wie ich mit meiner Digitalkamera (Olympus C2100) festgestellt habe, ist der CCD-Sensor für infrarotes Licht empfindlich. Das läßt sich überprüfen, indem man mit der Kamera auf eine Fernbedienung schaut. Das Infrarotlich der Fernbedienung ist zu sehen.
Wenn der CCD-Sensor Infrarotlicht sieht, kann das aber Unschärfen verursachen und man sollte es mit einem entsprechenden Filter herausfiltern. Einen Infrarotfilter habe ich aber noch nirgends gesehen im Gegensatz zu UV-Filtern, die man ja aus dem gleichen Grunde einsetzt.
Weiß jemand näheres?
Hallo Rainer
Was willst du denn machen? Das Infrarote Licht aussperren oder Fotos in Infraroten Bereich machen? Ich weiss gar nicht, ob das digital geht, das wird dir jemand anders beantworten müssen. Wo du Infrarotfilter sehen kannst: http://www.schneideroptics.com/filters/filters_for_s…
Meiner bescheidenen Ansicht nach machen B+W / Schneider die besten Filter. Es gibt aber sicher noch andere Anbieter. Heliopan z.B…
Carsten
wie ich mit meiner Digitalkamera (Olympus C2100) festgestellt
habe, ist der CCD-Sensor für infrarotes Licht empfindlich.
Generell ist jeder CCD gegenüber infrarotem Licht empfindlich. Deshalb wird meist neben den RGB-Filtern auch gleich ein IR-Sperrfilter verbaut.
Die Hersteller schweigen sich aber ziemlich darüber aus, ob ein solcher Sperrfilter verbaut wurde, weshalb man nur mutmaßen kann. Wie Du schon festgestellt hast, filtert die 2100 nur wenig vom IR-Spektrum - wenn überhaupt.
Das ist meiner Meinung nach aber eher ein Vorteil: Die 2100 ist neben der Canon G1 eine der wenigen Digitalkameras die Infrarotfotografie zulassen. Alle anderen liefern bei einem vorgeschraubten IR-Filter ein schwarzes Bild.
Unschärfen deswegen sind mir aber nicht bekannt, die 2100 gilt als eine der schärfsten 2 Megapixel Kameras.
Ich muss eingestehen, dass ich das zum ersten Mal höre - Fotografie ist nur mein Hobby, kein Beruf. Vielleicht könntest Du (oder Carsten?) mir kurz den Zusammenhang zwischen IR und Unschärfe beschreiben - würde mich wirklich interessieren.
Kurz erwähnt sei, dass die einzige Kamera die den internen IR-Sperrfilter hochklappen kann im Moment die Sony DSC-F707 ist. Und das kann sie auch nur im „Night Framing“ Modus - also nur für den Sucher, fotografiert wird dann wieder mit Filter.
Frohes Neues Jahr Martin
Ich hoffe, ich erkläre das jetzt richtig. Infrarotes Licht hat eine größere Wellenlänge wie das mit unseren Augen sichtbare. Es wird nicht so stark gebrochen und deshalb kann/sollte/muss man eine Korrektur der Scharfeinstellung vornehmen. Hängt ein bisschen davon ab, wie weit man in den infraroten Bereich hineingeht. Ich kenne es nur von Filmen. Es gibt welche, die so ein bisschen ins Infrarote gehen (Konica, Ilford SFX)und eigentlich keine Korrektur brauchen und es gibt welche (Kodak High Speed, Maco) die reichen deutlich in diesen Bereich hinein und man sollte die Schärfe nachstellen. Früher hatten Objektive einen roten Punkt auf der Skala für die Scharfeinstellung. Der war für diese Korrektur. Wenn du z.B. 3m eingestellt hast, musst du dann auf etwa 2,8 m korrigieren. Autofokus-Kameras tun sich damit natürlich schwer. Sie würden ein eigenes Programm benötigen für „Infrarot“. Ich kenne überhaupt nur eine einzige Kamera mit Autofokus, die das kann: meine geliebte Konica Hexar. Und die fragt mich sogar beim Film einlegen, was ich denn bitteschön für einen infraroten Film verwenden möchte. Einen schwachen bis 750 nm (ich glaube nm ist die richtige Angabe) oder einen starken bis 850 nm. Dabei ist die Schärfentiefe bei ihrem 35mm Objektiv eigentlich immer ausreichend. Aber wenn schon, denn schon…Wie das bei dieser Digitalen Kamera ist, weiss ich nicht. Wie weit reicht denn ihre Infrarote Empfindlichkeit? Im Tele-Bereich muss man sicher korrigieren, aber beim WW könnte es noch klappen. Den Rest macht Photoshop.
Carsten
danke, super Antwort. Wusste doch, dass ich da den richtigen frage .
Das mit der IR-Empfindlichkeit kommt auf das Modell an. Es soll CCDs ohne Sperrfilter geben, die schaffen über 1.000 nm, aber wie es jetzt konkret bei den digitalen Kameras aussieht - hmm. Wie schon geschrieben, vom Hersteller erfährt man in dieser Hinsicht so gut wie nichts.
