Diplomand gesucht

Hallo Physikstudenten,
ich suche einen Diplomanden (Astronomie). Die Stelle ist offiziell f"ur den 1. September 2000 ausgeschrieben, da ich aber im September noch auf der Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft bin, und dann im Oktober fast zwei Wochen beobachten, w"urde ich den ersten November (fr"uhestens den 15. Oktober) vorziehen.
Unsere Arbeitsgruppe hier am MPIA (http://www.mpia-hd.mpg.de), CADIS (Calar Alto Deep Imaging Survey), ist eine tiefe Himmelsdurchmusterung, die die Erforschung verschiedener Aspekte der Galaxienentwicklung zum Ziel hat. In unseren Daten finden wir aber nicht nur Galaxien und Quasare, sondern auch schwache Sterne. Diese Sterne sind hervorragend geeignet, die Struktur der Milchstrasse zu bestimmen.
Neben einem Intresse an beobachtender UND!! theoretischer Astronomie (und allgemeinen Grundkenntnissen) setze ich Vertrautheit im Umgang mit UNIX, Programmierkenntnisse und Verst"andnis numerischer Methoden voraus.
Interessenten m"ogen sich bei mir melden, ich kann dann auch noch weitere Fragen beantworten.

Die offizielle Ausschreibung lautet folgendermassen:

Vorschlag f"ur eine Diplomarbeit am MPIA
Thema: Bestimmung der stellaren Dichteverteilung der Milchstrasse

Aus dem Vergleich der Farbverteilung der in CADIS gefundenen Sterne mit der Vorhersage eines entsprechenden Modells f"ur die Dichteverteilungs- und Leuchtkraftfunktion sollen die Parameter von Galaktischer Scheibe (Skalenh"ohe und -l"ange) sowie Halo (Achsenverh"altnis) bestimmt werden.

Dazu soll die gemessene Farbverteilung in Abh"angigkeit von der
Sichtlinie modelliert, und die Parameter durch Maximum-likelihood-Anpassung bestimmt werden.

Beginn der Arbeit: 1. September 2000

Arbeitsplatz: Zimmer 217

Betreuung: Stefanie Phleps, Klaus Meisenheimer

Einverstanden:

Prof. I. Appenzeller Prof. H.-W. Rix

hallo gnlwth,

ich erinnere mich dunkel, diese anfrage schon oefters gesehen zu haben. scheinen ja schlechte zeiten in heidelberg zu sein…
obwohl: hier in Erlangen gab es auch schon eine aktion, bei der mit freibier und leberkaese nahezu erfolglos diplomarbeiten vorgestellt worden sind.
nun ist mir klar, dass du bestimmte anforderungen an deine/n zukuenftige/n diplomanden/in hast.
trotzallem wuerde ich mir an deiner stelle aber mal ueberlegen, ob die ausschreibung nicht etwas positiver formuliert werden sollte.

wie waere es denn mit:
sie lernen programmieren in dieser und jener sprache, umgang mit grossen datenmengen, arbeit in internationaler forschungsgruppe, zusaetzliche anstellung als hiwi ist moeglich, wir bringen ihnen bei, strukturierte programme zu schreiben, sich auf diesem und jenem gebiet der astronomie naeher einzuarbeiten. evtl ist teilnahme an konferenzen moeglich, bzw fahrt zu folgenden teleskopen.

merke: bei der dipl-arbeit zaehlt nicht das thema, sondern die betreuung. eine meinung, der sich immer mehr der umschwaermten physikstudenten anschliessen.

michaela

… die schon ihre physik-diplarbeit angefangen hat

scheinen ja schlechte zeiten in heidelberg zu
sein…

Wohl wahr - seit ich die Arbeit ausgeschrieben habe (im Mai) waren zwei Bewerber f"ur Diplomarbeiten bei uns - einer ist in die Theoriegruppe gegangen, und der andere wollte Instrumentierung machen.

nun ist mir klar, dass du bestimmte anforderungen an deine/n
zukuenftige/n diplomanden/in hast.
trotzallem wuerde ich mir an deiner stelle aber mal
ueberlegen, ob die ausschreibung nicht etwas positiver
formuliert werden sollte.

