Digitales Psychoprofil

Liebe Community,

Ich frage mich, wenn ich mir Partnerbörsen wie beispielsweise Parship anschaue, wie sich solche psychologischen Gutachten matchen lassen. Man beantwortet Fragen, sie werden ausgewertet und am Ende bekommt man Partnervorschläge.

Meine Frage an Euch ist folgende: Es mag ja möglich sein, das Wesen eines Menschen analytisch zu erfassen. Ist es aber auch möglich, den umgekehrten Weg zu gehen? Beispiel. Man matched zwei einander ähnliche digitale Profile… Wenn sich die beiden dann treffen… werden sie sich dann mögen?

Mir ist weniger wichtig, ob es an der Art und Weise scheitert, wie die Frage- und Analysenbögen aufgebaut sind. Mich interessiert, ob sowas grundsätzlich möglich ist. Gibt es die Möglichkeit, Persönlichkeiten zu analysieren, zueinander passende im wirklichen Leben einander vorzustellen und es stimmt einfach?..

Freue mich auf Eure Antworten.
Liebe Grüße,

Andreas

Moin, Andreas,

Wenn sich die
beiden dann treffen… werden sie sich dann mögen?

kann schon sein, sie werden sich jedoch eher miteinander langweilen.

Damit es zwischen zwei Menschen interessant wird, ist ein gewisses Maß an Fremdheit, Unverständnis und Unberechenbarkeit nötig. Damit es auf Dauer erträglich wird, ist ein gewisses Maß an Vertrautheit, Verständnis und Berechenbarkeit nötig.

Gibt es die Möglichkeit, Persönlichkeiten zu analysieren,
zueinander passende im wirklichen Leben einander
vorzustellen und es stimmt einfach?..

Das ist wie im richtigen Lehm: Kann klappen, muss aber nicht.

Gruß Ralf

Hi Andreas!

Man matched
zwei einander ähnliche digitale Profile… Wenn sich die
beiden dann treffen… werden sie sich dann mögen?

Ich denke, dass, wenn die Lebenseinstellungen, Interessen, etc. ähnlich sind, auf jeden Fall die Möglichkeit zu einem interessanten Austausch besteht, dass man sich mit relativer Sicherheit auch gut verstehen wird.
Da jedoch der Geruch des Menschen ausschlaggebend für die Sympathie zueinander ist, erstrecht für eine potentielle Liebe, ist das m.E. ungefähr so wahrscheinlich wie Lotto spielen, dass man über ein Partnerschaftsinstitut einen passenden Partner findet.(naja, vielleicht etwas wahrscheinlicher…)
Des weiteren spielt ja auch die „Chemie“ zwischen zwei Menschen eine große Rolle. Die kann durch so ein Profil ja auch nicht beschrieben werden.

Zum einen weiß ich allerdings nicht, was „matched“ meint,
zum anderen nicht, was du dir genau unter „sich mögen“ vorstellst. Nur gut verstehen oder mehr?
Grüße, jeanne

Mir ist weniger wichtig, ob es an der Art und Weise scheitert,
wie die Frage- und Analysenbögen aufgebaut sind. Mich
interessiert, ob sowas grundsätzlich möglich ist. Gibt es die
Möglichkeit, Persönlichkeiten zu analysieren, zueinander
passende im wirklichen Leben einander vorzustellen und es
stimmt einfach?..

Hallo Andreas -

die MÖGLICHKEIT gibt es natürlich, aber solche Analysen können auch immer nur vage Raster erstellen und Wahrscheinlichkeiten miteinander abgleichen.

Abseits der (von Dir ja auch ausgeklammerten) Frage der Güte solcher Persönlichkeitsprofile spielen ja auch diese Aspekte eine Rolle:

  • Wer füllt einen solchen Fragebogen aus bzw. unterwirft sich solch einer Analyse? Doch meist jemand, der auf der Suche ist, und wenn der/die dann jemandem vorgestellt wird, der ebenfalls sucht, verändert das bereits die Kennenlernsituation (was hilfreich sein mag, aber nicht muß).

