Hallo Peter,
der Begriff „Tendenzbetrieb“ ist ja schon gefallen und es ist in der Tat so, dass alle Arbeitgeber, die nicht hauptsächlich Arbeitgeber in einem wirtschaftlichen Sinne sind, sondern die Arbeitgeberfunktion nur „notgedrungen“ spielen um dadurch eine weltanschauliche oder politische, … Position zu unterstützen, ohne zu diskriminieren, Mitarbeiter bevorzugen dürfen, die der eigenen politischen oder weltanschaulichen Richtung zuzurechnen sind. D.h. es wäre der SPD wohl kaum zuzumuten ein aktives CDU-Mitglied zu beschäftigen und umgekehrt, weil eben die Tätigkeit auch als Hausmeister eben immer Tätigkeit für eine Partei ist, und man erwarten darf, dass jeder der dort arbeitet, sich mit den Zielen seines Arbeitgebers identifiziert.
Die Kirchen sehen die Sache üblicherweise ziemlich locker und legen strenge Maßstäbe nur bei Positionen mit einer gewissen Außenwirkung an, wobei man zwischen den diversen christlichen Konfessionen selbst da recht offen ist. D.h. katholische Lehrer an evangelischen Bekenntnisschulen und umgekehrt hat es eigentlich immer schon gegeben. Und auch bei Angehörigen anderer Religionen gibt es normalerweise keine Probleme, wenn diese mit Toleranz gegenüber christlichen Werten gelebt wird, bzw. ohnehin oft weitreichend gleiche Werte vermitteln.
Auf Probleme stoßen da eher „Ungläubige“, also Menschen, die mit Religion gar nichts anfangen können (und dies ggf. auch noch jedem ungefragt erzählen wollen).
Wie im Arbeitsrecht üblich, findet man hierzu weniger gesetzliche Regelungen, als vielmehr Richterrecht. D.h. es gibt zu bestimmten Fragen eine über Jahrzehnte gefestigte Rechtsprechung, Grundsatzentscheidungen, …
Bei den Fußballern liegt die Sache allerdings anders. Hier geht es weniger um die Frage der Beschäftigung an sich, sondern vielmehr um die Regularien der entsprechenden Verbände, die die Spiele ausrichten. D.h. der Verein XY kann durchaus im Rahmen unseres nationalen Rechts Verträge mit jedem x-beliebigen Spieler schließen, wird dann aber ggf. international einfach nicht mehr zu bestimmten Spielen zugelassen. Will der Verein diese Zulassung aber haben, dann bleibt ihm ja gar nichts anderes übrig, als seine Spieler so auszuwählen, dass sie diesen Regularien entsprechen.
BTW: Ich kann mit diesem ganzen Profisport, der inzwischen weit überwiegend rein wirtschaftlichen Interessen dient auch nichts anfangen und halte die gesamten noch bestehenden Beschränkungen für nichts als Feigenblätter, mit denen man dem dummen Volk noch Emotionen verkaufen will.
Gruß vom Wiz
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