Hallo,
ich schreibe gerade an meiner Diplomarbeit. Bisher habe ich darin alle direkten und indirekten Zitate entsprechend gekennzeichnet, direkte mit Siehe sowieso, indirekte mit Vgl. sowieso als Fußnote.
Irgendwie aber kommen mir nun Zweifel, ob man in wissenschaftlichen Arbeiten (Sozialwissenschaft) überhaupt indirekt zitiert. Im Quellenverzeichnis gibt man alles an, was verwendet worden ist, aber muss im Text jede Textstelle entsprechend deutlich wie bei einem direkten Zitat mit Fußnoten auf ihren geistigen Ursprung hin gekennzeichnet werden?
Bisher habe ich mich an die Empfehlungen von http://www1.pabw.at/ausbildung/diplomarbeit/herangeh… mit Unterseiten gehalten, aber irgendwie kommen mir nun (vielleicht, weil ich gerade beim letzten Kapitel bin) Zweifel.
Viele Grüße
Manor
Hallo Manor,
Irgendwie aber kommen mir nun Zweifel, ob man in
wissenschaftlichen Arbeiten (Sozialwissenschaft) überhaupt
indirekt zitiert.
nur wenn es sich nicht vermeiden lässt. Das indirekte Zitieren (Zitieren von Zitaten) ist i.d.R. nur dann gestattet, wenn die Originalquelle unter äußerst schwierigen Umständen oder gar nicht beschaffbar ist.
Im Quellenverzeichnis gibt man alles an, was
verwendet worden ist, aber muss im Text jede Textstelle
entsprechend deutlich wie bei einem direkten Zitat mit
Fußnoten auf ihren geistigen Ursprung hin gekennzeichnet
werden?
Na klar. Wie soll man sonst, bei Interesse, deren Richtigkeit überprüfen? Ich meine, dass man indirekte Zitate vermeiden sollte, da es nicht selten vorkommt, dass die zitierten Autoren falsch zitieren (schon öfters erlebt). Deshalb sollte man auch aus indirekten Zitaten nicht, ohne die Quelle wirklich gesehen zu haben, direkte Zitate machen. Könnte peinlich sein (wenn nicht sogar zu einer 5 führen), falls Du nämlich nen Prof. hast, der sich im Thema sehr gut auskennt.
Außerdem sollte man bedenken, dass man, wenn man nur wenige Quellen nutzt (selbst wenn darin viel zitiert wurde) ziemlich voreingenommen an die Sache rangeht. Hat man sehr viele Quellen, treibt einen das aber zum Wahnsinn, wenn es sich nur um zusammenzufassende und einleitende Grundlagen handelt.
MfG
Stephan
Hallo!
ich schreibe gerade an meiner Diplomarbeit. Bisher habe ich
darin alle direkten und indirekten Zitate entsprechend
gekennzeichnet, direkte mit Siehe sowieso, indirekte mit Vgl.
sowieso als Fußnote.
Mit „indirekten Zitaten“ meinst Du sinngemässe Anlehnungen, richtig? Was Stephan (siehe anderes Posting unten) meint sind Sekundärzitate.
Irgendwie aber kommen mir nun Zweifel, ob man in
wissenschaftlichen Arbeiten (Sozialwissenschaft) überhaupt
indirekt zitiert. Im Quellenverzeichnis gibt man alles an, was
verwendet worden ist, aber muss im Text jede Textstelle
entsprechend deutlich wie bei einem direkten Zitat mit
Fußnoten auf ihren geistigen Ursprung hin gekennzeichnet
werden?
Ja, Du musst unbedingt alle direkten UND sinngemässen Entnahmen aus anderen Werken angeben! Direkte Zitate sollten nur in Ausnahmefällen benutzt werden, wenn es wirklich Sinn macht, das Original zu zitieren. In allen anderen Fällen zitierst Du indirekt (sinngemäss).
Sekundärzitate (Du zitierst etwas aus einem Buch, in dem das auch schon direkt zitiert ist) sind zu vermeiden - immer die Originalquelle besorgen.
Gruß,
Iceman
Hi!
Irgendwie aber kommen mir nun Zweifel, ob man in
wissenschaftlichen Arbeiten (Sozialwissenschaft) überhaupt
indirekt zitiert.
nur wenn es sich nicht vermeiden lässt. Das indirekte Zitieren
(Zitieren von Zitaten) ist i.d.R. nur dann gestattet, wenn die
Originalquelle unter äußerst schwierigen Umständen oder gar
nicht beschaffbar ist.
