Dieses (Füll?)-Ja

hallo!

als was bezeichnet man grammatikalisch dieses häufig verwendete „ja“ in sätzen wie:

„Ich habe schon häufiger gesagt…“

„Ich habe ja schon häufiger gesagt…“

was ist der genaue hintergrund?

die beiden sätze fühlen sich unterschiedlich an, aber sagen im prinzip nichts anders aus. oder doch nicht?

gruß

matthias

hallo, matthias,

ein solches „ja“ wird Partikel genannt.
Es kann Verwunderung, Zweifel, Zustimmung, Bekräftigung etc. ausdrücken.

Dazu:

_ ja [mhd., ahd. ja, H.u.]:

  1. a) drückt eine zustimmende Antwort auf eine Entscheidungsfrage aus: »Kommst du?« »Ja«; »Habt ihr schon gegessen?« »Ja«; »Möchten Sie keinen Kaffee?« »Doch, ja«; *Ja, (auch:smile: ja zu etwas sagen (einer Sache zustimmen): zu allen Plänen sagt er ja, aber ob er sie nachher durchführen kann, ist noch sehr die Frage; b) drückt in Verbindung mit einem Modaladverb [freudige] Bekräftigung aus: ja gewiss, ja sicher, ja gern; o ja!; aber ja doch!
  2. nachgestellt bei [rhetorischen] Fragen, auf die eine zustimmende Antwort erwartet wird, als Bitte, Ausdruck leisen Zweifels od. Bestätigung; nicht wahr?: du bleibst doch noch ein bisschen, ja?; es wird doch alles in Ordnung sein, ja?
  3. a) drückt im Aussagesatz eine resümierende Feststellung aus, weist auf etwas Bekanntes hin od. dient der Begründung für ein nicht explizites Geschehen od. für etw. Allgemeingültiges; doch; bekanntlich: ich komme ja schon; das habe ich ja gewusst; du kennst ihn ja; sie kommt ja immer zu spät; so ist das ja nun einmal; er kann sichs ja leisten;
    b) drückt im Aussage-, Ausrufesatz Erstaunen über etw. od. Ironie aus; wirklich; tatsächlich: es schneit ja; er hat sich ja mächtig angestrengt; er hat das Spiel ja (doch tatsächlich) verloren; da seid ihr ja [endlich]!; das kann ja heiter werden (ugs. iron.; man wird mit mancherlei Schwierigkeiten o.Ä. rechnen müssen); das ist [mir] ja eine schöne Bescherung (ugs. iron.; ist eine höchst unangenehme Sache)!;
    c) einschränkend, meist in Korrelation mit »aber«; zwar: ich möchte ja, aber ich kann nicht; der Wagen ist ja schön, aber viel zu teuer; er mag ja Recht haben.
  4. in Aufforderungssätzen als Ausdruck dringender Mahnung; unbedingt, ganz bestimmt; auf jeden/keinen Fall: lass das ja sein!; erzähl das ja nicht weiter!; zieh dich ja warm an!
  5. zur steigernden Anreihung von Sätzen od. Satzteilen; mehr noch; sogar; um nicht zu sagen: ich schätze [ihn], ja verehre ihn.
  6. a) reiht einen Satz an, in dem konzessiv Bezug auf vorangegangene Aussagen od. Gedanken genommen wird; allerdings: ja, das waren noch Zeiten!; ja, wenn ich das gewusst hätte!; ja, das wird leider nicht möglich sein;
    b) bestätigt die Berechtigung einer vorangegangenen Frage: Was das soll? Ja, was soll das eigentlich?
  7. (ugs.) a) dient dazu, sich am Telefon zu melden: ja [bitte]? (wer ist dort?; was wünschen Sie?; hallo!);
    b) drückt einen Zweifel, eine Frage aus, wenn man etwas nicht verstanden hat od. nicht glauben will: ja? (wie bitte?; was sagen Sie?; tatsächlich?).

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

Gruß Fritz

Vielen Dank für die Hilfe!

Genau wie Herr Günther habe ich mir diese Frage auch schon öfters gestellt, ohne ihr wirklich nachzugehen… Durch Zufall habe ich hier die Erklärung gefunden :smile:

Gruß,

Moritz

als was bezeichnet man grammatikalisch dieses häufig
verwendete „ja“ in sätzen wie:

„Ich habe schon häufiger gesagt…“

„Ich habe ja schon häufiger gesagt…“

Grammatikalisch bezeichnet man dieses „ja“ als Abtönungspartikel.

Abtönungspartikeln sind stets unbetonte, oft kurze, einsilbige Wörter.

Die am häufigsten gebrauchten Abtönungspartikeln sind:

aber, auch, bloß, doch, eben, eigentlich, halt, ja, mal, nur, schon, vielleicht, wohl.

Wenn diese Wörter betont sind, gehören sie mindestens noch einer anderen Funktionsklasse an:

2 Beispiele:

Das ist aber schön! (Abtönungspartikel)
Das Haus ist schön, aber teuer! (Konjunktion)

Das ist ja furchtbar! (Abtönungspartikel)
Hast du schon eingekauft? - Ja! (Antwortpartikel)

Mit Abtönungspartikeln kann man einer Außage eine bestimmte (subjektive) Tönung geben; man kann aber auch auf vorausgegangene Äußerungen oder auf Implizites Bezug nehmen.

Einige Beispiele:

AUFGEWÜHLTHEIT: Das ist ja furchtbar!
ERSTAUNEN: Hast du das denn nicht gewusst?
UNGEHALTENHEIT: Das weißt du doch!
UNVERSTÄNDNIS: Das sind vielleicht arme Irre!
VERMUTUNG: Sie will wohl nichts von dir wissen.
BEZUG AUF GEMEINSAMES WISSEN: Die Maßnahmen haben ja nichts zur Verringerung des Ozonlochs beigetragen!
ZUVERSICHT: Das kommt schon noch!
ZUSTIMMUNG MIT VORBEHALT: Er arbeitet schon fleißig (aber…)
VERWEIS AUF HINTERGEDANKEN: Kennst du Monika? - Allerdings! (Die ist bekannt für…)

Abtönungspartikeln sind miteinander kombinierbar. Bis zu vier solche Partikeln können aufeinander folgen. Die Abfolge unterliegt dann gewissen Restriktionen.

Du hast doch wohl nicht etwa Angst?

Benjamin

objektiver Grund
Hallo Matthias,

ich habe gelernt, damit werde der objektive Grund ausgedrückt, also eine unbestreitbare Tatsache, die allen klar ist. Dass man das oft aus Höflichkeit oder als Unterstellung tut („wie Sie ja alle wissen“), nun ja… Rhetorik eben.

Andreas