel an zu saufen, wenn man ihn in hohe Drehzahlen und an der Belastungsgrenze tritt.
Habe ich dagegen den stärkeren Motor, benutze ich in den meisten Fällen nur die Hälfte der benötigten Leistung und hole bei Bedarf für einen kurzen Moment mehr Leistung hervor. Mit dem schwachen Motor bewege ich mich ständig im oberen Leistungsbereich des Motors.
Mein Chef sagte mal: Zum Halten der Geschwindigkeit eines Omnibusses bei 100km/h in der Ebene bei Windstille genügen 90PS. Warum haben die dann aber mittlerweile (es bleibt nun konstant) 380PS ? Damit man nicht an jeder kleinen Steigung zum Hindernis wird, dem Leistungsbedarf der Klima gerecht wird und dabei noch sparsam unterwegs ist.
Für gleiche Beschleunigung vor/nach dem Tuning braucht man
jeweils exakt das gleiche Drehmoment und damit die gleiche
Leistung, um z.B. von 0 auf 50 km/h zu kommen. Entweder hab
ich irgendwas mit Physik nicht begriffen
Der spezifische Treibstofverbrauch (direkt umrechenbar in der Wirkungsgrad) ist bei Dieseln stark drehzal- und wenig lastabhängig. Das Minimum liegt genau bei dem Drehmomentmaximum und steigt danach kontinuerlich bis Abregeldrehzahl.
Gute Diesel haben im Bestpunkt ca. 190 g/kWh und bei Nenndrehzahl um 220…230 g/kWh.
Mehr Drehmoment untenherum erlaubt niedertourigere und somit treibstoffsparendere Fahrweise.
Warum nicht gleich ein ordentlich motorisiertes Auto kaufen?
Chiptuning bei Turbodieseln wird sehr häufig über den Ladedruck des Turboladers gemacht. Die Resultate sind oft frappierend, die Mehrleistung enorm. Das verschlechterte Abgasverhalten juckt viele nicht und der oft erheblich erhöhte Verschleiß wird erst nach einigen Tausend Km bemerkt.
Schließlich kommt noch der verminderte Wiederverkaufswert hinzu. Das Problem zumindest ist jedoch lösbar, indem man den Chip wieder zurückrüstet und dem Käufer nichts erzählt. Ob Du das gut findest, bleibt Dir überlassen.
Ich jedenfalls empfehle, wenn es denn ein Auto in dieser Preisklasse sein soll, den Goilf 4 zu verticken und einen BMW 320d zu kaufen. Der hat schon von Haus aus Dampf genug.
das problem beim chiptuning ist, wie die parameter auf den motor+perepherie angepasst sind. hier ist insbesondere das können und die erfahrung des tuners gefragt.
ich habe genau wie du mein vento tdi von 90 auf 115ps tunen lassen (260nm drehmoment)… mein auto läuft nunmehr 250.000 km mit den getunten chip ohne probleme, habe auch immer noch die erste kupplung drinn.
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