Digitaltechnik Klausurfragen?

Hallo zusammen,

ich habe gerade ein Haufen Digitaltechnikfragen vor mir liegen, wobei mir bei einigen einfach keine Lösungen einfallen wollen.
Es handelt sich, um eine „Anfängerklausur“, d.h. die Fragen sollten nur kurz und knapp beantwortet werden ohne zu sehr ins Detail zu gehen, aber leider kann ich selbst das bei diesen 4 Fragen nicht *lol*
Ich hoffe Ihr könnt mir ein wenig auf die Sprünge helfen… wäre wirklich total super :smile:

1.Stimmen folgende Aussagen?
„Je mehr Stellen eine digitale Anzeige hat, desto genauer ist die Messung“
„Analoge Anzeigen sind immer genauer als digitale Anzeigen“

2.Worauf beruht das Prinzip der Vereinfachung durch Päckchenbildung bei KV-diagrammen?

3.Welche Nachbarschaftsbindungen gelten für KV-Diagramme mit 4 Variablen?

4.Nennen Sie die 4 wesentlichen Schritte der detaillierten Schaltfolge eines MS-FlipFlops. Welche Bedingung muss erfüllt sein, um eine sichere MS-Funktion zu gewährleisten?

Freu mich über jede Hilfe :smile:

Besten Dank im voraus

Gruß
Sandra

Hallo,
auch wenn hier Hausaufgaben nicht vorgekaut werden, schreibe
ich mal etwas ausführlicher zu den ersten Punkten:

1.Stimmen folgende Aussagen?
„Je mehr Stellen eine digitale Anzeige hat, desto genauer ist
die Messung“

Nein, die Anzahl der Stellen, die angezeigt werden,
ist ein Maß für die mögliche Auflösung, die abgelesen werden kann.
Die Genauigkeit wird dadurch nicht bestimmt.
Allerdings kann die Genauigkeit natürlich nicht größer als die
Auflösung sein. Bei Digitalinstrumenten bleibt ja immer eine
Restunsicherheit von +/-1 Digit.

Beispiel: Ein Instrument mit 2000 Digit Anzeige hat eine Genauigkeit
von 1% des Meßbereichsendwertes (für diese Genauigkeit würde also
eine Anzeige von 100 reichen).
Bei 2000 Digit kann natürlich die Genauigkeit auch nicht besser
als 0,5 Promille sein (+/-1 Digit).

In Praxis wird es aber natürlich meist so sein, daß Auflösung
und Genauigkeit in gewisser Weise zusammenhängen.

„Analoge Anzeigen sind immer genauer als digitale Anzeigen“

Nein, das ist Unsinn. Anzeigemethode und Genauigkeit eines
Instrumentes hängen ja nicht direkt zusammen (siehe Begründung oben).
Ein Meßverfahren mit 10% Genauigkeit wird ja nicht besser, bloß
weil das Ergebnis mit 10 Stellen ausgegeben wird.

Bei der Auflösung sieht es etwas anders aus: Da haben analoge
Anzeigen theoretisch eine unendliche Auflösung. Bei digital ist
es aber immer max. ein Digit. In Praxis kann man aber eine
unendliche Auflösung nicht ablesen. Die Ablesegenauigkeit bestimmt
also letzendlich die Auflösung der analogen Anzeige.
Beispiel: Analoge Uhr ohne Sekundenzeiger
-> max. Ablesegenauigkeit kaum besser als ca. 1/2 Minute, obwohl
der Minutenzeiger mit jeder Sekunde unmerklich 1/60 weiterrückt!
Demgegenüber ist eine Digitaluhr mit Sekundenanzeige allemal
mit höherer Auflösung abzulesen. Welche Uhr nun aber genauer ist,
hängt einzig und allein davon ab, wie genau der Grundtakt
(Unruhe oder Quarz läuft und wie genau die Uhr mit einem Zeitzeichen
abgelichen wurde).

2.Worauf beruht das Prinzip der Vereinfachung durch
Päckchenbildung bei KV-diagrammen?

3.Welche Nachbarschaftsbindungen gelten für KV-Diagramme mit 4
Variablen?

Ich denke, das solltest Du mal selber rausbekommen.

4.Nennen Sie die 4 wesentlichen Schritte der detaillierten
Schaltfolge eines MS-FlipFlops. Welche Bedingung muss erfüllt
sein, um eine sichere MS-Funktion zu gewährleisten?

Das ist sicher auch nur normaler Lernstoff und steht irgendwo
im Buch, oder
Gruß Uwi

Hallo,

2.Worauf beruht das Prinzip der Vereinfachung durch
Päckchenbildung bei KV-diagrammen?

Soche Fragen sind eigentlich scheisse, weil man nie genau weiss, worauf der Fragesteller hinaus will. DeMorgan und Boolsche Algebra würden mir mal als Stichworte einfallen. Aber wer weiss … vielleicht will er was von dijunktiven Normalformen oder so hören.

3.Welche Nachbarschaftsbindungen gelten für KV-Diagramme mit 4
Variablen?

Auch mist. Am besten aufzeichnen, damit klar ist, dass Du auch über die Ränder hinaus Nachbarn hast.

