Digitalempfänger

Guten Abend,

ich habe div. Digitalempfänger: Digitalboxen für TV und Radio (Kabel), Fernseher (eigentlich nicht digital, LCD-Flach).
Meine Frage: Warum brauchen all diese Geräte sooooo lange, bis sie Ton bzw. Bild liefern? Die Digibox braucht fast 10 sek, der Fernseher ist fast noch länger überhaupt nicht bedienbar, liefert nix bzw. blau. Was machen die Geräte so lange?

Danke
Laika

  1. Digitalreceiver sind - wie moderne Handy oder Navigationssysteme auch - inzwischen kleine Computer, bei denen die Initialisierung („Booten“) halt eine Zeitlang dauert. Kaschiert wurde dies oft dadurch, dass die Geräte (wie z.B. die dbox) in Wirklichkeit gar nicht mehr ausgeschaltet wurden. Doch das ist gegen Energiesparvorschriften heute nicht mehr so erlaubt.

  2. Eines der Grundprinzipien moderner Digitalübertragung ist Kompression. So wie MP3s auch nur einen Bruchteil an Speicherplatz benötigen. Ein anderes paketweise Übertragung. Dadurch benötigt jede Bearbeitungsstufe erst mal einen Film- oder Tonschnipsel, der dann verarbeitet wird. Beim Ein- oder Umschalten muss also erst man gewartet werden, bis ein neuer Schnipsel beginnt.
    Übrigens heute ein Standardproblem, dass die getrennte Ton- und Bildbearbeitung dazu führen, dass Ton und Bild zeitlich voneinander abweichen.

Hallo Laika,

Meine Frage: Warum brauchen all diese Geräte sooooo lange, bis
sie Ton bzw. Bild liefern? Die Digibox braucht fast 10 sek,
der Fernseher ist fast noch länger überhaupt nicht bedienbar,
liefert nix bzw. blau. Was machen die Geräte so lange?

Echtzeit gibt es mit der digitalen Übertragung nicht mehr.

Beim rein analogen System setzte sich die Laufzeit bei einer Diektübertragung aus der Länge der Übertragungsstrecke, welche annähend mit Lichtgeschwindigkeit übewunden wird und den Laufzeiten der Verstrker zusammen. Somit waren auch Bilder aus Amerika nur etwa eine Suende verzöget auf deinem Bildschirm.

Bei der digitalen Übertragung würde man wesentlich höhere Bandbreiten benötigen als für die analoge.
Bei Bildern kann man man sehr viel Bandbreite sparen, indem man 2 Bilder verglecht und nur die Differenz dieser Bilder überträgt (meistens ist der Bildhintergrund „statisch“, da würde man für viele Pixel für jedes Einzelbild den selben Wert übertragen. Um aber mit festen Bandbreiten arbeien zu können unterteilt man zudem das ganze nochmals in ein grobpixeliges und in feinpixeliges Bild. Änderungen im Grobpixeligen werden immer übertragen und die verblebende Bandbreite wird dann mit dem Feinpixeligen Informationen aufgefüllt. Deshalb hat man auch bei einem Kameraschwenk das Problem, dass das Bild grobpixelig wird. Das ist jetzt nur eine vereinfachte Beschreibung der ganzen Technik, aber, da nur die Diffeenzen gesendet werden, dauert es eine Weile bis man ein vollständiges Bild im Speicher aufgebaut hat.

Das Ganze kann man recht gut bei Übertragungsstörungen beobachten, z.B. bei Bildern welche aus Fahrzeugen oder Helikoptern per Funk übertragen werden.

Ein weiterer Effekt entstht noch durch die unterschiedlihen Normen der einzelnen Übertargungsteilstrecken. Zwischen der Bildquelle und deinem Fernseher wird das ganze Prozedere mehrfach durchgeführt, was jedesmal zu zusätzlichen Laufzeitverzögeungen führt.
Sehr gut kann man das bei Weltmeisterschaften beobachten. Wenn man den selben Sender über Kabel und per Schüssel empfängt, jubeln die Nachbarn schon, wenn auf deinem Schirm das Tor noch gar nicht gefallen ist.

