[dig] Welchen UV-/Skylight-Filter?

Hallo, ich bins schonwieder…
In 10 Tagen fahre ich nach Südspanien in Urlaub. Ein Bekannter riet mir, dafür unbedingt einen UV-/ oder Skylight-Filter (Unterschied?) zu kaufen. Er meinte, es gäbe sehr gute von Rodenstock (teuer) und von Hoya (nicht so teuer). Ich kenne z. B. auch die Marke Hama. Wie gut ist diese? Außerdem hab ich im Internet nicht so riesige Preisunterschiede feststellen können. Es gab auch die Unterscheidung zwischen UV-Filter und HR-Digital UV-Filter. Was ist der Unterschied? Und schließlich: Gibt es verschiedene Filterstärken - welche ist am besten geeignet?
(Meine Kamera ist eine Canon 350D, der Urlaub wird kein reiner Fotourlaub, bin Amateur)
Bin für jede Hilfe dankbar!:smile:
silviquiek

riet mir, dafür unbedingt einen UV-/ oder Skylight-Filter
(Unterschied?) zu kaufen. Er meinte, es gäbe sehr gute von

Unterschied zwischen UV- und Skylight-Filter:

  • UV-Filter ist farbneutral und verändert das Bild nicht, kann also immer auf der Linse bleiben. In der Regel setzt man dieses Filter zum Objektivschutz ein, weil ein neues Filter billiger als eine neue Frontlinse ist. UV-Filter sperren UV-Strahlen, die zu Unschärfe und einem Blaustich im Bild führen können.
    Allerdings ist fraglich, ob durch das dicke Glas beispielsweise eines Zoom-Objektivs überhaupt noch ein relevanter Anteil an UV-Licht durchkommt.

  • Skylight-Filter blockieren ebenfalls UV-Licht. Darüber hinaus führen sie zu einem leichten Rotstich im Bild. Landschaftsaufnahmen wirken dadurch wärmer.
    In der Regel findet man am Markt Skylight-Filter der Stärke 1A. Das sind die - von der Wirkung her - schwächsten Skylight-Filter.
    In der Digitalfotographie benötigt man den bildverändernden Effekt von Skylight-Filtern eigentlich nicht, da man deren Wirkung problemlos mit Bildverarbeitungsprogrammen imitieren kann.

Die Filter werden in ihrer Rolle als Objektivschutz durchaus kritisch gesehen. Zusätzliches Glas im Strahlengang führt in der Regel zu schlechteren Bildern (ob das im Einzelfall eine sichtbare Verschlechterung ist, lasse ich mal dahin gestellt sein).
Man muss allerdings für sich selbst entscheiden, ob man eher das Risiko einer verkratzten Frontlinse, oder das einer (in der Regel minimalen) Verschlechterung des Bildes eingehen möchte.
Unbedingt notwendig sind UV- und Skylight-Filter jedenfalls nicht. Auch nicht in Südspanien.

Rodenstock (teuer) und von Hoya (nicht so teuer). Ich kenne z.
B. auch die Marke Hama. Wie gut ist diese? Außerdem hab ich im

Der Unterschied der Filter liegt vor allem in der Vergütung. Schlechte Filter können den Kontrast eines Bildes verschlechtern und/oder zu unschärferen Bildern führen. Je besser die Vergütung, desto höher der Preis. Allerdings macht es meines Erachtens keinen Sinn, auf ein preisgünstiges Megazoom-Objektiv ein sündhaft teures Filter zu setzen.

(Meine Kamera ist eine Canon 350D, der Urlaub wird kein reiner
Fotourlaub, bin Amateur)

Die Kamera ist weniger interessant. Auf welches Objektiv willst Du das Filter schrauben?

Ich persönlich würde auf UV- und Skylight-Filter verzichten, und stattdessen ein Polarisations-Filter in Erwägung ziehen. Das ist allerdings kein Immer-Drauf-Objektivschutz-Filter, sondern nur für bestimmte Bildgestaltungen relevant.
Ach ja: Und eine Sonnenblende sollte auf dem Objektiv drauf sein. Die schützt die Frontlinse auch ein wenig, und hat in jedem Fall positive Auswirkung auf die Bildqualität.

