'Disclaimer' für e-mails

Hallo zusammen,
über die Sinnigkeit und Funktionalität von disclaimern kann man sicher trefflich streiten – habe ich auch schon getan und möchte das hier gar nicht wiederholen. (War erfolglos!)

Jetzt geht’s darum, 'nen link zum Thema zu finden.
Alles, was ich bisher fand, beschäftigt sich ausschließlich mit dem „evtl. falschen Adressaten“, dem „Datenschutz“ usw.

Konkret soll es aber gehen um „Enthaftung“, so zu sagen, falls trotz aktuellster Virendefinitionsdatei usw. usw. usw. doch mal was mit daher kommt.
Oder falls durch das „falsche“ Öffnen einer Datei am Rechner des Empfängers ein Schaden entsteht.
So in der Art in etwa.

Kann mir jemand 'nen Tip geben?
DANKE!

Hallo,

über die Sinnigkeit und Funktionalität von disclaimern kann
man sicher trefflich streiten – habe ich auch schon getan und
möchte das hier gar nicht wiederholen. (War erfolglos!)

Dann laß das mit den Disclaimern bleiben…

Konkret soll es aber gehen um „Enthaftung“, so zu sagen, falls
trotz aktuellster Virendefinitionsdatei usw. usw. usw. doch
mal was mit daher kommt.
Oder falls durch das „falsche“ Öffnen einer Datei am Rechner
des Empfängers ein Schaden entsteht.

Es gibt Schadsoftware, die sich bei der bloßen Darstellung der Vorschau aktiviert. Noch vor dem Lesen des Disclaimers.

Ansonsten schreinst Du in Deine Maiks: "Wem die Sicherheit seines Rechners wichtig ist, öffnet meine Anhänge im Zweifel einfach nicht und steckt mich in den „Auf Ewig Gelöst Filter“.

Gruß,

Sebastian

Konkret soll es aber gehen um „Enthaftung“, so zu sagen, falls
trotz aktuellster Virendefinitionsdatei usw. usw. usw. doch
mal was mit daher kommt.

Was du verschickst musst du auch ausbaden. Sonst könnte sich ja jeder von aller Verantwortung freisprechen, siehe zB auch beim Drama um diese lustigen aber effektiv sogar gefährlichen Disclaimer auf manchen Websites.

Oder falls durch das „falsche“ Öffnen einer Datei am Rechner
des Empfängers ein Schaden entsteht.
So in der Art in etwa.

Allgemein gilt immer und überall eine Sorgfaltspflicht. Du musst darauf achten, dass durch deine Aktionen niemand zu Schaden kommt (es sei denn in Notwehr, und das ist auch ein witziges Thema). Wenn du „zumutbare“ Maßnahmen triffst, um das zu erreichen, sollte das reichen. Den Datenmüll am Ende der Mail kannst du dir sparen. Alles wichtige gilt implizit, und man kann es damit nur schlimmer machen.

Wozu? Disclaimer sind völlig nutzlos. Es gibt kurz gesagt zwei Arten von Inhalten in Disclaimern:

  1. Jene Inhalte, die überhaupt gar keine Wirkung haben, weil nämlich niemand einseitig einen anderen zu etwas verpflichten kann. Gaaaaanz fundamentaler Grundsatz im Zivilrecht.

  2. Jene Inhalte, die überhaupt gar keine Wirkung haben, weil es zwar stimmt, was im Disclaimer steht, weil sich das aber nicht aus dem Disclaimer ergibt, sondern aus einem (vor-)vertraglichen Schuldverhältnis oder aus Gesetz; kurz: Der Disclaimer ist nur ein (völlig überflüssiger) Inhalt auf etwas, was sowieso gilt.

Beispiel: Wenn mir jemand aus Versehen eine Mail weiterleitet, und im Disclaimer heißt es, ich müsse sie, wenn es ein Versehen sei, sofort löschen, dann ist das ein Beispiel für Nr. 1. Niemand kann mich dazu zwingen, eine Mail zu löschen, so einfach ist das.

Beispiel: Wenn mir ein langjähriger Vertragspartner eine Mail mit vertraurlichen Informationen schickt, dann darf ich die nicht aller Welt erzählen; das ergibt sich aber aus § 241 II BGB und nicht aus dem Disclaimer.

Levay