ich suche einen Diktattext (möglichst mit Auswertung bzw. einer Einteilung mit wievielen Fehlern welche Note gegeben werden kann) zur Einschätzung der Deutschkenntnisse (Rechtschreibung) von Nicht-(Deutsch)-Muttersprachlern. Kennt jemand von euch eine Bezugsquelle, Internetadresse (google gab nix her ) oder hat gar einen solchen Text vorliegen?
Für Anregungen und Hinweise äusserst dankbar
und mit Gruß
Xelya
Versuchs mal beim deutschen VHS-Verband. Für Fremdsprachen vorbildliche Evaluationsvorgaben. (DaF weiß ich allerdings nicht).
jo perrey
PS.: was ich nicht verstehe: wenn Du die Fremdsprachenkenntnisse abtesten möchtest - wieso willst Du im gleichen Akt schon Noten geben? Noten sind Härte.
nett gemeint, Diana. Aber wie wird das nun evaluiert? Ich halte übrigens den 2. Text für schwieriger als den 3. Hueber macht mal wieder ne schnelle Mark.
Generell: Diktate sind nicht gerade der Bringer zur Evaluation von FU-Kenntnissen. Alte Kiste aus Lehrer Lämpels Zeiten. Hält sich aber hartnäckig, weil sich der Korrektor (sprich: Lehrer) mal wieder zum kleinen Gott aufblasen kann.
PS.: was ich nicht verstehe: wenn Du die
Fremdsprachenkenntnisse abtesten möchtest - wieso willst Du im
gleichen Akt schon Noten geben?
Weil ich ein vergleichbares Ergebnis brauche und einschätzen möchte, ob das jetzt ein gutes, sehr gutes oder durchschnittliches Ergebnis ist.
Noten sind Härte.
Ich beziehe mich hier mal auf deine Antwort auf Diana’s Posting unten. Ich bin keine Lehrerin, es interessiert mich nicht, mich wie ein kleiner Gott (oder in diesem Falle Göttin) zu fühlen. Ich will in möglichst kurzer Zeit einen möglichst großen Einblick in die Deutschkenntnisse von Nicht-Muttersprachlern. Das ist alles. Die Noten sind übrigens nur für den internen Gebrauch bestimmt…
Grundsätzlich eine Empfehlung meinerseits. Vielleicht fragst du erst einmal worum es genau geht, bevor du draufhaust.
worum es genau geht
Niemand haut hier drauf. Es geht darum, daß Diktate zugleich das komplexeste, aber auch das ungenaueste Instrument sind, um Kompetenz im Bereich von Wortschatz, Grammatik und Orthografie abzufragen, ganz zu schweigen vom Verständnis der Tiefenstruktur (Chomsky).
Wer nur Fehler zählt, ist mit seiner Diagnose hinterher genausoweit wie vor dem Test.
Niemand haut hier drauf. Es geht darum, daß Diktate zugleich
das komplexeste, aber auch das ungenaueste Instrument sind, um
Kompetenz im Bereich von Wortschatz, Grammatik und Orthografie
abzufragen, ganz zu schweigen vom Verständnis der
Tiefenstruktur (Chomsky).
Ich gehe noch weiter. Mir ist hier sogar total egal, ob die Oberflächenstruktur der Sprache (wenn wir hier schon Chomsky bemühen wollen) überhaupt „verstanden“ wird. Ich möchte schlicht und ergreifend die Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung abprüfen. Und um das zu tun und miteinander vergleichbare Ergebnisse zu bekommen, ist meines Wissens das Diktat noch das beste Mittel. Wenn du ein besseres weisst, dann lass es mich doch wissen.
Wer nur Fehler zählt, ist mit seiner Diagnose hinterher
genausoweit wie vor dem Test.
Ich mag diese polemischen übergeneralisierten Aussagen…
Die Hamburger Rechtschreibprobe ist besser!
Hallo Xelya,
in der wissenschaftlichen Diskussion werden ja Diktate seit langem vehemend abgelehnt. Ich verteufle Diktate nicht, man muss nur genau wissen, was man damit abprüft. Viel genauere Ergebnisse bekommt man allerdings mit der „Hamburger Schreibprobe“ (Verlag für pädagogische medien, oder darf ich das hier nicht angeben?), die ich immer neben Diktaten machen würde. Sie ist nicht sehr aufwändig, zeigt genauer, ob das Problem eher auf der Laut- oder auf der Regelebene ist und bietet eine Standardisierung, mit der du den Schüler in seiner Altersgruppe einschätzen kannst. Auch diese Schreibprobe ist nicht perfekt (finde ich) aber das Beste, was ich kenne.