4.Nennen Sie die 4 wesentlichen Schritte der detaillierten
Schaltfolge eines MS-FlipFlops. Welche Bedingung muss erfüllt
sein, um eine sichere MS-Funktion zu gewährleisten?

Was ist denn ein MS-FlipFlop? Microsoft macht jetzt auch Grundschaltungen? Au weia, die sind bestimmt buggy :o)

Ehrlich, ich kenne nur RS-FF, JK-FF und D-FF.

Gruß

Fritze

Hi,

Was ist denn ein MS-FlipFlop?

MS steht für Master-Slave. Es besteht aus zwei JK-Flipflops, die quasi in Reihe geschaltet sind:

http://www.ieap.uni-kiel.de/plasma/ag-piel/elektroni…
http://www.hausarbeiten.de/binary/9798/48.gif

Nach jedem Taktzyklus hat sich (richtig programmiert J=K=1) der Ausgangswert invertiert=> Frequenzteiler

J~

Hallo Uwe,

erst einmal vielen Dank für Deine ausführlich Antwort :smile:
Auch wenn es sich hierbei nicht um Hausaufgaben handelt, sondern um Lernstoff zur Klausurvorbereitung, den ich selbst zusammengestellt habe und nun auf einige Fragen keine Antworten finde.
Bzgl. Aufgabe 3 und 4… ich habe dort einfach ein Problem mit der Fragestellung. Ich frage mich bei 3 z.B., ob die richtige Lösung einfach nur ist, dass die Nachbarschaften über die Ränder hinausgehen oder ob ich wirklich jeden einzelnen aufschreiben soll… so nach dem Motto… a hat den Nachbarn b und c und blablabla… oder ob es dafür sozusagen eine „Patentlösung“ gibt :wink:
Bei Aufgabe 4 habe ich ein ähnliches Problem. Wird dort auf die Invertierung des Taktes angespielt???

Aber wie gesagt, mit Deinen Antworten hast Du mir schon mal ein ganzes Stückchen weitergeholfen… vielen Dank!!!

Gruß
Sandra

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Hallo Fritze,

besten Dank für Deine Antwort.
Genau diese seltsame Fragestellung ist auch mein Problem. Ich weiß einfach nicht worauf die Frage genau abzielt :wink:
Dann werd ich in der Klausur einfach alles schreiben was mir dazu einfällt. War mir halt nicht sicher, ob die Frage wirklich zu allgemein gestellt ist oder mir einfach die richtige Lösung nicht einfallen will.
MS steht übrigens nicht für Microsoft, sondern für Master-Slave-FlipFlop… entschuldige die Abkürzung :wink:

So… nochmals besten Dank.

Gruß
Sandra

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin!

1.Stimmen folgende Aussagen?
„Je mehr Stellen eine digitale Anzeige hat, desto genauer ist
die Messung“
„Analoge Anzeigen sind immer genauer als digitale Anzeigen“

Das Maß der Genauigkeit eines Meßinstrumentes wird durch seine Güteklasse ausgedrückt. Diese Güteklasse ist nicht an das Meß- oder Anzeigeprinzip gebunden.

Zu Aussage 1: Ein Meßwerk, daß eine Abweichung von - sagen wir mal - 2% vom Endausschlag des Meßbereiches hat, wird natürlich auch dann nicht genauer, wenn die Anzahl der angezeigten Stellen erhöht wird.

Aussage 2: Bei gleicher Güteklasse stimmt auch das nicht. Der Vorteil der analogen Anzeige liegt darin, daß sie stufenlos ist, während eine digitale Anzeige immer nur diskrete Werte anzeigen kann.

Vorteile der digitalen Anzeige:

  • Es gibt keine Ablesefehler
  • Die Herstellung ist günstiger
  • Die Anzeige ist unabhängig von der Lage des Meßgerätes (waagerecht, vertikal oder horizontal geneigt)

Vorteile der analogen Anzeige:

  • Stufenlose Darstellung des Meßwertes
  • Bessere Visualisierung von Meßwertschwankungen (wird bei Digitalanzeigen durch Bargraph-Darstellung versucht)
  • Bei Strom- und Spannungsmessung keine eigene Spannungsversorgung erforderlich

Munter bleiben… TRICHTEX

Hallo Sandra,

4.Nennen Sie die 4 wesentlichen Schritte der detaillierten
Schaltfolge eines MS-FlipFlops. Welche Bedingung muss erfüllt
sein, um eine sichere MS-Funktion zu gewährleisten?

Die Bedingung nach der hier gefragt ist, ist meines Erachtens folgende: die Informationen an den Eingängen müssen VOR der ansteigenden Flanke des Taktsignals anliegen.

Gruß, Alexander

MS-Flop
Hallo,

MS steht übrigens nicht für Microsoft, sondern für
Master-Slave-FlipFlop… entschuldige die Abkürzung :wink:

Jetzt erinnere ich mich. Allerdings wurden Master-Slave FFs bei uns niemals mit MS abgekürzt :smile: Was das ist und wie das funktioniert steht ja ein Posting weiter unten bzw. in jedem Grundlagenbuch zur Digitaltechnik.

Gruß

Fritze