Ich bins nochmal!
Danke für die Antworten.
Dieser spezielle Fall ist zwar jetzt weitgehend geklärt. Und wenn ich bei Google suche finde ich auch z.b., dass England und die Niederlande in der DDR erst seit ca. 1972 Botschaften unterhielten.
Aber wenn die USA und die SU mit gleichen Mitteln „gekämpft“ haben, müssten die USA doch auch darum gerungen haben, dass die DDR mit ihr diplomatische Beziehungen aufnimmt. Nur das habe ich in noch keiner Dokumentation gesehen und auch nirgends gelesen.
Und nochmal zu Gernot:
Die Bundesrepublik war da für die Russen so wichtig nicht. :Wirtschaftliche Beziehungen gab es kaum, politisch spielte die BRD :für die Russen zu der zeit auch kaum eine Rolle. Und für Einzelfälle :war vorgesorgt - in Berlin saßen die Russen ja sowieso, da waren bei :bedarf auch Kontakte zur BRD zu arrangieren.
Dieser Meinung würde ich auch eher beipflichten als der Meinung von Andreas. Was wiederum Anlaß wäre, meine Anfangsfrage nochmal neu zu beantworten.
Bitte korrigiert mich, wenn ich etwas falsch verstehe:
Es handelte sich 1955 um einen Tauschhandel. Die SU liess die letzten 10.000 deutschen Kriegsgefangenen frei. Im Gegenzug nahm die BRD diplomatische Beziehungen zur SU auf.
Es wird ja oft gesagt, dass diese Verhandlungen über die Freilassung die größte Leistung Adenauers war und dass er deswegen so beliebt in der Bevölkerung war (Die Art und Weise wie er die Rente etc. finanziell organisiert hat, ist ja sehr in Mißkredit geraten, weil es keine langfristige Lösung sein kann. Die Folgen bekommen wir ja schon seit >20 Jahren zu spüren.)
Ich frage mich also, warum die Russen nicht noch mehr für sich dabei „rausgeholt“ haben.
Der Ostblock hat alles versucht, diese Blockade zu durchbrechen. Und :ein Weg wäre eine Anerkennung der Sowjetunion durch die BRD gewesen - :damit wäre ein beispiel geschaffen worden, daß ein Land von beiden :deutschen Staaten diplomatisch anerkannt wird. Das war wohl der :HAuptgrund, weshalb die Russen so scharf drauf waren.
Also ich habe das ja oben schon gefragt (Entschuldigung, dass hier alles irgendwie durcheinander erscheint).
Seit 1955 wurde ja die SU von der DDR und der BRD als Staat anerkannt (= diplomatische Beziehungen wurden aufgenommen, Botschaften eingerichtet). Damit war doch die Blockade schon durchbrochen gewesen.
Warum ist die Anerkennung der SU denn so wichtig? Ich dachte es ging Adenauer/der BRD nur darum, dass die beiden Teile Deutschlands nicht als 2 Staaten aufgefasst wurden. Dass man die SU als Staat anerkennt bedeutet doch nicht im geringsten, dass man auch die DDR als Staat anerkennt.
Was mir vielleicht helfen würde, wäre ein Überblick wann die BRD von anderen Staaten anerkannt wurde. Und eben auch wann die DDR von anderen Staaten anerkannt wurde (und was für Zugeständnisse dafür gemacht wurden).
Wenn die Hallstein-Doktrin sagt, dass die DDR nicht anerkannt werden soll von den westl. Verbündeten der BRD, müssten bei Verfolgung gleicher Taktik seitens der DDR ja die BRD von den DDR-Verbündeten nicht anerkannt worden sein.
Da die SU die BRD schon 1955 als Staat anerkannt hat, gleichzeitig aber auch die Westbindung gegen die DDR tauschen wollte, finde ich das Ganze schon nicht mehr so einfach nachvollziehbar.
Ich hoffe es ist rübergekommen wo meine Verständnisschwierigkeiten liegen. Danke schonmal, dass ihr euch bis hierhin durchgekämpft habt. Ich freue mich wenn mir jemand antwortet.
LG, biggi