Gruß!
Christian
Mir ist hier sogar total egal, ob die
Oberflächenstruktur der Sprache (wenn wir hier schon Chomsky
bemühen wollen) überhaupt „verstanden“ wird. Ich möchte
schlicht und ergreifend die Kenntnisse der deutschen
Rechtschreibung abprüfen.
Schade. Schwer zu begreifen, wie Sie Rechtschreibprobleme testen wollen, wenn ein Satz noch nicht mal korrekt wahrgenommen wird.
Immerhin, ich sehe, ich habe es wohl mit einer Fachkollegin zu tun. Aber wenn dem schon so ist: Muß man nicht mit Fug und Recht - gerade im DaF-Bereich - davon ausgehen, daß vieles, was sich als falsche Rechtschreibung darstellt, die Folge ist von mangelhaftem Wortschatz, von unzureichendem Sinnverständnis, von unfertiger Syntax, von halb beherrschter Tempus- oder Formenlehre, von assoziativer Kontamination mit der eigenen Muttersprache oder schlicht von der Verwechslung von Buchstaben (typische Fehler bei Probanden aus dem kyrillisch schreibenden Sprachraum). Und das ist leider nicht alles.
Und um das zu tun und miteinander
vergleichbare Ergebnisse zu bekommen, ist meines Wissens das
Diktat noch das beste Mittel.
Sicher werden sich die Fehler dort manifestieren. Ich behaupte sogar, es werden mehr Fehler durch diese antike Form des Testens produziert als der Proband machen würde, wenn man ihm Gelegenheit gäbe, seine erworbenenen Kenntnisse in einem differenzierenden Testverfahren darzustellen. Vergleichbar werden die Ergebnisse wohl kaum sein.
Andere Testverfahren wären m. E.:
Cloze Tests in allen möglichen Varianten, d. h. auch mit Hilfestellung durch Teilvorgaben
Auswahl-Antwortverfahren der verschiedensten Sorte (Multiple Choice), auch mit vordefinierter Fehlertoleranz in irrelevanten Bereichen
produktive oder halb-produktive Verfahren, auch mit Vorgabe von Analogmustern etc.
Zuordnungsverfahren nach Vorgabe von Phänomenen etc. etc.
Im Bereich deutsche Rechtschreibung bin ich nicht der Meister. Vielleicht lohnt es sich, da mal etwas zu Testverfahren zu lesen. Aber wenn Sie Teilnehmer mehrerer Nationalitäten vor sich haben, was ja meist leider der Fall ist, gibt Ihnen so ein Diktat sicher Aufschluß über Schwierigkeiten von Türken, von Russen, von Japanern etc. Aber ich erzähle Ihnen wohl nichts Neues, daß sich das Gros der Schwierigkeiten aus dem KOntrast mit der jeweiligen Muttersprache entwickelt und eben drum nur selten ein pures Rechtschreibphänomen ist.
Schade. Schwer zu begreifen, wie Sie Rechtschreibprobleme
testen wollen, wenn ein Satz noch nicht mal korrekt
wahrgenommen wird.
Ich möchte keine Rechtschreib probleme sondern die bereits vorhandene Fähigkeit zur korrekten deutschen Rechtschreibung testen. Und nein, ich bin keine Fachkollegin, es geht ganz banal um ein Auswahlverfahren.
Andere Testverfahren wären m. E.:
Cloze Tests in allen möglichen Varianten, d. h. auch mit
Hilfestellung durch Teilvorgaben
Auswahl-Antwortverfahren der verschiedensten Sorte (Multiple
Choice), auch mit vordefinierter Fehlertoleranz in
irrelevanten Bereichen
produktive oder halb-produktive Verfahren, auch mit Vorgabe
von Analogmustern etc.
Zuordnungsverfahren nach Vorgabe von Phänomenen etc. etc.
Danke für die Hinweise. Das Diktat ist in der Tat auch nur ein Instrument zur Feststellung der Sprachkenntnisse, das ich einsetze.
Ich hoffe, das macht das Ganze ein bisschen klarer, so dass wir das Thema beenden können. Einverstanden?