Differenzen von Potenzen

Hallo,

kann mir jemand vielleicht ein bestimmtes mathematisches Phänomen erklären?
Potenziert man die natürlichen Zahlen mit 3,4,5… und bildet dann jeweils die Differnzen, so gleichen sich die Ergebnisse langsam an und es kommt zu einer bestimmenten Zahl. Bei 3 als Exponent ist es 6, bei 4 ist es 24 und bei 5 dementsprechend 120, usw.
Meine Mathelehrerin konnte mir das auch nicht erklären; sie hatte davon noch nichts gehört und ich mit meinen begrenzten Fähigkeiten kann das sicherlich auch nicht beweisen. Aber ich bin doch davon überzeugt, dass dieses Phänomen vielen bekannt ist und mir diese etwas dazu erzählen können. Interessant ist auch, dass in der vorletzten Zeilen (man erhält ja bedingt durch die Differenzen ein nach unten spitzes Dreieck und man muss natürlich oben mit 0 als Basis anfangen) die erste Zahl stets das Produkt von der Endzahl und der Hälfte des Exponenten-1 ist (z.B. bei 5 ist es 240, denn 120*(5-1)/2=240)
Für sachdienliche Hinweise möchte ich mich natürlich bedanken,
Gruß,
Christian

Hallo,
gib mal ein Bsp., die Aufgabenstellung ist mir unklar. Von was wird die Differenz genau genommen ? Was Du beschreibst löst bei mir lose folgende Assoziationen aus. Fakultät, Binomialkoeffizient, Binomischer Lehrsatz, Pascal’sches Dreieck. Mit der genauen Problemstellung würde da schon die Chance auf eine Erklärung bestehen :wink:

Gruss
Enno

Hi

Bsp.: n³

3³ = 27

…d=37

4³ = 64…d=24

…d=61…d=6

5³ = 125…d=30

…d=91…d=6

6³ = 216…d=36

…d= 127…d=6

7³ = 343…d=42

…d= 169

8³ = 512

d= Differenz der Zahlen in der spalte davor.
Wie man das nennt, fällt mir auch nicht ein.

Hi Christian

Seien
n
n+1
n+2
n+3
vier aufeinanderfolgende natürlich Zahlen.

Potenziere sie mit m, so daß

p0 = nm
p1 = (n+1)m
p2 = (n+2)m
p3 = (n+3)m

Jetzt interessiert dich folgende Differenz:

D = ((p3-p2)-(p2-p1))-((p2-p1)-(p1-p0)) = p3 - 3p2 + 3p1 - p0

Wenn du als Beispiel für m = 3 einsetzt und diese Differenz ausrechnest, dann erhältst du als Ergebnis D = 6, weil sich alle Zwischenpotenzen von n auskanzeln und nur die absoluten Terme 8 - 3 +1 übrigbleiben. Die Differenz D ist also von n unabhängig.

Allgemein zu beweisen, daß das für alle Potenzen so ist, ist etwas friemelig. Aber mit dem Pascalschen Dreieck läßt sich auch das zeigen.

Gruß

Metapher

Hallo,
fuer „hoch k“ betrachtet man k+1 beliebige aufeinander folgende Zahlen n, n+1, …, n+k. Nach einigen Rumgerechne unter Verwendung des binomischen Satzes erhaelt man, dass die gesuchten Differenz unabhaengig von n immer

Sk=sum0-1k-i * binom(k,i) * ik

ist. Wobei binom(k,i) der Binomialkoeffizient „k ueber i“ ist. Fuer k=1 ergibt sich 1, fuer k=2 -2+4=2, fuer k=3 3-38+27=6, fuer k=4 -4+616-4*81+256=24. Die Behauptung ist Sk=k! fuer beliebige k. An der Ecke scheiter ich momentan (reichen würde z.B. Sk+1=(k+1)*Sk z.Z.). Evtl. könnte man über ein gut gewähltes Modell kombinatorisch den Zusammenhang verständlich erklären. Schau’ ich mir heute abend noch mal an.

Gruss
Enno

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Hallo,
interessant finde ich die Frage, wie dieses iterierte Differenzenschema im Bezug zum Ableiten steht. Die Konstante bei „hoch m“ ergibt sich scheinbar immer zu m!, was letzlich auch das Resultat der m-ten Ableitung von x^m ist.