Nachtrag: Näheres zum Thema findest Du beispielsweise unter http://www.fotolaborinfo.de/foto/filter.htm

Hallo Thomas,
schon mal vielen Dank für deine tolle ausführliche Antwort!
Also, eine Sonnenblende habe ich. Das Objektiv ist ein Sigma 18 - 200. Durchmesser weiß ich jetzt grad nicht, aber die Filter gibts ja in allen Größen. Der Bekannte hatte eben gemeint, einen UV-Filter, erstens zum Schutz und zweitens zum Vermeiden von Farbsäumen, Unschärfen, Dunst etc. Hört sich schon gut an. Frage ist aber, ob meine Bilder überhaupt so gut werden, dass sich da noch so eine Verbesserung lohnt… Polfilter, weiß nicht, ob das was ist, weiß nämlich nicht, ob ich dann die Situationen erkenne, wo ich einen brauchen würde… Wasserspiegelungen sind ja auch sehr schön… Ich hab halt nicht so wirklich doll Ahnung…:wink:
Vielen Dank und Grüße,
silviquiek

Hallo,

bei dem Objektiv kannst du auch mit einem Filter kaum was kaputtmachen … ich habe es (leider) auch. Hoya ist gute Mittelklasse, da kannst Du ruhig zugreifen. Hama ist Billigschrott.

Ich hatte mich gerade von der „Gegenlichtblende ist ausreichend als Objektivschutz“-Fraktion überzeugen lassen und ging freudig mit meinem neuen Objektiv zu einem Reitturnier. Dann galoppierten einige Reiter an mir vorbei und ich hatte alles voller nassem Sand … ein absoluter Alptraum.

Gruß,

Myriam

Hallo Myriam,

ich habe es (leider) auch.

das Objektiv? Leider? Ist es nicht gut? (Wahrsch. reichts für mich trotzdem, bin ja kein Profi)

Dann galoppierten einige Reiter an mir vorbei und ich hatte
alles voller nassem Sand … ein absoluter Alptraum.

Gut, zu einem Reitturnier werd ich zwar nicht gehen, aber man kann ja nie wissen… Bleibt nur die Frage Skylightfilter oder UV-Filter?
Grüßle…

das Objektiv? Leider? Ist es nicht gut? (Wahrsch. reichts für
mich trotzdem, bin ja kein Profi)

Es ist recht lichtschwach und lässt keine richtige Freistellung des Motivs in der Tele-Einstellung zu. Wenn also relativ nah hinter dem Motiv störende Hintergrundbereiche sind, dann kann man diese nicht so hübsch verschwimmen lassen wie bei besseren Objektiven. Hier ein Beispielbild, das illustriert, was ich meine.
http://www.napfsuelze.de/images/image016.jpg

Als Reisezoom ist es wohl brauchbar.

Bleibt nur die Frage Skylightfilter oder
UV-Filter?

Ich würde einen Skylight-Filter nehmen und ihn bei Gegenlichtaufnahmen abmachen (Sonnenuntergang usw.)

Gruß,

Myriam

Hallo Myriam,

danke für deine Tips.
Verstehe was du meinst… Aber das ist bei Teleeinstellung warhscheinlich generell schwierig, oder? Aber nichtsdestotrotz ein schönes Bild!:smile:

Vielen Dank und Gruß

silviquiek

Hallo Late_Bird,

ich hab da einige Erfahrungen machen müssen mit Kratzern auf Frontlinsen und den ganzen Nebenwirkungen des Filter-Vorsetzens.

Beim Bergwandern fand ich ein paar Steine, die interessant geädert waren.
Um zu sehen, wie diese Adern verlaufen, habe ich zwei davon gegeneinander geschlagen, um sie entlang der Adern zu zerbrechen.
Das gab ein paar Steinsplitter und Funken.
Dummerweise hatte ich dabei meine Kamera mit dem Gurt um den Hals gehängt, das Objektiv hing mit der Frontlinse nach unten und war nur mit einer Sonnenblende „geschützt“.
Es bekam zwei winzige Funkensplitter ab, die haben zwei winzige Löcher in das Frontlinsenglas geschlagen (0,5 mm) und seit dem waren immer zwei helle Flecke im Bild, vor Allem bei Gegenlicht.

