videokamera oder stills kamera - erfahrungsbericht
ich habe zum geburtstag einen digitalcamcorder oder eine
digitalkamera versprochen bekommen(lieber wär’ mir ein
camcorder).
hi,
dazu würde ich gerne, wenn es paßt, meine meinung abgeben
soll natürlich keine entscheidung keinesfalls beeinträchtigen.
du hast die wahl zwischen einem camcorder und eine stills camera zum selben preis. da ist schon mal zu bedenken, daß ein digitaler klein-camcorder auf ca. den dreifachen preis kommt wie eine digital stills camera. das sind zwei unterschiedliche technologien, die auf unterschiedliche leistungen fokussiert sind.
nb: ein camcorder kann auch stills schießen (unter 2 MP, eingeschränkte gestaltung), und eine stills camera kann auch videoclips machen (die länge ist stark eingeschränkt, da es flash speicher sind).
dazu jetzt meine gaaaanz persönliche meinung:
um gute herzeigbare fotos zu machen, genügt eine 300 euro kamera. die fotos kann man dann als slideshow mit musik unterlegt vorführen oder auf hochglanz drucken lassen.
aber: um ein gutes herzeigbares video zu machen, braucht man ein zehnfaches budget, das hundertfache an zeitaufwand und das dreifache gewicht am buckel!
weil: mit einer minivideokamera, die man verschlucken oder einatmen kann, wird das trotz bildstabi eine verwackelungsorgie, die eher in die rubrik „achtung versteckte helmkamera“ paßt. (für weich fließende, ruhige schöne bilder, wie man sie aus dem fernsehen kennt, braucht man ein trumm, das man auf der schulter trägt, und dazu ein massives stativ!) dazu kommt, daß die meisten urlaubsfilmer der versammelten familie dann 4 stunden rohmaterial vorführen: minutenlange einstellungen ohne schnitt, zeitlupenschwenks über panoramas zum einschlafen, und dann 20 minuten, wie die kamera aus versehen eingeschalten auf den schultern baumelte und die schuhe des kameramanns/der kamerafrau aufnahm… beachte: eine videocam liefert *rohmaterial*! dieses muß, um für den zuseher erträglich zu sein, geschnitten werden, was eine arbeit von mehreren tagen für eine halbe stunde film sein kann! zum schneiden derartiger datenmengen braucht man einen enorm ausgestatteten PC, der gigabytes herumwirbeln kann. man muß eine schnittsoftware bedienen können. man muß wissen, wie man das macht, damit es *ästhetisch* wird. der fernsehzuseher ist es gewohnt, daß nach 2 sekunden ein schnitt zu kommen hat, sonst sieht er weg oder fängt zu tratschen an. der fernsehzuseher kennt die ästhetischen normen natürlich unbewußt und erlebt alles andere als „schief“ und störend.
zurück zur stills camera: eine 300 euro knipse kann videoclips erzeugen, die von der qualität her auf VCD hinkommen, manche sogar auf DVD. verwackelt wird natürlich wegen der größe. für einen halbwegs gelungenen videoclip „urlaub in soundso“, „party bei fritze“ genügt es vollauf, winzige clips von wenigen sekunden (!) zu schießen und diese dann auf einem normalen home computer mit einer amateursoftware (gibts von billmicrogates) zu einem clip von ein paar minuten zusammenzuschustern, dazu flotte musik und ein paar untertitel und einblendungen. das brennt man dann auf eine CD und basta. sowas sieht sich die family und friends begeistert an! keiner schläft mehr ein, wenn onkel hugo sein 3 stündiges rohmaterial von immer denselben stränden und grinsenden winkenden tanten herzeigt. und viel schlechter als ein amateurhaft geschnittener camcorderfilm wird es nicht!
meine meinung: kauf dir eine stills camera mit anständiger videofunktion und du hast beides.
gruß
datafox