Gruss
Enno

Antwort von Manni; Dank; Eigenerkenntnisse; Frage
Manni hat mir eine mail geschickt, die ich hier gerne mal der Öffentlichkeit vorlegen möchte:

Da hast du ja voll ins Weiße vom Ei gegriffen! Das Phänomen ist scheinbar so trivial, und ergibt sich eigentlich „logisch“ aus der Differentialrechnung.
Aber der Beweis!!! Sämtliche Wege, wie man aus den bisherigen Antworten schon ahnen konnte, führen in die Tiefen der Zahlentheorie und entsprechende Wirren.
Du hast da die Erweiterung des Phänomens, das wohl viele im Falle der Quadrate kennen und ja auch hier schon vorgeführt wurde:
Die Differenz zweier aufeinanderfolgender natürlicher Quadratzahlen wird von Stufe zu Stufe um 2 größer. (4 - 1 = 3; 9 - 4 = 5; 16 - 9 = 7, etc.)
Dir ist ja sicherlich bekannt, daß die Ableitung der Funktion y = x^2 gleich 2*x ist Natürlich gilt das für reelle Argumente und ist nicht „direkt“ "unter"tragbar auf natürliche Zahlen. Aber da ist eine erkennbare Verwandtschaft.
Rechnerisch: (n+1)^2 - n^2 = 2n + 1, also ist die Differenz zweier aufeinanderfolgender Quadratzahlen eine ungerade Zahl, und diese wird von Stufe zu Stufe um 2 größer.
Daher ist auch die „2te Differenz“, nämlich ([n+2]^2-[n+1])^2-([n+1]^2-[n]^2) = 2(n+1)-1 - (2n+1) = 2n+2-2n = 2 (die dich sicherlich an die 2te Ableitung erinnert) = 2. (also = 2!, s.u.)
Das wurde hier ja auch schon gezeigt.

Genauso verhält es sich um die „iterierten Differenzen“ bei höheren Potenzen.
Exponent 3:
Differenz 1ter Stufe ist:
(n+1)^3 - n^3 = n^3 + 3*n*(n+1) +1 -n^3 = 3*n*(n+1) +1,
und wenn man hier die „2te Differenz“ bildet, dann hat man also: 3*(m+1)*(m+1+1) + 1 - 3*m*(m+1) - 1 =
3*(m+1)*(m+2) - 3*m*(m+1) = 3*2*(m+1) = 6*(m+1)
Und die Differenz 3ter Stufe ist dann natürlich =
6*(k+1+1) - 6*(k+1) = 6 = 3!.

Die 1te Differenz der kten Potenzen zweier aufeinanderfolgender natürlicher Zahlen ist (n+1)^k-n^k, die „2te Differenz“ denn (mit natürlich eine Stufe weiter auseinanderliegender Ausgangszahlen:

(n+2)^k - (n+1)^k - (n+1)k + n^k =
(n+2)^k - 2*(n+1)^k + n^k.

Die 3te Differenz ist
{([n+3]^k -[n+2]^k) -([n+2]^k -[n+1]^k)} -
{([n+2]^k -[n+1]^k) -([n+1]^k -n^k)} =

[n+3]^k - 3*[n+2]^k + 3*[n+1]^k) - n^k
und hier wirst du bereits die „Binominalkoeffizienten“ erkennen! Daß das so weiter geht, kann man einfach mittels vollständiger Induktion beweisen. Aber es geht erstmal weiter:

[n+3]^k - 3*[n+2]^k + 3*[n+1]^k - n^k =

Die 4te Differenz beträgt entsprechend:

1*[n+4]^k - 4*[n+3]^k + 6*[n+2]^k - 4*[n+1]^k + 1*n^k =

EINSCHUB ZWISCHENRECHNUNG, unten weiter im Diskurs!
TAYLORSCH mit xo = n SIEHT DAS für k = 4 SO AUS:

[n+4]^4 - 4*[n+3]^4 + 6*[n+2]^4 - 4*[n+1]^4 + n^4 =

n^4 + 4^1*4n^3 + 4^2/2!*12*n^2 + 4^3/3!*24n + 4^4/4!*24

4*(n^4 + 3^1*4n^3 + 3^2/2*12n^2 + 3^3/3!*24n + 3^4/4!*24
+
6*(n^4 + 2^1*4n^3 + 2^2/2*12n^2 + 2^3/3!*24n + 2^4/4!*24

4*(n^4 + 1^1*4n^3 + 1^2/2*12n^2 + 1^3/3!*24n + 1^4/4!*24
+
n^4 =

0*n^4 + 0*n^3 + 0*n^2 + 0*n + 1*24 = 4! !!!