In gewisser Weise hast Du Recht, denn vermutlich werde ich nur so irgendjemanden finden. Allerdings m"ochte ich halt nicht auf Teufel komm raus ‚‚irgendjemanden‘‘, sondern ich m"ochte jemanden, der gewisse Voraussetzungen mitbringt - nicht nur, damit die Arbeit gut wird - sonst macht es demjenigen ja auch keinen Spass. Wenn jemand eben Instrumentierung machen will, und keinen Spass am Programmieren hat, dann ist er schlicht und einfach f"ur diese Arbeit ungeeignet, und wird nach zwei Wochen fluchend vor der Kiste sitzen und sich verzweifelt fragen, warum er sich auf den Mist eingelassen hat. Deshalb dr"ucke ich mich lieber klarer aus, und warte, bis der geeignete Kandidat kommt, das heisst, jemand der Spass hat am Programmieren (was impliziert, dass er es zumindest ein kleines bisschen kann - und die "ublichen in der beobachtenden Astronomie gebr"auchlichen Programmiersprachen wie z.B. MIDAS, IDL oder Iraf kann/kennt sowieso keiner, das heisst Neues lernen ist IMMER angesagt)

Somit:

wie waere es denn mit:
sie lernen programmieren in dieser und jener sprache,

Sie k"onnen schon programmieren (in welcher Sprache ist mir nicht so wichtig - f77 oder f90 w"are optimal), das heisst es wird Ihnen leicht fallen, MIDAS zu lernen

Umgang
mit grossen datenmengen,

Datenreduktion geh"ort nat"urlich auch dazu

arbeit in internationaler
forschungsgruppe,

zusaetzliche anstellung als hiwi ist
moeglich,

zus"atzliche Anstellung als Hiwi bedeutet hier keine Semesterdeputate oder so, sondern sowas wie Internetseiten erstellen und betreuen, Preprints verschicken etc.

wir bringen ihnen bei, strukturierte programme zu
schreiben,

Naja…ich pers"onlich lege mehr Wert darauf, dass das Ergebnis stimmt, und dass es einigermassen schnell l"auft

sich auf diesem und jenem gebiet der astronomie
naeher einzuarbeiten.

Auf jeden Fall!!

evtl ist teilnahme an konferenzen
moeglich,

ja, vermutlich schon, wenn auch f"ur Diplomanden in eingeschr"anktem Umfang (also vielleicht einmal eine gr"ossere, innerhalb Europas)

bzw fahrt zu folgenden teleskopen.

auch wenn die Arbeit (so wie ich sie konzipiert habe) zu 95% theoretischer Natur ist, halte ich es f"ur wichtig, dass ein Mitglied einer beobachtenden Arbeitsgruppe beobachten lernt (also ein bis zwei mal mit auf den Calar Alto kommt).

merke: bei der dipl-arbeit zaehlt nicht das thema, sondern die
betreuung.

Auch, sicher. Aber das Thema ist wirklich (!) nicht ganz unwesentlich. Wenn jemand Spass am Basteln und T"ufteln hat, dann sollte derjenige keine kosmologischen N-K"orper-Simulationen machen - es wird ihm keinen Spass machen, auch wenn der Chef und die Arbeitsgruppe noch so nett ist - und jemand, der eine Bohrmaschine nicht von einem Schraubenzieher unterscheiden kann, der sollte nicht Instrumentenbau machen. Nat"urlich ist es eine Katastrophe, wenn man sich mit seinem Betreuer nicht versteht, oder gar nicht betreut wird - wenn das Thema aber keinen Spass macht, oder man einfach seine St"arken auf einem anderen Gebiet hat, dann ist das eine genau so grosse Katastrophe.

hallo!

