Die erste Frage muss hier wohl sein, ob Du den
Diffusionkoeffizienten von Cobalt in Silicum (und in Kupfer?)
und umgekehrt hast oder nicht. Damit steht und fällt dei ganze
Sache.
Nein, habe ich nicht bin aber auf der Suche nach
entsprechenden Koeffizienten.
Die brauchst du! In der Regel ist es meist eine brauchbare
Abschätzung für die Diffusionslänge ist x= wurzel(D*t),
D=Diffusionskonstante für Material A in B bei der Temperatur T
und t ist Zeit, die es zum Diffundieren hat.
Probleme bei der Abschätzung:
Temperatur auf den Schichten beim Aufdampfen?
Die solltest Du wissen 
Wenn du allgemein fragst, ist dieses natürlich der
entscheidene Faktor, da die Diffusionkonstanten exponentiell
mit der Temperatur geht…
Ja, danke für die Bestätigung. Da wir kein Temperaturmessung
am Substrathalter haben, muss ich wohl aus der kinetischen
Energie der aufgedampften Teilchen auf die
Oberflächentemperatur schliessen. Oder
weiß jemand eine bessere Möglichkeit.
Der Substrathalter ist also bei Raumtemperatur? Dann würde ich
die mal als Wert nehmen. Die kinetische Energie der Teilchen
wird nur interessant, wenn sie ausreicht das Substrat
aufzuheizen, weil diese Energie nicht abgeführt werden kann.
Silicium ist jetzt kein ganz schlechter Wärmeleiter, somit
würde ich raten, dass sich die Substrattemperatur kaum erhöht.
Wenn deine Probe allerdings Raumtemperatur nie verläßt, ist
Diffusion meist zu vernachläßigen.
Das mit der kinetischen Energie stimmt wohl, aber muss man nicht auch die Temperatur des aufgedampften Kupfers (bzw. Kobalt) berücksichtigen, da kommt es sicherlich zu lokaler Temperaturerhöhung.
Welche Auswirkung hat der Kirkendall-Effekt?
Kirkendall wird nur interessant, wenn Du von Interdiffusion
ausgehst. Kenne die
Diffusionskonstanten jetzt nicht, davon hängt dann einiges
ab…
Aber wieder allgemein, ist der Kirkendall-Effekt ja kein
Effekt,der das System beeinflußt, sondern nur die Auswirkung
der unterschiedlichen Interdiffusionkonstanten.
Hängen die Interdiffusionskonstanten von der Kristallstruktur
ab?
zb. Fehlstellen und Verschiebungen…
Jein.
Die Interdiffusionskonstante hängen auch von der
Kristallstruktur hab, ich glaube, Du meinst aber
Kristallfehler.
Gerade bei substitutioneller Diffusion (also wenn die
Fremdatome die anderen Atom ersetzen) sind Leerstellen
entscheiden, weil sie für die Plätztäusche wichtig sind.
Versetzungen (wenn du das mit Verschiebungen meinst) können
die Diffusion beeinflussen.
Jup, meinte Versetzungen 
Auch Korngrenzen können einen
großen Einfluß haben. Die haben eine offenere Struktur als die
Matrix und somit meist höhere Diffusionskonstante. Hängt aber
alles stark von der Temperatur ab.
Ich glaube den Kirkendall-Effekt kann ich erstmal aussen vor lassen.
(Zusätzliche Gedanken über die Leerstellenkonzentrationen in Kupfer und Kobalt müssen nicht auch noch sein… Irgendwann ist auch mal Schluss
)
Wie gesagt, ohne die entsprechenden Konstanten sind Aussagen
schwer zu treffen, und ich habe gerade nicht die Muße die zu
suchen.
Ja, das ist verständlich. Wollte auch niemanden auf die suche
schicken
. Leider bin ich nicht so firm mit den Fickschen
Gesetzen und deren Anwendung. Kannst du vielleicht ein gutes
Buch empfehlen (mit Beispielen) und gibt es vielleicht ein
Standardnachschlagewerk für Diffusionskonstanten.
Brauchst du eigentlich auch nicht, nur die Lösungen sind von
Interesse 
Die Grundlagen für Diffusion sind eigentlich in jedem Buch
über Materialphysik/wissenschaft ganz gut erklärt, z.b
Gottstein „Physikalische Grundlagen der Materialkunde“.
Habe ich mir angeguckt ist wirklich gut. Sehr praktisch man bekommt die Anschauung die in der Festkörperphysik-Vorlesung fehlte :-0
Für die mathematischen Aspekte für die Lösung der Fickschen
Gleichungen ist der „Crank“ die Bibel, allerdings wohl zu viel
des Guten.
Hab ich mir auch angeschaut, zwar interessant aber doch etwas overkill für mein Problem
Ein Nachschlagewerk für Diffusionskonstanen, puuuh. Es gib
eine Sammlung mit dem Namen „Diffusion and Defects Data“, ein
ziemlich unübersichtliches Werk, in meinen Augen.
Habe ich im Internet gefunden, aber leider nicht bei uns in der Bibliothek 
Cobalt in Silicium könnte man vielleicht auch einfacher finden,
vielleicht in Halbleiterbücher. Aber im Zweifel solltest Du
eine wissenschaftliche Suchmaschine mal auf Suche nach Papern
schicken 
Leider habe ich nach einer längeren Session nix gefunden…
Ganz dumme Frage: Hast Du keine Betreuer, der solche Daten
wissen könnte, bzw. Dir Veröffentlichungen darüber geben
könnte?
Jau schon, aber der hatte leider auch keine Ahnung. Muss ich wohl mal meinen Prof. anhauen
Klaus