Tscha, aber das nun auch noch allgemein beweisen für alle k!!! EINSCHUB ENDE!!!

Auffallend war eben das anscheinend immer gilt:

Summe{(küberj)(-1)^j*j^m},1

Beweis von Manni
Da antworte ich mir mal selbst, indem ich die letzte mail von Manni veröffentliche, die einen Beweis darstellen soll (ich hoffe doch es ist einer):

BEWEIS der „Christianischen Vermutung“, daß die "kte Differenz der kten Potenzen von k au-fein-anderfolgenden ganzen Zahlen gleich k Fakultät ist.
Was jedem die Differentialrechnung kennenden Mathematiker logisch-trivial erscheint.
Und dasw mehr als „allen drei zusammen“!
Aber denkste!
Es geht hier ja im Zahlenspiele/theorie, um ganze, erst in zweiter Linie um reelle Zahlen.
Diese kten Differenzen werden im folgenden „Dk“ genannt.
Beispiele
2-1 = 1
und
(3^2-2^2)-(2^2-1^2) = 2
Logisch, denn {(n+2)^2 - (n+1)^2}-{(n+1)^2-n^2} = 2*(2n+2)-2*(2n+1) = 2*(1).
Ist aber auch gleichzeittig gleich
(n+2)^2 - 2*(n+1)^2 - n^2.

Allgemein gilt leicht nachvollziehbar:

Dk = Summe{(-1)^j*(küberj)*(n+k-j)^k},0

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BTW
… hat sich Manni generell von www verabschiedet ?

Gruss
Enno

Schau an!

… hat sich Manni generell von www verabschiedet ?

Nein, aber er kommt nicht rein!

Einen herzlichen Gruß aus Schild, weil, der Dil isscha nochnich wieder da?!

"Ich skizziere den Beweis durch vollständige Induktion einmal anschaulich:

Die 1ten Differenzen der natürlichen Zahlen selbst sind (n+1) - n = 1. Die 2ten Differenzen dieser 1ten Potenzen sind natürlich = 1 - 1 = 0.
Die 2ten Differenzen der 2ten Potenzen der nat. Zahlen sind die 1ten Differenzen von Ausdrücken wie (n+1)^2 - n^2 = 2n + 1, also die doppelten 1ten Differenzen der 1ten Potenzen, also 2*1.
Die 3ten Differenzen der 3ten Potenzen sind die 2ten Differenzen von Ausdrücken wie (n+1)^3 - n^3 = 3*n^2 + 2*n + 1, also die dreifachen 2ten Differenzen der 2ten Potenzen plus die verschwindenden 2ten Differenzen der der 1ten Potenzen, also 3*2*1.
Wegen der bisher gezeigten Konstanz der entsprechenden kten Differenzen der kten Potenzen verschwanden natürlich immer die k+1ten Differenzen der kten Potenzen.

Sei nun die kte Differenz der kten Potenzen = k!.
Die k+1ten Differenzen der k+1ten Potenzen sind die kten Differenzen von Ausdrücken wie (n+1)^[k+1] -n^[k+1] = [k+1]*n^k + ([k+1]über2)*n^[k-1] ++1, also die k+1fachen kten Differenzen der kten Potenzen plus verschwindende k+1ten Differenzen von „unterpotenten“ Potenzen, also bleibt [k+1]*k! = [k+1]!

Diese Ergebnisse sind unabhängig vom Ausgangswert n, es kann auch ein beliebiger reeller Wert x sein. Und je nach Variation der „Schrittlänge“ d kommt natürlich jeweils ein Faktor d hinzu, denn (x+d)^k - x^k = k*x^[k-1]*d ++++ d^k. Dies ist der Link zur Funktionentheorie.

Ich ahnte, daß es diesen anschaulicheren Induktionsbeweis gibt, der wegen den „Offensichtlichkeiten“ der Differentialrechnung ja von Anfang an für viele
hier bereits nahelag.
Brüderliche Krüße, moin, Manni"