In gewisser Weise hast Du Recht, denn vermutlich werde ich nur
so irgendjemanden finden. Allerdings m"ochte ich halt nicht
auf Teufel komm raus ‚‚irgendjemanden‘‘, sondern ich m"ochte
jemanden, der gewisse Voraussetzungen mitbringt - nicht nur,
damit die Arbeit gut wird - sonst macht es demjenigen ja auch
keinen Spass.

ja, das ist ja auch ok so. Es kann schon sein, dass mit einer aufwendigeren Ausschreibung mehr Bewerber kommen, und natuerlich kannst du dann auch Bewerber ablehnen (wenn man sich dann wirklcih traut). Aber die Studenten, die deine Anforderungen erf"ullen, sind nat"urlich auch f"ur „Werbung“ empf"anglich.

Wenn jemand eben Instrumentierung machen will,
und keinen Spass am Programmieren hat, dann ist er schlicht
und einfach f"ur diese Arbeit ungeeignet, und wird nach zwei
Wochen fluchend vor der Kiste sitzen und sich verzweifelt
fragen, warum er sich auf den Mist eingelassen hat. Deshalb
dr"ucke ich mich lieber klarer aus, und warte, bis der
geeignete Kandidat kommt, das heisst, jemand der Spass hat am
Programmieren

klar.

Aber trotz allem klingt es freundlicher, wenn die Ausschreibung positiver formuliert ist. Vor allem, da du ja auch jemand von einer fremden Uni suchst (funktioniert das "uberhaupt? dann m"usste man ja wechseln, oder? In erlangen ist eine industrie-dipl arbeit schon schwer genug).

Sie k"onnen schon programmieren (in welcher Sprache ist mir
nicht so wichtig - f77 oder f90 w"are optimal), das heisst es
wird Ihnen leicht fallen, MIDAS zu lernen

genau…wir bringen ihnen MIDAS und IDL bei. hurrah! idl kenne ich sogar (bin in der kristallographie gelandet)

zus"atzliche Anstellung als Hiwi bedeutet hier keine
Semesterdeputate oder so, sondern sowas wie Internetseiten
erstellen und betreuen, Preprints verschicken etc.

so meinte ich dass auch…und anders kenne ich es nicht. ob jetzt webmaster, praktikumsbetreuung, kristalle sortieren etc…

sich auf diesem und jenem gebiet der astronomie
naeher einzuarbeiten.

Auf jeden Fall!!

evtl ist teilnahme an konferenzen
moeglich,

ja, vermutlich schon, wenn auch f"ur Diplomanden in
eingeschr"anktem Umfang (also vielleicht einmal eine
gr"ossere, innerhalb Europas)

bzw fahrt zu folgenden teleskopen.

auch wenn die Arbeit (so wie ich sie konzipiert habe) zu 95%
theoretischer Natur ist, halte ich es f"ur wichtig, dass ein
Mitglied einer beobachtenden Arbeitsgruppe beobachten lernt
(also ein bis zwei mal mit auf den Calar Alto kommt).

na also! sowas gehoert doch in die ausschreibung rein! wenigstens ein wenig…wer weiss wieviele leute sich sonst noch melden.

ich fand es auch sehr schoen, dass die messungen zu meiner arbeit in Grenoble stattfinden.

Auch, sicher. Aber das Thema ist wirklich (!) nicht ganz
unwesentlich. Wenn jemand Spass am Basteln und T"ufteln hat,
dann sollte derjenige keine kosmologischen
N-K"orper-Simulationen machen - es wird ihm keinen Spass
machen, auch wenn der Chef und die Arbeitsgruppe noch so nett
ist - und jemand, der eine Bohrmaschine nicht von einem
Schraubenzieher unterscheiden kann, der sollte nicht
Instrumentenbau machen.

das ist klar. nur gibt es viele theorie und ex lehrstuehle…und bei der doktorarbeit kann man sich dann mehr nach persoenlcihen interessen orientieren, es ist ja auch nicht so dumm, die dipl arbeit ein wenig woanders zu waehlen, um einfach viele verschieden aspekte der physik zu sehen.