Erst wenn eine Digitale mal im Handel ist, stellt sich durch Versuch raus „hoppla das Ding kann ja auch IR“.
Sony veröffentlicht z. B. auf ihren CCD-Datenblättern nur den sichtbaren Bereich, wie sich das Ding jenseits verhält geben die nicht bekannt. Sony CCDs werden übrigens am häufigsten verbaut.
Wenn Du mal einen Blick riskieren willst: Hier das Datenblatt eines Sony ICX224AQ CCDs (der dürfte in der Olympus 2100 UZ drin sein) http://www.bnro.de/~binderm/sony_icx224aq_2mp.pdf
(auf Seite 8 unten ist die Empfindlichkeit von 400 nm bis 700 nm)
Hallo Carsten,
danke für den Tip! Ich wollte nur das IR-Licht aussperren. Auch auf der Seite von Heliopan bin ich fündig geworden. Da wird ein IR+UV-Sperrfilter angeboten. Aber nach den Antworten hier bin ich natürlich neugierig geworden reine IR-Aufnahmen zu versuchen.
Gruß,
Rainer
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Hallo nochmal,
ja, genau das ist es. Der Brechungswinkel von Licht ist abhängig von der Wellenlänge (Zerlegung von weißem Licht beim Durchgang durch ein Prisma). IR wird schwächer gebrochen und demzufolge ist die Schärfenebene hinter der Film- bzw. CCD-Ebene. Bei UV ist die Sch.ebene davor. Daher die Unschärfen, die durch Licht größerer bzw. kleinerer Wellenlänge als sichtbaren Lichts verursacht werden.
Super, daß hier eine kleine Diskussion des Problems zustandekommt. Was ich zunächst als unerwünschten Effekt, nämlich die Empfindlichkeit des CCD für IR, ansah, macht mich nun neugierig. Inwieweit die IR-Empfindlichkeit der C2100 ausreicht, um damit Fotos zu machen, wird sich wohl nur durch Versuche ermitteln lassen, wenn die Hersteller nicht mit Daten herausrücken. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, liegen die IR-LED bei 780nm. Das Licht der Fernbedienung wird im Sucher übrigens weiß wiedergegeben.
Die nächsten Tage werde ich mal sehen, wieviel ein IR-Filter kostet und ob mir das so ein Experiment wert ist.
Danke für Eure Beiträge!!
Rainer
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Hallo Rainer und Martin
Das Datenblatt von Martin gucke ich mir noch an. Hoffentlich verstehe ich etwas davon, bin Laie bei Digitalen.
Was ich eigentlich fragen will: was soll denn bei den Infrarotbildern herauskommen? Im analogen Bereich gibt es zwei Typen:SW Negativ und Farb Dia. Der SW Film hat sehr hohe Kontraste, stellt Blattgrün in der Regel schneeweiss und blauen Himmel tiefschwarz mit ganz weissen Wolken dar. Der Dia Film ist ein sogenannter Falschfarbenfilm. Und genau das tut er auch. Leute kriegen grüne Haut wie Marsmännchen, der Himmel wird mitunter grün, Weizenfelder rot etc.pp…Hängt etwas vom Lichteinfall ab und welchen Filter man verwendet. Für Farbe gibt es nämlich Verschiedene. Der einzige Hersteller für den Diafilm, den ich kenne, ist Kodak. Und die empfehlen die Filter von Calumet zu benutzen http://www.calumet.de In der Regel so einen in der Farbe von den gelben Campino Bonbons. Ich habe immer den Verdacht, dass die Leute die Infrarot sagen, die Bilder mit der Thermoluminiszenz-Kamera meinen. Das ist was ganz anderes. Der Effekt mit Infrarotfilmen kann spektakulär sein, aber so sehr viele Motive gibt es nicht dafür. Mit dem SWen habe ich etwa 10 Filme Lehrgeld bezahlt bis ich gute Bilder hatte. Inzwischen mache ich damit gute Architekturaufnahmen. Dafür braucht man aber Zeit, weil das nur gelingt, wenn das Gebäude total von der Sonne beschienen wird. Schatten saufen total ab und haben 0 Zeichnung. Der Diafilm ist eher für die wissenschaftliche Anwendung oder für Gimmicks. Plattencover oder Flyer oder sowas. Der Effekt ist schwer zu steuern und bis man Motive für einen 36er Film zusammen hat…Wenn die Digitale sich ähnlich verhält wie die Filme, habt ihr ungefähr eine Vorstellung was rauskommt.
Carsten
P.S.: Die Filter sind teuer. Vermutlich werden die extra bei Bestellung gemacht. Kauft ja kaum jemand. Die Filme sind aber erschwinglich, wenn ihr es probieren wollt. Etwa 11 € der SW und 20 € der Diafilm. Für den SW Film reicht dann ein dichter Rotfilter, der Diafilm geht auch mit Gelb- und Orangefilter schon gut. Die sind alle bezahlbar. Aber Vorsicht: die Filme nur ein völliger Finsternis in und aus der Kamera! Die sind höllisch empfindlich. Das hat nichts mit der ASA Zahl zu tun. Die liegt jeweils bei etwa 100 MIT Filter.