MfG Peter(TOO)

  1. Digitalreceiver sind … inzwischen kleine Computer, bei
    denen die Initialisierung („Booten“) halt eine Zeitlang
    dauert.

Klar, aber 10 sek! Eine Bedienung, z.B. „Gerät aus dem Standby (in dem es nach dem Netzeinschalten IMMER ist) in den Normalbetrieb“ zu holen, könnte gespeichert werden. Aber das kostet wohl zu viel heute.

Dadurch benötigt jede Bearbeitungsstufe erst mal einen Film-
oder Tonschnipsel, der dann verarbeitet wird. Beim Ein- oder
Umschalten muss also erst man gewartet werden, bis ein neuer
Schnipsel beginnt.

Bei Videosignalen kommt alle Sekunde ein Vollbild.

Morgen!

Was machen die Geräte so lange?

Ich denke du meinst die Zeit die vergeht zwischen Einschalten und
Bild oder Ton.

Die booten in der Regel ein komplettes Linux, initialisieren
Grafik-Einheit und Audio-Einheit, laden Microcode in die diversen DSPs,
schwatzen mit angeschlossenen Geräte wie es denn so geht und danach wird
dann die Benutzerapplikation gestartet. In naher Zukunft wird man auch
einen Browser mitstarten müssen was dazu führt Bootzeiten wie beim
PC zu erhalten.

Gruß
Stefan

Hallo Peter,

Echtzeit gibt es mit der digitalen Übertragung nicht mehr.

Was hat das mit der ewig langen Einschaltzeit zu tun? Bei meinem (Toshiba-) TV leuchten 12 sek lang zwei LED-Anzeigen, Standby und Online. Dann geht die Online aus und es dauert nochmal 5 sek, bis das Gerät bedienbar ist. Vielleicht ist’s ein Billiggerät, aber bei Bekannten die ein sehr gutes Panasonic haben, ist’s das gleiche!

… aber, da nur die Diffeenzen
gesendet werden, dauert es eine Weile bis man ein
vollständiges Bild im Speicher aufgebaut hat.

Was hat das mit der Einschaltdauer von 15 sek zu tun?

Sehr gut kann man das bei Weltmeisterschaften beobachten. Wenn
man den selben Sender über Kabel und per Schüssel empfängt,
jubeln die Nachbarn schon, wenn auf deinem Schirm das Tor noch
gar nicht gefallen ist.

Ja, da ist eine Verzögerung von 3 - 4 sek, wenn ich einen Sender analog (UKW) oder digital empfange. Ist mir auch egal, ob die Musik oder das Bild mit etwas Verzögerung bei mir ankommt. Aber mit der Einschaltverzögerung hat das nix zu tun!

Ich schliesse aus all dem: Die geräte, auch teurere, sind heutzutage billig, billig gebaut.

Gruss
Laika

Klar, aber 10 sek! Eine Bedienung, z.B. „Gerät aus dem Standby
(in dem es nach dem Netzeinschalten IMMER ist) in den
Normalbetrieb“ zu holen, könnte gespeichert werden. Aber das
kostet wohl zu viel heute.

Nein, das ist verboten.

Ein Satreceiver darf im Standby unter 1W verbrauchen, das schafft man
nicht mit dem Hauptprozessor (5-7W Leckströme), von daher ist da meist
ein seperater PIC der nur dem ein/ausschalten dient.
Für den Prozessor ist es daher immer ein kompletter Neustart.

Gruß
Stefan

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Hallo Laika,

Echtzeit gibt es mit der digitalen Übertragung nicht mehr.

Was hat das mit der ewig langen Einschaltzeit zu tun?

OK, ich bezog mich auf das Umschalten der Sender, bzw. das synchronisieren bis man ein Bild erhält.

Wie schon gesagt wurde, sind die Geräte eigentlich Computer, oft wird Linux verwendet, und da braucht das Hochfahren halt etwas Zeit :frowning:

MfG Peter(TOO)