Hallo
- Was hat die Gliederung mit dem Anmeldezeitpunkt Deiner
Arbeit zu tun. Du meldest sie an, wenn Du beginnst zu
schreiben. Fertig, aus!
Ohne eine vorliegende Gliederung lässt sich kein Prof auf die Anmeldung ein. Wahrscheinlich haben die schon ihre schlechte Erfahrungen mit einigen Studenten gesammelt. Ich möchte eine möglichst detaillierte Gliederung haben, um zu wissen, dass ich auch keinen Aspekt vergessen habe. Natürlich gehts auch um die Realisierbarkeit.
- Offensichtlich hast Du keine Ahnung von dem Thema das Du
bearbeiten sollst. Wie kann das sein?
Da hast Du gar nicht mal so unrecht mit. Die Situation an meiner Uni zwingt mich dazu ein Thema zu wählen, von dem ich noch nicht einmal im Entferntesten was gehört habe, weil es nicht zu meinen Studienschwerpunkten gehört. Auf ein anderes Thema müsste ich noch ein paar Monate warten. Das möchte ich nicht, weil ich schon viel zu lange nach einem Betreuer suchen musste.
- Wieso hast Du kein Problembewußtsein bei Deiner
Aufgabenstellung. Wieso kennst Du aber trotzdem bereits das
Ergebnis der Arbeit?
In Arbeit soll geklärt werden, wie in der Dienstleistungsbranche eine Kostenzurechnung auf einzelne Kunden erfolgen kann. Aufhänger für dieses Thema ist der Kundenwert.
Wie die Kostenrechnung aussehen soll kann ich mir schon vorstellen. Die bereits konsumierte Literatur bestätigt meine Meinung. Somit steht das Ergebnis fest. Problem ist für mich die Verbindung mit dem Kundenwert. Die Literatur, die ich zu diesem Themengebiet bisher gelesen habe, äußerst sich nur sehr abstrakt. Klare Forderungen werden nicht gestellt. Es hilft mir wenig, wenn ich lese, dass dieser Bereich bisher zu sehr vernachlässigt wurde, obwohl er doch so wichtig ist. Warum es so wichtig ist, und was die genau wollen, hat sich mir noch nicht erschlossen.
Ich weiss, dass ich phantasielos bin. Aber was soll man von einem Studenten, der vor allem die „klassischen“ BWL-Fächer belegt hat, auch erwarten? Um die „Laberababa-Fächer“ a la Marketing habe ich im Studium einen großen Bogen gemacht.
- Ich versteh das alles nicht. Ich habe mir z.B. ein
interessantes Unternehmen gesucht und bei denen eine
empirische Untersuchung über ein Thema durchgeführt, das in
Deutschland 1994 noch nahezu unbearbeitet war (Messung von
Dienstleistungsqualität). Das hat Spaß gemacht und eine gute
Note eingebracht.
Die Dipl.-Arbeit ist doch im BWL-Studium eigentlich das
einzige das wirklich Spaß macht, da man sich frei aussuchen
kann worüber man schreibt.
Mich würde wirklich Deine ehrliche Meinung dazu interessieren.
Ich finde das Hausarbeitenschreiben nicht besonders toll, obwohl ich dort auch immer gute bis sehr gute Leistungen vollbracht habe. Ich empfand es immer als Hölle. Leider gehöre ich nicht zu den Leuten, die an einem Wochenende mal eben 20 Seiten schreiben können. Ich bin schon froh, wenn ich in einer Woche 5 Seiten schaffe.
Spaß kann es vielleicht machen, wenn einen das Thema interessiert. Das ist bei mir (zumindestens noch) nicht der Fall. Dazu kommt noch eine gehörige Portion Prüfungsangst. Meine Kommilitonen nehmen das schon nicht mehr ernst, weil sie sich im Nachhinein sowieso immer als vollkommen unbegründet darstellt. Meine Prüfungsergebnisse versetzten mich immer wieder in ungläubiges Staunen, weil nicht die erwartete 4 sondern eine 1 vor dem Komma stand. Mein Selbstbewußtsein hat sich davon allerdings wenig angenommen.
Zur Zeit geht es mir einfach nur darum den richtigen Zeitpunkt für die Anmeldung zu finden, damit es zumindestens für ne 4 reicht. Mir fehlt noch einiges an Wissen und Literatur (wenn es die, so wie ich sie suche, überhaupt gibt).
Es kann mir niemand die Entscheidung abnehmen. Ich frage mich dennoch, reichen 3 Monate um das erforderliche Wissen anzuhäufen und dieses gleichzeitig in ca. 100 Seiten Text zu verarbeiten?
Ich kann meinen Wissensstand und Leistungsfähigkeit überhaupt nicht einschätzen. Wenn ich an die Worte eines Profs denke (Lernen sie mindestens für eine 1, dann bestehen sie vielleicht!) werde ich die Arbeit wahrscheinlich nie anmelden. Das kann es aber nicht sein.
Heuteabend werde ich auf jeden Fall meine vorhanden Gliederung nochmal überarbeiten, und die Tage mal zu meinem Prof gehen. Mal sehen, vielleicht bekomme ich ja den Eindruck mit dem Schreiben anfangen zu können.
MfG
Stephan