Es lohnt sich also bei solchen Gegebenheiten ein stabiles (dickes) UV-Filter davor zu haben, oder den Objektivdeckel aufgesetzt zu lassen, wen man nicht gerade soeben in Foto machen will.

Gegen UV-Licht-Störungen („Farbsäume“ etc) hilft ein UV-Filter nicht wirklich.
Die heutigen Zoomobjektive mit 10 bis 20 Linsen in 3 bis 15 Gruppen lassen eh kaum UV-Licht mehr durch.

Gruß
BT

Hallo BT,

inzwischen hab ich mir einen UV-Filter gekauft, der Bekannte hatte micht gestern nochmal beraten…

Gegen UV-Licht-Störungen („Farbsäume“ etc) hilft ein UV-Filter
nicht wirklich.
Die heutigen Zoomobjektive mit 10 bis 20 Linsen in 3 bis 15
Gruppen lassen eh kaum UV-Licht mehr durch.

Aber UV-Filter werden doch genau zu dem Zweck verkauft und in jeder Beschreibung steht das mit den Lichtstörungen, Blaustichen usw.
Hm… jetzt hoffe ich mal, dass es trotzdem was bringt. Schwierig schwierig, allein in der Sache hab ich jetzt total gegensätzliche Meinungen gehört und kann nicht entscheiden wer mehr recht hat. Da ich das Ding aber bestellt hab, werd ich es einfach ausprobieren.

Vielen DAnk und Gruß,
late_bird

Hallo late_bird,

der UV-Filter schützt die Frontlinse (aber NUR die) vor Kratzern durch Sand oder kleine Steinchen, welche zu geringe Energie haben, um das Filterglas zum Zerbrechen zu bringen. Wenn schnellere, energiereichere Steine oder Metallsplitter unterwegs sind und das Filterglas bricht, verkratzt die Frontlinse aber mindestens genau so wie ohne Filter, u.U. verschlimmern die Splitter des Filterglases das Malheur noch.

Ebenso könnte ja auch folgendes geschehen (ist mir mal passiert vor 25 Jahren): Du willst mit der Kamera in der Hand eine Treppe im Freien hinuntergehen, die einen Metallgeländer-Handlauf hat, der am oberen Treppenanfang wie ein Spieß einfach aufhört, und verstolperst dich, und die Kamera in deiner Hand knallt mit der Vorderseite des Objektivs an das „Spießige“ Ende des Metallgeländers.
Da ist nicht mehr die Geschwindigkeit sondern die Wucht (Objektiv- plus Kamera-Gewicht) ausschlaggebend, und dem Objektiv werden sämtliche vorderen Linsenelemente zerstört.
Dagegen hilft kein UV-Filter, höchstens ein Objektivdeckel zum Aufschrauben aus Metall.

Das ganze Thema mit „UV-Strahlen lassen das Bild ausbleichen / verblauen“ galt mal zu Zeiten der Analogfotografie auf photochemischem Filmmaterial und der Festbrennweiten-Objektive mit wenigen Linsen.
Schon die damaligen Zooms ließen kaum mehr UV-Licht durch.

ABER Skylight-Filter, zarte Gelbfilter etc. hatten damals noch ihre Berechtigung gegen Blaustich, weil das Filmmterial auf Blau sensibel regiert.

Heute braucht es das bei DIGITALEN Foto- und Filmapparaten aber auch nicht mehr, die haben alle einen automatischen Weißabgleich und mit Bildbearbeitungssoftware am PC kann man noch viel mehr nach Geschmack oder Realitätsnähe „ent-bläuen“.