  • Ein selbstausgefüllter Fragebogen kann immer nur die SELBSTsicht ermitteln. Die kann mehr oder weniger stark von der Wahrnehmung anderer abweichen.

  • Auch kann sie nur STATISCH sein. Jemand kreuzt besten Gewissens an, keine Kinder zu wollen - und ändert seine Meinung wenige Monate später.

  • Keine Digitalanalyse der Welt kann die UNBEWUSSTEN Pro und Contras einer Sympathie zwischen Menschen erfassen. nicht bewußt wahrgenommene Gerüche oder unbewußte Assoziationen, die man zu Verhaltensweisen zu Eltern oder Vorpartnern hat, mögen starken Einfluß nehmen, ohne je in einem selbstausgefüllten Profil Platz finden zu können.

  • Übereinstimmung ist nicht immer förderlich - sie kann auch schlicht Langeweile verursachen. Gerade Kontraste können die Entwicklung beider Persönlichkeiten sehr fördern. Ich denke mal, das hängt von der inneren Bereitschaft zur Veränderung ab - und ob die in Analysen meßbar ist, halte ich für fraglich.

Es gibt sicher noch weitere Gründe, aus denen für analysefundierte Begegnungen immer noch (… und zum Glück!) das Gleiche gilt wie für Zufallsbegegnungen: es MAG eine Verbindung entstehen, aber es MUSS nicht.

Beste Grüße,

Pengoblin

Hi Andreas,

nein. Liebe ist nie logisch. Man kann auch Horosope lesen.

Cheers

Hilmar

Digitales Psychoprofil, die Zweite
Schönen Nachmittag, Ihr Alle.

Danke, dass Ihr euch so rege einbringt. Ich will bei dieser Sache gar nicht so sehr auf die Liebe abzielen. Mir ist klar, dass hier auch noch Dinge zum Tragen kommen, die sich nicht in Bits&Bytes umwandeln lassen. Generell frage ich mich, ob sich wirklich so Leute finden lassen, mit denen man einfach eine Wellenlänge hat.

Stellt Euch vor, man würde das Matching auf drei Säulen bauen:

  1. Psychologische Faktoren
    Ein vorgegebener Fragenkatalog liefert die erste Säule der Profile. Ähnlich wie bei Parship.de werden Daten gesammelt, die vom Nutzer nur in indirekter und unbestimmter Form beeinflusst werden können (Welches Bild erzeugt mehr Wohlbehagen?, Welches Bild ist Ihnen sympathischer?, etc.). Die Antworten werden nach einem psychologischen Schema (das mir nicht bekannt ist…) bewertet und katalogisiert. Diese erste Säule soll für Wohlbehagen und Empathie bei beiden Menschen sorgen.

  2. Individuelle Wertbegriffe
    Die zweite Bewertungssäule sind individuelle Wertbegriffe. Die Nutzer können spezifische Begriffe eingeben, die Ihre persönlichen Interessen und Werte widerspiegeln. Zu den eingegebenen Begriffen werden den Nutzern weitere sinnverwandte Vorschläge gemacht, die ausgewählt werden können. Säule zwei soll für Interessen- und Wertekonvergenz sorgen.

  3. Individuelles Suchprofil
    Die Eingabe eines Suchprofils bildet die abschließende dritte Säule des Gesamtsystems. Hier können die Nutzer ihre Suchpräferenzen einpflegen. Damit kann eine individuelle Justierung der automatischen Matching-Auswertung erfolgen. Beispielsweise kann eine Eingrenzung auf bestimmte Altersgruppen, Bildungsprofile, Sprachen oder Geschlecht erfolgen.

Jetzt habe ich Wohlbehagen, meine Interessen/Werte und meine Wünsche im System wie jeder andere Nutzer auch. Auf dem Papier passen zwei zusammen… Wie groß ist die Chance, dass es passt? Größer als ohne dieses Instrument?

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es geeignete Methoden gibt, die die analog-digital-Transformation von Wesensmerkmalen so gut hinbekommen, dass der Weg auch wieder in die andere Richtung geht?

Danke.
Habt ein frohes Osterfest!

Andi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]