(Meine Güte! Hab ich hier viel geschwafelt.)
Hallo,
zu dem photospezifischen von mir was rein technisches
(habe von Fotografie nicht so die Ahnung, aber bischen von
Optoelektronik).
CCD’s sind in Silizium integrierte Bauelemente und die haben
ein typisches Empfindlichkeitsmaximum bei 880nm.
zum sichbaren Bereich fällt die Empfindlichkeit stark ab
(rot -> noch ca. 70% … blau noch ca. 20…30%).
Damit im sichbaren Bereich also überhaupt eine vernünftige
Darstellung erfolgt, wird der IR-Bereich duch ein Sperrfilter
bedämpft (ist ein grünlich aussehendes Glas).
Da kommt natürlich trotzdem noch was durch.
Aber nur bei s/w-Kameras, die max. Empfindlichkeit bei Dunkelheit
oder IR-Beleuchtungs haben sollen, wird dieses Filter
weggelassen. Ansonsten ist das nur ein interessantes Feature
spezieller Kameras.
In die andere Richtung geht die Empfindlichkeit übrigens
bei ca. 1100nm schnell gegen null.
Diese Eigenschaften hatte aber auch schon jede ältere analoge
Videokamera (ist also nicht neu bei Digitalfotogr.)
Einfache Linsen können nur bei einer bestimmten Wellenlänge
scharf abbilden. Um jetzt über einen größeren Bereich (sichbares
Licht) scharfe Abbildungen zu liefern werden Linsensysteme als
Objektive benutzt (sogenannte Achromate). Die sind natürlich nur
für den Anwendungsbereich „sichtbares licht“ optimiert. Weit
abseits davon macht sich das Problem der Scharfeinstellung für
wieder bemerkbar.
IR-ED haben meist eine Frequenz von ca. 880nm.
Es gibt auch welche für typ. 910nm und auch ca. 780nm. Da muß man
also im Zweifelsfall ins Datenblatt schauen.
Die typische Bandbreite der IR-ED ist übrigens ca. +/-20…30nm.
Ohne den IR-Sperrfilter würde die Fernbedienung viel heller
leuchten.
Separate Filter für die einzelnen Farben, sind nur in solchen
Kameras eingebaut, die auch 3 Chips haben (für jede Farbe).
Das ist aber nur ein technischer Kompromis, der gemacht wird,
wenn man die Funktionalität nicht in einen Chip bekommt.
Der optische Aufwand ist ja nicht unbedeutend, weil der
Strahlengang auf 3 Chips aufgeteilt werden muß.
Die Optik von Digitalkameras ist in der Regel einfacher und
billiger als die von billigeren herkommlichen Fotoapparaten.
Das ist auch deshalb so, weil die Auflösung noch weit vom Film
weg ist (hab mal gelesen, daß chem. Fotografie ca. 25000 DPI
schafft). Da müßte die digitalen also erst in den Gigapixel-
bereich kommen, um gleichwertig zur Kleinbildkamera zu sein.
Gruß Uwi
endlich mal einer der etwas Licht ins Dunkel bei der IR-Empfindlichkeit gebracht hat - sehr informativ.
Darf ich mir erlauben, dem noch etwas hinzuzufügen?
Zu 4.
Um das Ganze zu vervollständigen: Eine single-CCD Kamera muss natürlich auch über entsprechende Farbfilter verfügen. Diese sind nicht räumlich getrennt, sondern fest mit dem CCD verbunden. Eine CCD-Zelle kann ja nur einen gewissen Zustand in Form einer Spannung darstellen (das sind meistens 2 hoch 10 = 1024 Zustände = 10 Bit Wortlänge). Daraus lässt sich aber nicht ermitteln, welche Farbe das war. Deshalb legt man die Filter über den CCD, ordnet die für die entsprechende Farbe durchlässige Stelle der darunterliegenden Fotozelle zu - und man hat einen CCD mit 30 Bit Farbtiefe.
Zu 5.
Dem muss ich z. T. widersprechen. Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass die Optiken der Digitalen schlecht sind - stammt aus den Anfängen der digitalen Fotografie und war da auch berechtigt.
Sicher, es gibt Digiknipsen deren „Bullaugen“ nicht den Namen Optik verdienen. Andererseits benötigen die neuen 4 Megapixel CCDs mit einer effektiven Fläche von 7.2x5.35mm eine Auflösung von umgerechnet etwa 320 Linien/mm. Diese Auflösung erreichen z. B. die Sony S-85 und die Canon G2 mit ihren Carl Zeiss Optiken.
Da wird die Luft auch für die analoge Fotografie dünn, besonders wenn man die herkömmlichen Kleinbildknipsen betrachtet.
Der limitierende Faktor ist in der heutigen Zeit eigentlich die Größe des CCDs, die im Vergleich zum KB-Format (von Mittelformat will ich gar nicht erst reden…) bei den digitalen unter 2.500 Euro immer noch winzig ist.