Hier liegt wohl ein Missverständnis vor. Was Du meinst sind Sekundärzitate. Manor sprach aber meiner Ansicht nach von sinngemässen inhaltlichen Entnahmen. Haben wir auch als indirekte Zitate bezeichnet.
Gruß,
Iceman
Hallo Iceman,
Hier liegt wohl ein Missverständnis vor. Was Du meinst sind
Sekundärzitate. Manor sprach aber meiner Ansicht nach von
sinngemässen inhaltlichen Entnahmen. Haben wir auch als
indirekte Zitate bezeichnet.
wenn Manor sich wirklich an die Beschreibungen aus ihrem Link
http://www1.pabw.at/ausbildung/diplomarbeit/herangeh…
hält, dann sollte sie unter indirekten Zitaten Sekundärzitate verstehen. Neben der Unterscheidung in wortwörtliche und sinngemäße Zitate wird dort noch in direkte (beruhen auf Primärquellen) und indirekte (beruhen auf Sekundärquellen) Zitate unterschieden. Hätte ich den Link nicht verfolgt, wäre ich allerdings zum Gleichen Ergebnis gekommen wie Du. 
MfG
Stephan
Hallo!
Hier liegt wohl ein Missverständnis vor. Was Du meinst sind
Sekundärzitate. Manor sprach aber meiner Ansicht nach von
sinngemässen inhaltlichen Entnahmen. Haben wir auch als
indirekte Zitate bezeichnet.
wenn Manor sich wirklich an die Beschreibungen aus ihrem Link
http://www1.pabw.at/ausbildung/diplomarbeit/herangeh…
hält,
genau hier liegt das Problem, ich habe mir vor einiger Zeit eine ca. 80seitige starke Empfehlung für Psychologen antun müssen (tja, als Nebenfachstudent), die (extrem hässliche) Layoutvorgaben beim Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten enthält: Da wird sogar genau vorgeschrieben, wann ein Punkt oder ein Komma gesetzt werden muss, wie groß welcher Abstand und welche Einrückung sein darf, wie groß die Schrift zu sein hat und welche Schriftart man nur nehmen darf usw. (kurzum: ich war fast genauso lange mit dem Layouten wie mit meiner Seminararbeit über knapp 20 Seiten beschäftigt).
Und ich meine, die schrieben über die sinngemäßen Zitate auch als die indirekte (direktes Zitieren mit „siehe“ und indirektes = sinngemäßes Zitieren mit „vgl.“ - daher auch dieser Hinweis zu den Kennzeichnungen, da man nur 1:1 entnommene Zitate mit Gänsefüßchen und Siehe versehen darf). Die indirekten, die aus Sekundärquellen kommen, waren nämlich ganz und gar verboten.
Und genau in dieser Quelle steht, dass man am Ende nur die Liste der verwendeten Literatur angeben soll und innerhalb des Textes keine sinngemäßen Zitate ausweisen darf; nur direkte Zitate mit Gänsefüßchen und Siehe als Referenz dürfen innerhalb des Textes erscheinen. Daher rührt nun meine Frage, ob ich das auch so machen kann (wenn ich mir die ganzen Bücher zu meinem Thema ansehe - und es sind verdammt viele - , finden sich nämlich auch in den wenigsten Fällen ausgewiesene sinngemäße Zitate!). Da ich mich aber sonst nicht an das vorgegebene Layout, das dort postuliert wird, halte, weiß ich nicht so recht, ob ich mich wirklich nur an das österreichische oder diesbezüglich an das psychologische Schema halten soll. Zur Info: Ich bin in einer bayerischen Uni immatrikuliert.
dann sollte sie unter indirekten Zitaten Sekundärzitate
verstehen.
Nun, da nicht jeder Autor immer die gleichen Bezeichnungen hat, denke ich, ist es auch legitim, andere Bezeichnungen verwenden zu dürfen.
Viele Grüße
Manor
Hi!
Wenn Du unsicher bist, frag Deinen Prof. - der gibt Dir ja schliesslich später die Note, also gilt: Was der haben will wird gemacht. Egal ob es irgendwo anders steht oder Du es schlecht findest.
So isses (leider). 
Gruß,
Iceman