bei allen Vorteilen, die Digitalkameras haben, haben sie einen gravierenden Nachteil: Der Zeitraum, der vom Moment des Abdrückens bis zur Auslösung vergeht.
Bei den traditionellen Kameras gibt es dieses Problem ja nicht, hier sind Abdrücken und Auslösen praktisch dasselbe.
Schnappschüsse in sich schnell bewegenden Situationen sind so mit Digitalkameras praktisch unmöglich: Die Aufnahme erfolgt immer einen Moment zu spät, wenn die gewünschte Situation schon vorbei ist.
Von daher drei Fragen:
Woran liegt diese Verzögerung eigentlich? Am Autofocus, wie mir mal gesagt wurde, kann es nicht liegen, denn bei den traditionellen Kameras sind selbst billige Autofocus-Modelle schneller.
Kennt jemand einen Digitalkameratyp, bei dem dieses Problem nicht exisitert?
Hat jemand schon mal davon gehört, dass dieses üble Problem bald grundsätzlich gelöst, also generell beseitigt wird?
Bei den traditionellen Kameras gibt es dieses Problem ja
nicht, hier sind Abdrücken und Auslösen praktisch dasselbe.
hatte neulich eine aps-kamera in der hand, die auch erst beim ausloesen scharfstellt… und hat deshalb auch eine nicht unerhebliche ausloeseverzoegerung
Bei meinen Digitalkameras ist der Autofokus schuld. Normalerweise visiert man das Objekt mit halbgedrücktem Auslöser an, und drückt dann im richtigen Moment erst ab - dann gibt es keine solche Verzögerung. Problematisch ist nur die Wartezeit, bis man die nächste Aufnahme machen kann…
Hi!
Die Latenzzeit ist ärgerlich und bei praktisch allen Hobbyknipsen vorhanden. Profimodelle sind da etwas besser dran.
Vielleicht hat deine Kamera eine Serienfunktion mit 2 oder 3 Bildern pro Sekunde, das könnte dir helfen.
Noch ein Wort zu den billigen Kompaktkameras mit Film: diese Geräte haben oft eine weitwinklige Festbrennweite mit relativ kleiner Blende, so daß teilweise gar nicht fokusiert wird - das geht natürlich entsprechend schnell!
Die Seite http://www.digitalkamera.de gibt teilweise Informationen zur Auslöseverzögerung (bei den sog. Praxistests).
cu Jörg
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Woran liegt diese Verzögerung eigentlich? Am Autofocus, wie
mir mal gesagt wurde, kann es nicht liegen, denn bei den
traditionellen Kameras sind selbst billige Autofocus-Modelle
schneller.
Doch, der AF ist Schuld. „Traditionelle“ Modelle sind entweder:
Kameras mit einem hochentwickelten (und schnellem) AF-System
Knipsen, bei denen das Objektiv vorfokussiert ist (=Fixfokus).
Die Optiken der meisten Digitalkameras müssen fokussiert werden, einige Modelle ohne Zoom verfügen aber auch über ein Fixfokusobjektiv und arbeiten dementsprechend schnell.
Das Problem beim Fokussieren ist jetzt aber, dass so ziemlich alle Digis unter 5.000 Euro über einen passiven Autofokus verfügen. Passiv deshalb, weil er nur auf Kontraste anspringt, d. h. die Kamera verändert solange die Fokussierung, bis sie den besten Kontrast (schwarz-weiss Übergang) findet. Das erklärt dann auch den Umstand, warum eine Kamera mit passiven AF bei einer einfarbigen Wand ihre Probleme hat… sie findet einfach keinen Kontrast zum fokussieren.
Das wäre ja eigentlich noch nicht das Problem, einige SLRs machen das auch, jedoch verfügen diese über einen zusätzlichen, extra kleinen (und somit schnellen) CMOS-Sensor, der diesen Kontrastübergang misst.
Bei den nicht-SLR Digitalen geht das alles über den Haupt-CCD/CMOS, d. h. um den Fokus einzustellen muss der Sensor ständig ausgelesen werden - und genau hier liegt das Problem. Die Digis verfügen noch nicht über die notwendige Auslesegeschwindigkeit des CCDs um dies in einer anständigen Zeit vollziehen zu können.
Kennt jemand einen Digitalkameratyp, bei dem dieses Problem
nicht exisitert?
Ja, wie schon erwähnt - ab 5.000 Euro bekommt man eine anständige digi-SLR mit extra-CMOS. Oder aber eine Digi mit Fixfokus.
Hat jemand schon mal davon gehört, dass dieses üble Problem
bald grundsätzlich gelöst, also generell beseitigt wird?
Noch nicht. Da müsste entweder die Auslesegeschwindigkeit des CCDs stark steigen (unrealistisch) oder man spendiert dem Ding einen schnellen CMOS nur für die Fokussierung (teuer).
hallo Martin,
toll erklärt!
Meine Frage dazu: die neue Minolta Dimage 7 (von Olympus gibts auch so eine), hat die auch diesen Verzögerungseffekt?
Grüße
Rimund
hallo Martin,
habe gerade einen Test gelesen: die Olympus Camedia E-10 misst in 0,7 sec. Ist schon ein Fortschritt.
Wird so erklärt, dass ein aktiver (unsichtbarer) Infrarotstrahl mit einem passiven Messsystem gekoppelt ist.
Grüße
Raimund
zur Minolta Dimage 7:
Ein klares ja - wobei die Minolta aufgrund ihres großen Zooms noch ein Problem dazubekommt: Es ist ja bekannt, dass man bei großen Brennweiten ohne Stativ dazu neigt, das Bild zu verwackeln. Da hilft nur eine kurze Belichtigunszeit - aber, den eh schon langsamen AF bringt das Wackeln schier zur Verzweiflung.
Resultat sind bis zu 3 Sekunden (und manchmal noch mehr)Fokussierzeit bei der Dimage 7 im Telebereich.
Geschickt hat das Olympus mit der C-2100 UltraZoom gelöst, sie hat einen optischen Bildstabilisator von Canon (aus der Powershot Pro 90) eingebaut. Dieser reduziert das Wackeln auf ein erträgliches Maß. Somit fokussiert die C-2100 UZ trotz 10x Zoom im Telebereich schneller als die Dimage 7.
Zur Oly E-10:
Das mit dem Infrarotstrahl ist richtig, dient aber nur zur Fokussierung bei nicht ausreichenden Lichtverhältnissen. Die Fokussierung übernimmt weiterhin der Haupt-CCD.
Der CCD spricht nämlich auch auf IR-Licht an. Wir hatten vor kurzem das Thema „Digital und Infrarot“ (etwas weiter unten), da steht alles zum Thema CCD und Infrarotempfindlichkeit.
Bei Canon dagegen wird dies mit einer AF-Hilfslampe gelöst - wobei die Lampe bei der G1/G2 so hell ist, dass sie schon fast als Suchscheinwerfer durchgeht (wird von vielen auch irrtümlich als Vorblitz interpretiert). Hatte schon oft den Fall, dass sich Personen die ich in düsterer Umgebung fotografierte geblendet fühlten - deswegen greift Olympus zum IR-Licht, den das menschliche Auge nicht sieht.