nicht gerade wenige Eltern betreiben dieses Phänomen bewusst oder
unbewusst an ihren Kindern. Wie es ihnen selbst erging, so soll es
auch den eigenen Kindern ergehen (ob nötig oder nicht). Leider oft
mit recht negativen Folgen, wenn die Eltern selbst als Kinder sehr
Schlimmes durchmachen mussten…
Gibt es einen psychologischen Fachbegriff für dieses Phänomen?
in der Psychoanalyse gibt es o. g. Begriff und er fiel mir ein, als ich Dein Posting las. Ich bin kein Fachmann, habe aber mal in einem Nebenfach eine Arbeit zum Thema verfasst.
Die Übertragung von negativen Erlebnissen in der eigenen Kindheit auf die eigene Erziehung könnte eine Sonderform darstellen.
ja das passt schon ziemlich gut. Bei dem Begriff „Übertragung“ kam
mir gleich der Begriff „Projektion“ in den Kopf. Aber der ist hier
nicht ganz zutreffend. Vielleicht gibt es ja auch keinen Fachbegriff
dafür. Dann sollte mal schleunigst einer beschlossen werden! Gerade
für die Opfer solcher Phänomene ist es bei der späteren Aufarbeitung
nämlich sehr wichtig, das Übel wenigstens erst einmal benennen zu
können.
An die anderen Schreiber: Neid ist zwar ein interessantes Motiv, a-
ber ich kann mir das hierbei nicht wirklich vorstellen. Vielleicht
ist Neid aber tatsächlich auch doch mit im Spiel. Da kommen mir die
Begriffe „Hierarchie“ und „ausgleichende Gerechtigkeit“ in den Sinn.
Und Dummheit dürfen wir wohl ausschließen (ich weiß, war nicht ernst
gemeint). Der ganze Vorgang, der ja über Jahrzehnte abläuft, folgt
einer gewissen Logik oder sogar einer Art Zwang. Und diese beiden
Aspekte sind ohne jeden Zweifel Ausdruck von Intelligenz (möglicher-
weise emotionale Intelligenz). Danke auch für den Verweis auf Alice
Miller. Muss ich mal nachforschen.