Jedes zusätzliche Filter-Glas vor einem Objektiv verstärkt die Gefahr von flares (Lichtflecken, Überstrahlungen) und kann bei kurzbrennweitigen Objektiven von Digi-Knipsen und -Bridgekameras im Weiwinkelbereich auch noch zu Flecken und dunklen Stellen auf dem Bild führen, wenn es nicht ABSOLUT sauber ist (wegen der Schärfentiefe der kurzen Brennweite und der Retrofokus-Konstruktion im Weitwinkelbereich stören schon winzigste Flecken auf der Frontlinse selbst, viel mehr dann solche die 5 mm weiter vorne auf dem Filterglas sitzen), und fügt bei Gegenlicht-Aufnahmen in die Sonne den eh schon zahlreichen bunten Blenden-Achtecken noch ein, zwei weitere hinzu.

Gruß
BT

Hallo!
danke für deine Antwort,

wie gesagt, leider hatte ich dann vorher schon einen Filter bestellt (hatte auch keine Zeit mehr, abzuwägen, da das Ding ja vor dem Urlaub noch eintreffen sollte).

…und verstolperst dich, und die

Kamera in deiner Hand knallt mit der Vorderseite des Objektivs
an das „Spießige“ Ende des Metallgeländers.
Da ist nicht mehr die Geschwindigkeit sondern die Wucht
(Objektiv- plus Kamera-Gewicht) ausschlaggebend, und dem
Objektiv werden sämtliche vorderen Linsenelemente zerstört.
Dagegen hilft kein UV-Filter, höchstens ein Objektivdeckel zum
Aufschrauben aus Metall.

Hm, ist klar. Da hilft dann nix mehr, aber man kann ja nicht gegen alles abgesichert sein.

Das ganze Thema mit „UV-Strahlen lassen das Bild ausbleichen /
verblauen“ galt mal zu Zeiten der Analogfotografie auf
photochemischem Filmmaterial und der Festbrennweiten-Objektive
mit wenigen Linsen.
Schon die damaligen Zooms ließen kaum mehr UV-Licht durch.

Heute braucht es das bei DIGITALEN Foto- und Filmapparaten
aber auch nicht mehr, die haben alle einen automatischen
Weißabgleich und mit Bildbearbeitungssoftware am PC kann man
noch viel mehr nach Geschmack oder Realitätsnähe „ent-bläuen“.

Ich weiß, aber meistens setz ich mich dann noch nicht hin und bearbeite alle 600 Fotos…:wink: Nur, wenn ich welche für Wettbewerbe etc, brauche.

Der Fotograf, der mir das empfohlen hat, fotografiert auch nur digital. Wirkich komisch.

Jedes zusätzliche Filter-Glas vor einem Objektiv verstärkt die
Gefahr von flares (Lichtflecken, Überstrahlungen) und kann bei
kurzbrennweitigen Objektiven von Digi-Knipsen und
-Bridgekameras im Weiwinkelbereich auch noch zu Flecken und
dunklen Stellen auf dem Bild führen, wenn es nicht ABSOLUT
sauber ist (wegen der Schärfentiefe der kurzen Brennweite und
der Retrofokus-Konstruktion im Weitwinkelbereich stören schon
winzigste Flecken auf der Frontlinse selbst, viel mehr dann
solche die 5 mm weiter vorne auf dem Filterglas sitzen), und
fügt bei Gegenlicht-Aufnahmen in die Sonne den eh schon
zahlreichen bunten Blenden-Achtecken noch ein, zwei weitere
hinzu.

Naja, wenn ich eh schon lensflares drauf hab, machen 2 mehr auch nichts aus…:wink:

Ansonsten denke ich mal, dass es wahrscheinlich keinen allzugroßen Unterschied macht, ob mit Filter oder ohne… Außer bei Extremen Situationen vielleicht.

Es ist echt schwierig, man bekommt zwei total gegensätzliche Meinungen und weiß dann echt nicht auf wen man hören soll… Ich werd es einfach ausprobieren müssen.

Danke und Gruß1!

Hi late_bird,

wie gesagt, ein UV-Filter schadet nur bei Licht das auf das Filterglas trifft ohne im Bild zu sehen zu sein und bei direktem Gegenlicht.
Gegen Schmutz, Sand, kleine Steine etc schützt er, ggf. unter Einsatz seines eigenen Lebens.

Gruß
BT